<br />
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	<description>Ein RB-Leipzig-Protokoll</description>
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		<title>Wahlwerbung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Jan 2020 07:30:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ohne Zusätze]]></category>
		<category><![CDATA[Burkhard Jung]]></category>
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					<description><![CDATA[Was bei aller Euphorie um die Tabellenführung der Betriebssportgemeinschaft Fuschl am See auch interessant ist: In Leipzig steht die Wahl eines Oberbürgermeisters an. Zwar läge es in der Logik des Vereins, wenn auch hier einfach jemanden transferiert würde, etwa Harald „Harry“ Preuner, der zur Zeit in Salzburg Bürgermeister ist. Aber nun, die Sächsische Gemeindeordnung sieht &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2020/01/24/wahlwerbung/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Wahlwerbung</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Was bei aller Euphorie um die Tabellenführung der Betriebssportgemeinschaft Fuschl am See auch interessant ist: In Leipzig steht die Wahl eines Oberbürgermeisters an. Zwar läge es in der Logik des Vereins, wenn auch hier einfach jemanden transferiert würde, etwa Harald „Harry“ Preuner, der zur Zeit in Salzburg Bürgermeister ist. Aber nun, die Sächsische Gemeindeordnung sieht es vor, dass die Stimmberechtigten über dieses Amt entscheiden, derzeit rund 470.000. Und so stehen am 2. Februar acht Kandidatinnen auf der Liste, über die dann spätestens am 1. März in einer Stichwahl entschieden wird.</p>



<p>Wir haben fünf Kandidat*innen für <a href="https://kreuzer-leipzig.de/2020/01/24/wahlwerbung/">unsere monatliche Kolumne bei KREUZER</a> auf ihre Sicht zu RB befragt. Unsere Fragen waren natürlich tendenziös, das aber mit Nachdruck. Kurzfassung: Sie reichten von einem „Wie halten Sie es mit RB?“ bis hin zur Frage nach der Vorfreude auf die Meisterfeier im Mai. </p>



<p>Realistischerweise schätzen einige der Angefragten ihre OBM-Chancen als niedrig ein und verzichten schon vorab auf die Teilnahme an unserer Befragung. Dies gilt etwa für Sebastian Gemkow, auch Franziska Riekewald von der Linken hielt sich bedeckt. Marcus Viefeld von der FDP hatten wir gar nicht erst angeschrieben. Seine plakatierte Losung „Unternehmer ins Rathaus!“ war ja schon eine Vorab-Antwort auf die Frage nach dem Verhältnis zu RB.</p>



<p>So haben wir das Vergnügen, hier umso vollständiger die Reaktionen von Katharina Krefft (Bündnis 90/Grüne), Burkhard Jung (SPD) und Ute-Elisabeth Gabelsmann (Piraten, Humanisten, ÖDP &amp; Demokratie in Bewegung) zu dokumentieren. Das Ergebnis vorab: <a href="https://kreuzer-leipzig.de/2020/01/24/wahlwerbung/">Die Unterschiede sind nicht riesig, aber fein, wie wir andernorts ausführlicher interpretiert haben.</a></p>



<span id="more-1302"></span>



<h2 class="wp-block-heading">Burkhard Jung (SPD)</h2>



<p><em>Worum handelt es sich
ihrer Meinung nach bei RB Leipzig?</em></p>



<p>„Um den Grund, warum Leipzig endlich auch wieder im Fußball
Champions League spielt. Und das finde ich großartig.“</p>



<p><em>Wie wird die Kommune
unter ihrer Leitung RB Leipzig künftig unterstützen?</em></p>



<p>„Ihr habt ja schon 2014 festgestellt, ich sei &#8220;im
Liebestaumel mit dem heilsbringenden Gebieter&#8221;. Aber im Ernst: Leipzig
profitiert sehr von RB. Wir arbeiten gut zusammen und entlassen RB auch nicht
aus seinen Pflichten gegenüber der Stadt. Als nächstes werden wir die
Gestaltung des Stadionumfelds inklusive Sportmuseum, Mobilität etc. angehen.
Das ist eines der Schwerpunktprojekte aus meinem Arbeitsprogramm 2023.“</p>



<p><em>Wie hoch schätzen Sie
die Vorbildwirkung von RB ein, etwa was Mitbestimmung und politisches Engagement
angeht?</em></p>



<p>„Die Stärken von RB liegen auf anderen Feldern.“</p>



<p><em>Wie sehr freuen Sie
sich auf die RB-Meisterfeier im Mai?</em></p>



<p>„Sehr! Aber die Bierdusche gilt nur dem Trainer, richtig?“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Katharina Krefft (Bündnis 90/Die Grünen)</h2>



<p><em>Worum handelt es sich
ihrer Meinung nach bei RB Leipzig?</em></p>



<p>„Vielen Dank für Ihre Fragen an eine echte Fußballexpertin.
Aber immerhin kicke ich gerne mit den Kindern, und darum spiel(t)en auch alle
meine Mädels GTA-Fußball. Die Älteste hatte sogar durchgesetzt, dass es an
ihrer Grundschule GTA-Mädchenfußball schon ab der 1. Klasse gab. Und die haben
dann sogar Preise geholt. Ich hatte mich auch sehr gefreut, dass der TuS
Leutzsch uns beim Frauenfestival unterstützt hatte an der Fußballwand – die
wiederum von RB kam. Mein Mann sagt immer: Wir sind ‚Chemiker‘ also Anhänger
von Chemie Leipzig.</p>



<p>Zunächst einmal begrüße ich, dass RB Leipzig ein Fußballclub
ist, der Menschen jeden Alters zu seinen Fans zählt und sichtbar viele Familien
– auch aus dem Umland &#8211; ins Stadion lockt. Das ist ein großer Unterschied zu
den Zeiten als noch Lok Leipzig im Zentralstadion spielte und an Heimspieltagen
in der Innenstadt sog. „Fans“ Angst und Schrecken verbreiteten.</p>



<p>Auf der anderen Seite ist da ein Club, der wie die meisten
großen Clubs in Europa ein sichtbares Zeichen der Kommerzialisierung des
Volkssports Fußball darstellt. Ich will da tatsächlich keine Wertung vornehmen,
weil ich einerseits an Fußball eher wenig Interesse habe und andererseits viele
Menschen das weniger kritisch sehen. Letztlich ist RB-Leipzig ein gut
geschmiertes Unternehmen, aber darin unterscheiden sie sich heute nicht mehr
von anderen Spitzenclubs der Bundesliga.“</p>



<p><em>Wie wird die Kommune
unter ihrer Leitung RB Leipzig künftig unterstützen?</em></p>



<p>„Ich sehe nicht, dass RB Leipzig eine Unterstützung nötig
hat. Sicherlich ist RB ein unbestrittener Wirtschaftsfaktor für unsere Stadt
und auch für die Bekanntheit und das Stadtmarketing eines der Aushängeschilder.
Wir können als Stadt froh sein, dass wir für unser innerstädtisches Stadion
einen regelmäßigen Nutzer haben.</p>



<p>Das aber bedingt natürlich eine Zusammenarbeit auf
bestimmten Gebieten, sofern sich die Interessen von RB oder die der Stadt
überschneiden. Ich bin demnach sehr gespannt, wie sich das Interesse von RB
Leipzig, seine Geschäftsstelle, einen Fanshop sowie hunderte von Stellplätzen
im Bereich des ehemaligen Schwimmstadions mit dem städtischen Interesse der
Realisierung der Feuerbachschleife und des Sportmuseums übereinander bringen
lässt. OBM Jungs Interesse erscheint mir da sehr diffus, indem er am Stadtrat
vorbei seit Monaten Geheimverhandlungen führt und die Anbindung des ÖPNV an das
Stadion seinen persönlichen Interessen an einem bislang undefinierten „Haus des
Sports“ unterzuordnen scheint.</p>



<p>Und grundsätzlich halte ich es mit einer abgewandelten
amerikanischen Redensart, die übrigens auch für andere Unternehmen gilt: ‚Bevor
Du fragst, was die Stadt für Dich tun kann, frage Dich, was Du für die Stadt
machen kannst?‘ Ich glaube nicht, dass sich RB über die Stadt Leipzig beklagen
kann.“</p>



<p><em>Wie hoch schätzen Sie
die Vorbildwirkung von RB ein, etwa was Mitbestimmung und politisches
Engagement angeht?</em></p>



<p>„Wir Grüne setzen uns generell für umfassende Transparenz, Beteiligung und Mitbestimmung ein. Ich erlebe RB Leipzig eher als unpolitischen Verein, vielleicht auch als Reaktion auf die rechten Auswüchse vor einigen Jahren rund um Lok Leipzig.</p>



<p>Dass Transparenz, Mitbestimmung und Beteiligungskultur bei
RB Leipzig naturgemäß anders gelebt wird als z.B. bei Chemie Leipzig hat auch
kommerzielle bzw. privatwirtschaftliche Hintergründe. RB würde hinsichtlich der
Akzeptanz und der demokratischen Mitbestimmung sicherlich gut daran tun, ihre
restriktive Haltung zu lockern und Fans mehr Mitsprache einzuräumen. Zumindest
im kommunalen Einflussbereich werde ich mit meinen grünen Überzeugungen zeigen,
dass es auch anders geht und Transparenz, Beteiligung und Mitbestimmung
gewinnbringend ist. Und ich erwarte bei einem Verein, in dessen Reihen viele
Ausländer spielen, eine klare Kante gegen Rassismus und Hass.“</p>



<p><em>Wie sehr freuen Sie
sich auf die RB-Meisterfeier im Mai?</em></p>



<p>„Abgerechnet wird zum Schluss! Ich bin da leidenschaftslos
und außerdem gilt: ‚May the best team win!‘ Wir Grüne haben ja immerhin dafür
gesorgt, dass die Fassade des Alten Rathauses saniert wurde und damit der
Balkon gleich mit. Insofern sehe ich einer Meisterfeier entspannt entgegen.
Sollte es mit der Meisterschaft klappen, ist dies natürlich für die Beteiligten
und Fans ein Grund zu feiern.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ute-Elisabeth Gabelsmann (Piraten, Humanisten, ÖDP &amp; Demokratie
in Bewegung)</h2>



<p><em>Worum handelt es sich
ihrer Meinung nach bei RB Leipzig?</em></p>



<p>„Soweit ich informiert bin, um eine Ausgründung des SSV
Markranstädt. Aber ich gebe zu, daß ich da kein sonderlicher Experte bin.
Ausschließen hingegen kann ich, dass es sich um einen Stadtmäzen handelt.“</p>



<p><em>Wie wird die Kommune
unter ihrer Leitung RB Leipzig künftig unterstützen?</em></p>



<p>„Das klären wir in derselben Sitzung, gleich mit der Frage,
wie RB die von mir gelittene Kommune künftig unterstützt.“</p>



<p><em>Wie hoch schätzen Sie die
Vorbildwirkung von RB ein, etwa was Mitbestimmung und politisches Engagement
angeht?</em></p>



<p>„Ich zitiere die Wikipedia: ‚Im Gegensatz zu allen anderen
deutschen Fußballvereinen räumt RB Leipzig seinen Anhängern keine offizielle Möglichkeit
ein, stimmberechtigtes Mitglied zu werden. Nach Angaben des damaligen
Geschäftsführers Ulrich Wolter strebe RB Leipzig nicht die hohen
Mitgliederzahlen anderer Klubs an. Laut Wolter seien Vereine, in denen Fans aus
der Ultra-Szene Strukturen geschaffen haben, nicht im Sinne des deutschen
Fußballs, und man wolle sich solchen Zuständen absolut entziehen.‘</p>



<p>Ich habe mir mal notiert, daß die Führungsebene von RB zu
meinen ersten Bürgerkonferenzen geladen wird. Als OBM hat man schließlich Vorbildwirkung.“</p>



<p><em>Wie sehr freuen Sie
sich auf die RB-Meisterfeier im Mai?</em></p>



<p>„Bin ich da geladen? Was zieht man da an? Sind Gastgeschenke
okay? Ich muss mal eben eine ganz liebe Freundin konsultieren, die weiß ganz
sicher Rat!“</p>
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		<title>Erwartungshaltung</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2019/08/18/erwartungshaltung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Aug 2019 13:41:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Instagram]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sky]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachnachricht]]></category>
		<category><![CDATA[Sylvia Walker]]></category>
		<category><![CDATA[Trikot]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
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					<description><![CDATA[Zugegeben, hin und wieder stellen wir uns selbst die Frage, warum wir Rasenballsport Leipzig kritisch begleiten. Viel öfter freilich fragen uns andere, was wir denn gegen RB hätten, &#8220;die anderen&#8221; würden ja auch viel Geld in den Profifußball stecken. Die Standardsituationen solcher Gespräche haben wir ja schon in Ruhe aufgeschrieben (1, 2, 3). Außerdem erfordert &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2019/08/18/erwartungshaltung/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Erwartungshaltung</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Zugegeben, hin und wieder stellen wir uns selbst die Frage, warum wir Rasenballsport Leipzig kritisch begleiten. Viel öfter freilich fragen uns andere, was wir denn gegen RB hätten, &#8220;die anderen&#8221; würden ja auch viel Geld in den Profifußball stecken. Die Standardsituationen solcher Gespräche haben wir ja schon in Ruhe aufgeschrieben (<a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/09/04/standardsituationen-der-rb-affirmation-1/">1</a>, <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/09/16/standardsituationen-der-rb-affirmation-2/">2</a>, <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/10/28/standardsituationen-der-rb-affirmation-3/">3</a>). Außerdem erfordert es ja tatsächlich eine gewisse Anstrengung, etwas genauer zu verfolgen, das einem eigentlich widerstrebt.</p>



<p>Und dann geschieht etwas, das in seiner Absurdität verdeutlicht, was durch das Auftreten von RB Leipzig vor Ort, in der Bundesliga und seiner Normalisierung in der Berichterstattung schon alles verrutscht ist. Und damit auch, warum es eben nötig ist, genau hinzuschauen und zu reflektieren, was da eigentlich passiert. Aber von vorn.</p>



<span id="more-1284"></span>



<h2 class="wp-block-heading">Sky-Reporterin berichtet im RB-Trikot</h2>



<p>Die Geschehnisse um die Sky-Reporterin Sylvia Walker im Juli sind an sich schon so irrwitzig wie die Handlungsstränge einer Reality-Seifenoper auf RTL II, weswegen sie zunächst wertfrei wiedergegeben werden sollen.</p>



<p>Für ihren Arbeitgeber Sky moderierte Walker einen Bericht über das RB-Trainingszentrum am Cottaweg und trug dabei ein Trikot mit eigens für sie angefertigter Beflockung. Davon teilte sie ein (mittlerweile gelöschtes) Bild mit ihren 55.000 Instagram-Follower_innen.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="600" height="1024" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram-600x1024.png" alt="" class="wp-image-1285" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram-600x1024.png 600w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram-176x300.png 176w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram.png 648w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>



