<br />
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	<title>ansgar &#8211; zwangsbeglückt</title>
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	<description>Ein RB-Leipzig-Protokoll</description>
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		<title>Wahlwerbung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Jan 2020 07:30:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ohne Zusätze]]></category>
		<category><![CDATA[Burkhard Jung]]></category>
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					<description><![CDATA[Was bei aller Euphorie um die Tabellenführung der Betriebssportgemeinschaft Fuschl am See auch interessant ist: In Leipzig steht die Wahl eines Oberbürgermeisters an. Zwar läge es in der Logik des Vereins, wenn auch hier einfach jemanden transferiert würde, etwa Harald „Harry“ Preuner, der zur Zeit in Salzburg Bürgermeister ist. Aber nun, die Sächsische Gemeindeordnung sieht &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2020/01/24/wahlwerbung/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Wahlwerbung</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Was bei aller Euphorie um die Tabellenführung der Betriebssportgemeinschaft Fuschl am See auch interessant ist: In Leipzig steht die Wahl eines Oberbürgermeisters an. Zwar läge es in der Logik des Vereins, wenn auch hier einfach jemanden transferiert würde, etwa Harald „Harry“ Preuner, der zur Zeit in Salzburg Bürgermeister ist. Aber nun, die Sächsische Gemeindeordnung sieht es vor, dass die Stimmberechtigten über dieses Amt entscheiden, derzeit rund 470.000. Und so stehen am 2. Februar acht Kandidatinnen auf der Liste, über die dann spätestens am 1. März in einer Stichwahl entschieden wird.</p>



<p>Wir haben fünf Kandidat*innen für <a href="https://kreuzer-leipzig.de/2020/01/24/wahlwerbung/">unsere monatliche Kolumne bei KREUZER</a> auf ihre Sicht zu RB befragt. Unsere Fragen waren natürlich tendenziös, das aber mit Nachdruck. Kurzfassung: Sie reichten von einem „Wie halten Sie es mit RB?“ bis hin zur Frage nach der Vorfreude auf die Meisterfeier im Mai. </p>



<p>Realistischerweise schätzen einige der Angefragten ihre OBM-Chancen als niedrig ein und verzichten schon vorab auf die Teilnahme an unserer Befragung. Dies gilt etwa für Sebastian Gemkow, auch Franziska Riekewald von der Linken hielt sich bedeckt. Marcus Viefeld von der FDP hatten wir gar nicht erst angeschrieben. Seine plakatierte Losung „Unternehmer ins Rathaus!“ war ja schon eine Vorab-Antwort auf die Frage nach dem Verhältnis zu RB.</p>



<p>So haben wir das Vergnügen, hier umso vollständiger die Reaktionen von Katharina Krefft (Bündnis 90/Grüne), Burkhard Jung (SPD) und Ute-Elisabeth Gabelsmann (Piraten, Humanisten, ÖDP &amp; Demokratie in Bewegung) zu dokumentieren. Das Ergebnis vorab: <a href="https://kreuzer-leipzig.de/2020/01/24/wahlwerbung/">Die Unterschiede sind nicht riesig, aber fein, wie wir andernorts ausführlicher interpretiert haben.</a></p>



<span id="more-1302"></span>



<h2 class="wp-block-heading">Burkhard Jung (SPD)</h2>



<p><em>Worum handelt es sich
ihrer Meinung nach bei RB Leipzig?</em></p>



<p>„Um den Grund, warum Leipzig endlich auch wieder im Fußball
Champions League spielt. Und das finde ich großartig.“</p>



<p><em>Wie wird die Kommune
unter ihrer Leitung RB Leipzig künftig unterstützen?</em></p>



<p>„Ihr habt ja schon 2014 festgestellt, ich sei &#8220;im
Liebestaumel mit dem heilsbringenden Gebieter&#8221;. Aber im Ernst: Leipzig
profitiert sehr von RB. Wir arbeiten gut zusammen und entlassen RB auch nicht
aus seinen Pflichten gegenüber der Stadt. Als nächstes werden wir die
Gestaltung des Stadionumfelds inklusive Sportmuseum, Mobilität etc. angehen.
Das ist eines der Schwerpunktprojekte aus meinem Arbeitsprogramm 2023.“</p>



<p><em>Wie hoch schätzen Sie
die Vorbildwirkung von RB ein, etwa was Mitbestimmung und politisches Engagement
angeht?</em></p>



<p>„Die Stärken von RB liegen auf anderen Feldern.“</p>



<p><em>Wie sehr freuen Sie
sich auf die RB-Meisterfeier im Mai?</em></p>



<p>„Sehr! Aber die Bierdusche gilt nur dem Trainer, richtig?“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Katharina Krefft (Bündnis 90/Die Grünen)</h2>



<p><em>Worum handelt es sich
ihrer Meinung nach bei RB Leipzig?</em></p>



<p>„Vielen Dank für Ihre Fragen an eine echte Fußballexpertin.
Aber immerhin kicke ich gerne mit den Kindern, und darum spiel(t)en auch alle
meine Mädels GTA-Fußball. Die Älteste hatte sogar durchgesetzt, dass es an
ihrer Grundschule GTA-Mädchenfußball schon ab der 1. Klasse gab. Und die haben
dann sogar Preise geholt. Ich hatte mich auch sehr gefreut, dass der TuS
Leutzsch uns beim Frauenfestival unterstützt hatte an der Fußballwand – die
wiederum von RB kam. Mein Mann sagt immer: Wir sind ‚Chemiker‘ also Anhänger
von Chemie Leipzig.</p>



<p>Zunächst einmal begrüße ich, dass RB Leipzig ein Fußballclub
ist, der Menschen jeden Alters zu seinen Fans zählt und sichtbar viele Familien
– auch aus dem Umland &#8211; ins Stadion lockt. Das ist ein großer Unterschied zu
den Zeiten als noch Lok Leipzig im Zentralstadion spielte und an Heimspieltagen
in der Innenstadt sog. „Fans“ Angst und Schrecken verbreiteten.</p>



<p>Auf der anderen Seite ist da ein Club, der wie die meisten
großen Clubs in Europa ein sichtbares Zeichen der Kommerzialisierung des
Volkssports Fußball darstellt. Ich will da tatsächlich keine Wertung vornehmen,
weil ich einerseits an Fußball eher wenig Interesse habe und andererseits viele
Menschen das weniger kritisch sehen. Letztlich ist RB-Leipzig ein gut
geschmiertes Unternehmen, aber darin unterscheiden sie sich heute nicht mehr
von anderen Spitzenclubs der Bundesliga.“</p>



<p><em>Wie wird die Kommune
unter ihrer Leitung RB Leipzig künftig unterstützen?</em></p>



<p>„Ich sehe nicht, dass RB Leipzig eine Unterstützung nötig
hat. Sicherlich ist RB ein unbestrittener Wirtschaftsfaktor für unsere Stadt
und auch für die Bekanntheit und das Stadtmarketing eines der Aushängeschilder.
Wir können als Stadt froh sein, dass wir für unser innerstädtisches Stadion
einen regelmäßigen Nutzer haben.</p>



