Eingliedern durch Ausgliedern

Sportlich ist RB Leipzig längst im Zweitligaalltag angekommen – Mitbewerber um das oberste Tabellendrittel, Aufsteiger unter drei ausnehmend guten Neulingen in dieser Saison und Teilnehmer an Spitzenspielen. Das ist Sport, Wettbewerb erzeugt Vergleichbarkeit.

Die jüngste Ausgliederung der Leipziger Profiabteilung kann als bemerkenswerter Ausdruck im Ringen nach Normalität auf einem anderen Terrain gedeutet werden, dem Profifußball als wirtschaftliche Branche. RB Leipzig müht sich redlich, die schmutzigen Kleider des Investorenspielzeugs abzulegen, um mit den anderen Kindern nach den hiesigen Regeln des Fußballgeschäfts zu spielen. RB Leipzigs Strategie basiert dabei auf den Erfahrungen des bisherigen Sportengagements von Red Bull – und denen von Ralf Rangnick.

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Unseren täglichen Diddi gib uns heute

Wir wollen ja gar nicht wissen, über welche krummen Wege sowas möglich ist. Wir wollen doch bloß, dass es aufhört! Bitte!

Was ist geschehen? Am 19. Juni veröffentlichte Leipzigs einziges und unabhängiges Parteiorgan, die LVZ, auf ihrer Seite 27 einen Vorbericht (?) auf den in diesem Jahr erstmals wieder ausgetragenen Großen Preis von Österreich der Formel 1 in Spielberg. Zentrale Heldenfigur, wie kann es auch anders sein: Dietrich Mateschitz. Allgemeiner Ton des, nunja, „Artikels“: Der Diddi is fei a Guater. Er nennt nicht nur ein Vermögen von schätzungsweise sechseinhalb Milliarden Euro sein eigen, sondern lässt davon sogar die hässlichsten Häuser und Zäune rund um den „Red-Bull-Ring“ ausbessern. Kann sich ja auch keiner angucken. Darüber hinaus, so der begeisterte Bericht, spült das durch Mateschitz ermöglichte Rennsportevent soundsoviel Millionen Euro in alle möglichen privaten und öffentlichen Kassen. Mutti und Vati liegen sich vor kaum fassbarem Glück in den Armen. Kinder springen lachend im Kreis und übertönen mit ihrem Jauchzen auch die „sehr leise Stimme“ derer, die Bedenken gegenüber dem sozialen und ökologischen Nutzen der Rennstreckensanierung anmelden. Populismus? Mal eine kritische Bemerkung, ob man die Leute für wirklich so dumm hält, dass sie diesen nicht bemerken? Ach iwo!

Wirklich zum Augenreiben brachte uns dieser Beitrag freilich nicht – wir blinzeln ja nur noch ermattet. Ist er doch nur ein weiteres Glied in einer offenbar als Fortsetzungsroman konzipierten Reihe von Elogen auf „Dieter den Gebieter“ (Clemens Meyer). Zumal er ja nicht mal originell ist. Tags zuvor konnte man ähnliches bei Bild.de finden.