<p>In den Kommentaren fragte Nutzer auefans_rheinmain, ob das mit neutraler Berichterstattung vereinbar sei. Walker antwortete darunter:</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" loading="lazy" width="540" height="526" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram2.png" alt="" class="wp-image-1286" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram2.png 540w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram2-300x292.png 300w" sizes="(max-width: 540px) 100vw, 540px" /></figure>



<p>Doch mit ihrem Verweis auf journalistische Standards (dazu unten mehr) war es nicht getan. Sie schrieb einem weiteren Nutzer, der den Kommentar von auefans_rheinmain geliked hatte, eine persönliche Nachricht, und fragte ihn nach dessen Gründen für die Zustimmung zum Kommentar.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" loading="lazy" width="322" height="130" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram3.png" alt="" class="wp-image-1287" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram3.png 322w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram3-300x121.png 300w" sizes="(max-width: 322px) 100vw, 322px" /></figure>



<p>Der betreffende Nutzer Cem a.k.a. bbrokeforever nahm sich die Zeit und schrieb ihr durchaus ausführlich zurück:</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" loading="lazy" width="304" height="496" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram4.png" alt="" class="wp-image-1288" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram4.png 304w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram4-184x300.png 184w" sizes="(max-width: 304px) 100vw, 304px" /></figure>



<p>Woraufhin Walker dem Nutzer eine Sprachnachricht schickte, in der sie ihm antwortete:</p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Also wenn man so negativ schreibt, muss ich dir jetzt auch eine Nachricht hinterlassen, denn ich find es unglaublich. Denn zum einen, weiß ich nicht, hast Du glaube ich nie kapiert, was Fußball eigentlich bedeutet: Leidenschaft, Spaß, Spiel, Sport, Disziplin, und da geht es wirklich um was. Und du beleidigst einen Verein – und für mich ist es ein Verein &#8211; denn die haben bewiesen, dass sie mit ordentlich Geld auch was anfangen können. Sie haben einen tollen Plan, sie haben tolle Leute am Start, die das auch alles managen, zum Beispiel, wo ich auch war, in diesem Trainingstrakt. Da weißt Du, was dahinter steckt, und nicht nur einfach Dosen- und Retortenverein. Du solltest Dich eigentlich schämen, so negativ darüber zu sprechen. Und ich wünsch Dir auch noch nen schönen Abend, weil für mich hat das mit Instagram-Likes überhaupt nichts zu tun, Du gehst mir eigentlich am Arsch vorbei, weil interessieren tust Du mich nicht, wenn Du so die Leute beleidigst und gleich verurteilst. Ich wünsch Dir nen schönen Tag und ich hoffe, dass Du nicht so frustriert bist, wie es hier in dieser Nachricht rüberkommt.</p><cite>Sprachnachricht von Sylvia Walker</cite></blockquote>



<p>Öffentlich wurde der zweite Teil der Konversation, als der angeschriebene Instagram-Nutzer diese auf Twitter veröffentlichte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verschobene Wahrnehmung</h2>



<p>An diesem Austausch, der – mit Ausnahme der abgewogenen Antwort von Cem – so auch aus der WhatsApp-Gruppe einer siebten Klasse kommen könnte, ließe sich jetzt vieles aufspießen. Festgehalten werden sollte jedenfalls der offensichtlichste Widerspruch, dass Frau Walker den &#8220;Likes&#8221; auf einem kritischen Kommentar in ihrem Instagram-Profil hinterher recherchiert, um anschließend zu behaupten, das gehe ihr am Arsch vorbei.</p>



<p>Im größeren Bild gesehen, zeigt sich daran die hier auch schon vor fünf Jahren angesprochene <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/07/30/ergebenheit-als-systembestandteil/">Verzerrung in der Sportberichterstattung</a>: Walker beruft sich auf journalistische Standards, während sie ein Unterhaltungsprodukt für den Rechteinhaber präsentiert. Ihre Instagram-Recherche stellt die journalistische Hartnäckigkeit von Sky Sport News HD bei weitem in den Schatten.</p>



<p>Darüber hinaus kann man sich natürlich fragen, aus welcher Geisteshaltung heraus das angeblich so überlegene Konstrukt RB Leipzig (Die haben einen Plan!) immer so immens – und auffallend inhaltsschwach – verteidigt werden muss. Auch in diesem Aspekt ist Walkers Sprachnachricht, gerade weil sie beiläufig hingeätzt ist, symptomatisch für die Beleidigteleberwurstigkeit der Vereinsspitzen und vieler Anhänger_innen.</p>