<p>Das aber bedingt natürlich eine Zusammenarbeit auf
bestimmten Gebieten, sofern sich die Interessen von RB oder die der Stadt
überschneiden. Ich bin demnach sehr gespannt, wie sich das Interesse von RB
Leipzig, seine Geschäftsstelle, einen Fanshop sowie hunderte von Stellplätzen
im Bereich des ehemaligen Schwimmstadions mit dem städtischen Interesse der
Realisierung der Feuerbachschleife und des Sportmuseums übereinander bringen
lässt. OBM Jungs Interesse erscheint mir da sehr diffus, indem er am Stadtrat
vorbei seit Monaten Geheimverhandlungen führt und die Anbindung des ÖPNV an das
Stadion seinen persönlichen Interessen an einem bislang undefinierten „Haus des
Sports“ unterzuordnen scheint.</p>



<p>Und grundsätzlich halte ich es mit einer abgewandelten
amerikanischen Redensart, die übrigens auch für andere Unternehmen gilt: ‚Bevor
Du fragst, was die Stadt für Dich tun kann, frage Dich, was Du für die Stadt
machen kannst?‘ Ich glaube nicht, dass sich RB über die Stadt Leipzig beklagen
kann.“</p>



<p><em>Wie hoch schätzen Sie
die Vorbildwirkung von RB ein, etwa was Mitbestimmung und politisches
Engagement angeht?</em></p>



<p>„Wir Grüne setzen uns generell für umfassende Transparenz, Beteiligung und Mitbestimmung ein. Ich erlebe RB Leipzig eher als unpolitischen Verein, vielleicht auch als Reaktion auf die rechten Auswüchse vor einigen Jahren rund um Lok Leipzig.</p>



<p>Dass Transparenz, Mitbestimmung und Beteiligungskultur bei
RB Leipzig naturgemäß anders gelebt wird als z.B. bei Chemie Leipzig hat auch
kommerzielle bzw. privatwirtschaftliche Hintergründe. RB würde hinsichtlich der
Akzeptanz und der demokratischen Mitbestimmung sicherlich gut daran tun, ihre
restriktive Haltung zu lockern und Fans mehr Mitsprache einzuräumen. Zumindest
im kommunalen Einflussbereich werde ich mit meinen grünen Überzeugungen zeigen,
dass es auch anders geht und Transparenz, Beteiligung und Mitbestimmung
gewinnbringend ist. Und ich erwarte bei einem Verein, in dessen Reihen viele
Ausländer spielen, eine klare Kante gegen Rassismus und Hass.“</p>



<p><em>Wie sehr freuen Sie
sich auf die RB-Meisterfeier im Mai?</em></p>



<p>„Abgerechnet wird zum Schluss! Ich bin da leidenschaftslos
und außerdem gilt: ‚May the best team win!‘ Wir Grüne haben ja immerhin dafür
gesorgt, dass die Fassade des Alten Rathauses saniert wurde und damit der
Balkon gleich mit. Insofern sehe ich einer Meisterfeier entspannt entgegen.
Sollte es mit der Meisterschaft klappen, ist dies natürlich für die Beteiligten
und Fans ein Grund zu feiern.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ute-Elisabeth Gabelsmann (Piraten, Humanisten, ÖDP &amp; Demokratie
in Bewegung)</h2>



<p><em>Worum handelt es sich
ihrer Meinung nach bei RB Leipzig?</em></p>



<p>„Soweit ich informiert bin, um eine Ausgründung des SSV
Markranstädt. Aber ich gebe zu, daß ich da kein sonderlicher Experte bin.
Ausschließen hingegen kann ich, dass es sich um einen Stadtmäzen handelt.“</p>



<p><em>Wie wird die Kommune
unter ihrer Leitung RB Leipzig künftig unterstützen?</em></p>



<p>„Das klären wir in derselben Sitzung, gleich mit der Frage,
wie RB die von mir gelittene Kommune künftig unterstützt.“</p>



<p><em>Wie hoch schätzen Sie die
Vorbildwirkung von RB ein, etwa was Mitbestimmung und politisches Engagement
angeht?</em></p>



<p>„Ich zitiere die Wikipedia: ‚Im Gegensatz zu allen anderen
deutschen Fußballvereinen räumt RB Leipzig seinen Anhängern keine offizielle Möglichkeit
ein, stimmberechtigtes Mitglied zu werden. Nach Angaben des damaligen
Geschäftsführers Ulrich Wolter strebe RB Leipzig nicht die hohen
Mitgliederzahlen anderer Klubs an. Laut Wolter seien Vereine, in denen Fans aus
der Ultra-Szene Strukturen geschaffen haben, nicht im Sinne des deutschen
Fußballs, und man wolle sich solchen Zuständen absolut entziehen.‘</p>



<p>Ich habe mir mal notiert, daß die Führungsebene von RB zu
meinen ersten Bürgerkonferenzen geladen wird. Als OBM hat man schließlich Vorbildwirkung.“</p>



<p><em>Wie sehr freuen Sie
sich auf die RB-Meisterfeier im Mai?</em></p>



<p>„Bin ich da geladen? Was zieht man da an? Sind Gastgeschenke
okay? Ich muss mal eben eine ganz liebe Freundin konsultieren, die weiß ganz
sicher Rat!“</p>
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		<title>Erwartungshaltung</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2019/08/18/erwartungshaltung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Aug 2019 13:41:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Instagram]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sky]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachnachricht]]></category>
		<category><![CDATA[Sylvia Walker]]></category>
		<category><![CDATA[Trikot]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
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					<description><![CDATA[Zugegeben, hin und wieder stellen wir uns selbst die Frage, warum wir Rasenballsport Leipzig kritisch begleiten. Viel öfter freilich fragen uns andere, was wir denn gegen RB hätten, &#8220;die anderen&#8221; würden ja auch viel Geld in den Profifußball stecken. Die Standardsituationen solcher Gespräche haben wir ja schon in Ruhe aufgeschrieben (1, 2, 3). Außerdem erfordert &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2019/08/18/erwartungshaltung/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Erwartungshaltung</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Zugegeben, hin und wieder stellen wir uns selbst die Frage, warum wir Rasenballsport Leipzig kritisch begleiten. Viel öfter freilich fragen uns andere, was wir denn gegen RB hätten, &#8220;die anderen&#8221; würden ja auch viel Geld in den Profifußball stecken. Die Standardsituationen solcher Gespräche haben wir ja schon in Ruhe aufgeschrieben (<a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/09/04/standardsituationen-der-rb-affirmation-1/">1</a>, <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/09/16/standardsituationen-der-rb-affirmation-2/">2</a>, <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/10/28/standardsituationen-der-rb-affirmation-3/">3</a>). Außerdem erfordert es ja tatsächlich eine gewisse Anstrengung, etwas genauer zu verfolgen, das einem eigentlich widerstrebt.</p>



<p>Und dann geschieht etwas, das in seiner Absurdität verdeutlicht, was durch das Auftreten von RB Leipzig vor Ort, in der Bundesliga und seiner Normalisierung in der Berichterstattung schon alles verrutscht ist. Und damit auch, warum es eben nötig ist, genau hinzuschauen und zu reflektieren, was da eigentlich passiert. Aber von vorn.</p>



<span id="more-1284"></span>



<h2 class="wp-block-heading">Sky-Reporterin berichtet im RB-Trikot</h2>



<p>Die Geschehnisse um die Sky-Reporterin Sylvia Walker im Juli sind an sich schon so irrwitzig wie die Handlungsstränge einer Reality-Seifenoper auf RTL II, weswegen sie zunächst wertfrei wiedergegeben werden sollen.</p>



