111 Gründe, den Kopf einzusetzen

Neulich wussten wir vor lauter Grummeligkeit nichts anderes mit uns anzufangen, als ein kleines Bändchen zur Hand zu nehmen, das anlässlich der 1000-Jahre-Feierlichkeiten unserer aller Heldenstadt erschienen ist, allerdings der damit verbundenen Hochjubelei eine kritische Perspektive gegenüberzustellen weiß.

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Stimmen der Vernunft (7) – Worum es geht

Aufgabe von Zeitung ist ja immer auch, Positionen zu beziehen. Die großen konservativen Blätter machen das besonders gern gegen vermutlich mainstreamige Meinungen, um deren Scheinheiligkeit aufzudecken. Die Kritik an der RB-Kritik als scheinheilig/flach/verfehlt/realitätsfern ist dementsprechend ein beliebter Modus. Wir hatten ja neulich schon mal in die FAS geschaut, in die WELT nicht, aber dass dort ein besonders eifriger RB-Fan sitzt, haben nicht nur wir mitbekommen. Ausführliche Exegese rechtfertigen solche Texte selten, aber einer Passage aus der Replik auf den WELT-Autor schließen wir uns gern vollumfänglich an:

„Möglicherweise ist das aus dem Fokus geraten: Um den Sport in Leipzig geht’s hier gar nicht. Sondern um die wirtschaftliche Idee hinter dem Projekt RB und den straff auf Rendite fokussierten Investor und sein Vorgehen. Muss man nicht im Blick haben, hilft aber beim Verständnis sehr.“

Carsten Schulte, westline

Stimmen der Vernunft (6) – Geht das wirklich, Papa?

Desillusioniert blieb der kleine Lakai zurück, als er letzten Montag in der Zeitung lesen musste:

„Ohne Kapitalerhöhung, Investorenzuschuss und Hedgefonds-Beteiligung […] hat sich die Borussia zum immerhin imaginären Bayern-Verfolger erhoben […]“ (Selldorf, Philipp: Süddeutsche Zeitung vom 28.10.2014, S. 27.)

„Geht das wirklich, Papa? Aber du sagst doch immer, dass sowas nur möglich ist, wenn einer allein kommt, der ganz, ganz viel Geld hat, auf einen x-beliebigen Flecken Erde zeigt, alles in der Hand hält und sagt: ‚Mein Wille geschehe. Koste es, was es wolle!‘ […]“

Stimmen der Vernunft (5)

Im aktuellen Transferticker der 11Freunde konnte man neulich folgenden Kurzbeitrag lesen, der eigentlich als Kommentar auf die Transfer-/Leihpolitik des glorreichen Chelsea FC gedacht war. Innerhalb weniger Zeilen wandelte sich dieser dann aber in eine an Prägnanz nur schwer zu toppende Zusammenfassung von sich auch uns aufdrängenden Fragen:

Aber was will Chelsea mit diesem vermaledeiten Leih-Konzept? Wollen sie alle talentierten Spieler der Welt kaufen und nur noch verleihen? An viele kleine Chelsea-Außenstellen, die sich die Talente zuschachern und ab und an eines an den Mutterkonzern in London zurückschicken? Und kann so ein Konstrukt klappen? Ist das nicht schädlich für den Fußball? Wettbewerbsverzerrung gar? Darüber müsste man mal mit Ralf Rangnick diskutieren, bei einer schönen Dose Red Bull. Mjam.

Können Sie helfen, Herr Rangnick?

Stimmen der Vernunft (4)

Ralf Rangnick war schon fast an der Kasse, der drehte er noch mal kurz um, warf einen hastigen Blick über den Wühltisch, zottelte „Jungtalent“ (darunter macht man es ja nicht) Klostermann hervor, warf ihn noch schnell zu den anderen, drehte hastig um und beruhigte sich bei dem Blick auf den überquellenden Einkaufstrolli mit dem Gedanken, dass er ja immerhin halbjährlich für (mindestens) zwei Haushalte einholen muss.

Peter Neururer wiederum, der neulich schon mit der prägnanten Kommentierung des Sabitzer-Transfers glänzte und sich somit als einer der Guten enttarnte, musterte den letzten Beifang im Vorbeigehen auf dem Parkplatz und raunte lakonisch:

Ich wünsche ihm viel Gesundheit und einen neuen Berater.

Stimmen der Vernunft (3)

Als der Gebieter neulich verkündete, dass RB Leipzig demnächst deutscher Meister wird, zuckten nur wenige zusammen. Sprach er doch genau das aus, was das Auftauchen von RB auf der Fußballlandkarte zur Farce werden lässt. Die Aussage offenbart eine Haltung, der alle anderen Konkurrenten um die Meisterschaft egal sind. Eigentlich will man gar nicht mit den anderen spielen, man möchte sie bloß vorführen. Stimmen der Vernunft (3) weiterlesen

Stimmen der Vernunft (2)

Vollkommen überflüssig zu erwähnen, dass der Ticker von „11 Freunde“ im Allgemeinen und die Ein- und Auslassungen des Dirk Gieselmann im Speziellen zum schönsten Tiki Taka der deutschsprachigen Fußballunterhaltung gehören. Wortbesitzspiel in Reinkultur: Finten, Finessen, aber auch die gute alte Grätsche im Repertoire. Meister im Umschaltspiel ohnehin. Und weiß offenbar auch nachts noch,  wo das Tor steht:

Stimmen der Vernunft (1)

Eine Rubrik, die „Stimmen der Vernunft“ heißt mit Peter Neururer einzuleiten, ist ein Treppenwitz, auf den wir hinter den Kulissen monatelang hingearbeitet haben. Für wahre Fußballhipster ist der Schnauzbart Trainer aber ohnehin eher verkanntes Genie (die Computerdatenbank!), als drolliges Maskottchen der zweiten Liga. Statistiker wissen wiederrum: Wer viel sagt, sagt auch viel Wahres.

Auch ohne abschließende Entscheidung, ob Neururer nun eher Abziehbild oder Sachverständiger ist, können wir ihm in puncto Sabitzer und nun auch Bruno nur uneingeschränkt zustimmen:

„Dann können sich zwei Vereine, die Spieler hin- und herschieben wie sie wollen. Wenn das durch die Statuten möglich ist, sollte man die Statuten mal überprüfen.“ (Peter Neururer)