<p>Schließlich ist RBL sicher nicht der erste Verein, bei dem Berichterstatter in Fankleidung gehüllt werden. Aber wohl der erste, bei dem das nicht das Absurdeste an der Geschichte ist.</p>
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			</item>
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		<title>Rangnicks Return und Mateschitz&#8217; Monument. Die Saisonvorschau 18/19</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Aug 2018 06:56:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gemästet]]></category>
		<category><![CDATA[Babel]]></category>
		<category><![CDATA[Fiasko]]></category>
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					<description><![CDATA[19. August 2018, DFB-Pokal Der Rasenballsport hat es in der ersten Runde des DFB-Pokals mit dem ambitionierten Regionalligisten Viktoria Köln zu tun. Franz-Josef Wernze vom sächsischen Landesamt für Denkmalpflege und sogenannter Mäzen der Kölner hatte dem Leipziger Mannschaftsbus zuvor gastfreundlich “auf dem Weg zur Viktoria Rosenblätter gestreut.” Die Domstädter gewinnen dann überraschend 1:0 durch eine &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2018/08/17/rangnicks-return-und-mateschitz-monument-die-saisonvorschau-18-19/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Rangnicks Return und Mateschitz&#8217; Monument. Die Saisonvorschau 18/19</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>19. August 2018, DFB-Pokal<br />
</b>Der Rasenballsport hat es in der ersten Runde des DFB-Pokals mit dem ambitionierten Regionalligisten Viktoria Köln zu tun. Franz-Josef Wernze vom sächsischen Landesamt für Denkmalpflege und sogenannter Mäzen der Kölner hatte dem Leipziger Mannschaftsbus zuvor gastfreundlich <a href="http://www.sportbuzzer.de/artikel/lok-hauptsponsor-wernze-leipzig-musste-dietrich-mateschitz-ein-denkmal-bauen/">“auf dem Weg zur Viktoria Rosenblätter gestreut.”</a> Die Domstädter gewinnen dann überraschend 1:0 durch eine denkbar unglückliche Szene des überraschend reaktivierten Fabio Coltori (Rangnick: “In den unteren Ligen kennt er sich einfach besser aus”).<span id="more-1262"></span></p>
<p>Kurz vor Ablauf der Nachspielzeit der Verlängerung drückt der stämmige Modellathlet die Pille im Stile eines Klassestürmers aus Nahdistanz über die Linie. “Wie damals gegen Darmstadt”, schwelgt die schweizer Klublegende nachher in seligen Erinnerungen. Heuer gelang ihm das Kunststück nur eben leider auf der falschen Seite. “Wenigstens treffsicherer als Timo Werner”, bemerkt Chefreporter Guido Schäfer unbarmherzig, “der hätte heute vom Strand aus das Meer nicht getroffen.” Nach Abpfiff korrigiert Wernze seinen jüngsten Vorschlag für das neueste Leipziger Wahrzeichen: “Ich sage immer, was ich denke. Die Stadt Leipzig sollte nicht nur Dietrich Mateschitz, sondern auch Coltori ein Denkmal setzen. Sie haben den großen Fußball jetzt auch nach Köln gebracht!” Der erboste Geißbock Hennes VIII. hinterlässt daraufhin einen ganzen Haufen frischer Ziegenmurmeln im Mittelkreis des altehrwürdigen Sportparks Höhenbergs.</p>
<p><b>26. August 2018, Bundesliga, 1. Spieltag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Rasenball verliert am ersten Spieltag in Dortmund. Lucien Favre nimmt das leichtfüßige 3:0 seines Teams gegen inspirationslose Gäste ungerührt hin. Rangnick dagegen droht erstmals mit Konsequenzen. Vor dem Spiegel, in der Herrenumkleide. Und gemeinsam mit dem französischen Dolmetscher.</span></p>
<p><b>20. September 2018, UEFA Europa League, 1. Spieltag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Die lediglich fünf angereisten Allesfahrer aus der nach großem Fußball lechzenden Messestadt erleben im kasachischen Almaty ein müdes 1:1. Immerhin rettet Fabio Coltorti seinen Roten Bullen kurz vor Ultimo einen wichtigen Punkt. Der von Sky engagierte Field-Chefreporter Guido Schäfer meint entschuldigend: “Anders als Leipzig finden Almaty halt nur die Wenigsten auf der europäischen Fußballlandkarte!” LVZ-Korrespondentin Anne Grimm verbessert den Geografiemuffel beflissen: “Wenn man es ganz genau nimmt, dann sind wir ja eigentlich bereits in Asien.” Schäfer hört da schon bloß mit einem halben Ohr hin, er stiert seiner TV-Kollegin Esther Sedlaczek nach. Immerhin ein Teilnehmer der Leipziger Delegation zeigt sich allerdings begeistert vom Abenteuer bis beinah an die chinesische Grenze. “Der Fernsehturm von Almaty, haben Sie den gesehen, Herr Rangnick? Über 370 Meter hoch, ein Wahnsinn, das wäre doch zumindest etwas, das halb der Größe von Dietrich Mateschitz entspricht”, japst Franz-Josef Wernze touristenselig.</span></p>
<p><figure id="attachment_1268" aria-describedby="caption-attachment-1268" style="width: 450px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/5837387830_9d40a96549_o.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-1268" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/5837387830_9d40a96549_o-300x194.jpg" alt="" width="450" height="291" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/5837387830_9d40a96549_o-300x194.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/5837387830_9d40a96549_o-768x497.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/5837387830_9d40a96549_o.jpg 800w" sizes="(max-width: 450px) 100vw, 450px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1268" class="wp-caption-text"><a href="https://www.flickr.com/photos/loriszec/5837387830/in/photolist-9TQ92L-9TMkJR-fFwD4S-p29phG-KVrudB-hhWQ1d-KVsaTZ-hhXCs8-hhWFnm-4LvCHA-J8jHL8-oLEmxX-2TaQNV-dxy7DQ-qu7wTb-4Lrp84-cGyNp3-2TdXfs-dxyHrC-V7sgkb-2T9EvR-26pDhyv-ff8rUn-8DiGCT-2i6zHP-f8FidQ-p4SmJf-oLG5nM-v7aKCz-fFvHKo-fFvECw-fFvLbC-v6ZmsY-v781GZ-oMmHjg-oMpeJt-p2RBhG-p4BTJF-oMoxSC-p4Tksi-p4RwFm-p4BWx6-p4TeHH-p2PYSE-oMnUWv-hhXvuv-oLGfMV-p2Sc7f-oLF2pz-p29edU">Loris Silvio Zecchinato on flickr.com</a></figcaption></figure></p>
<p><b>3. Oktober 2018, Tag der Deutschen Einheit<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Feiertag. Zeit zum Durchatmen! Erste Pläne für das immer lauter geforderte Denkmal zu Ehren des Gebieters inmitten der Heldenstadt dringen an die Öffentlichkeit. Die zukünftige stadtarchitektonische Schwester des Völkerschlachtdenkmals soll über den Fußball hinaus als Erinnerung dafür dienen, sich von jeder Historie zu lösen und den Blick stets in die Zukunft und auf die Märkte zu richten. Errichtet auf dem dann gänzlich verschwundenen Gelände der Kleinmesse soll ein mächtiges Stahlkonstrukt aus zwei rot lackierten Bullen, die auf eine goldüberzogene Sonne zuspringen, entstehen. Für den Entwurf zeichnet sich ein anonymes Künstlerkollektiv aus Österreich verantwortlich. Stilistische Nähe zum Markenlogo eines bekannten Getränkeherstellers weist man im städtischen Entscheidungskuratorium “als diffus herbei konstruiert” beiseite, wie Sportbürgermeister Heiko Rosenthal betont. Mit der gebotenen journalistischen Distanz kommt Martin Machowecz in einem ZEIT-Kommentar zu dem Schluss: “</span><span style="font-weight: 400;">Im Osten geht wieder die Sonne auf.</span><span style="font-weight: 400;">”</span></p>
<p><b>8. Oktober 2018<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Es gibt Ärger um das Denkmalvorhaben. Burkhard Jung, designierter Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, hat RB-Geschäftsführer und Vorstandschef Oliver Mintzlaff einbestellt, um mit ihm über seine Dauerkarte (“Wieso habe ich hier eine Rechnung bekommen?”), aber vor allem über das Monument zu sprechen. Konfliktpunkt: Der Bau kollidiert mit Jungs eigenen Denkmal-Planungen am vorgesehen Ort: “Wie? Nein, nicht für Ihren Chef. Für mich selbst!”. Mintzlaff verspricht, einen Kompromiss zu suchen. Das Angebot, einen der Kunstrasenplätze auf dem Gelände der Bluechip-Fabrik nach ihm benennen zu lassen, ist dem Noch-OBM aber zu wenig. “Denken Sie mal über einen Jung-Brunnen nach, irgendwo zentral gelegen”, gibt er dem nervös gewordenen Topmanager mit auf den Heimweg.</span></p>
<p><b>6. November 2018, Bundesliga, 10. Spieltag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Rasenball zu Gast im Berliner Olympiastadion. Was bisher immer eine ausgelassene Sommersause zum Saisonabschluss gewesen war, geht diesmal im tristen Berliner Novemberplatzregen bei 8°C unter. Endergebnis 0:0. Erste Pfiffe gellen aus der Leipziger Kurve. Der sich selbst als “sattelfest im Sattel sitzend” bezeichnende Chefcoach Rangnick möchte, in der Mixedzone auf den gegenwärtig dürftigen 10. Tabellenplatz angesprochen, aber dennoch nichts von einem Euphorieeinbruch wissen – weder im Verein noch bei den Fans. Währenddessen stapft im Hintergrund Sportdirektor Ralf Rangnick wortlos grummelnd vorbei in Richtung Mannschaftsbus. Einziges Leipziger Erfolgserlebnis an jenem dunklen Montagabend: Oliver Mintzlaff kanalisiert seinen Frust umgehend auf der mythenumwobenen blauen Tartanbahn des Olympiastadions und bricht beim “Auslaufen” der Mannschaft sensationell Dieter Baumanns mehr als 20 Jahre alten Deutschen Rekord über 5.000 Meter. “Ups, da muss heute Morgen was in meiner Zahnpasta gewesen sein”, keckert der ewig astrale Ausnahmeläufer galgenhumorig. Rangnick kann sich trotzdem kein Lächeln mehr abringen.</span></p>
<p><figure id="attachment_1269" aria-describedby="caption-attachment-1269" style="width: 537px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/24399179122_52e75e6262_o.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-1269" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/24399179122_52e75e6262_o-300x156.jpg" alt="" width="537" height="279" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/24399179122_52e75e6262_o-300x156.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/24399179122_52e75e6262_o-768x399.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/24399179122_52e75e6262_o-1024x532.jpg 1024w" sizes="(max-width: 537px) 100vw, 537px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1269" class="wp-caption-text"><a href="https://www.flickr.com/photos/damiavos/24399179122/in/photolist-Db5aU7-V747RA-oThrPT-CofDLr-pGuqoZ-dW8Pww-5D8tVG-DkEcoR-79EqJa-du1tsy-4EADSz-Co9U7J-pAQPJ9-4rFhT-bEw2vT-5D49uc-pDSWfK-4N6wef-UdHt54-5D8tVS-a4Bijy-5tHaY3-Dikdam-efAJXk-cA5yg3-699vib-RoMk5U-6jMUQ7-unzQRV-vh7Gzo-v2R2yy-r7y1h3-a4ysJp-N1KMKV-H3LNhP-SBDbVQ-2Mnz7N-7EKe5U-CQfsQe-22L2ZKg-7EzCzt-8JuoLP-6K9GgX-fouGQH-nQJLpK-8HygYu-6KenpL-dPPFrY-fouHwx-RoMpiJ">damian entwistle on flickr.com</a> // CC BY-NC 2.0</figcaption></figure></p>
<p><b>6. Dezember 2018, Nikolaustag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Als besondere Nikolausaktion und “großes Dankschön aus der Mitte der Stadt” wird in der Leserbriefspalte der LVZ angeregt, kleine Wichtelpakete nach Fuschl am See zu schicken. Eine solche gemeinschaftliche Aktion würde wieder den Zusammenhalt in der Stadt stärken, der unter den Eindrücken der Straßendemos der letzten Jahre doch arg gelitten hätte. Am Cottaweg treffen daraufhin größere Mengen Geschenkpapier ein.</span></p>
<p><b>13. Dezember 2018, UEFA Europa League, Spieltag 6<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Girondins Bordeaux zu Gast in Leipzig. In der Lokalpresse werden wieder die Geschichten aus dem April ‘87 aufgewärmt. René Müller darf auch noch mal erzählen, wie er Lok damals ins Finale geschossen hat. Bei einem weihnachtsbäckereibeseelten Interview mit dem MDR auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt spannt er den riskanten Bogen zur Jetztzeit: “Damals wie heute gilt, dass man ohne Kräftekonzentration und die finanzielle Unterstützung von außen nicht vorankommt.”</span></p>
<p><b>22. Dezember 2018, Bundesliga, 17. Spieltag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">RB spielt eine herrlich mediokre Hinrunde und verliert sowohl gegen Nürnberg als auch in Düsseldorf. Nach dem erkämpften Remis in Augsburg fordert Mintzlaff trotzig: “Endlich mal freuen!” Sportchef Rangnick erklärt bestimmt: “Der Trainer steht nicht zur Disposition!”</span></p>
<p><b>24. Dezember 2018<br />
</b><span style="font-weight: 400;">An Heiligabend darf Ralf Rangnick nicht wie sonst üblich beim Gebieter unter dem rot-blauen Weihnachtsbaum sitzen. Das ist der letzte Tropfen in der der schon bedenklich zerbeulten Zanke-Dose. Bockig verlässt Rangnick die Taurin-Lounge in Fuschl am See und ruft beim DFB an. Sportdirektor Oliver Bierhoff will sich zwar nicht sofort mit der Idee eines Namenssponsors für das Nationalteam oder einer einjährigen Gastspielgenehmigung in der ‘Chinese Super League’ (Rangnick: “Der kommende Markt!”) anfreunden, stellt Rangnick aber als externen Berater ein. Als RBs Interimstrainer übernimmt Mateschitz indes selbst. “Da bin auch näher am Denkmal”, argumentiert der erdverbundene Tribun.</span></p>
<p><figure id="attachment_1274" aria-describedby="caption-attachment-1274" style="width: 494px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/38994971712_f3a174d51a_k.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class=" wp-image-1274" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/38994971712_f3a174d51a_k-300x200.jpg" alt="" width="494" height="329" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/38994971712_f3a174d51a_k-300x200.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/38994971712_f3a174d51a_k-768x512.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/38994971712_f3a174d51a_k-1024x683.jpg 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/38994971712_f3a174d51a_k.jpg 2048w" sizes="(max-width: 494px) 100vw, 494px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1274" class="wp-caption-text"><a href="https://www.flickr.com/photos/tambako/38994971712/in/photolist-22pRqwu-D1ez1V-KSdb1v-22hPRMz-KA2dBw-JEUdvm-27HTEUK-9dA3e7-6iB7Lp-21qJPtk-26C3Nxj-CVSDmV-27MiYYV-26JGeNY-28KJ5jb-Ez1CHA-21iw9AM-26C3NVo-27HUYgX-ZWwAHT-21iw7AV-27HtoiX-HAijXn-CZvnV2-KU3QsP-YU2m13-29hfv1e-25P7j2U-MxLd9J-gAQR6Q-KU3TXe-26Y3dx3-22AFd4s-5cP9kt-XxDysE-YWaj1w-HLBvgk-exTKMu-DNPwRS-EvkmwU-8PxaFM-27UjKCg-iZ67c6-M9wiBJ-22u8aa3-Ld92WH-BTv3dG-EkNU73-HmbmRv-25SZfk4">Tambako the Jaguar on flickr.com</a> // CC BY-NC 2.0</figcaption></figure></p>
<p><b>18. Januar 2019, Rückrundenauftakt der Bundesliga<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Zum Start der Rückrunde präsentiert Dietrich Mateschitz eine gänzlich neue Elf auf dem Platz. “Die Hälfte des Hinrundenteams ist noch auf der Baustelle fürs Denkmal, die anderen haben wir verschenkt.” Begründung: “<a href="https://www.sueddeutsche.de/sport/rangnick-interview-sz-1.4093835">Weil wir es können. Außerdem müssen wir die Financial-Fairplay-Regeln der UEFA beachten.</a>” Die Änderung ‘einhalten’ statt ‘beachten’ krizzelte ihm RB-Kommunikationschef Florian Scholz zuvor noch heimlich auf den Stichwortzettel. Immerhin schürt der Last-Minute-Sieg über Borussia Dortmund lang vermisste Euphorie in der Heldenstadt (Torschütze war Stammkeeper Coltorti mit einem kräftigen Abschlag).</span></p>
<p><b>2. März 2019, Bundesliga, 24. Spieltag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Das Spiel in Nürnberg, kurz vor Rosenmontag, geht verloren. Auch die Hinweise von Mateschitz an sich selbst, man kämpfe noch immer mit den Auswirkungen der europäischen Überregulation des Fußballmarktes, helfen nichts mehr. Der Gebieter hat von sich die Nase voll und delegiert Marco Rose aus Salzburg. (Kleiner Verein in Österreich, für den RBL so etwas wie früher die Patenbrigade war: Tauchen immer mal unvermittelt auf, machen einen auf dicken Maxen, und danach ist die Stimmung schlechter.)</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><b>13. April 2019, Bundesliga, 29. Spieltag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Ein weiterer Klassiker: Es geht zuhause gegen Wolfsburg. Im VIP-Bereich kommt es schon zu Handgreiflichkeiten zwischen den Vertretern diverser Automobilkonzerne, die sich auch untereinander nicht mehr auseinanderhalten können und über die Frage in Streit geraten, wer hier eigentlich wen sponsert. Auf dem Rasen dagegen Tristesse pur. Rose war mit der eigenen Rolle als Interimstrainer so unzufrieden, dass die Spieler schon einen Safe Space verlangten, um in Ruhe Playstation spielen zu können. (“Hat Timo bei der WM so gelernt.”). Wolfsburg gewinnt glücklich durch einen Treffer in der Nachspielzeit. Coltorti war machtlos.</span></p>