<p>Für ihren Arbeitgeber Sky moderierte Walker einen Bericht über das RB-Trainingszentrum am Cottaweg und trug dabei ein Trikot mit eigens für sie angefertigter Beflockung. Davon teilte sie ein (mittlerweile gelöschtes) Bild mit ihren 55.000 Instagram-Follower_innen.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="600" height="1024" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram-600x1024.png" alt="" class="wp-image-1285" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram-600x1024.png 600w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram-176x300.png 176w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram.png 648w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>



<p>In den Kommentaren fragte Nutzer auefans_rheinmain, ob das mit neutraler Berichterstattung vereinbar sei. Walker antwortete darunter:</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" loading="lazy" width="540" height="526" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram2.png" alt="" class="wp-image-1286" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram2.png 540w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram2-300x292.png 300w" sizes="(max-width: 540px) 100vw, 540px" /></figure>



<p>Doch mit ihrem Verweis auf journalistische Standards (dazu unten mehr) war es nicht getan. Sie schrieb einem weiteren Nutzer, der den Kommentar von auefans_rheinmain geliked hatte, eine persönliche Nachricht, und fragte ihn nach dessen Gründen für die Zustimmung zum Kommentar.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" loading="lazy" width="322" height="130" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram3.png" alt="" class="wp-image-1287" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram3.png 322w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram3-300x121.png 300w" sizes="(max-width: 322px) 100vw, 322px" /></figure>



<p>Der betreffende Nutzer Cem a.k.a. bbrokeforever nahm sich die Zeit und schrieb ihr durchaus ausführlich zurück:</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" loading="lazy" width="304" height="496" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram4.png" alt="" class="wp-image-1288" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram4.png 304w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram4-184x300.png 184w" sizes="(max-width: 304px) 100vw, 304px" /></figure>



<p>Woraufhin Walker dem Nutzer eine Sprachnachricht schickte, in der sie ihm antwortete:</p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Also wenn man so negativ schreibt, muss ich dir jetzt auch eine Nachricht hinterlassen, denn ich find es unglaublich. Denn zum einen, weiß ich nicht, hast Du glaube ich nie kapiert, was Fußball eigentlich bedeutet: Leidenschaft, Spaß, Spiel, Sport, Disziplin, und da geht es wirklich um was. Und du beleidigst einen Verein – und für mich ist es ein Verein &#8211; denn die haben bewiesen, dass sie mit ordentlich Geld auch was anfangen können. Sie haben einen tollen Plan, sie haben tolle Leute am Start, die das auch alles managen, zum Beispiel, wo ich auch war, in diesem Trainingstrakt. Da weißt Du, was dahinter steckt, und nicht nur einfach Dosen- und Retortenverein. Du solltest Dich eigentlich schämen, so negativ darüber zu sprechen. Und ich wünsch Dir auch noch nen schönen Abend, weil für mich hat das mit Instagram-Likes überhaupt nichts zu tun, Du gehst mir eigentlich am Arsch vorbei, weil interessieren tust Du mich nicht, wenn Du so die Leute beleidigst und gleich verurteilst. Ich wünsch Dir nen schönen Tag und ich hoffe, dass Du nicht so frustriert bist, wie es hier in dieser Nachricht rüberkommt.</p><cite>Sprachnachricht von Sylvia Walker</cite></blockquote>



<p>Öffentlich wurde der zweite Teil der Konversation, als der angeschriebene Instagram-Nutzer diese auf Twitter veröffentlichte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verschobene Wahrnehmung</h2>



<p>An diesem Austausch, der – mit Ausnahme der abgewogenen Antwort von Cem – so auch aus der WhatsApp-Gruppe einer siebten Klasse kommen könnte, ließe sich jetzt vieles aufspießen. Festgehalten werden sollte jedenfalls der offensichtlichste Widerspruch, dass Frau Walker den &#8220;Likes&#8221; auf einem kritischen Kommentar in ihrem Instagram-Profil hinterher recherchiert, um anschließend zu behaupten, das gehe ihr am Arsch vorbei.</p>



<p>Im größeren Bild gesehen, zeigt sich daran die hier auch schon vor fünf Jahren angesprochene <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/07/30/ergebenheit-als-systembestandteil/">Verzerrung in der Sportberichterstattung</a>: Walker beruft sich auf journalistische Standards, während sie ein Unterhaltungsprodukt für den Rechteinhaber präsentiert. Ihre Instagram-Recherche stellt die journalistische Hartnäckigkeit von Sky Sport News HD bei weitem in den Schatten.</p>



<p>Darüber hinaus kann man sich natürlich fragen, aus welcher Geisteshaltung heraus das angeblich so überlegene Konstrukt RB Leipzig (Die haben einen Plan!) immer so immens – und auffallend inhaltsschwach – verteidigt werden muss. Auch in diesem Aspekt ist Walkers Sprachnachricht, gerade weil sie beiläufig hingeätzt ist, symptomatisch für die Beleidigteleberwurstigkeit der Vereinsspitzen und vieler Anhänger_innen.</p>



<p>Schließlich ist RBL sicher nicht der erste Verein, bei dem Berichterstatter in Fankleidung gehüllt werden. Aber wohl der erste, bei dem das nicht das Absurdeste an der Geschichte ist.</p>
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		<title>Rasenfunk Tribünengespräch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Apr 2017 13:05:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Alex Feuerherdt]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Max Jacob-Ost]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor einigen Wochen hat Max-Jacob Ost vom Rasenfunk angefragt, ob wir uns an einer Gesprächsrunde über Rasenballsport beteiligen wollen. Wir waren freilich gleich Feuer und Flamme weil a) Podcast! und b) wirklich spannende Gästeauswahl: Außer uns war der Rotebrauseblogger Matthias Kießling, Jens Buschmann von schwatzgelb.de und Alex Feuerherdt (Lizas Welt, Collinas Erben) angefragt. Wir haben &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/04/12/rasenfunk-tribuenengespraech/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Rasenfunk Tribünengespräch</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_1125" aria-describedby="caption-attachment-1125" style="width: 660px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/titelbild_rasenfunk_tg09.jpeg"><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-1125 size-large" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/titelbild_rasenfunk_tg09-1024x576.jpeg" alt="" width="660" height="371" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/titelbild_rasenfunk_tg09-1024x576.jpeg 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/titelbild_rasenfunk_tg09-300x169.jpeg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/titelbild_rasenfunk_tg09-768x432.jpeg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/titelbild_rasenfunk_tg09.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1125" class="wp-caption-text">Titelbild Rasenfunk TG009 &#8211; (c) Rasenfunk.de</figcaption></figure></p>
<p>Vor einigen Wochen hat Max-Jacob Ost vom <a href="http://rasenfunk.de/">Rasenfunk</a> angefragt, ob wir uns an einer Gesprächsrunde über Rasenballsport beteiligen wollen. Wir waren freilich gleich Feuer und Flamme weil a) Podcast! und b) wirklich spannende Gästeauswahl: Außer uns war der <a href="http://rotebrauseblogger.de/">Rotebrauseblogger</a> Matthias Kießling, Jens Buschmann von <a href="http://www.schwatzgelb.de/">schwatzgelb.de</a> und Alex Feuerherdt (<a href="https://lizaswelt.net/">Lizas Welt</a>, <a href="http://fokus-fussball.de/category/collinaserben/">Collinas Erben</a>) angefragt. Wir haben also zugesagt und gedoodelt und Montagabend war es so weit.</p>
<p>Wir haben von 20 Uhr bis nach 2 Uhr diskutiert, zugehört und auch gescherzt. Es war eine wirklich angenehme Runde und eine runde Sache &#8211; Und auch nach fünfeinhalb Stunden Podcast sind längst nicht alle Themen rund um RBL angesprochen geschweige denn ausdiskutiert.</p>
<p>Ihr findet die Sendung <a href="http://rasenfunk.de/abonnieren/">im Podcatcher eurer Wahl</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=qNG-fHldwss">auf YouTube</a> und in allen gängigen Formaten auch <a href="http://rasenfunk.de/tribuenengespraech/rasenballsport-leipzig-tg009-rb-leipzig-raba-mateschitz-red-bull">bei Max auf der Rasenfunk-Seite</a>. Hört und kommentiert!</p>
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		<title>Dosierte Dossiers (5)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Mar 2017 14:18:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dosierte Dossiers]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Rettig]]></category>
		<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Ewald Lienen]]></category>
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		<category><![CDATA[Mitteldeutsche Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[UEFA]]></category>
		<category><![CDATA[WDR Sportinside]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.zwangsbeglueckt.de/?p=1083</guid>

