Stimmen der Vernunft (7) – Worum es geht

Aufgabe von Zeitung ist ja immer auch, Positionen zu beziehen. Die großen konservativen Blätter machen das besonders gern gegen vermutlich mainstreamige Meinungen, um deren Scheinheiligkeit aufzudecken. Die Kritik an der RB-Kritik als scheinheilig/flach/verfehlt/realitätsfern ist dementsprechend ein beliebter Modus. Wir hatten ja neulich schon mal in die FAS geschaut, in die WELT nicht, aber dass dort ein besonders eifriger RB-Fan sitzt, haben nicht nur wir mitbekommen. Ausführliche Exegese rechtfertigen solche Texte selten, aber einer Passage aus der Replik auf den WELT-Autor schließen wir uns gern vollumfänglich an:

„Möglicherweise ist das aus dem Fokus geraten: Um den Sport in Leipzig geht’s hier gar nicht. Sondern um die wirtschaftliche Idee hinter dem Projekt RB und den straff auf Rendite fokussierten Investor und sein Vorgehen. Muss man nicht im Blick haben, hilft aber beim Verständnis sehr.“

Carsten Schulte, westline

ohne Zusätze: Eventfans

In der Rubrik “ohne Zusätze” sprechen das Projekt RB und/oder seine Anhänger für sich.

Wir können – im Sinne der Autoren – bloß hoffen, dass es sich hier jeweils um ganz bittere Formen der Selbstironie handelt.

https://twitter.com/fendtifan/status/517939100394192896

Der exotische Peter

Anfang August, rund um das Spiel 1860 vs. RBL, schlug ein Interview mit dem Ex-Trainer beider Clubs, Peter Pacult, kleinere Wellen. Österreichs Fußballer des Jahres 1984 nutzte die Aufmerksamkeit der tz-Redaktion, um noch einmal auf seine Entlassung bei RB Leipzig im Sommer 2012 zurückzublicken.

Das Interview riss nicht die Schwelle, dazu größer etwas zu kommentieren. Pacult beschwerte sich, dass Ralf Rangnick ihm weder Gründe für seine Demission nannte, geschweige denn ihn persönlich davon in Kenntniss zu setzen. Gut, menschlich ist das nicht ganz einwandfrei, aber man weiß ja auch wie Peter Pacult bei Kritik reagiert („I BIN saua auf Ihna!“). Zieht man dann noch die Reichweiten- und Gewichtsverhältnisse zwischen dem introvertierten Schwaben und dem aufbrausenden Wiener heran, kann man Rangnick schon verstehen.

Eine Sache am Interview fiel uns zunächst gar nicht auf, wurde aber in der aktuellen 11FREUNDE in einer kurzen Meldung zu Recht moniert. Zum Abschluss wird Pacult durch die Blume nach seiner Sympathie zum Projekt RB gefragt, und antwortet salomonisch:

Frage: Trinken Sie eigentlich gern Red Bull?

Pacult: Eigentlich ist es nicht so mein Ding. Aber jetzt haben sie ein neues Getränk, Exotic, das schmeckt mir.

Klingt ganz plausibel – bis auf die Tatsache, dass Red Bull kein Getränk mit dem Namen Exotic anbietet. Nicht mal eines mit einem ähnlichen Namen.

Wir sehen zwei mögliche Szenarien: Entweder Pacult ist nach seiner Entlassung vom Didi, mit dem er dem Interview zu Folge ja weiterhin gut zu sein scheint, wenigstens in den Red Bull Exclusiv-Tester-Club eingeladen worden und bekommt die neuen Brausen nun vor der Markteinführung. Oder Pacult hat sich – wie hin und wieder in seiner Trainerkarriere auch – einfach vergriffen und vielleicht diesen oder diesen Energydrink in der Dose gekauft.

UPDATE: User Dase weiß welche Dose Peter Pacult vermutlich meinte: Die Summer-Edition Tropical, war hierzulande nicht flächendeckend erhältlich, wurde wohl aber mal im Stadion erprobt. Merci!

ohne Zusätze: jung, erfolgreich, reicher Papi

In der Rubrik “ohne Zusätze” sprechen das Projekt RB und/oder seine Anhänger für sich.

… Warum eine alte alkoholisierte und erfolglose Frau heiraten [gemeint war Lok Leipzig], wenn ich die Chance auf ne hübsche junge erfolgreiche mit reichem Papi habe. …

Kommentar von User „Andy“ am 9. August unter den RB-Leipzig-Kommentar in der L-IZ von neulich.

ohne Zusätze: Zweite Liga schon zu klein

In der Rubrik „ohne Zusätze“ sprechen das Projekt RB und/oder seine Anhänger für sich.

ohne Zusätze: Invention of Tradition

In der Rubrik „ohne Zusätze“ sprechen das Projekt RB und/oder seine Anhänger für sich.