<p><b>18. Mai 2019, Bundesliga, 34. Spieltag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Vor dem letzten Spiel bei Sensationsmeister Werder Bremen greift der Gebieter durch und holt Rangnick zurück aus der DFB-Zentrale, wo dieser gerade neue Organigramme ausdrucken ließ und das Pokalfinale in Reykjavik (“Neue Märkte!”) vorbereitete. Begründung des Gebieters für den neuerlichen Wechsel: “<a href="https://www.sueddeutsche.de/sport/rangnick-interview-sz-1.4093835">Die Spieler schreien nach Führung.</a>” Das Zitat hatte er von Rangnick, der es wiederum von Putin geklaut hatte. Aber klar, Russland ist am Ende auch bloß ein einziges Projekt, nur mit geringerer Lebenserwartung der Teilnehmer und mehr Alkohol. Da muss man durchgreifen, jeden erst fragen geht nicht. Außer den Gebieter natürlich.</span></p>
<p><figure id="attachment_1267" aria-describedby="caption-attachment-1267" style="width: 301px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/25882371072_b4621964f7_o.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-1267 " src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/25882371072_b4621964f7_o-225x300.jpg" alt="" width="301" height="401" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/25882371072_b4621964f7_o-225x300.jpg 225w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/25882371072_b4621964f7_o.jpg 675w" sizes="(max-width: 301px) 100vw, 301px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1267" class="wp-caption-text"><a href="https://www.flickr.com/photos/duncan/25882371072/in/photolist-Fr8Vc7-pKWhva-eVRDga-3oM96z-nafZJH-9ssPuX-6MRpr6-ctoTuy-p3RjGR-MSCwaf-nttLN9-osmU5Z-ZMhmQe-cvNA3A-eW6NyY-mQwJ5D-eW6Qby-4pwY1N-5wdqmv-o7ZUrS-3dSKq7-aDxDsh-UpbvJF-2nRFs-keSiSg-5ncnVY-24ew1jg-keStdR-cvNyvW-28SXu1R-jRHn3f-cTX54W-56DMRo-9CkGNU-7fw1Mo-YbuE2i-56DLVS-XcEghs-nuiaTX-FzKz3a-7i1QPt-YCFUvf-VVYdcm-bXhnbq-VVYcwy-XFGZbH-XFGYEc-Yjwi7A-8yqRi4-X5Ho4q">duncan c on flickr.com</a> // CC BY-NC 2.0</figcaption></figure></p>
<p><b>29. Mai 2019, UEFA Europa League Finale in Baku (Aserbaidschan)<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Vier (!) Anhänger im Leipziger Block und damit der Hattrick, was das Desinteresse der Fanszene an außergewöhnlichen Fernreisen angeht. Trotzdem: Finale in der Euro League! Leider holt der ungeliebte “Cup der Verlierer” (Franz Beckenbauer) in der Heimat kaum jemanden vom Sofa hoch. Coach Rangnick sieht sich dagegen oben auf. Das führt ihn zu jenem weitreichenden Entschluss, den er mit sich selbst noch in der Woche vor dem Endspiel abgesprochen hat: Er wird als Trainer verlängern! Der verantwortliche Sportchef befürworte das und habe bereits den eigentlich angedachten Thronfolger Julian Nagelsmann darüber in Kenntnis gesetzt. Der Gebieter tobt. Aber nicht aufgrund der unsteten Personalpolitik im Verein, sondern infolge des schleppenden Fortschritts beim Sonnendenkmal. In der LVZ lässt er lancieren, er könne sein Geld jederzeit in ein Monument in einer anderen Stadt stecken: </span><span style="font-weight: 400;">„Gestatten Sie mir ein offenes Wort: Wir wollen niemanden zwangsbeglücken, das haben wir ehrlich gesagt auch nicht nötig“, empört sich Mateschitz. </span><span style="font-weight: 400;">Auf den Hinweis, dass die halbfertige Goldkugel aus öffentlichen Mitteln bezahlt worden sei, erwidert er barsch mithilfe einer HHL-Studie: “Diese Mittel stellen Steuereinnahmen dar, die erst Rasenball durch den angeschobenen Wirtschaftsaufschwung in die Stadt gespült hat.” BWL-Absolvent Schäfer hat das eh schon immer gewusst und freut sich auf seine Cohiba in Südtirol. Dorthin wird der Chefreporter die Rasenballer wieder einmal ins anstehende Sommertrainingslager begleiten. Endergebnis des Finales übrigens: 1:0 n.V. für Apollon Limassol. Fabio Coltorti hatte in der 119. Minute den Ausgleich auf dem Fuß, aber verzog um Zentimeter links.</span></p>
<p><b>Saisonende<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Der Saisonabschluss auf dem Marktplatz, den der MDR als “Fußballfest für das Waldstraßenviertel” bewirbt und ganztägig überträgt, gerät zu einem Fiasko. Die eigentlich gebuchte Helene Fischer (Eventmanager Oliver Mintzlaff: “Alles darunter ist nicht mehr vermittelbar”) sagt kurzfristig ab, als sie erfährt, dass es sich nicht um das DFB-Pokalfinale handelt. Auch an Publikum mangelt es nach der enttäuschenden Saison; der parallel laufende Ausverkauf bei KARSTADT zieht deutlich mehr Leute an. Der Gebieter hat außerdem das Denkmalprojekt endgültig abgesagt. Weder wollte ihm das Stadtplanungsamt einen eigenen Sachbearbeiter zusichern, noch die Thomaner zur Eröffnungsfeier in Red Bull-Flügeln auftreten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><figure id="attachment_1264" aria-describedby="caption-attachment-1264" style="width: 365px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_Vienna_-_Google_Art_Project_-_edited.jpg" rel="noopener"><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-1264" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_Vienna_-_Google_Art_Project_-_edited-300x220.jpg" alt="" width="365" height="268" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_Vienna_-_Google_Art_Project_-_edited-300x220.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_Vienna_-_Google_Art_Project_-_edited-768x562.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_Vienna_-_Google_Art_Project_-_edited-1024x749.jpg 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_Vienna_-_Google_Art_Project_-_edited.jpg 1599w" sizes="(max-width: 365px) 100vw, 365px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1264" class="wp-caption-text"><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_(Vienna)_-_Google_Art_Project_-_edited.jpg">Pieter Bruegel, The Tower of Babel</a></figcaption></figure></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Rangnick nutzt jedoch die Gunst der Stunde. Er schickt alle Arbeiter, die älter als 24 sind, von der Baustelle, setzt Coltorti als Polier ein und steckt ihm die neuen Pläne zu. Diese sehen nun einen spiralförmigen Bau vor, der sich immer weiter himmelwärts windet. Am oberen Rand bleibt der Plan dann aber merkwürdig unfertig. “Kommt da kein Dach drauf?”, fragt der Polier vorsichtig. “Das ist symbolisch, Junge! Es geht immer weiter, alles ein Prozess, alles in Entwicklung und so. The Sky is the limit! Dachbesitz als Selbstzweck kannst Du vergessen.” Coltorti nickt still und freut sich auf die neue Saison.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Läuft alles nach (Business)Plan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 May 2018 07:29:03 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Businessplan]]></category>
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					<description><![CDATA[Zweites Jahr erste Liga, bald zweistelliger Geburtstag –&#160;Geschichte wird gemacht bei RB, und das alles nur mit einer kleinen Anschubfinanzierung. Wir nehmen das zum Anlass, um jenseits der schnöden Zahlen kurz zu resümieren: Wie weit ist der Marketingverein eigentlich gekommen? Eine (steile) These steht dabei ja im Raum. Vor einigen Wochen erschien in der „11Freunde“ &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2018/05/14/laeuft-alles-nach-businessplan/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Läuft alles nach (Business)Plan</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_1255" aria-describedby="caption-attachment-1255" style="width: 3456px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/26855962166_3da9da6e3d_o.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-1255" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/26855962166_3da9da6e3d_o.jpg" alt="" width="3456" height="2304" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/26855962166_3da9da6e3d_o.jpg 3456w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/26855962166_3da9da6e3d_o-300x200.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/26855962166_3da9da6e3d_o-768x512.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/26855962166_3da9da6e3d_o-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 3456px) 100vw, 3456px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1255" class="wp-caption-text">Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/strassenstriche/26855962166/in/photostream/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">straßenstrich.net on flckr</a> // CC BY-NC 2.0</figcaption></figure></p>
<p>Zweites Jahr erste Liga, bald zweistelliger Geburtstag –&nbsp;Geschichte wird gemacht bei RB, und das alles nur mit einer kleinen Anschubfinanzierung. Wir nehmen das zum Anlass, um jenseits der schnöden Zahlen kurz zu resümieren: Wie weit ist der Marketingverein eigentlich gekommen?</p>
<p>Eine (steile) These steht dabei ja im Raum. Vor einigen Wochen erschien in der „11Freunde“ ein Artikel namens „Niemand braucht sich zu wundern“. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass einige RB-Heimspiele in der Europa League nicht ausverkauft waren, woraus der Autor schloss: „Leipzig ist nicht Red Bull“. Vielmehr seien Chemie, Lok und Roter Stern die hier entscheidenden und prägenden Akteure.</p>
<p>Auch wenn der Text aufmerksamkeitsökonomisch schon seinen Wert verloren hat, lohnt es sich, ihn nochmal genauer zur Hand zu nehmen. Erstens, weil dessen Diagnose in der Sache so wohl nicht stimmt. Und zweitens, weil es uns was über das Funktionieren von RB erzählt. Und das wiederum kann interessant sein für alles, was noch so kommt im modernen Fußball.</p>
<p><span id="more-1246"></span></p>
<h3><strong>These Eins: Leipzig ist fußballerisch disparat</strong></h3>
<p>Zugegeben: Wir hauen ja auch manchmal was raus, wo eher der Wunsch der Vater des Gedanken ist. Und in den meisten Fällen liegen die 11Freunde ganz richtig, was ihre ausdauernde Kritik an RB betrifft. Bei diesem Artikel jedoch müssen wir wohl leider widersprechen. Denn weder RB, noch ein anderer Verein ist <em>die&nbsp;</em>Stadt. Leipzig ist wie vielleicht keine zweite Stadt in Deutschland von einer ganzen Reihe von ziemlich unterschiedlichen Vereinen geprägt. Und klar, Lok, Chemie, Roter Stern gehören da dazu. Aber, ob es einem nun gefällt oder nicht: Auch RB ist (mittlerweile) Teil dieser Stadt.</p>
<p>Zugleich lassen sich die Vereine nicht einfach gegeneinander aufrechnen. Allein aus der Zahl der BesucherInnen bei Heimspielen kann kaum auf ihre lokale Verankerung geschlossen werden. Interessant ist vielmehr, auf welche Weisen die Clubs in dieser Stadt agieren und von ihr wahrgenommen werden.</p>
<h3><strong>These Zwei: Lok, Chemie und RSL als Milieu- und Stadtteilvereine</strong></h3>
<p>Lok, Chemie und der Rote Stern sind, und das ist ein wichtiger Unterschied zu RB, stark milieu- und stadtteilgebundene Vereine.</p>
<p>Lok ist vor allem im Osten der Stadt verwurzelt und zieht ein Publikum an, das – allen Bemühungen des Vereins zum Trotz – zu einem beträchtlichen (und vor allem: sichtbaren) Teil aus politisch rechts stehenden Fans besteht. Der Zuschauerschnitt ist für die vierte Liga beachtlich, und die Vergangenheit hat gezeigt, dass hier bei entsprechenden Highlights noch deutlich Potential vorhanden ist.</p>
<p>Chemie wiederum ist im Westen der Stadt stark. Der Verein kann zum einen (auch) auf alteingesessenes, arbeiterliches Publikum verweisen, ist derzeit zudem äußerst attraktiv bei einer Kundschaft, die zwischen links-alternativ und hipsteresk angesiedelt werden kann. Selbst wenn sich diese Gruppen auf Dauer nicht nach Leutzsch bewegen, bleibt Chemie sicherlich das Stammpublikum erhalten. Und auch hier gehen die Zahlen schnell nochmal nach oben, wenn Derbys oder wie demnächst Finalspiele um den Sachsenpokal anstehen.</p>
<p>Der Rote Stern schließlich hat den Stadtsüden für sich und zudem – in partieller Überschneidung mit Chemie –&nbsp;ein klar links-alternatives Publikum. Sportlicher Erfolg wird hier gern genommen; im Vordergrund steht aber eher die wechselseitige Bestätigung, politisch auf der richtigen Seite zu sein und den Verein als soziokulturellen &nbsp;Dreh- und Angelpunkt sowie als Angebot und Botschaft nach außen zu stabilisieren.</p>
<p>Alle drei Vereine werden auf absehbare Zeit weiterhin ihr Stammpublikum haben, wenn sie sich nicht mit zu ambitionierten Projekten verheben oder zu große Fehler machen. Dieses Publikum ist dabei verlässlich, mit starken Bindungen und insofern auch nachhaltig. Zugleich jedoch werden alle drei Vereine in ihrer Präsenz und Anhängerschaft begrenzt bleiben. Zu überschaubar ist letztlich der erwartbare sportliche Erfolg, zu stark sind die bisherigen Bindungen an Stadtteile und Milieus. Diese stellen zwar einerseits echte Ressourcen, im Gegenzug aber auch Hürden für massenhaft neues Publikum dar.</p>
<h3><strong>These Drei: RB-Publikum potentiell maulig, aber milieu- und stadtteilübergreifend</strong></h3>
<p>RB liegt im Grunde quer zu diesen Vereinen. Sein Publikum besteht aus ehemaligen Chemie- und Lok-Anhängern, die –&nbsp;teilweise schon deutlich in die Jahre gekommen –&nbsp;endlich nochmal „richtigen Fußball sehen wollen“ und sich zudem von einer allzu jugendlichen und teilweise auch gewaltaffinen Fanszene abgewendet haben; es besteht aus mittelalten Anhängern, die nie richtig bei Lok, Chemie oder dem Roten Stern einsteigen mochten; und es besteht aus noch jüngeren Leuten, für die RB im Grunde der erste wahrgenommene lokale Verein ist. In allen diesen Gruppen haben wir es (wenigstens) teilweise mit Leuten zu tun, die durchaus als Stammpublikum bezeichnet werden können, die also nicht unbedingt sofort alle wegbleiben, wenn es zum Rumdümpeln im Mittelfeld der Bundesliga käme.</p>
<p><figure id="attachment_1256" aria-describedby="caption-attachment-1256" style="width: 4404px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/30084807394_b714f2ac6f_o.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-1256 size-full" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/30084807394_b714f2ac6f_o.jpg" alt="" width="4404" height="3166" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/30084807394_b714f2ac6f_o.jpg 4404w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/30084807394_b714f2ac6f_o-300x216.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/30084807394_b714f2ac6f_o-768x552.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/30084807394_b714f2ac6f_o-1024x736.jpg 1024w" sizes="(max-width: 4404px) 100vw, 4404px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1256" class="wp-caption-text">Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/percygermany/30084807394/in/photostream/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PercyGermany on flickr</a> // CC BY-NC-ND 2.0</figcaption></figure></p>
<p>Dazu kommt natürlich ein Publikumssegment, das aus der Wahrnehmung des 11Freunde-Artikels den Hauptbestand der Zuschauer bildet: das Laufpublikum. Und sicherlich sind diese Leute nicht zu übersehen, für die der Stadionbesuch ein Event wie Classic Open oder der Weihnachtsmarkt ist. Ohne nähere Kenntnis von Kontext und Details des Spieles, dafür aber mit sicherem Wissen vom (erhofften) Unterhaltungswert des besichtigten Vereins. Eine solche Klientel wird auch extra rangeholt und rangezogen. RB ist ja mittlerweile zu einer Art Alltags-Trophäe geworden; zwei Stadionkarten als Hauptgewinn in jeder Lotterie, bei der die Organisatoren Nachdenken oder Risiko vermeiden wollen. RB passt zu allen, zur lokalen Supermarkt-Genossenschaft wie zur Krankenkasse.</p>