					<description><![CDATA[Jeden Montag Regelmäßig empfehlen wir Artikel, Berichte und Beiträge, die das Label Sportjournalismus verdienen. Also Dinge, die es mit Sicherheit nicht ins Red Bulletin schaffen. Wir präsentieren Perspektiven und Recherchen, die den Blick auf das Drumherum, das Dahinter und das große Ganze lenken &#8211; anstatt den aktuellen Spieltag als Edelfan oder Maskottchen abzufeiern. [Gruß an &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/03/21/dosierte-dossiers-5/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Dosierte Dossiers (5)</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/03/6280037291_33e94316ee_z.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-1084" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/03/6280037291_33e94316ee_z.jpg" alt="" width="640" height="348" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/03/6280037291_33e94316ee_z.jpg 640w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/03/6280037291_33e94316ee_z-300x163.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a></p>
<p><del datetime="2017-03-06T13:15:25+00:00">Jeden Montag</del> Regelmäßig empfehlen wir Artikel, Berichte und Beiträge, die das Label Sportjournalismus verdienen. Also Dinge, die es mit Sicherheit nicht ins Red Bulletin schaffen. Wir präsentieren Perspektiven und Recherchen, die den Blick auf das Drumherum, das Dahinter und das große Ganze lenken &#8211; anstatt den aktuellen Spieltag als Edelfan oder Maskottchen abzufeiern. [Gruß an die LVZ!]</p>
<p><em>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/62693815@N03/6280037291/in/photolist-ayWQi2-6T8Yy9-kNmZP-9jfvj3-npxzLL-9iyLaA-nt56CG-fJ2jBT-o9Rrd6-9oKzTN-e4Bdjc-fJ2kdv-nVLVRk-5W17L3-Bb6E-7cf2yp-Bb6V-bA2a1L-8QHPbj-8G5tzh-2BYWXy-9ZojfL-aKH1D-7pqTkj-poRw8R-4rg4A6-8msWmi-Bb6L-ntcegn-mguL-Bb6U-oWL26C-Bb6K-7pqTqy-a34DaE-BJ6pj3-4YpCBd-2Gm2p-nbGYgu-hfAj8r-de1EVh-nbGVWs-nr9W43-7dctt4-de1Fti-8zkNAV-f8s8L7-7dQzRy-nbH3yW-hTTzUS" target="_blank">JonS on Flickr &#8220;Newspaper high contrast B&amp;W&#8221;</a> // <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank">CC BY 2.0</a></em></p>
<p><span id="more-1083"></span></p>
<h4>Jahresbericht der RasenBallsport Leipzig GmbH 2015</h4>
<p>Unter dem missverständlichen Titel &#8220;RB Leipzig öffnet sich&#8221; hat der sich selbst als &#8220;kritischer Sportjournalist&#8221; bezeichnende Ulli Kroemer f<a href="http://www.mz-web.de/sport/rb-leipzig-oeffnet-sich-wieviel-hat-red-bull-in-den-verein-investiert--26229966" target="_blank">ür die Mitteldeutsche Zeitung den öffentlich zugänglichen Jahresbericht der RasenBallsport Leipzig GmbH von 2015</a> beim <a href="https://www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet">Bundesanzeiger</a> heruntergeladen und durchgearbeitet.</p>
<p>Darin enthalten sind spannende Informationen über Umsatz, Transfersummen, Gehälter und vor allem die Kapitalspritzen aus Österreich. Bei der Analyse wird nicht nur deutlich, dass RB Leipzig zu keinem Zeitpunkt ein &#8216;normaler&#8217; Zweitligist war: Jahresumsatz und Spieleretat rangierten 2015 im unteren Drittel des Durchschnitts der ersten Liga. Der Umsatz war mit gut 82 Millionen Euro sogar knapp 50 Millionen höher als der Durchschnitt der zweiten Liga.</p>
<p>Spannendstes Detail ist aber die Art der Zuwendungen aus Österreich. Das Geld von Red Bull fließt nicht direkt als Zuwendung (wie beim Sponsoring) in den Verein, sondern als vergleichsweise kurzfristig terminierte Darlehen. Insgesamt schuldete RB Leipzig dem Red Bull-Konzern mit dem Jahresabschluss 2015 gut 50 Millionen Euro, die formell binnen zwei bis fünf Jahren fällig wären. Offenbar ist dieses Vorgehen mit &#8220;Eigenkapitalersatzdarlehen&#8221;, die später auch in &#8220;Genusscheine&#8221; umgewandelt und damit erlassen werden können, bei Investorengeführten Vereinen &#8211; <a href="https://www.tz.de/sport/1860-muenchen/1860-muenchen-was-sind-die-fuer-loewen-wichtigen-genussscheine-5987378.html">wie etwa 1860 München</a> &#8211; nicht unüblich.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em>Aufruf in eigener Sache</em></span>: Wir sammeln <strong>Zahlen zu Verbreitung und finanziellem Umfang solcher Konstrukte für andere Spielbetriebs-GmbHs</strong> bzw. Investitionskonstrukten <strong>im deutschen und internationalen Profifußball</strong>. Wenn ihr Links oder <strong>Quellen zu belegten Zahlen</strong> habt, freuen wir uns über Hinweise hier in den Comments, <a href="https://www.facebook.com/zwangsbeglueckt/">per Facebook</a> oder <a href="https://twitter.com/zwangsbeglueckt">Twitter</a>.</p>
<h4>Rasenschach um Rasenball</h4>
<p>Dass das Magazin <a href="http://www1.wdr.de/fernsehen/sport-inside/">WDR Sport inside</a> jetzt direkt im Anschluss an die Bundesliga-Zusammenfassungen am Sonntagabend programmiert wurde, ist schon eine schöne Sache: So lassen sich Schein und Sein des Profifußballs &#8211; und der öffentlich-rechtliche Informationsauftrag &#8211; ziemlich erquicklich verbinden.</p>
<p>Vergangenen Sonntag hat <a href="http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/sport-inside/video-rasenschach-um-rasenball-100.html">ein Beitrag von Autor Mathias Wolf</a> die Diskussion um den möglichen Ausschluss eines der beiden Mateschitz-Vereine aus der UEFA-Champions League aufgegriffen. Während man <a href="http://sportbild.bild.de/bundesliga/vereine/bundesliga/rb-leipzig-uefa-sanktionen-financial-fairplay-champions-league-sperre-50854730.sport.html">aus Leipzig über den Umweg Sportbild vergangene Woche ja versucht hat, das Problem für beendet zu erklären</a>, zeigt der Beitrag, dass eben noch gar nichts geklärt ist.</p>
<p>Erneut kommt der Sportrechtler Dr. Thomas Dehesselles zu Wort, diesmal etwas deutlicher und drastischer als <a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/2017/03/06/dosierte-dossiers-4/">vor wenigen Wochen in der Sportbild</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Solange Personalunion in Führungsgremien besteht, kann die UEFA nach ihren Kriterien nicht beide Klubs zulassen. [&#8230;] Die mögliche Beschädigung der Integrität des Wettbewerbs kann bei den Sponsoren zur Einflussnahme und Druckausübung führen. Das wird die UEFA nicht riskieren.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ein schöner, unfreiwilliger Beleg für die engen personellen Verbindungen gab RB im Rahmen der Dreharbeiten selbst: Die Filmaufnahmen vom RB Salzburg-Gelände mussten aus Leipzig genehmigt werden (Minute 07:25 im Beitrag).</p>
<h4>&#8220;Das ganze Sportsystem ist krank&#8221;</h4>
