V wie vielsagendes Versehen

Vor dem gestrigen Heimspiel gegen St. Pauli versuchten so einige die beste Pointe zu landen. Die Zeitung mit den vier großen Buchstaben machte zum Beispiel eine aktuelle Meldung daraus, dass auf der Pauli-Website schon seit Monaten statt dem RBL-Logo ein neutralerer Schriftzug prangt. Aber die Leipziger hatten sich den besten Lacher doch selbst vorbehalten.

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Ralle: Schicksalsjahr eines Sportdirektorentrainers

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Bild: xtranews.de bei Flickr unter CC BY 2.0

Der Auftakt zur zweiten Saison in der zweiten Liga steht unmittelbar bevor. RB Leipzig startet morgen in Frankfurt gegen den FSV. Während das für einige Fußballfans recht früh im Sommer kommt, läuft am Cottaweg bereits seit 1. Juni alles auf Hochtouren. Schließlich geht es in eine Schicksalssaison – und mittendrin Sportdirektorentrainer Ralf Rangnick.

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Alternativ-Karaoke

1024px-Campino_03 Bild: Armin Kübelbeck, CC-BY-SA, Wikimedia Commons

Am Sonntag war Saisoneröffnung bei Rasenballsport Leipzig. Als besonderes Schmankerl konnte man bei der Zeitung mit den vier großen Buchstaben zehn Songs wählen, die von den Spielern und Trainern in der Arena zur Unterhaltung der Massen performt wurden. Wir waren weder über die Auswahl (langweilig) noch die schlussendlichen Sieger (Mitgröl-Schlager) überrascht, wollen diese Kritik aber auch nicht ohne eigene Vorschläge stehen lassen. Gedankt sei an der Stelle übrigens dem Düsseldorfer Stadion-DJ, der schon im September vergangenen Jahres ein paar inspirierende Vorschläge gesammelt hatte.
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Identifikationsfreigabe

Während die Zeitung mit den vier großen Buchstaben aufgrund der jüngsten Wechsel und Wechselgerüchte um Red Bull-Spieler sensationslüstern das Fußballprojekt RB in Frage stellt, spielt sich vor der Leipziger Haustür wesentlich Bemerkenswerteres ab. Dass Leihspieler, internationale Ausnahmetalente oder ein 22-Jähriger vor dem nächsten Karriereschritt mal eine der RB-Filialen verlassen, dürfte in Rangnicks entwickelnder Personalpolitik einkalkuliert sein. An der Freigabe Daniel Frahns und den Reaktionen darauf zeigt sich aber, dass die gern beschworene lokale Einheit in rot und weiß durchaus rissig ist. Und die Sollbruchstelle in der Marketingfassade heißt wenig überraschend Identifikation.

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Eingliedern durch Ausgliedern

Sportlich ist RB Leipzig längst im Zweitligaalltag angekommen – Mitbewerber um das oberste Tabellendrittel, Aufsteiger unter drei ausnehmend guten Neulingen in dieser Saison und Teilnehmer an Spitzenspielen. Das ist Sport, Wettbewerb erzeugt Vergleichbarkeit.

Die jüngste Ausgliederung der Leipziger Profiabteilung kann als bemerkenswerter Ausdruck im Ringen nach Normalität auf einem anderen Terrain gedeutet werden, dem Profifußball als wirtschaftliche Branche. RB Leipzig müht sich redlich, die schmutzigen Kleider des Investorenspielzeugs abzulegen, um mit den anderen Kindern nach den hiesigen Regeln des Fußballgeschäfts zu spielen. RB Leipzigs Strategie basiert dabei auf den Erfahrungen des bisherigen Sportengagements von Red Bull – und denen von Ralf Rangnick.

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Mia san Geschäftspartner

Ist ja eigentlich klar, die Überschrift aus dem Januar diesen Jahres: “Rummenigge sieht Projekt in Leipzig kritisch“. Da haben wir es wieder, Traditionsvereinsvertreter mokiert sich über von Privatmillionen geblähten Emporkömmling. Ein schönes Bild, weil schön einfach. Tatsächlich argumentieren ja viele RB-WerbemännchenFans mittlerweile so, als wäre “ihr” Club ein Robin Hood im bigotten Fußballestablishment, dem die Eingesessenen aus niederen Beweggründen den Zugang verwehren wollen.

Aber was hat Rummenigge denn tatsächlich gefordert? Eine Überarbeitung der Lizenzierungsregeln, um die Frage der Neueinsteiger ins Fußballinvestgeschäft zu regeln. Steht ohnehin an, da insbesondere die Lex Kind wohl das Tor zu weiteren Absenkungen der “Traditionsschwelle” (derzeit 20 Jahre) geöffnet hat. Im August legte Rummenigge dann noch einmal nach und schlug vor, die Regeln des UEFA Financial Fair Play auch auf die Bundesliga anzuwenden. Das sind alles sehr vernünftige Vorschläge, aus der Perspektive eines Menschen, der gutes Geld dafür erhält, die Geschäftsgrundlage seines Unternehmens – und dessen Stellung als Branchenprimus – auch in Zukunft zu sichern und auszubauen.