<p>Insgesamt ergibt das eine ziemlich heterogene und flatulente Klientel. Mehrheitlich ist diese sicherlich nicht bereit, dem Projekt bedingungslos und unabhängig vom sportlichen Erfolg zu folgen. Doch zugleich begeht man vermutlich einen Fehler, wenn man das RB-Publikum in Gänze als nur kurzfristig interessiert einschätzt.</p>
<p>Das liegt an einer ganzen Reihe von Faktoren: In der Stadt gibt es nach wie vor ein großes Interesse an (erfolgreichem) Fußball, das die anderen Vereine nur bedingt erfüllen. RB ist da für viele der aufstrebende Saubermann, der es dem Westen endlich mal zeigt. Demokratische Vereinsstrukturen sind den Meisten ohnehin egal, die Finanzierung und damit der eigentliche Zweck des Projektes ebenso. Zudem startete das Projekt RB zu einem Zeitpunkt, zu dem der Fußball ohnehin schon enorm ökonomisiert stattfindet. Für viele sind da die Unterschiede zwischen den einzelnen Vereinen marginal, &#8220;Geld haben die anderen doch auch&#8221;. Hinzu kommt die starke praktische und symbolische Unterstützung durch die lokalen Eliten, die dem Verein den roten Teppich ausrollen, es sich nicht mit seiner Anhängerschaft verderben und sich zudem selbst von der Sonne des Erfolgs die Büroblässe vertreiben lassen wollen. Nicht zuletzt ist RB stark im Nachwuchsbereich tätig und dort meist erste Adresse für die local kids. Auch das ist wenig verwunderlich; es war schon immer schwer zu vermitteln, warum man als Kind von einem Verein in der 4. Liga Fan sein soll und nicht von einem, der international spielt.</p>
<p>Schließlich, und das kommt zum eingangs erwähnten Artikel zurück: Die Zeiten, als RB noch Karten auf den Schulhöfen verschenkte, sind vorbei. Diese Stufe im Businessplan ist längst genommen. Die Karten kosten hartes Geld, und gerade bei internationalen Spielen nicht zu wenig. Man macht sich hier falsche Hoffnungen, wenn man die geringeren Zuschauerzahlen in Spielen gegen St. Petersburg oder Marseille als Anzeichen des beginnenden Niedergang des Projektes nimmt. Vielmehr sehen wir den Grund für das Wegbleiben an anderer Stelle: Der ganze Hype um Leipzig (&#8220;The better Berlin&#8221;) hat viele Probleme zur Folge, und&nbsp;eines davon ist die Überschätzung der ökonomischen Kapazitäten dieser Stadt und seiner Einwohner.&nbsp;Deshalb geht es eigentlich auch ein bisschen gegen die eigenen Prinzipien, wenn man vom Publikum verlangt, für jedes Spiel jeden Eintrittspreis zu zahlen.</p>
<p>Daneben muss erwähnt sein, dass das RB-Einzugsgebiet weiter reicht, als man sich vorstellt. An Bundesligaspieltagen sieht man eine Vielzahl von Nummerschildern aus den umliegenden Bundesländern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Diese weitreichende Strahlkraft hat natürlich auch eine Rückseite. An einem Mittwochabend, 21 Uhr ein Europapokalabend mitzumachen, wenn man am nächsten Tag auf Arbeit muss, ist für Hallenser vielleicht noch drin. Zuschauer aus Gera, Jena, Magdeburg und Dessau winken da aber eher ab.</p>
<p><figure id="attachment_1257" aria-describedby="caption-attachment-1257" style="width: 4608px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/30680193146_1f6bf49c45_o.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-1257" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/30680193146_1f6bf49c45_o.jpg" alt="" width="4608" height="3456" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/30680193146_1f6bf49c45_o.jpg 4608w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/30680193146_1f6bf49c45_o-300x225.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/30680193146_1f6bf49c45_o-768x576.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/05/30680193146_1f6bf49c45_o-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 4608px) 100vw, 4608px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1257" class="wp-caption-text">Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/percygermany/30680193146/in/photostream/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PercyGermany on flickr</a> // CC BY-NC-ND 2.0</figcaption></figure></p>
<h3><strong>Fazit</strong></h3>
<p>Gern schreiben wir all das auch nicht auf, aber es nützt ja nix. RB ist in der Stadt relevanter, als es die Perspektive von außen oder Wunschdenken von innen nahelegen mag. Das ist weitgehend akzeptierte Realität in Leipzig, aber auch&nbsp;keine gute Nachricht für andere Städte oder Regionen. Denn die Moral muss wohl heißen: Auch&nbsp;Kunstvereine können es schaffen. Hoffenheim war der erste Test, Leipzig bietet ein weiteres Modell. Die launige Bemerkung von Hofberichterstatter Guido Schäfer, er wäre auch zu Nivea Leipzig gegangen, Hauptsache es gibt Bundesliga, sollte man nicht zu leicht abtun. Vielleicht überwirft sich Rangnick eines Tages mit dem Gebieter, heuert Jogi Löw an und findet, auch Thüringen habe einen Bundesligisten verdient.&nbsp;Und irgendwie wäre es ja auch verwunderlich, wenn bei all den irren Veränderungen im Fußball eines gleich bleiben würde: die mitspielenden Vereine.&nbsp;&#8216;Nivea Erfurt&#8217; incoming.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Verlieren? Nicht vorgesehen! – Eine Medienauslese</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2017/10/30/verlieren-nicht-vorgesehen-eine-medienauslese/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Oct 2017 12:55:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Geltungsdrang]]></category>
		<category><![CDATA[Guido Schäfer]]></category>
		<category><![CDATA[LVZ]]></category>
		<category><![CDATA[Rangnick]]></category>
		<category><![CDATA[RB Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[RBL]]></category>
		<category><![CDATA[schlechte Verlierer]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstermächtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorie]]></category>
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					<description><![CDATA[Niemand verliert gern. Zumal im Fußball. Egal, ob Spieler, Funktionär oder Fan – gerade auf die vermeintlich &#8220;großen&#8221; Spiele fiebert man hin und ist natürlich enttäuscht, wenn diese nicht so laufen, wie man gehofft hatte. Das hat man schon oft erlebt, und auch das Hadern mit dem Schiri, dem Ball oder sonstigen äußeren Umständen ist &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/10/30/verlieren-nicht-vorgesehen-eine-medienauslese/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Verlieren? Nicht vorgesehen! – Eine Medienauslese</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Niemand verliert gern. Zumal im Fußball. Egal, ob Spieler, Funktionär oder Fan – gerade auf die vermeintlich &#8220;großen&#8221; Spiele fiebert man hin und ist natürlich enttäuscht, wenn diese nicht so laufen, wie man gehofft hatte. Das hat man schon oft erlebt, und auch das Hadern mit dem Schiri, dem Ball oder sonstigen äußeren Umständen ist wesentlicher Bestandteil des Redens über verlorene Spiele im Speziellen und Fußball im Allgemeinen.</p>
<h4>Mehr als schlechte Verlierer</h4>
<p>Einen Umgang mit einem verlorenen &#8220;großen&#8221; Spiel musste in den vergangenen Tagen gleich zweimal ein Fußballlager finden, das damit ganz offensichtlich überfordert ist, wenn nicht sogar Probleme hat: RB Leipzig. Eine Tatsache, die ihnen nicht unbedingt beim Aufstieg auf der Sympathieleiter geholfen haben dürfte. Ganz ähnlich wie beim forcierten Marsch durch die Ligen in den letzten Jahren bricht sich in allem, was man aus der weiß-roten Ecke mitbekommt, eine Ungeduld Bahn, die uns zuerst (zynisch, wie wir nun mal sind) belustigte, dann aber zunehmend beängstigte.</p>
<p><span id="more-1200"></span></p>
<p>Sei es versammelt unter dem Hashtag #RBLFCB, oder aber in der Lokalpresse:&nbsp;Die Aggressivität, mit der das RB-Lager nicht einsehen will, dass Pokal- und das nur wenige Tage später stattfindende Ligaspiel gegen die Bayern nun mal so gelaufen sind, wie sie gelaufen sind, ist schon speziell. Es wird laut rumgepöbelt, mit den Fuß auf dem Boden gestampft und wütend mit Fingern auf andere gezeigt. Es wirkt fast so, als sei die Idee des Verlierens, des Einsortierens hinter etablierten Hausnummern des Fußballs, im RB-Universum noch nicht angekommen. Dass das zum Marketingimage des Finanziers des ganzen Ladens passt, ist klar. Dass aber auch Fans und Medien, über den ersten Ärger hinweg, <a href="https://twitter.com/zeitonline/status/923479302364155904" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Geschichten über die Verstrickungen von Felix Zwayer in den Hoyzer-Skandal 2006 aufgekochen </a>und offen – und völlig ironiefrei – von einer Verschwörung gegen den 2009 aus der Wiege gehobenen und dann von den Verbänden nach oben protegierten Club fabulieren, ist schizophren.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Wie reagieren, wenn ein Leipzig-Fan sagt: &#8220;Man will uns nicht in der Liga haben&#8221;?<br />
Nicken.</p>
<p>— Günter Klein (@guek62) <a href="https://twitter.com/guek62/status/924355486849355776?ref_src=twsrc%5Etfw">October 28, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script><br />
Und so beschlich uns immer mehr das Gefühl, dass es bei dem aufschreihaften Gezeter eigentlich um etwas ganz Anderes geht. Das RB-Lager scheint auf eine Weise beleidigt, in der man im besten Fall Minderwertigkeitskomplexe, realiter aber wohl eine aggressive Anspruchshaltung sehen kann, über deren Hintergründe sich nur spekulieren lässt. Ist es die pervertierte Seite der gestärkten &#8220;ostdeutschen Identität&#8221; bzw. &#8220;Siegermentalität im kollektiven Selbstbewusstsein&#8221;, die im Zusammenhang mit RB Leipzig gern&nbsp;<a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/01/30/gekaufte-wissenschaft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">strapaziert wird</a>? Das nur diffus greifbare Denken, nun auch endlich mal dran zu sein, das sich kollektiv auf das zum Symbol des aufstrebenden Ostens hochgeschriebenen Clubs kapriziert? Sozialpsychologie, schon klar.&nbsp; Aber vieles, was man liest und hört, scheint genau in diese Richtung zu deuten.</p>
<h4>Verschwörungstheorien und notorische Ungeduld</h4>
<p>Nur in den wenigsten Äußerungen geht es um irgendwelche Schiedsrichterentscheidungen, die mit der eigenen Vereinsbrille vielleicht nicht ganz nüchtern betrachtet werden können.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Wofür? Notbremse?</p>
<p>— rotebrauseblogger (@rotebrauseblog) <a href="https://twitter.com/rotebrauseblog/status/924316626375372800?ref_src=twsrc%5Etfw">October 28, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Stattdessen lässt sich oft ein Grundton erkennen, in dem bereits der gesamte Ballast an Vorwürfen mitschwingt, die bei anderen dann ungefiltert zur Verschwörungstheorie ausgebaut werden.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Der nächste Schiedsrichter aus Berlin. Ich Ante es schon!</p>
<p>— Eventi RBL (@Leipziger67) <a href="https://twitter.com/Leipziger67/status/923614610653052928?ref_src=twsrc%5Etfw">October 26, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Das Orban Rot ist ja heute deshalb so bitter, weil man bei der Szene nochmal klar sieht, wie wir am Mittwoch verarscht wurden. <a href="https://twitter.com/hashtag/FCBRBL?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#FCBRBL</a></p>
<p>— Schnudelhuber (@Schnudelhuber_8) <a href="https://twitter.com/Schnudelhuber_8/status/924330326557646848?ref_src=twsrc%5Etfw">October 28, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Dem Wessi scheint der Puderzuckerarsch ja ganz schön auf Grundeis zu gehen! Das ist schon konspirativ vom <a href="https://twitter.com/DFB?ref_src=twsrc%5Etfw">@DFB</a> Frechheit! <a href="https://twitter.com/hashtag/FCBRBL?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#FCBRBL</a></p>
<p>— RonRBL<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/14.0.0/72x72/26bd.png" alt="⚽" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> (@RBLRon44) <a href="https://twitter.com/RBLRon44/status/924318112681472000?ref_src=twsrc%5Etfw">October 28, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>[Anmerkung: Wie wir aufgeklärt wurden, handelt es sich bei RonRBL um einen Satireaccount. Alles andere wäre auch wirklich nicht tragbar. 🙂 ]</p>
<p>So oder so wird nach kurzem Blick in die Timelines zu den Niederlagen gegen die Bayern deutlich, dass es um mehr geht als nur den sportlichen Wert und das Schimpfen über eine verpasste Chance. Man fühlt sich, nein, man wurde tatsächlich glatt vom System betrogen. Und man verlagert alle kreative Energie darin, diesbezüglich den Beweis zu führen. Eine unrühmliche Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch der Ursymphat RR, der offenbar die größte Ungeduld von allen an den Tag legt. Sich endlich auf Augenhöhe mit der Benchmark des deutschen Fußballs wähnend, legte er bereits während des Zustandekommens der Pokalschlappe&nbsp;eine dilettantischen Unsouveränität an den Tag, die wieder nur eingangs und mit einem ordentlichen Schuss Zynismus lustig ist. Wer ruhig auf <a href="http://www.rp-online.de/sport/fussball/rb-leipzig/kolumne-gegenpressing-ralf-rangnick-erfindet-den-privaten-videobeweis-aid-1.7172267" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das verstörende Rumturnen mit gezückten Smartphone vor den gestressten Schiedsrichtern</a> schaut, begreift, welche innere Getriebenheit und Selbstüberzeugung als Triebfedern beim neuen Gold Nugget des Ostens wirken.</p>
<h4>Die LVZ haut mit auf die Kacke</h4>
<p>Aufgefangen wurden dieses Vorgänge und Stimmungslagen wie immer vom Leipziger Garanten für unabhängige Berichterstattung, der LVZ – die fleißig mit auf die Kacke hauten.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Daaa iss das Ding! Nix als die nackte Wahrheit über RB, Gott und die Welt. Verlag Schwarzkopf&amp;Schwarzkopf<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/14.0.0/72x72/26bd.png" alt="⚽" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/14.0.0/72x72/26bd.png" alt="⚽" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />9,99 Eus <a href="https://t.co/WAnUDTlWRh">pic.twitter.com/WAnUDTlWRh</a></p>
<p>— Guido Schäfer (@schfer_g) <a href="https://twitter.com/schfer_g/status/923948751475093505?ref_src=twsrc%5Etfw">October 27, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>So prangte bereits am Tag nach der Pokalniederlage als typographisches Desaster auf der Titelseite der mittlerweile gänzlich distanzlosen LVZ &#8220;Leipzig kann trotzdem stolz sein&#8221;. Wo da noch der Bezug zum Fußball ist, möchte man fragen, und bringt die Äußerung dann aber schnell in Verbindung mit dem seit dem letzten Abend auf dem eigenen Handy tobenden Tweetstorm. Deutlich wird, dass es in den Augen der Zeitung offenbar nicht nur um das Duell zweier sportlich super aufgestellter Mannschaften und Vereine ging. Wer die ganze Stadt in Kollektivhaft nimmt und von &#8220;Stolz&#8221; schreibt, der hat nicht nur ein sportliches Ergebnis im Sinn, sondern adressiert eine nicht verwundene Kränkung, die das eigene Selbstbild betrifft. Nicht nur der Club hat verloren, sondern die ganze Stadt und Region, und wofür diese stehen, die&nbsp;<em>mentalità del est</em>. Und nun haut man sich trotzdem fleißig auf die Schulter und spinnt einfach weiter am Faden der neuen Siegermentalität und des &#8220;Jetzt holen wir uns, was uns zusteht!&#8221;.</p>