<p>Dass Ewald Lienen einer der Trainer ist, die nicht um klare Statements verlegen sind, ist bekannt. Erst neulich hat er sich bemerkenswert zur <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ZWkjeCG-T3k">Rolle der Fans im Profifußball</a> geäußert. Auch Andreas Rettig, Geschäftsführer des Vereins, den Lienen trainiert, ist wirtschaftlich und politisch über den Tellerrand Gewinnmaximierung beschlagen, weswegen wir ihn <a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/2017/01/09/dosierte-dossiers-2/">hier schon einmal erwähnt</a> hatten. Beide nun zu einem gemeinsamem Interview zum Profifußball einzuladen, ist dementsprechend vielversprechend. Michael Horeni hat das <a href="http://plus.faz.net/evr-editions/2017-03-16/OgMnCjl378A7HxT6CC0IwyZ?GEPC=s3">für die FAZ gemacht und das Ergebnis ist uneingeschränkt lesenswert</a>.</p>
<p>Die Themen liegen auf der Hand &#8211; 50+1, Investoren, FIFA-Skandal &#8211; und kreisen um die zentrale Frage: Was sind die Effekte der grassierenden Ausgliederungen und Umstrukturierungen im (nicht nur) deutschen Profifußballs auf das Spiel selbst und die Gesellschaft?<br />
Wem es bislang egal war, wie seine Fernseh-Unterhaltung zustande kommt, der wird über Lienens Plädoyers für Emotion und Tradition [wir halten letztere nicht für den richtigen Gegensatz, um RB Leipzig zu kritisieren] nur milde den Kopf schütteln können. Eine Passage unterstreicht aber sehr schön, wie erschreckend selten eine offene politische Haltung <em>für</em> Demokratie im Profifußball geworden ist. Da können sich lokale Bannerverbieter auch mal eine Scheibe abschneiden, finden wir.</p>
<blockquote>
<p class="selected-text"><strong> Frage: DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat beim Neujahrsempfang gesagt, dass es vielleicht gar nicht schlecht sei, wenn in turbulenten Zeiten die Bundesliga eine Veranstaltung sei, wo man hingehen könne und von diesen ganzen Dingen nicht behelligt würde.<br />
</strong></p>
<p class="selected-text"><em>Rettig:</em> Das möchte ich nicht kommentieren.</p>
<p class="selected-text"><em> Lienen:</em> Völlig inakzeptabel. Es geht doch nur darum, dieses Produkt klinisch reinzuhalten, damit man nicht irgendein Sponsorentum gefährdet. Die Verbände sind nicht nur hochpolitische Organisationen, der deutsche Fußball hat auch eine große politische Verantwortung für das eigene Land. Diese Verantwortung müssen DFB und DFL erkennen und sehen: Gesellschaftspolitisch läuft was in die falsche Richtung. Überall laufen in westlichen Ländern die Rechtspopulisten rum, und wir sind gerade im Begriff, die einfachen Leute auf der Straße zu verlieren. Es gibt Wutbürger, die ich gerne irgendwohin schicken würde, wo sie wirklich Grund hätten, Wut zu haben. Das sind Leute, die null Komma null Vorstellung davon haben, was es bedeutet, etwa in Rumänien zu leben. Oder in einem Kriegsgebiet. Denen geht es hier im Vergleich zu 80 Prozent der Menschheit gut – trotzdem sind sie auf der Straße und bereit, unsere Demokratie zu opfern.</p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Dosierte Dossiers (4)</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2017/03/06/dosierte-dossiers-4/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Mar 2017 14:10:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dosierte Dossiers]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
		<category><![CDATA[Berries Boßmann]]></category>
		<category><![CDATA[dosierte Dossiers]]></category>
		<category><![CDATA[Financial Fairplay]]></category>
		<category><![CDATA[Sport Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Tim Mansel]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeden Montag Regelmäßig empfehlen wir Artikel, Berichte und Beiträge, die das Label Sportjournalismus verdienen. Also Dinge, die es mit Sicherheit nicht ins Red Bulletin schaffen. Wir präsentieren Perspektiven und Recherchen, die den Blick auf das Drumherum, das Dahinter und das große Ganze lenken &#8211; anstatt den aktuellen Spieltag als Edelfan oder Maskottchen abzufeiern. [Gruß an &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/03/06/dosierte-dossiers-4/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Dosierte Dossiers (4)</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/03/6277209256_934f20da10_z.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-1042" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/03/6277209256_934f20da10_z.jpg" alt="" width="640" height="395" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/03/6277209256_934f20da10_z.jpg 640w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/03/6277209256_934f20da10_z-300x185.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><br />
<del datetime="2017-03-06T13:15:25+00:00">Jeden Montag</del> Regelmäßig empfehlen wir Artikel, Berichte und Beiträge, die das Label Sportjournalismus verdienen. Also Dinge, die es mit Sicherheit nicht ins Red Bulletin schaffen. Wir präsentieren Perspektiven und Recherchen, die den Blick auf das Drumherum, das Dahinter und das große Ganze lenken &#8211; anstatt den aktuellen Spieltag als Edelfan oder Maskottchen abzufeiern. [Gruß an die LVZ!]</p>
<p><em>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/62693815@N03/6277209256/in/photolist-ayGkBN-7dpzSz-ayDF4R-ayGkHd-RngzfQ-ayWQ4v-fJiTTo-ayDEMD-3yCizh-q6UuCd-hBXz-ayGksm-ayHg8x-qwLcCC-pfPNwX-8oHs4W-ayGkko-F4bK8-64PQAR-RH3QZT-iyEc2R-hTtYVi-4XaGib-nJ29pU-unvPko-d2kVuo-hTvHsn-dwyPFS-4A9eBb-5W1aoU-ikaRV-48vQEC-aUskV-q8M1Fy-ccWpgA-7AUALs-ayZtq9-4LXJMZ-F4aWj-r24Tnj-bDhKMT-5Pfj8r-nwpEPB-hTPi8f-9qaBdu-oeLuqj-5tXHmy-nDYNs7-kK7kk-hTzwxY" target="_blank">JonS on Flickr &#8220;Newspapers&#8221;</a> // <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank">CC BY 2.0</a></em></p>
<p><span id="more-1041"></span></p>
<h4>&#8220;Platzt der Traum Champions League?&#8221;</h4>
<p>Hätten wir auch nicht gedacht, dass die Sport-Bild hier reinrutscht. Allerdings liefert Autor Berries Boßmann (nicht <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bosman-Entscheidung" target="_blank">Bosman</a>) eine knackige und wenig aufgeregte Zusammenfassung der wohl spannendsten Frage für die sportliche Zukunft von RB Leipzig: <a href="http://sportbild.bild.de/bundesliga/vereine/bundesliga/rb-leipzig-europa-sperre-salzburg-50677760.sport.html" target="_blank">Darf RB Leipzig in der kommenden Saison Champions League spielen</a>?</p>