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Der exotische Peter

Anfang August, rund um das Spiel 1860 vs. RBL, schlug ein Interview mit dem Ex-Trainer beider Clubs, Peter Pacult, kleinere Wellen. Österreichs Fußballer des Jahres 1984 nutzte die Aufmerksamkeit der tz-Redaktion, um noch einmal auf seine Entlassung bei RB Leipzig im Sommer 2012 zurückzublicken.

Das Interview riss nicht die Schwelle, dazu größer etwas zu kommentieren. Pacult beschwerte sich, dass Ralf Rangnick ihm weder Gründe für seine Demission nannte, geschweige denn ihn persönlich davon in Kenntniss zu setzen. Gut, menschlich ist das nicht ganz einwandfrei, aber man weiß ja auch wie Peter Pacult bei Kritik reagiert (“I BIN saua auf Ihna!”). Zieht man dann noch die Reichweiten- und Gewichtsverhältnisse zwischen dem introvertierten Schwaben und dem aufbrausenden Wiener heran, kann man Rangnick schon verstehen.

Eine Sache am Interview fiel uns zunächst gar nicht auf, wurde aber in der aktuellen 11FREUNDE in einer kurzen Meldung zu Recht moniert. Zum Abschluss wird Pacult durch die Blume nach seiner Sympathie zum Projekt RB gefragt, und antwortet salomonisch:

Frage: Trinken Sie eigentlich gern Red Bull?

Pacult: Eigentlich ist es nicht so mein Ding. Aber jetzt haben sie ein neues Getränk, Exotic, das schmeckt mir.

Klingt ganz plausibel – bis auf die Tatsache, dass Red Bull kein Getränk mit dem Namen Exotic anbietet. Nicht mal eines mit einem ähnlichen Namen.

Wir sehen zwei mögliche Szenarien: Entweder Pacult ist nach seiner Entlassung vom Didi, mit dem er dem Interview zu Folge ja weiterhin gut zu sein scheint, wenigstens in den Red Bull Exclusiv-Tester-Club eingeladen worden und bekommt die neuen Brausen nun vor der Markteinführung. Oder Pacult hat sich – wie hin und wieder in seiner Trainerkarriere auch – einfach vergriffen und vielleicht diesen oder diesen Energydrink in der Dose gekauft.

UPDATE: User Dase weiß welche Dose Peter Pacult vermutlich meinte: Die Summer-Edition Tropical, war hierzulande nicht flächendeckend erhältlich, wurde wohl aber mal im Stadion erprobt. Merci!

Schlussstrich statt Verantwortung

Red Bull ist auf Erfolg programmiert. Wirtschaftlich sowieso bei einer Differenz von 1,80 Euro zwischen Herstellungs- und Abgabepreis der Brause. Sportlich aber ebenso, da wird nichts dem Zufall überlassen. Die neulich schon einmal angedeutete Verwandtschaft zu einem anderen, strikt auf Erfolg gedrillten Sportsystem ist nicht nur geistiger Art: Im Red Bull Sportimperium ist der oberste Leistungsdiagnostiker ein verurteilter DDR-Dopingarzt.

Bernd Pansold hat in Österreich den schönen Beinamen “Laktaktpapst”, weil er das konzerneigene Diagnostik- und Trainingszentrum von Red Bull im österreichischen Thalgau leitet. Über das Jahr machen dort alle Red Bull-Athleten – von Lindsey Vonn bis Sebastian Vettel – Leistungstests. Pansold ist der uneingeschränkte Chef mit Weisungsbefugnissen bis in das sportliche Tagesgeschäft (s.u.).
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Genervt

Achtung: Das ist einer dieser Innenlebenposts, bei denen der Autor sich ausschließlich in seinen Gefühlen zergeht.

Ich bin schwer genervt. Davon, mich erklären zu müssen. Von dem ganzen Mist, den man dieser Tage so über RB lesen muss. Von der Selbstverständlichkeit, mit der Begriffe überstrapaziert und schwarz-weiß gemalt werden. Und vor allem davon, dass ich mich davon so nerven lasse.

Bis vor wenigen Wochen lebte ich in einer angenehmen Distanz zu RB. Ich besuchte an Spieltagen hin und wieder den Gästeblock und hab auch auf der Haupttribüne mal geschaut, wer sich da so rumtreibt. Mit den Orten, wo ich mir sonst meine Fußballerlebnisse hole – vor Ort unterklassig oder international am TV – hat das Projekt nicht konkurriert.
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Anachronismen

Es ist einiges los dieser Tage in Sachen RB. Bundesweite Aktionen, die nicht nur Staub aufwirbeln, sondern auch Beißreflexe sichtbar machen. Auf der Contra-RB-Seite ist da viel bereits Bekanntes und oft Unreflektiertes zu finden. Davon nehmen wir uns hier ja generös aus, deswegen trifft es uns auch nicht, wenn unreflektierter Kritik ihre Unreflektiertheit vorgeworfen wird.

So wie das zum Beispiel vergangene Woche in der FAS geschah. Dort wurde in durchaus zugespitzter Sprache mal richtig einer ausgeteilt, gegen die vermeintlichen Romantiker unter den RB-Kritikern:

Platte Parolen und dumpfes Traditions-Gehabe.

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