<p><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/LVZ_Titel_171026.png"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-1211" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/LVZ_Titel_171026.png" alt="" width="945" height="879" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/LVZ_Titel_171026.png 945w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/LVZ_Titel_171026-300x279.png 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/LVZ_Titel_171026-768x714.png 768w" sizes="(max-width: 945px) 100vw, 945px" /></a></p>
<p>Doch damit nicht genug. Tags drauf war dann die gesamte Titelseite gefüllt mit #RBLFCB-content. Für die Auswärtigen zum Nachvollziehen: Titelbild, Aufmacher inklusive TED-Umfrage (&#8220;Hat der Schiedsrichter RB Leipzig benachteiligt?&#8221; &#8211; Ja/Nein), Leitartikel und Kommentar. Ungelogen!</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Oh, das ist überraschend, <a href="https://twitter.com/LVZ?ref_src=twsrc%5Etfw">@LVZ</a>. <a href="https://twitter.com/hashtag/RBLFCB?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#RBLFCB</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/FCBRBL?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#FCBRBL</a> <a href="https://t.co/38ZxZR9Fre">pic.twitter.com/38ZxZR9Fre</a></p>
<p>— zwangsbeglueckt (@zwangsbeglueckt) <a href="https://twitter.com/zwangsbeglueckt/status/924015407207538690?ref_src=twsrc%5Etfw">October 27, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Den Vogel schoss dabei aber der inzwischen landesweit berüchtigte Guido Schäfer ab, der allen Ernstes im Zusammenhang von RB, die – man kann es nicht oft genug wiederholen – nur acht Jahre nach Gründung im ausverkauften Zentralstadion die Bayern am Rande der Niederlage haben, vom &#8220;benachteiligten Außenseiter&#8221; schrieb. Mehr Selbst-Beopferung geht nicht.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">&#8220;Von wegen Dosen und Plastikclub. Fleisch und Blut, Leidenschaft und Hingabe.&#8221; Launiger Leitartikel von <a href="https://twitter.com/schfer_g?ref_src=twsrc%5Etfw">@schfer_g</a> in der <a href="https://twitter.com/LVZ?ref_src=twsrc%5Etfw">@LVZ</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/rbl?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#rbl</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/RBLFCB?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#RBLFCB</a> <a href="https://t.co/txKMa7jLzS">pic.twitter.com/txKMa7jLzS</a></p>
<p>— Model Among (@Modelamong) <a href="https://twitter.com/Modelamong/status/923913181222899712?ref_src=twsrc%5Etfw">October 27, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<h4>RBL: Eine Melange aus Geltungsdrang und Selbstermächtigung</h4>
<p>Am Ende bleibt der unangenehme Eindruck, dass in und um RB Leipzig streberhafte Selbstüberzeugung und Ost-Opfermythos ein bedenkliches Hybrid hervorgebracht haben, das die Bedingungen des eigenen Bestehens ausblendet und den eigenen Erfolg als nur von dunklen Mächten und Verschwörungen aufzuhalten versteht.&nbsp; Im Zweifelsfall (bei Niederlagen) werden dann Schiedsrichterskandale aufgewärmt und Bilder einer Sportfunktinärskaste bemüht, die sich gegen RB stellen. Als würde man selbst nicht Teil dieses Establishments sein und von dessen Uminterpretationen des selbstgegebenen Regelwerks massiv profitieren.&nbsp;Um Fußball im engeren Sinne geht es dabei nicht mehr. Stattdessen sind aggressiver Geltungsdrang und Selbstermächtigung angesprochen. Fortsetzung, das steht zu befürchten, folgt.</p>
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		<title>Gemeinwohl und Geschenke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Oct 2017 06:52:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Kaminsiki]]></category>
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		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentliche Hand]]></category>
		<category><![CDATA[Red Bull]]></category>
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					<description><![CDATA[Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung lässt sich ja gern mit der Sentenz zitieren, dass RB ein „großes Geschenk“ für die Stadt sei. Anlässlich des bevorstehenden Stadionkaufes durch RB verdichten sich (mal wieder) die Anzeichen dafür, dass es vielleicht andersrum richtiger ist: Leipzig ist ein Glücksfall für RB. Denn die Geschichten um das ehemalige Zentralstadion, dessen Neu- &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/10/17/gemeinwohl-und-geschenke/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Gemeinwohl und Geschenke</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung lässt sich ja gern mit der Sentenz zitieren, dass RB ein „<a href="http://www.mz-web.de/sport/fussball/rb-leipzig/oberbuergermeister-im-interview-ob-jung-sieht-rb-leipzig-als-geschenk-fuer-die-stadt-25602224" target="_blank" rel="noopener noreferrer">großes Geschenk</a>“ für die Stadt sei. Anlässlich des bevorstehenden Stadionkaufes durch RB verdichten sich (mal wieder) die Anzeichen dafür, dass es vielleicht andersrum richtiger ist: Leipzig ist ein Glücksfall für RB. Denn die Geschichten um das ehemalige Zentralstadion, dessen Neu- bzw. Umbau und die dabei umgesetzten Gelder zeigen, dass die gern verkündete Erzählung des privaten Investoren-Heilands, von dem die ganze Stadtgesellschaft nur profitiert, sehr vieles vergisst und verschweigt. Vor allem, wie viel öffentliches Geld direkt und indirekt im Projekt RB steckt, wie wenig sich RB tatsächlich für die Stadt interessiert, und wie sehr diese Stadt trotzdem gewillt ist, RB mehr oder minder bedingungslos zu hofieren.</p>
<h4>Das Zentralstadion gehört bald zu Fuschl am See</h4>
<p>Anlass für diese Geschichte ist der Verkauf des Zentralstadions. Kurz erzählt, also in der Version der meisten Zeitungen, verkauft der Eigentümer Michael Kölmel das Stadion an Red Bull. Genauer gesagt läuft der Deal so: Derzeitige Besitzerin des Stadions ist die EMKA Immobilienbeteiligungsgesellschaft GmbH. Diese hält 100 Prozent der Anteile an der Zentralstadion Leipzig GmbH, die auch als Besitzgesellschaft bezeichnet wird, weil ihr faktisch das Stadion gehört. Kölmel wiederum ist nun Besitzer der EMKA und über diesen Weg derzeitiger Stadioneigentümer.</p>
<p><figure id="attachment_1194" aria-describedby="caption-attachment-1194" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/3753427748_54aca523d1_b.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-1194 size-full" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/3753427748_54aca523d1_b.jpg" alt="" width="1024" height="768" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/3753427748_54aca523d1_b.jpg 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/3753427748_54aca523d1_b-300x225.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/3753427748_54aca523d1_b-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1194" class="wp-caption-text">Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/toastbrot81/3753427748/in/photolist-6HFiiw-8fs3v6-az5RPU-8gQ5Hu-6HBpCP-5Lqttt-8fvht9-d58vVC-d589xw-d584Zj-7LC4HS-7LPGGP-d585Qb-d58Ep3-d58GVb-8fs1VF-7Ly5se-7Ly5qx-d58cks-az5NtY-8dN6Qd-5ULHVd-7ArQf7-5ULGKd-d58AJu-7LC4JQ-xtRXf2-7ArQgu-az5R57-5LuKyj-cxNWiw-az5SCU-8fs4jK-5LqtdB-5LuHYh-8jK7hy-8gQ7w5-az3b5R-7LTExw-8fvhmq-8t5Myw-d58uz3-8fs5kX-d58r2u-d4quEd-8fs4cV-d4qt9d-8sMCUG-cx4dkG-aCGk7t" target="_blank" rel="noopener noreferrer">toastbrot81 &#8220;Blick vom City Hochhaus&#8221; on flickr</a> | <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC 2.0</a></figcaption></figure></p>
<p>Demnächst nun verkauft die EMKA ihre Anteile an der Besitzgesellschaft und damit das Stadion. Käufer ist, und darauf kommen wir später nochmal zurück, Red Bull bzw. der davon alimentierte hiesige Fußballverein. Von dieser Aufteilung erstmal abgesehen, gehört dem „Projekt RB“ damit künftig das Stadion selbst, und alle Umbauten finden damit als Investitionen in RB-Eigentum statt (was wohl Bedingung war bzw. vor dem Kauf des Stadions gegen Umbauten sprach).</p>
<p>Lange gingen im Vorfeld die Verhandlungen hin und her, wobei RB öffentlichkeitswirksam mit einem <a href="http://www.mz-web.de/sport/fussball/rb-leipzig/rb-leipzig-boss-oliver-mintzlaff--tendenz-zum-stadionneubau--24283998" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neubau auf der grünen Wiese</a> drohte, wenn es das Stadion nicht ausbauen dürfe. Die Bauvoranfrage und die aus Sicht von RB <a href="http://www.sportbuzzer.de/artikel/leipziger-stadionausbau-rb-boss-mintzlaff-fordert-mehr-tempo-von-der-stadt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unangemessen lange Wartezeit</a> auf eine Antwort bestimmten lange die Berichte der LVZ; damit werden wir Sie aber nicht länger langweilen. Schließlich signalisierte die Stadt ihre Zustimmung zum Ausbau, und Kölmel und RB tüteten daraufhin den Kaufvertrag ein.</p>
<p>Alle Beteiligten sind nun zufrieden. Kölmel, weil er Geld bekommt und auf längere Zeit Risiken los ist. Er ist weiterhin (über die ZSL-Betreibergesellschaft) Betreiber von Veranstaltungen etwa auf der Festwiese und hat andere Vorbehaltsrechte, u.a. eine eigene VIP-Loge. Zudem bewirtschaftet er die Parkplätze. RB ist zufrieden, weil ein eigenes Stadion das Firmenportfolio ziert und man zugleich größeren Aufwendungen und Konflikten aus dem Weg geht, die bei einem Umzug gedroht hätten. Und schließlich die Stadtverwaltung und der Stadtrat, weil RB&#8217;s Heimspielstätte zentral bleibt und damit weiter als innerstädtisches Aushängeschild dienen kann; zudem ist das Stadion in Benutzung, was sonst wieder zum Problem geworden wäre. Die Zustimmung des Stadtrates am Mittwoch dieser Woche gilt deshalb allen nur als „Formalie“. Wie wir aus den entsprechenden Rats-Ausschüssen hörten, scheint das auch zu stimmen. Kaum jemand im Stadtrat scheint sich für das Thema zu interessieren; lediglich von den GRÜNEN kamen Antworten auf unsere Fragen.</p>
<p>Dabei ist der Verkauf des Stadions in mindestens zwei Punkten aufschlussreich, und beide drehen sich um das liebe Geld.</p>
<h4>Öffentliche Investitionen, private Gewinne</h4>
<p>Der erste Punkt betrifft den Kaufpreis. Kolportiert sind hier 70 Millionen EUR; keine Seite hat dieser Summe bisher widersprochen, also rechnen wir auch mal damit. Und rufen noch einmal die Baukosten von damals in Erinnerung. Die Bausumme belief sich insgesamt auf 116 Millionen EUR. Davon zahlte allein der Bund 51 Millionen EUR, die Stadt 21 Millionen EUR und die EMKA, also Kölmel, 44 Millionen EUR. Dazu wurde noch ein Betreibervertrag abgeschlossen, der Kölmel pro Jahr 1,2 Millionen EUR jährlich aus dem städtischen Haushalt zusicherte.</p>
<p>Jede Menge <a href="http://www.berliner-zeitung.de/die-kosten-der-wm---insgesamt-wurde-der-steuerzahler-im-zusammenhang-mit-der-weltmeisterschaft-mit-mehreren-milliarden-euro-belastet-die-kunst-des-rechnens-15722428" target="_blank" rel="noopener noreferrer">öffentliche Kohle</a> steckte in der gesamten WM 2006 und den Stadien; das wurde und <a href="http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/steuergeld-fuer-vereine-und-fans-der-grosse-stadion-poker-in-mitteldeutschland-1236306" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wird</a> gern vergessen. Aber&nbsp;<a href="http://www.rp-online.de/sport/fussball/wm-stadien-2006-kosten-und-finanzierungen-aid-1.1567195" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kein Stadion</a>, außer das in Nürnberg, wurde mit derart viel öffentlichem Geld gebaut wie das in Leipzig. Das lag natürlich auch daran, dass zu den Zeiten des Neubaus weder der FC Sachsen noch der VfB in der Lage gewesen wäre, die erforderlichen Summen aus den eigenen löchrigen Etats mit aufzubringen, geschweige denn, das Stadion dann noch mit genügend Zuschauern zu füllen. Gleichwohl wollte der Gründungsort des DFB und die Stadt des ersten Deutschen Meisters aber unbedingt Spielstätte bei der prestigeträchtigen WM sein.</p>
<p><figure id="attachment_1195" aria-describedby="caption-attachment-1195" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/3222606858_30f34e3705_b.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-1195" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/3222606858_30f34e3705_b.jpg" alt="" width="1024" height="768" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/3222606858_30f34e3705_b.jpg 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/3222606858_30f34e3705_b-300x225.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/3222606858_30f34e3705_b-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1195" class="wp-caption-text">Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/34636844@N08/3222606858/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ju_Li_A &#8220;Vor dem Spiel&#8221; on flickr</a> |<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> CC BY-NC-SA 2.0</a></figcaption></figure></p>
<p>Wie auch immer: Rechnet man all die oben genannten Zahlen zusammen bzw. wieder auseinander, wurden drei Viertel aller Kosten für den Stadionbau durch Bund und Stadt beglichen. Anders gesagt: Kölmel zahlte ein Viertel der Baukosten. Das wäre für sich nicht verwerflich. Allerdings war nach der Fertigstellung des Stadions und seiner Einweihung die EMKA bzw. ihre Besitzgesellschaft, sprich Kölmel, alleiniger Eigentümer des Stadions. Kurz gesagt, zahlte Kölmel also 44 Millionen EUR für ein (wesentlich teureres) Stadion, das er nun für 70 Millionen EUR weiterverkauft. Kein schlechter Deal, oder?</p>
<p>Manche werden hier einwenden: Ja, aber die ganzen Kosten in den Jahren des Leerstands! Geschenkt. Denn wie gesagt: Von der Stadt gab es jährlich einen Zuschuss, und selbst wenn der Betrieb ohne Einnahmen zwei Millionen pro Jahr gekostet hätte, wären da maximal 10 Millionen EUR zusammengekommen, denn ab der Saison 2010/11 spielte RB ja schon durchweg im Stadion und zahlte dafür (ordentlich) an Kölmel. Wären also, ganz zurückhaltend gerechnet, immer noch 16 Millionen EUR Differenz bzw. Gewinn für Kölmel bei der Sache. Aber selbst die LVZ vermutet da deutlich höhere Beträge und spricht von „<a href="http://www.sportbuzzer.de/artikel/wer-verdient-am-stadion-verkauf/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">an die 50 Millionen</a>“.</p>
<p>Wir wollen an der Stelle niemandem sein Geld neiden, ehrlich. Aber nur nochmal fürs Protokoll: Die Stadt sieht nach ihren Investitionen von mindestens 21 Millionen EUR, realistischer eher 30 Millionen EUR nun keinen Cent beim Verkauf der Schüssel. Das ist rein rechtlich alles wasserdicht, offenbar wurden die Verträge damals so geschlossen. Man wollte schnell ein modernes Stadion und die WM in der Stadt, und bekam beides dann auch. Und klar, öffentliche Subventionen für private Unternehmen sind an der Tagesordnung, und das noch in (weit) größeren Dimensionen.</p>
<p>Die städtische Nichtbeteiligung beim Wiederverkauf ist ja auch nicht die einzige <a href="http://www.ariva.de/forum/koelmel-kinowelt-leipzig-olympia-skandal-um-mi-186128" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schräge Geschichte</a> um die ganze Stadionerneuerung. Man erinnere sich nur an den Batzen Geld, den Roland Poser für seine (angebliche) Vermittlung Kölmels bekam; ein Detail des Affären-Gesamtkunstwerks des damaligen Kämmerers Peter Kaminski.</p>
<p>Aber ein bisschen irre ist das schon, dass RB nun eine Spielstätte kauft, die mit öffentlichen Geldern stark bezuschusst wurde, dabei aber so tut, als täten sie irgendjemandem damit auch noch einen Gefallen und die Verwaltung solle sich gefälligst ein bisschen beeilen bei solch nobler Kundschaft. Und noch irrer ist es, dass Kölmel damit nun noch einen (ordentlichen) Gewinn einstreicht.</p>
