Verlieren? Nicht vorgesehen! – Eine Medienauslese

Niemand verliert gern. Zumal im Fußball. Egal, ob Spieler, Funktionär oder Fan – gerade auf die vermeintlich “großen” Spiele fiebert man hin und ist natürlich enttäuscht, wenn diese nicht so laufen, wie man gehofft hatte. Das hat man schon oft erlebt, und auch das Hadern mit dem Schiri, dem Ball oder sonstigen äußeren Umständen ist wesentlicher Bestandteil des Redens über verlorene Spiele im Speziellen und Fußball im Allgemeinen.

Mehr als schlechte Verlierer

Einen Umgang mit einem verlorenen “großen” Spiel musste in den vergangenen Tagen gleich zweimal ein Fußballlager finden, das damit ganz offensichtlich überfordert ist, wenn nicht sogar Probleme hat: RB Leipzig. Eine Tatsache, die ihnen nicht unbedingt beim Aufstieg auf der Sympathieleiter geholfen haben dürfte. Ganz ähnlich wie beim forcierten Marsch durch die Ligen in den letzten Jahren bricht sich in allem, was man aus der weiß-roten Ecke mitbekommt, eine Ungeduld Bahn, die uns zuerst (zynisch, wie wir nun mal sind) belustigte, dann aber zunehmend beängstigte.

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Ab heute neu: “Im Osten geht die Sonne auf – TV”

Für Dietrich Mateschitz war schon immer klar: Erst Servus-TV, dann den Rest der Fernsehwelt. Nachdem der kleine, feine Alpen-Sender mittlerweile klar auf Steuerbord-Kurs ist, soll es weiter Richtung Zone gehen. Schon lange hat der Osten nach richtigem Fernsehen gelechzt! Und ARD und ZDF hatten häufig genug ihre Chance.

Über geheim bleibende Quellen ist uns exklusiv das einzigartige Überraschungs-Programm zugespielt worden, das der neue Sender „Im Osten geht die Sonne auf–TV“ plant. Überraschender Senderstart wird schon der 31. Oktober sein, aber wer eine ganze Welt neu bauen will, dem ist Martin Luther nur eines von vielen Vorbildern. Während der kohlenhydrataffine Reformator ja doch eher Arbeit und mühsame Bibel-Lektüre im Kopf hatte, steht beim neuen Sender aus dem Hause Mateschitz eines im Vordergrund: das Wohlgefühl. Schalten Sie ein! (Hinweis: Empfangbar auch im Tal der Ahnungslosen) Ab heute neu: “Im Osten geht die Sonne auf – TV” weiterlesen

Demnächst “Das Buch Dieter”?

Red Bull macht jetzt auch Bücher! Was sich wie ein schlechter Witz liest, ist tatsächlich wahr. Zuletzt erschienen einige Artikel über Benevento Publishing, das Red Bull-eigene Verlagshaus. Interessant fanden wir daran nicht, dass Mateschitz jetzt noch ein neues Geschäftsfeld aufmacht, auch nicht den Umstand, dass es sich dabei um ein recht altbackenes Gebiet im Vergleich zu Hochleistungsmotoren und solchen Kram handelt. Viel auffallender sind die Ähnlichkeiten zum Engagement im Fußball.

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Die Rote Revolution

In der Geschichte kennt sich Ralle Rangnick ja ganz hervorragend aus. Das bewies er schon, als er sich und anderen die Situation die Katar schönredete und dabei gleich mehrere Jahrzehnte Sport- und Politikgeschichte miteinander verband. Nun ein neuerlicher großer historischer Wurf. Von der Süddeutschen (Freitagsausgabe, 24.07.2015) auf den etwaigen Aufstieg von RB in die Erste Liga angesprochen, wollte der Seher Rangnick zwar kein konkretes Datum nennen, prognostizierte aber: „Irgendwann kommt der Tag, an dem in Leipzig so viele Menschen auf dem Marktplatz feiern werden wie seit der Wende nicht mehr.“

Genau gesehen ist das natürlich kompletter Quark. Wenn Rangnick mit dem schönen Wort „Wende“ den Herbst 89 meint, dann ist es nämlich ein leichtes Spiel, mehr Leute auf dem Markt zusammenzutreiben als seinerzeit. Die Demonstrationen fanden auf dem Augustusplatz und Ring statt; auf dem Markt sammelte allenfalls die Polizei ihre Truppen.