<p>Die Ausgangslage ist klar und oft durchgekaut, Boßmanns Artikel weiß aber zu unterscheiden: Die Gefahr des Nachweises des &#8220;entscheidenden Einfluss'&#8221; des gemeinsamen Geldgebers droht wohl eben nicht durch die personellen Überschneidungen und Verflechtungen der beiden Clubs. Viel eher wird RB Leipzig ein Problem haben nachzuweisen, dass Red Bull bei beiden Franchises für nicht mehr <strong>als 30% des Umsatzes</strong> sorgt &#8211; Das wäre zumindest das Kriterium laut UEFA &#8220;Financial Fairplay&#8221;-Regularien, wie der Sportrechtler <a href="https://www.sonntag-partner.de/fileadmin/user_upload/Pdfbibliothek/Profile/Profil_Dehesselles_Dr_Thomas_PG_DE.pdf" target="_blank">Thomas Dehesselles</a> zitiert wird:</p>
<blockquote><p>„Ist das Engagement von Red Bull sowohl in Leipzig als auch in Salzburg über dieser Grenze, greift Artikel 5, Absatz 2 der Uefa-Regularien.“ Und darin heißt es: „Halten zwei oder mehr Vereine die Bestimmungen zum Schutz der Integrität der Uefa-Klubwettbewerbe nicht ein, so kann nur einer von ihnen zu einem Uefa-Klubwettbewerb zugelassen werden.“</p></blockquote>
<p>Während Oliver Mintzlaff sich in seiner Doppelfunktion als &#8220;Head of Global Soccer&#8221; für Red Bull und Vorsitzendem des von Red Bull zu 70% unabhängigen Verein Rasenballsport Leipzig bereits verbal auf einen Rechtsstreit vorbereitet, deutet Boßmann eine ganz andere Option an: Man könnte Salzburg absichtlich verlieren lassen, damit sie in Österreich nicht Meister werden. Wäre geradezu der folgerichtige Todesstoß für die nurmehr leblose Hülle der einstigen Speerspitze des Red Bull-Fußballimperiums. Kann man sich in Leipzig ja mal merken.</p>
<h4>The Rise of RB Leipzig</h4>
<p>Tim Mansel hat für die BBC <a href="http://www.bbc.co.uk/programmes/p04pz475" target="_blank">zum Rückrundenstart ein Radiofeature über RB Leipzig</a> gemacht. Auch wenn der Beitrag mit Hertha-Gesängen und einigen undifferenzierten Meinungen beginnt, schaut Mansel schon ziemlich genau hin. Dabei kommt ihm neben seiner eigenen Fußballerfahrung und jahrelangen Kenntnis Deutschlands auch zu Gute, dass er zwei von uns gefragt hat, ob wir mit ihm sprechen können <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/14.0.0/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<p>Wie so oft ist der Blick von weiter Außen etwas abwägender. Was Mansel beeindruckend gut gelingt, ist die Thematisierung der Frage &#8220;ostdeutscher Identität&#8221; im Zusammenhang mit der Identifikation mit RB Leipzig. Zwar kommt dabei auch Prof. Meynhardt lange zu Wort, dessen Studie wir <a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/2017/01/30/gekaufte-wissenschaft/" target="_blank">wissenschaftlich ziemlich fragwürdig finden</a>, Mansel isoliert mit seinen Rückfragen aber einen wichtigen psychologischen Kern der kritiklosen (Über-)Identifikation insbesondere öffentlicher Stellen mit dem Investment von Red Bull: eine nach wie vor in den neuen Bundesländern anzutreffende Mentalität, das (wirtschaftliche) Opfer der politischen Wiedervereinigung gewesen zu sein.</p>
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		<title>Dosierte Dossiers (3)</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2017/01/16/dosierte-dossiers-3/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Jan 2017 18:25:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dosierte Dossiers]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[dosierte Dossiers]]></category>
		<category><![CDATA[Marcus Bark]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sportschau]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeden Montag empfehlen wir Artikel, Berichte und Beiträge, die das Label Sportjournalismus verdienen. Also Dinge, die es mit Sicherheit nicht ins Red Bulletin schaffen. Wir präsentieren Perspektiven und Recherchen, die den Blick auf das Drumherum, das Dahinter und das große Ganze lenken &#8211; anstatt den aktuellen Spieltag als Edelfan oder Maskottchen abzufeiern. [Gruß an die &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/01/16/dosierte-dossiers-3/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Dosierte Dossiers (3)</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/bundle-1853667_960_720-e1484582865695.jpeg"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-1003" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/bundle-1853667_960_720-e1484582865695.jpeg" alt="" width="840" height="560" /></a></p>
<p>Jeden Montag empfehlen wir Artikel, Berichte und Beiträge, die das Label Sportjournalismus verdienen. Also Dinge, die es mit Sicherheit nicht ins Red Bulletin schaffen. Wir präsentieren Perspektiven und Recherchen, die den Blick auf das Drumherum, das Dahinter und das große Ganze lenken &#8211; anstatt den aktuellen Spieltag als Edelfan oder Maskottchen abzufeiern. [Gruß an die LVZ!]</p>
<p><em>(<a href="https://pixabay.com/de/bundle-jute-seil-zeitung-1853667/">Pexels, CC0, public domain</a>)</em></p>
<p><span id="more-1002"></span></p>
<h4>Misstrauen zwischen Journalisten und Fußballklubs</h4>
<p>In ihrer <a href="https://www.sportschau.de/weitere/allgemein/sport-und-medien100.html">neuen Serie &#8220;Sport und Medien&#8221;</a> thematisiert die Sportschau in sechs Teilen die Sportberichterstattung. Marcus Bark (<a href="https://twitter.com/artus69" target="_blank">@artus69</a>) hat dazu e<a href="https://www.sportschau.de/fussball/allgemein/fussball-medien-journalisten-pressesprecher-100.html" target="_blank">inen lesenswerten Artikel beigesteuert, der sich um das Verhältnis von Fußballklubs und Journalisten dreht</a>.</p>
<p>Bark, selbst als &#8220;<a href="https://twitter.com/Reporter_vorOrt" target="_blank">Reporter vor Ort</a>&#8221; in den Stadien unterwegs, berichtet von einem deutlich abgekühlten Verhältnis zwischen Medienabteilungen und Journalisten. Dazu lässt er neben Steffen Simon auch Sschalkes Mediendirektor Thomas Spiegel zu Wort kommen: &#8220;Das Misstrauen ist gewachsen. Auf beiden Seiten hat der souveräne Umgang abgenommen.&#8221;</p>
<p>Der deutlichste und im Journalisten Alltag wohl störendste Auswuchs der medialen Professionalisierung der Vereine ist der von Bark attestierte &#8220;Autorisierungswahn&#8221;, zu dessen Illustration er auch eine schöne Stilblüte parat hält:</p>
<blockquote><p>»Die Rhein-Neckar-Zeitung aus Heidelberg etwa musste der TSG Hoffenheim sogar ein launiges Gespräch mit dem Maskottchen &#8220;Hoffi&#8221; vorlegen, das für eine Beilage bestimmt war.« &#8211; <a href="https://www.sportschau.de/fussball/allgemein/fussball-medien-journalisten-pressesprecher-100.html" target="_blank">Marcus Bark für Sportschau.de</a></p></blockquote>
<p>Der Marketingkonzern mit der Fußball-Franchise vor der Haustür ist in dieser Frage natürlich besonders gründlich. Die firmeneigenen Medien- &amp; PR-Abteilungen bespielen die digitalen Kanäle schneller, intensiver und für den User kostengünstiger als das gute alte Sender-Empfänger-Medium. Oder das gehört auch zum Portfolio, wie ServusTV oder das Red Bulletin.</p>