<p>Legitimiert wird all das, man ahnt es, mit den heilsbringenden Effekten durch RB. Direkte und indirekte Einnahmen der Stadt, man kennt die wunderbaren Geschichten und Zahlen. All das sind nach wie vor Schätzungen, genaue Berechnungen liegen unserer Kenntnis nach weiterhin nicht vor. Aber (PR-)wirksam sind die Studien trotzdem; im Eingang zur <a href="https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1007550" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beschlussvorlage</a> an den Stadtrat wird wieder auf die schon berühmte <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/01/30/gekaufte-wissenschaft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Public Value-Studie</a> der HHL Bezug genommen und „erhebliche Effekte“ für die Stadt Leipzig prognostiziert.</p>
<h4>Steuern zahlen? Lieber später!</h4>
<p>Der zweite Punkt betrifft die beim Kauf anfallenden Steuern und damit erneut öffentliches Geld. Denn als Käufer der Besitzgesellschaft treten (formalrechtlich) zwei Parteien auf den Plan: die Red Bull GmbH und der unter RasenBallsport Leipzig firmierende gemeinnützige Verein (e.V.). Beide Parteien teilen sich den Kaufpreis, und dies hat den Grund, dass keine Grunderwerbssteuer gezahlt werden muss, sobald man nicht mehr als 95 Prozent eines Grundeigentums erwirbt. Deshalb kauft Red Bull nur 94 Prozent, und der Verein die restlichen 6 Prozent. Mit anderen Worten: Hätte die Red Bull GmbH das ganze Stadion bzw. alle Anteile an der Besitzgesellschaft erworben, wäre die Grunderwerbssteuer fällig gewesen. Die beläuft sich in Sachsen auf 3,5 Prozent, was bei einem unterstellten Kaufpreis von 70 Millionen EUR immerhin runde 2,5 Millionen EUR sind. Für Red Bull eigentlich nur Peanuts, aber im Zweifel spart man die natürlich gern ein.</p>
<p>Auch das ist (natürlich!) eine legale Geschichte. Über das Erschweren solcher <a href="http://blog.handelsblatt.com/steuerboard/2016/06/02/grunderwerbsteuer-und-share-deal-warum-nicht-sein-darf-was-nicht-sein-kann/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Share Deals</a> wird immer mal gesprochen, aber noch werden sie legal genutzt. Und RB wären die Letzten, die formalrechtliche Möglichkeiten nicht auch bis zum Äußersten ausschöpfen würden. Das ist ja ohnehin die ganze Zeit die Masche: Legitim ist, was legal ist, alles andere sind Einwände von Traditionalisten und Neidern. Darauf wird man auch hier verweisen, wenn die Frage nach den 2,5 Millionen EUR Grunderwerbssteuer aufkommt. Daran darf man sich aber gern erinnern, wenn mal wieder der Wohltäter Red Bull gepriesen wird, und das wird nicht mehr lange dauern.</p>
<p><figure id="attachment_1196" aria-describedby="caption-attachment-1196" style="width: 1920px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/clinic-2232153_1920.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-1196" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/clinic-2232153_1920.jpg" alt="" width="1920" height="1440" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/clinic-2232153_1920.jpg 1920w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/clinic-2232153_1920-300x225.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/clinic-2232153_1920-768x576.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/clinic-2232153_1920-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1196" class="wp-caption-text">Foto: <a href="https://pixabay.com/p-2232153/?no_redirect" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Juncala (ohne Titel) on pixabay</a> | <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 1.0</a></figcaption></figure></p>
<p>Fazit: RB ist auch in dieser Angelegenheit nicht der Heilsbringer, der es immer vorgibt zu sein. Massig öffentliches Geld steckt im Stadion, das nun, verwandelt in Privatbesitz, mit Gewinn verkauft werden kann. Wie gesagt: alles legal, alles normal. Aber solche Geschichten gehören zum Gesamtbild dazu, das allzu oft als „Die kosten keinen was und bringen ihr eigenes Geld mit“ gezeichnet wird. Auch die erwähnte Beschlussvorlage für den Stadtrat spricht ja davon, dass durch RB „Steuereinnahmen für die Stadt sowie werbliche Abstrahleffekte (Image) fürs Stadtmarketing ohne Belastung für den kommunalen Haushalt“ zu erwarten sind. Es wäre endlich mal an der Zeit, diese einseitige Lobhudelei zu beenden.</p>
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		<title>Weiter auf dem Pfad der (Selbst)Gerechten</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2017/08/18/weiter-auf-dem-pfad-der-selbstgerechten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Aug 2017 11:32:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[konzernintern]]></category>
		<category><![CDATA[17/18]]></category>
		<category><![CDATA[ballesterer]]></category>
		<category><![CDATA[ChampionsLeague]]></category>
		<category><![CDATA[Saisonvorschau]]></category>
		<category><![CDATA[Stadionverkauf]]></category>
		<category><![CDATA[UEFA]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch wenn wir darauf bestehen, uns für die üblichen sportlichen Dinge in Bezug auf die Betriebssportgemeinschaft Mateschitz nicht so brennend zu interessieren (Torwart- und Kapitänsfragen, allfällige Aufstellungsratereien, solche Sachen), kommen wir aber doch nicht an der üblichen Taktung des Jahres vorbei. Und die sieht für morgen den Start der neuen Bundesliga-Saison vor, was für RB &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/08/18/weiter-auf-dem-pfad-der-selbstgerechten/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Weiter auf dem Pfad der (Selbst)Gerechten</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wenn wir darauf bestehen, uns für die üblichen sportlichen Dinge in Bezug auf die Betriebssportgemeinschaft Mateschitz nicht so brennend zu interessieren (Torwart- und Kapitänsfragen, allfällige Aufstellungsratereien, solche Sachen), kommen wir aber doch nicht an der üblichen Taktung des Jahres vorbei. Und die sieht für morgen den Start der neuen Bundesliga-Saison vor, was für RB nichts anderes heißt, als die nächste Stufe in Richtung Weltherrschaft zu erklimmen. Und damit sind dann auch wir geweckt. Was ist für 17/18 zu erwarten?</p>
<p><span id="more-1169"></span></p>
<p>Die Grundrichtung scheint klar: weiter so. Das heißt: Nach oben, mehr von allem, und weiter nichts am Charakter des Projektes verändern. Anlass gibt es dafür aus Sicht von RB sowieso nicht. Sportlich läuft die Kiste, Zuschauer kommen auch genug, und die lokalen und regionalen Eliten sehen in Rangnicks Leistungszentrum weiterhin das verheißungsvolle Licht am Ende des Nach-Wende-Tunnels.</p>
<h4>Die UEFA freut sich auf RB</h4>
<p>Das größte Hindernis auf dem Weg zur Partizipation am europäischen Fußball(gelder)markt erwies sich zudem als überraschend marginal: Die UEFA fand am Ende doch nichts Beunruhigendes an der Wettbewerbsteilnahme beider RB-Filialen. Im Gegenteil. Oder wie es der „<a href="http://ballesterer.at/heft/kommentare/der-entscheidende-fehler.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ballesterer</a>“ schrieb: „Die UEFA sendet das Signal, dass der Weg des Getränkekonzerns auch für andere Unternehmen offen ist.“</p>
<p>Damit hat RB nicht nur grünes Licht, um (potentiell) an beiden Standorten <span style="text-decoration: line-through;">mit hoher Reichweite Werbung zu machen</span> Champions League spielen zu lassen. Vor allem ermöglicht die CL-Teilnahme der Leipziger Dependance, sich noch einmal ganz neu als Neuling, frische Kraft und vor allem als David gegenüber einer Horde von Goliaths zu präsentieren. Dass wir in eine ganz neue Dimension der „Alle sind gegen uns“-Rhetorik vorstoßen, ließ schon das neuerliche <a href="http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Stadionverkauf-an-RB-Leipzig-Wir-haben-Stillschweigen-vereinbart" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview</a> mit dem mdr erahnen, in dem Rangnick sich allen Ernstes darüber beschwerte, „mit unserem Verein immer noch so eingeschränkt“ zu sein.</p>
<p>Populistisch –&nbsp;der Lieblingsvorwurf Rangnicks gegenüber allen Kritiken –&nbsp;ist das natürlich nicht. Wir wollen nicht einmal ausschließen, dass in Fuschl am Cottaweg tatsächlich auf diese Weise in die Welt gesehen wird. Und es zeigt, wie wenig man auf eine nur halbwegs selbstkritische oder differenzierte Position bei RB hoffen braucht.</p>
<p><figure id="attachment_1178" aria-describedby="caption-attachment-1178" style="width: 1920px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/08/camera-1392180_1920-1.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-1178" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/08/camera-1392180_1920-1.jpg" alt="" width="1920" height="1080" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/08/camera-1392180_1920-1.jpg 1920w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/08/camera-1392180_1920-1-300x169.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/08/camera-1392180_1920-1-768x432.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/08/camera-1392180_1920-1-1024x576.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1178" class="wp-caption-text">Foto: <a href="https://pixabay.com/en/camera-tv-television-broadcast-1392180/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Taken on Pixabay</a>//<a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 1.0 Universal</a></figcaption></figure></p>
<p>Und klar: Mit Straßenkick, demokratischen Vereinsstrukturen und halbwegs ausgeglichenen finanziellen Mitteln hat die Champions League noch viel weniger zu tun als eine der nationalen Ligen. Das RB-Standardargument „Die anderen sind doch auch nicht sauber“ zieht hier natürlich nochmal einfacher und macht es der geneigten Fangruppe allemal leicht, über alle Einwände gegenüber Mateschitz’ Spielzeug hinwegzusehen.</p>
<p>Es ist eben doch ein ganz normaler Verein. Dessen spezielle Normalität sich allein schon darin zeigte, dass er es sich offenkundig leisten konnte und wollte, selbst gegenüber den derzeit komplett absurden Ablöseangeboten aus England ignorant zu bleiben. Mit Geld hat das natürlich nichts zu tun, und mit im Zweifel unerschöpflichen Geldreserven schon gar nicht; die Jungs werden sicherlich durch ihre Begeisterung für das Projekt bei der Stange gehalten. Und klar, liebes ZEIT-Büro, durch ihre Identifikation mit dem Osten natürlich.</p>
<p>(Dabei könnte es sportlich in der kommenden Saison doch mal wieder interessant werden, und interessant meint: nicht so erfolgreich. Dreifachbelastung und so. Aber ist ja nicht unser Thema.)</p>
<h4>Problem Stadionkauf?</h4>
<p>Interessanter ist da schon der weitere Verlauf des <a href="http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Stadionverkauf-an-RB-Leipzig-Wir-haben-Stillschweigen-vereinbart" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stadion(ver)kaufs</a>. Öffentlich ist derzeit noch nichts, und damit ist auch unklar, an welcher Stelle es möglicherweise Schwierigkeiten geben könnte. Aber verwunderlich wäre es nicht, wenn das Rathaus dann doch nur hier und da ein bisschen Entgegenkommen bei der Finanzierung von Haltestellenhäuschen erbittet. Potential für wirklich interessante Fragen gäbe es genug, allein was den Kaufpreis und dessen Verteilung angeht. Die Leipziger Volkszeitung recherchiert hier sicherlich schon lange investigativ und wird uns auf dem Laufenden halten, aber zur Sicherheit behalten wir das auch mal im Auge.</p>
<p>Ohnehin gilt immer: Die Rote Revolution ist unaufhaltbar. Und sie kommt von unten. Basisdemokratie lebt! Neuestes Beispiel: Für die neue <a href="https://www.dierotenbullen.com/de/aktuelles/neuigkeiten/Saison_2017_18/Partnerschaft-Meemken.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stadionwurst</a> „wurde eine&nbsp;eigene Rezeptur&nbsp;entwickelt, die bei einem Vergleichswettbewerb von Fans als Sieger hervorging“. Alles andere wäre Rangnick auch zu populistisch.</p>
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		<title>Dosierte Dossiers (6)</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2017/04/24/dosierte-dossiers-6/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Apr 2017 12:50:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dosierte Dossiers]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[dosierte Dossiers]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Kommerzialisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Sport am Wochenende]]></category>
		<category><![CDATA[Überdruss]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeden Montag Regelmäßig empfehlen wir Artikel, Berichte und Beiträge, die das Label Sportjournalismus verdienen. Also Dinge, die es mit Sicherheit nicht ins Red Bulletin schaffen. Wir präsentieren Perspektiven und Recherchen, die den Blick auf das Drumherum, das Dahinter und das große Ganze lenken &#8211; anstatt den aktuellen Spieltag als Edelfan oder Maskottchen abzufeiern. [Gruß an &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/04/24/dosierte-dossiers-6/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Dosierte Dossiers (6)</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_1158" aria-describedby="caption-attachment-1158" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/6277208708_7e6607d601_b.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-1158" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/6277208708_7e6607d601_b.jpg" alt="" width="1024" height="649" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/6277208708_7e6607d601_b.jpg 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/6277208708_7e6607d601_b-300x190.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/6277208708_7e6607d601_b-768x487.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1158" class="wp-caption-text"><a href="https://www.flickr.com/photos/62693815@N03/6277208708/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jon S on flickr &#8220;Newspapers B&amp;W (3)&#8221;</a> // <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a></figcaption></figure></p>
<p><del datetime="2017-03-06T13:15:25+00:00">Jeden Montag</del> Regelmäßig empfehlen wir Artikel, Berichte und Beiträge, die das Label Sportjournalismus verdienen. Also Dinge, die es mit Sicherheit nicht ins Red Bulletin schaffen. Wir präsentieren Perspektiven und Recherchen, die den Blick auf das Drumherum, das Dahinter und das große Ganze lenken &#8211; anstatt den aktuellen Spieltag als Edelfan oder Maskottchen abzufeiern. [Gruß an die LVZ!]</p>
<p><span id="more-1157"></span></p>
<p>Diesmal bekommt ihr nur eine einzelne Lese- bzw. Hörempfehlung. Diese hat es dafür in sich! Der Deutschlandfunk hat am vergangenen Ostermontag eine ganze Ausgabe <em>Sport am Feiertag</em> freigeräumt und aus verschiedenen Blickwinkeln den Überdruss beleuchtet, den der/die eine oder andere (wir auf jeden Fall!) möglicherweise in Bezug auf die schönste Nebensache der Welt gelegentlich empfindet.</p>
<p>Thema ist zunächst die Allverfügbarkeit von Fußball im TV. Schon jetzt vergeht kein Tag, an dem nicht irgendein nichtiges Fußballspiel übertragen wird und einen mit dem Gefühl zurück lässt, dass Fußball in allen Schwierigkeitsstufen schon zehn mal durchgespielt ist. Nun steigen außerdem noch Onlineanbieter ein und drehen das Rad noch ein Stück weiter</p>
<p>Außerdem kommt <a href="http://www.deutschlandfunk.de/hfc-falke-auf-der-emotionalen-schiene-eine-alternative.1346.de.html?dram:article_id=384000">die Präsidentin des HFC Falke zu Wort und erklärt, warum sie mit den Geschäft Bundesliga nur noch wenig anfangen kann</a>. Ähnlich der Ehrenpräsident des VfL Osnabrück, <a href="http://www.deutschlandfunk.de/dritte-liga-der-fussball-befindet-sich-in-einer-scheinwelt.1346.de.html?dram:article_id=383998">Dirk Rasch, der sich von DFB und DFL in Stich gelassen füllt</a>. Beide würden nur fordern, aber nichts an die kleineren Vereine geben.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich bin fest davon überzeugt, dass in diesem Jahr in der Dritten Liga nicht ein einziger Club schwarze Zahlen schreibt&#8221; &#8211; Dirk Rasch</p></blockquote>