ADN-ZB Oberst 4.7.87 Berlin: Jubiläum-Festumzug. Innerhalb des großen Festumzuges durch das Stadtzentrum anläßlich des 750jährigen Stadtjubiläums wurde die Szene dargestellt, in der Karl Liebknecht am 9. November 1918 vom Balkon des Schlosses die sozialistische deutsche Republik ausgerufen hatte.
ADN-ZB Oberst 4.7.87 Berlin: Jubiläum-Festumzug. Innerhalb des großen Festumzuges durch das Stadtzentrum anläßlich des 750jährigen Stadtjubiläums wurde die Szene dargestellt, in der Karl Liebknecht am 9. November 1918 vom Balkon des Schlosses die sozialistische deutsche Republik ausgerufen hatte.

Solch ein Fauxpas verwundert, ist doch RB ein in der Stadt und Region langjährig verwurzelter Verein mit jeder Menge lokaler Expertise. Aber klar, bei all den Visionen kann einem das schon mal verrutschen. Denn was für Aussichten: Ralle ruft die Rote Republik aus! Vom Rathausbalkon! Dosen für alle! Inklusive Begrüßungsschluck für jeden Neuzugang! Das kann nur ganz nach dem Gusto des Gebieters sein: RB als das geilste Ding seit der Einführung der D-Mark. Die Rote Revolution (vulgo: RR) wischt alles beiseite, was bis dahin noch Bestand hatte; Politik war gestern, heute wird gefeiert. Hier wird Post-Demokratie ganz neu interpretiert.

Warten wir es aber mal ab. Große Feiern hatten schon ganz andere geplant. Das Politbüro in Fuschl am See hat zwar den Generalsekretär Rangnick mit allen Befugnissen ausgestattet, die Feierlichkeiten in die Wege zu leiten, doch Unwägbarkeiten sind da nie ausgeschlossen. Doch auch hier bieten sich andere historische Verweise an. Denn wie sagte schon der weitsichtige Honecker: „Den roten Fußball in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf!“.

RB Leipzig – Der feuchte Traum der Spätkapitalisten

Viel Bewegung derzeit beim nimmermüden Leipziger Wunschverein RB Leipzig. Pünktlich zum (den eigenen Ansprüchen hinterher hinkenden) Saisonabschluss wird  der Geldhahn wieder weit aufgerissen und Millionen Euros in den Orkus gejagt. Eine neue Mannschaft kommt, die alten Versager müssen gehen und werden verscherbelt. Dass man bei RB nicht zimperlich mit den eigenen Bediensteten umgeht und von kontinuierlicher Kaderbildung scheinbar wenig hält, kennt man ja schon aus den Jahren zuvor. Entsprachen Saisonergebnisse nicht dem Plan (eigentlich immer), mussten immer gleich die großen Würfe, die spektakulären Verpflichtungen, die übergroßen Testspielgegner her. Klar, das viele Geld und das Corporate Image verpflichten. RB Leipzig – Der feuchte Traum der Spätkapitalisten weiterlesen

Brüder zur Sonne, zur Brause!

Schon Kain und sein Geschwisteropfer Abel oder Friedrich Schiller, der Karl und Franz Moor bis zum bitteren Ende des Jüngeren aufeinander losgehen ließ, wussten: Freunde kann man sich aussuchen, seine Familie leider nicht. Diese schmerzliche Erkenntnis muss unlängst auch Salzburger Anhängern, denen der Spitzenreiter des österreichischen Rasenballsports zweifellos am Herzen zu liegen scheint, gekommen sein. Wie der österreichische Kurier berichtete, hallten während des nationalen Pokalhalbfinales am letzten Aprildienstag urplötzlich gerade in Sportstadien gemeinhin bekannte Fäkalvokabeln durchs weite Rund.

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