<p>Am Beispiel des Journalisten Günter Klein (<a href="https://twitter.com/guek62" target="_blank">@guek62</a>) vom Münchner Merkur streift Bark ein Problem, das nur bedingt dem Medienstrukturwandel zuzurechnen ist und viel mehr mit Anstand und Selbstverständnis zu tun hat: Der FC Bayern München hat wohl mehrfach beim Münchner Merkur insistiert, Klein möge seine teils bissigen Tweets über den FCB unterbleiben lassen.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de">
<p dir="ltr" lang="de">Leipzig ist der &#8220;Feind&#8221;, den man &#8220;bekämpfen&#8221; muss, sagt Hoeneß. Doch Mateschitz ist sein Kumpel, mit dem er sich demnächst trifft.</p>
<p>— Günter Klein (@guek62) <a href="https://twitter.com/guek62/status/802282922694864900">25. November 2016</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Zum Verhältnis <a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/2014/07/30/ergebenheit-als-systembestandteil/" target="_blank">Sportmedien und Rasenballsport</a> Leipzig haben wir schon vor einiger Zeit eine ähnliche Perspektive angelegt.</p>
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			</item>
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		<title>Dosierte Dossiers (2)</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2017/01/09/dosierte-dossiers-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Jan 2017 13:09:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dosierte Dossiers]]></category>
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		<category><![CDATA[TV-Gelder]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeden Montag empfehlen wir Artikel, Berichte und Beiträge, die das Label Sportjournalismus verdienen. Also Dinge, die es mit Sicherheit nicht ins Red Bulletin schaffen. Wir präsentieren Perspektiven und Recherchen, die den Blick auf das Drumherum, das Dahinter und das große Ganze lenken &#8211; anstatt den aktuellen Spieltag als Edelfan oder Maskottchen abzufeiern. [Gruß an die &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/01/09/dosierte-dossiers-2/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Dosierte Dossiers (2)</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/news-1172463_960_720.jpeg"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-995" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/news-1172463_960_720.jpeg" alt="" width="960" height="720" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/news-1172463_960_720.jpeg 960w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/news-1172463_960_720-300x225.jpeg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/news-1172463_960_720-768x576.jpeg 768w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /></a></p>
<p>Jeden Montag empfehlen wir Artikel, Berichte und Beiträge, die das Label Sportjournalismus verdienen. Also Dinge, die es mit Sicherheit nicht ins Red Bulletin schaffen. Wir präsentieren Perspektiven und Recherchen, die den Blick auf das Drumherum, das Dahinter und das große Ganze lenken &#8211; anstatt den aktuellen Spieltag als Edelfan oder Maskottchen abzufeiern. [Gruß an die LVZ!]</p>
<p><em>(<a href="https://pixabay.com/de/news-tageszeitung-presse-1172463/">Michael Gaida, CC0, public domain</a>)</em></p>
<p><span id="more-973"></span></p>
<h4>&#8220;Wir widmen den Sieg dem Präsidenten Berlusconi&#8221;</h4>
<p>Birgit Schönau hat <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/fussball-in-italien-das-ruinierte-lieblingsspiel-der-tifosi-1.3322933" target="_blank">für die Süddeutsche Zeitung ein sehr schönes Stück über die Verquickung von Politik und Fußball in Italien</a> geschrieben. Das Zitat in der Überschrift deutet es an: Silvio Berlusconi wird im Frühjahr die Präsidentschaft des AC Milan abgeben. Zum Ausscheiden des charismatischen Herrschers zeigt Schönau nicht nur, wie Berlusconi die Ehrentribüne, das Fernsehen und die politische Bühne mit den gleichen Mitteln bespielt hat. (Der Verweis auf Berlusconis Kaderpolitik ist dabei spannend.)</p>
<p>Sie zeichnet ein Portrait des italienischen Profifußballs im Umbruch: Viele Stadien sind halbleer, der spielerische und finanzielle Anschluss an die absolute europäische Spitze droht verloren zu gehen. Die alte Dame hat schon umgesteuert und nun öffnet auch Milan das Tor für ausländisches Geld. 200 Millionen Euro haben die chinseischen (!) Investoren bereits überwiesen, die endgültige Übernahme steht wohl im Frühjahr an.</p>
<p>Zu diesen finanziellen Dimensionen und der Geschwindigkeit des Umbaus schreibt Schönau: &#8220;Angesichts dessen, was in Mailand abgeht, sind deutsche Debatten um RB Leipzig nur Schrebergarten-Geschnatter.&#8221; Mit diesem Vergleich hat die Autorin im Hinblick auf die Qualität vieler Debatten um RB nicht unrecht (schöne Beispiele für Schrebergarten-Geschnatter explizit auch auf der &#8220;Pro&#8221;-Seite).<br />
Wir möchten dennoch ergänzen, dass gerade Schönaus Studie der Wahlverwandtschaft von Charismatikern, Macht und Fußball bei den Gartenfreunden Mateschitz, Rangnick und Mintzlaff zu verärgertem Geschnatter führen würde. Zu deutlich wird an Schönaus Blick nach Italien, wie das Spiel der Massen zum Vehikel der Interessen der Wenigen wird &#8211; egal ob als modernes Wagenrennen oder zur Gewinnvermehrung.</p>
<h4>50+1, TV-Gelder und fairer Wettbewerb</h4>
<p>Weder aus der vergangenen Woche, noch im engeren Sinne Sportjournalismus: eine Folge des <a href="http://blog.uebersteiger.de/podcast/mt033-andreas-rettig/" target="_blank">FC St. Pauli Fan-Podcasts &#8220;Millernton&#8221; aus dem September 2015</a>. Dass es die zwei Stunden Audio dennoch in diese Liste schaffen, liegt an den hervorragenden Fragen an den ebenso hervorragenden Gast der Folge, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Rettig" target="_blank">Andreas Rettig</a>. Der ist nach Stationen in Leverkusen, Freiburg, Köln und Augsburg sowie als DFL-Geschäftsführer mittlerweile kaufmännischer Geschäftsleiter beim FC St. Pauli.</p>