<p>Des Weiteren geht es um aktuelle<a href="http://www.deutschlandfunk.de/kommerzialisierung-die-politik-will-sich-mit-dem-fussball.1346.de.html?dram:article_id=384001"> Trends zur Kommerzialisierung des Fußballs und die Vorteile, die die Politik daraus zieht</a>, um <a href="http://www.deutschlandfunk.de/fortuna-koeln-fussball-fuer-nostalgiker.1346.de.html?dram:article_id=383990">Fortuna Köln</a>, bei denen das Stadionerlebnis als Gegenentwurf zum &#8220;modernen Hochglanzfußball&#8221; gelten kann und schließlich noch mal allgemeiner um das <a href="http://www.deutschlandfunk.de/fussball-blase-masslosigkeit-statt-weitsichtigkeit.1346.de.html?dram:article_id=383985">Aufblasen des internationalen Spielkalenders, um noch mehr Vermarktungseinnahmen zu erzielen</a>.</p>
<p>Die Aufstellung aller Beiträge zur Themensendung <a href="http://www.deutschlandfunk.de/sport-am-wochenende.1345.de.html?drbm:date=2017-04-17" target="_blank" rel="noopener noreferrer">findet ihr hier</a>. <a href="http://srv.deutschlandradio.de/themes/dradio/script/aod/index.html?audioMode=3&amp;audioID=538960&amp;state=">Zum kompletten durchhören hier</a>.</p>
<p>Viel Vergnügen!</p>
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		<title>Ermüdungserscheinungen</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2017/04/21/ermuedungserscheinungen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Apr 2017 11:50:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Ermüdung]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[RB Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftlicher Nutzen]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Text erschien zuerst in der Erlebnis Fußball No 70 und ist für diesen Blogpost nur leicht verändert und aktualisiert worden. Man sollte sich nichts vormachen. RB ist dort angekommen, wo sie hingehören. Gekonnt und locker beherrscht der erst 2009 aus dem Boden gestampfte „Verein“ die etablierten Regeln des Bundesligafußballs und kann sich gleichzeitig als jung, &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/04/21/ermuedungserscheinungen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Ermüdungserscheinungen</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<pre>Dieser Text erschien zuerst in der <a href="http://erlebnis-fussball.de/ausgabe/70/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erlebnis Fußball No 70</a> und ist für diesen Blogpost nur leicht verändert und aktualisiert worden.</pre>
<p><figure id="attachment_1152" aria-describedby="caption-attachment-1152" style="width: 1920px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/man-1245993_1920.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="size-full wp-image-1152" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/man-1245993_1920.jpg" alt="" width="1920" height="1276" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/man-1245993_1920.jpg 1920w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/man-1245993_1920-300x199.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/man-1245993_1920-768x510.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/man-1245993_1920-1024x681.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1152" class="wp-caption-text">Foto: <a href="https://pixabay.com/en/man-sleeping-man-nap-napping-male-1245993/">Unsplash on Pixabay</a> // <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en">CC0 Public Domain</a></figcaption></figure></p>
<p>Man sollte sich nichts vormachen. RB ist dort angekommen, wo sie hingehören. Gekonnt und locker beherrscht der erst 2009 aus dem Boden gestampfte „Verein“ die etablierten Regeln des Bundesligafußballs und kann sich gleichzeitig als jung, wild und unvorbelastet darstellen. Und das wird auch erst mal so bleiben. Professionell und nüchtern aufgestellt in Bezug auf Vereinsmanagement und -vermarktung, Personalstruktur, Spieleraquise und Jugendausbildung, können sich einige andere Bundesligisten bei der österreichischen Niederlassung in Leipzig sogar noch etwas abschauen. Zudem rennen die Zuschauer dem Neuling die Bude ein. RB ist somit Realität und wird sich aus dieser wohl so schnell nicht wieder verjagen lassen. Im Gegenteil: Europa und ein neues Stadion rufen!</p>
<p><span id="more-1150"></span></p>
<p>Ermöglicht wurde und wird das bekanntermaßen durch ein hunderte Millionen schweres Investment des österreichischen Weltkonzerns, über dessen genaue Höhe gemeinhin Stillschweigen herrscht. Nüchtern betrachtet, stellt RB diesbezüglich die konsequente Weiterführung und Zuspitzung dessen dar, was besonders die Spitzenclubs der Bundesliga bei der Suche nach Finanzierung des kostspieligen Alltagsbetriebs umtreibt. Bei der Bayern München AG sind mit Adidas, Audi und Allianz gleich drei deutsche Großkonzerne Anteilseigner. Borussia Dortmund ist ebenfalls als Aktiengesellschaft aufgestellt, auch wenn die Aktionärsstruktur kleinteiliger ist. VW bei Wolfsburg, Bayer in Leverkusen und womöglich <a href="http://www.kicker.de/news/fussball/2bundesliga/startseite/676022/artikel_daimler-steigt-beim-vfb-stuttgart-ein.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">demnächst Daimler in Stuttgart</a> – überall stehen Großsponsoren und -geldgeber hinter den Vereinen und da haben wir noch nicht mal von den englischen, französischen und italienischen Topclubs gesprochen. Dort gehört die Finanzierung der Spitzenclubs durch Ölscheichs, Hedgefonds oder Konzernen aus dem fernen Osten fast schon zum guten Ton. Das große Geld ist jedenfalls längst etabliert im Profifußball.</p>
<h4>RB-Kritik verfängt nicht mehr</h4>
<p>Eine darauf bezogene Kritik finden wir (auch wenn uns das „Fußballgeschäft“ zuweilen anstinkt) zunehmend langweilig. Zumal sie auch nicht (mehr) verfängt. Kommt man heute mit Fans und Unterstützer von RB ins Gespräch, beim Grillen unter Freunden, beim Training des eigenen Amateurclubs oder an Spieltagen in der Bahnhofskneipe, wird schnell deutlich, dass diese sich nicht mehr auf „klassische“ Kritikpunkte einlassen. Im Gegenteil: Unumwunden und bereitwillig wird eingestanden, dass es sich bei RB um „Konzeptfußball“ handelt. Um einen Verein, der nur aufgrund von nicht selbst eingespieltem Geld und der konsequenten Anwendung heute im Spitzenfußball üblicher Prinzipien dorthin gelangte, wo er aktuell ist. „Tradition“ und den ganzen Klimbim brauche man dafür nicht. Dafür bekomme man „geilen Fußball“ zu sehen. Und es stimmt ja auch: Wie soll man mit kritischen Hinweisen auf die gesteigerte Kommerzialisierung und Fremdkapitalisierung noch punkten, wenn die großen Vereine anderer Städte es nicht anders machen (auch wenn sie historisch und organisatorisch anders dahin gelangt sind)? Oder anders gefragt: Was soll falsch daran sein, sich in das entfesselte Millionengeschacher, das der Spitzenfußball nun einmal ist, einfach einzukaufen und strategisch geplant mitzuspielen?</p>
<p>RB aus einer solchen kühlen bis zynischen Haltung heraus zu unterstützen, ist in Leipzig jedenfalls Mode geworden. Große Teile der meist nur am Rande fußballsozialisierten Stadtgesellschaft können und wollen an RB nicht schlimmes finden. Medien, lokale Wirtschaft und Rathaus – alle stimmen mit ein in die Hymne auf den Verein der kam, um die Stadt endlich zu erlösen aus den Jahren der Bedeutungslosigkeit. Denn das wurde auch schnell deutlich: Leipzig erhebt einen quasi-natürlichen Anspruch auf Bundesligafußball. Und da „die anderen“ ihre Chance hatten (Chemie und Lok), sei es nur noch durch den Eingriff einer dritten Partei möglich gewesen, die Stadt wieder auf die Bundesligalandkarte zu hiefen. Dort angekommen, feiert man sich nun selbst ab und weißt auf die positiven Effekte hin, die das österreichische Investment gebracht hat.</p>
<h4>RB als eierlegende Wollmilchsau</h4>
<p>Dabei werden vor allem wirtschaftliche Argumente vorgebracht. RB schaffe Arbeitsplätze, RB spühle Einnahmen für den Tourismus in die Stadt, RB sei Leuchtturm für eine ganze Region. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt dieser Aussagen, wird doch daran deutlich, womit RB eben auch in der Stadt über die Spieltage hinaus in Verbindung gebracht wird. Der Verein wird vor allem als <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2016/10/12/momentchen-mal/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cash Cow</a> verstanden, die der Stadt beim ankurbeln der eigenen Wirtschaft zur Seite stehen soll. Und alle wollen etwas abbekommen vom Kuchen. Städtische Betriebe, in Leipzig angesiedelte Autobauer, Mittelständler – alle steigen mit irgendwelchen Kleckerbeträgen ein, um nur ja auch ein wenig von der Aura abzubekommen, die RB in der Stadt versprüht. Die Stadionlogen sind an Spieltagen längst zu Orten geworden, an denen sich die städtische Wirtschaftsprominenz und die die gern dazu gehören würden, sich die Klinke in die Hand geben.</p>
<p>Dazu gesellt sich die lokal ansässige Leipziger Volkzeitung, die sich ohne wenn und aber dem „Projekt RB“ verschrieben hat. Besonders der <del>Chef der Sportredaktion</del> <a href="http://www.lvz.de/Sport/RB-Leipzig/News/LVZ-Chefreporter-Guido-Schaefer-reist-mit-Hindernissen-ins-RB-Leipzig-Trainingslager" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chefreporter</a>, der zwar hier und da mit amüsanten Zoten aus seiner eigenen Profizeit auftrumpfen kann, geht voll im RB-Kosmos auf. Genüsslich sucht er die Nähe zum Profikader, begleitet die Spieler mit in die Trainingslager und feiert sich überhaupt als denjenigen ab, der die exklusiven Inside Views vom Trainingsplatz und aus der Kabine erhaschen kann. Ein distanzierender Blick auf beispielweise die Gründungszeit der „Vereins“ und wie der Sächsische Fußballverband als Steigbügelhalter gleich beide Augen in Bezug auf die eigene Satzung zugedrückt hat, lässt sich ihm nicht nachsagen. Motto: Wer RB kritisiert, gehört zu den Vorgestrigen.</p>
<h4>Mit der Geduld am Ende: Freut euch doch mal!</h4>
<p>Überhaupt scheint die Geduld bei RB und dessen Apologeten langsam am Ende zu sein. Offenbar findet man, es wurde lange genug diskutiert und kritisiert. Spätestens seit dem Verlassen der 3. Liga finden etliche, es sei nun an der Zeit, dass die Sicht auf das reine Vergnügen nicht durch die ganzen Grübler und Nörgler verstellt wird, die immer nur wieder mit den gleichen Vorwürfen ankamen.</p>
<p>Aber auch auf Seiten des potentiell kritischen Publikums sind Ermüdungseffekte zu beobachten – ganz ähnlich wie in Bezug auf die TSG Hoffenheim. Der Ofen, an dem Gespräche zum problematischen Gebahren von RB geführt werden können, scheint jedenfalls zunehmend zu erlöschen. Alles schon mal gehört, wir können doch nichts daran ändern. Medial ist sowieso nichts zu erwarten. Sky und ARD aber auch die sogenannten „Leitmedien“ normalisieren RB weitgehend in ihrer Berichterstattung und entwickeln sogar eine hämische Freude, wenn RB mal wieder vor einem kritischen Publikum gewinnt. Die wollen jetzt auch mal langsam zur Tagesordnung übergehen, nicht immer so komplizierte Dinge denken und immer kritisch sein, das verdirbt sowieso die Laune. Im Zweifel imitiert man dann eine intellektuelle Haltung und zerrt den Tradition/Kommerz-Quatsch wieder vor, kaut ein bisschen drauf herum und spuckt ihn dann aus, um dann irgendeinen lockeren Spruch von wegen „frischer Wind“ und so zu bringen.</p>
<h4>Kritik bleibt weiterhin nötig – aber wie?</h4>
<p>RB als Tatsache einfach hinnehmen also? Wir finden, nein! Bloß weil RB nun etabliert ist und sich fußballerisch immer weiter eingroovt, ist die Grundlage dessen, was da entsteht immer noch nicht gut zu heißen! Als ob das Projekt nach fünf Jahren aufhört hätte, ein Projekt zu sein; als ob Mateschitz nur am Anfang dem Vereinsvorstand ein bisschen Geld in die Hemdtasche gestopft hätte („Nimm ruhig, Junge!“), das aber doch schon längst vergessen sei und er mittlerweile nicht mehr direkten Einfluss nehmen kann und nimmt. Als ob inzwischen die Mitgliedsbeiträge gesenkt und hunderte stimmberechtigte Mitglieder dabei seien. Als ob man ernsthaft an einer selbstbestimmten und auch mal schwierig werdenden Fankultur interessiert sei. Als ob das Ganze aufgehört hätte, in erster Linie ein Marketingzirkus zu sein.</p>
<p>Ob die vielen zu beobachtenden Proteste hilfreich dabei sind, um diese Punkte zu thematisieren? Wir sind zumindest skeptisch. Oft wirken sie auf uns kontraproduktiv, weil entweder zu simpel gedacht („Scheiß Kommerz!“) oder mit falschen Mitteln arbeitend (Bullenkopf in Dresden). Wirklich kreativ hat sich bisher noch keine Szene hervorgetan – vielleicht auch, weil aus den genannten Gründen eine Kritik immer schwieriger wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Rasenfunk Tribünengespräch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Apr 2017 13:05:34 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Alex Feuerherdt]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor einigen Wochen hat Max-Jacob Ost vom Rasenfunk angefragt, ob wir uns an einer Gesprächsrunde über Rasenballsport beteiligen wollen. Wir waren freilich gleich Feuer und Flamme weil a) Podcast! und b) wirklich spannende Gästeauswahl: Außer uns war der Rotebrauseblogger Matthias Kießling, Jens Buschmann von schwatzgelb.de und Alex Feuerherdt (Lizas Welt, Collinas Erben) angefragt. Wir haben &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/04/12/rasenfunk-tribuenengespraech/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Rasenfunk Tribünengespräch</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_1125" aria-describedby="caption-attachment-1125" style="width: 660px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/titelbild_rasenfunk_tg09.jpeg"><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-1125 size-large" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/titelbild_rasenfunk_tg09-1024x576.jpeg" alt="" width="660" height="371" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/titelbild_rasenfunk_tg09-1024x576.jpeg 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/titelbild_rasenfunk_tg09-300x169.jpeg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/titelbild_rasenfunk_tg09-768x432.jpeg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/titelbild_rasenfunk_tg09.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1125" class="wp-caption-text">Titelbild Rasenfunk TG009 &#8211; (c) Rasenfunk.de</figcaption></figure></p>
<p>Vor einigen Wochen hat Max-Jacob Ost vom <a href="http://rasenfunk.de/">Rasenfunk</a> angefragt, ob wir uns an einer Gesprächsrunde über Rasenballsport beteiligen wollen. Wir waren freilich gleich Feuer und Flamme weil a) Podcast! und b) wirklich spannende Gästeauswahl: Außer uns war der <a href="http://rotebrauseblogger.de/">Rotebrauseblogger</a> Matthias Kießling, Jens Buschmann von <a href="http://www.schwatzgelb.de/">schwatzgelb.de</a> und Alex Feuerherdt (<a href="https://lizaswelt.net/">Lizas Welt</a>, <a href="http://fokus-fussball.de/category/collinaserben/">Collinas Erben</a>) angefragt. Wir haben also zugesagt und gedoodelt und Montagabend war es so weit.</p>
<p>Wir haben von 20 Uhr bis nach 2 Uhr diskutiert, zugehört und auch gescherzt. Es war eine wirklich angenehme Runde und eine runde Sache &#8211; Und auch nach fünfeinhalb Stunden Podcast sind längst nicht alle Themen rund um RBL angesprochen geschweige denn ausdiskutiert.</p>
<p>Ihr findet die Sendung <a href="http://rasenfunk.de/abonnieren/">im Podcatcher eurer Wahl</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=qNG-fHldwss">auf YouTube</a> und in allen gängigen Formaten auch <a href="http://rasenfunk.de/tribuenengespraech/rasenballsport-leipzig-tg009-rb-leipzig-raba-mateschitz-red-bull">bei Max auf der Rasenfunk-Seite</a>. Hört und kommentiert!</p>
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