Alternativ-Karaoke

1024px-Campino_03 Bild: Armin Kübelbeck, CC-BY-SA, Wikimedia Commons

Am Sonntag war Saisoneröffnung bei Rasenballsport Leipzig. Als besonderes Schmankerl konnte man bei der Zeitung mit den vier großen Buchstaben zehn Songs wählen, die von den Spielern und Trainern in der Arena zur Unterhaltung der Massen performt wurden. Wir waren weder über die Auswahl (langweilig) noch die schlussendlichen Sieger (Mitgröl-Schlager) überrascht, wollen diese Kritik aber auch nicht ohne eigene Vorschläge stehen lassen. Gedankt sei an der Stelle übrigens dem Düsseldorfer Stadion-DJ, der schon im September vergangenen Jahres ein paar inspirierende Vorschläge gesammelt hatte.

Unsere Alternativ-Karaoke

Bruno Mars – Billionaire
Statt dem doch etwas vorweg gegriffenen „We are the Champions“ (der dritten Liga Saison 2013/2014?) empfehlen wir dem Quartett Boyd, Teigl, Skopintsev und Hierländer Bruno Mars‘ Hit „Billionaire“, dort heißt es im Refrain: „I wanna be a billionaire so fucking bad. Buy all of the things I never had“
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=tTljKqYC2hM?rel=0&w=420&h=315]

Spice Girls – Wannabe
Der Titel der britischen Frauenformation ist wissenschaftlich nachgewiesen der eingängiste Song der Popgeschichte. Vielleicht hilft mehrmaliges Hören, die Marketinggesetze des Musikmarkts zu entschlüsseln und auch dieses Feld noch aufzurollen? Schön natürlich auch die Bedeutungsdopplung im Text: Wannabe heißt bekanntlich Möchtegern.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=ZQehaJdV5eM?rel=0&w=420&h=315]

Herbert Grönemeyer – Kaufen
Zu Grönemeyer-Songs Karaoke zu singen gehört zu den schönsten Varianten des Zwerchfell- und Bauchdeckentrainings. Auf seinem vierten Album „Gemischte Gefühle“, das kommerziell eines seiner erfolglosesten war, findet sich der Titel „Kaufen“ mit dem schönen Auftakt: „Ich hab‘ schon alles, ich will noch mehr, alles hält ewig, jetzt muß was Neues her.“ Wäre ne schöne Nummer für Daniel Frahn gewesen.
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=6q2XenhlC0Q?rel=0&w=560&h=315]

Aqua – Barbie Girl
Neben der musikalisch höchst überzeugenden Interpretation des späten Euro Dance gefällt uns vor allem die hingebungsvoll naiv geschmetterte Line: „Life in plastic, it’s fantastic.“ Angemalte Plastikköpfe erfreuen sich ihrer Puppenhaftigkeit — Keine Ahnung warum uns der Song zu nem RB Fanfest einfällt.
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=CKrrqfegSlM?rel=0]

Die Toten Hosen – Bayern
Wer schon zur Saisoneröffnung „We are the Champions“ singt, sieht sich vermutlich in natürlicher Konkurrenz zum FC Bayern München. Dementsprechend hätte man sich ja auch mit den Hosen warmsingen können: „Was für Eltern muss man haben, um so verdorben zu sein, einen Vertrag zu unterschreiben bei diesem Scheissverein?“
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=G3KPBRajN10?rel=0&w=420&h=315]

Dire Straits – Money for nothing
Immerhin waren die Beatles in der Originalauswahl der lokalen BILD-Ausgabe mit „Hey Jude“ dabei. Wir empfehlen aber den Blick auf eine anderen Brit-Export, und zwar aus dem Hause Knopfler: Die Dire Straits mit „Money for nothing“. Stichwort: „Now that aint workin thats the way you do it.“ Wäre vielleicht die bessere Wahl für Ralf Rangnick gewesen, statt der verunglückte Auftritt im Gascoigne-Trikot?
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=jEyhLxY9_o0?rel=0&w=420&h=315]

Die Ärzte – Angeber
Hat man die Hosen in der Playlist, sollte man schleunigst auch die Ärzte mit reinnehmen, um es sich nicht mit der anderen Hälfte der in den 1990ern verbliebenen deutschen Musikfans zu verscherzen. Wie Dr. Pansold kommen Die Ärzte auch aus Berlin, würden dem Gebieter und seiner Leipziger Filiale statt Leistungsdiagnostik vermutlich eher „Angeber“ verschreiben: „Unbeschreiblich, kaum zu glauben, nicht zu fassen. […] Immer höher, immer weiter, immer lauter, immer besser.“
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Uwu Lena – „Schland, oh Schland“
Um in unserer Liste auch etwas aus der ja offenbar sehr beliebten Kategorie des Mitgrölschlagers zu haben, dachten wir schon über Olli Pochers „Schwarz und Weiss“ und Die Kolibris mit „Und dann die Hände zum Himmel“ nach. Zum Glück fanden wir dann die logische Fortführung dieser Reihe: Uwu Lena mit „Schland, oh Schland“. Vom Coca Cola-Fanclub der Nationalmannschaft kann sich die RBL Fanabteilung schließlich auch noch einiges abschauen, zum Beispiel Mitgliederausweise und Community-Gewinnspiele.
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=6bz0rLo_fhU?rel=0&w=560&h=315]

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