<p>Im Gespräch geht der erfahrene Fußball-Manager <a href="http://blog.uebersteiger.de/podcast/mt033-andreas-rettig/%23t%3D1:13:17.290" target="_blank">vor allem ab 1:13:17</a> auf seine Ansichten zu und Einsichten in die Organisation des wirtschaftlichen Wettbewerbs der Profiklubs ein. Rettig formuliert dabei mehrfach die Sorge, dass sich insbesondere in der Bundesligatabelle nur noch der Mitteleinsatz des wirtschaftlichen Wettbewerbs abbilde, nicht mehr sportliche Konzepte, wie etwa die Arbeit beim SC Freiburg. Das ist insofern problematisch, als dass zur Ausschüttung der Vermaktungsgelder ja wiederum <em>ausschließlich</em> die sportlichen Platzierungen herangezogen werden. Da ist es den Investoren-Klubs plötzlich sehr recht, dass sie sich in keinem &#8220;freien Markt&#8221; sondern in einem reglementierten Spielbetrieb befinden. An Details wie der Planungssicherheit in Budgetfragen und dem daraus resultierenden zeitlichen Vorteil auf dem Transfermarkt macht Rettig zudem deutlich, wie sich die Bundesliga dadurch immer mehr zum &#8220;closed shop&#8221; entwickelt.</p>
<p>Man gewinnt bei den Schilderungen und launigen Anekdoten (Sumoringer für den asiatischen Markt!) das Bild eines leidenschaftlichen Managers, der Fußball zuerst als Spiel und Teil der kulturellen Identität denkt, nicht als Absatzmarkt. Unsere Salzburger Freunde werden übrigens auch mit einem Bonmot am Rande erwähnt. Auf die Frage nach alternativen Ausschüttungskriterien (wie sie etwa <a href="https://www.sportschau.de/fussball/bundesliga/traditions-vereine-wollen-mehr-geld-100.html" target="_blank">&#8220;Team Marktwert&#8221;</a> fordert) führt Rettig an, wie schwierig diese zu messen seien. Würde etwa die Mitgliederzahl über Ausschüttungen entscheiden,</p>
<blockquote><p>&#8220;dann würde Herr Mateschitz auf die Idee kommen und sagen: &#8216;Jetzt bekommen alle Leipziger eine kostenlose Mitgliedschaft&#8217;.&#8221;<br />
&#8211; Andreas Rettig im <a href="http://blog.uebersteiger.de/podcast/mt033-andreas-rettig">Millernton #33</a></p></blockquote>
<h4>Abgehängte Amateure</h4>
<p>Gleich zwei Interviews der vergangenen Woche thematisieren Probleme des Amateurfußballs. Der KICKER hat in der Montagsausgabe vom 2. Januar [S. 32-33; <a href="http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/667816/artikel_bell-fuerchtet-uebersaettigung_es-ist-zu-viel.html">Teaser online</a>] mit Mainz 05-Vizekapitän Stefan Bell gesprochen, der ehrenamtlich als Vorsitzender beim <a href="http://fv-vilja-wehr.de/">Kreisligisten FV Vilja Wehr</a> tätig ist. In der <a href="http://www.11freunde.de/interview/amateure-der-krise" target="_blank">11FREUNDE kommt zudem Sebastian Kockmann zu Wort</a>, der sportlicher Leiter bei <a href="https://fcerheine.de/" target="_blank">Eintracht Rheine in der Oberliga Westfalen</a> ist. Beide machen &#8211; teils drastisch &#8211; auf strukturelle Probleme des deutschen Fußballs aufmerksam.</p>
<p>Bell zeigt sich ob seiner Doppelperspektive als Ehrenamtlicher und Bundesligaprofi sehr aufgeklärt und reflektiert. So fragt er in einer lesenswerten Passage, ob in der eigentlich stabilen und funktionierenden Bundesliga tatsächlich immer weitere Maßnahmen zur Erlössteigerung vorgenommen werden müssen: &#8220;Der einzige Grund, der immer genannt wird ist England.&#8221; In diesem Zug spricht sich Bell gegen die weitere Zerstückelung des Spieltags und die Ausweitung und Aufstockung von Fußballwettberwerben auf internationaler Ebene aus:</p>
<blockquote><p>&#8220;Klar wird im ersten Moment mehr Geld eingenommen. Die Frage ist: Ist das nachhaltig?&#8221;<br />
&#8211; Stefan Bell im Kicker 01/2017</p></blockquote>
<p>Kockmann geht in der 11FREUNDE auf die Nöte der halbprofessionellen Vereine ein. Diese sehen sich in einem wirtschaftlich schwierigen Zwiespalt: Sie konkurrieren auf der Einnahmenseite um Aufmerksamkeit auf einem vom Profifußball dominierten Markt, um im Gegenzug die ressourcenintensive Grundlagenarbeit, wie etwa die Jugendarbeit, zu stemmen. Dabei fordert er insbesondere von den Verbänden mehr Unterstützung. Abschließend wird er gefragt, was er sich im Sinne des Amateursports wünschen würde:</p>
<blockquote><p>&#8220;Vielleicht das: Support your local team. Der einzelne Konsument, der einzelne Fan entscheidet, wie es weitergeht. [&#8230;] Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.&#8221;<br />
&#8211; Sebastian Kockmann bei <a href="http://www.11freunde.de/interview/amateure-der-krise" target="_blank">11FREUNDE</a></p></blockquote>
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		<title>Dosierte Dossiers (1)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Jan 2017 07:47:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dosierte Dossiers]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[dossierte Dossiers]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir starten mit guten Vorsätzen ins neue Jahr: eine neue wöchentliche Rubrik! Jeden Montag empfehlen wir Artikel, Berichte und Beiträge, die das Label Sportjournalismus verdienen. Also Dinge, die es mit Sicherheit nicht ins Red Bulletin schaffen. Wir präsentieren Perspektiven und Recherchen, die den Blick auf das Drumherum, das Dahinter und das große Ganze lenken &#8211; &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/01/02/dosierte-dossiers-1/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Dosierte Dossiers (1)</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/newspapers-JamesDeMers-publicdomain.jpeg"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-959" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/newspapers-JamesDeMers-publicdomain.jpeg" alt="" width="960" height="509" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/newspapers-JamesDeMers-publicdomain.jpeg 960w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/newspapers-JamesDeMers-publicdomain-300x159.jpeg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/newspapers-JamesDeMers-publicdomain-768x407.jpeg 768w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /></a></p>
<p>Wir starten mit guten Vorsätzen ins neue Jahr: eine neue wöchentliche Rubrik! Jeden Montag empfehlen wir Artikel, Berichte und Beiträge, die das Label Sportjournalismus verdienen. Also Dinge, die es mit Sicherheit nicht ins Red Bulletin schaffen. Wir präsentieren Perspektiven und Recherchen, die den Blick auf das Drumherum, das Dahinter und das große Ganze lenken &#8211; anstatt den aktuellen Spieltag als Edelfan oder Maskottchen abzufeiern. [Gruß an die LVZ!]</p>
<p><em>(&#8220;Newspapers&#8221; <a href="https://pixabay.com/de/zeitungen-brosch%C3%BCren-automaten-53323/">by JamesDeMers</a>, public domain)</em></p>
<p><span id="more-958"></span></p>
<h4>Sport und Kommerz</h4>
<p>Seitdem man es ganz bequem <a href="http://www.deutschlandfunk.de/podcast-sport-am-wochenende.1926.de.podcast.xml" target="_blank">als Podcast abonnieren</a> kann, gibt es wenig plausible Ausreden, &#8220;<a href="http://www.deutschlandfunk.de/sport-am-wochenende.1345.de.html" target="_blank">Sport am Wochenende</a>&#8221; vom Deutschlandfunk nicht im Medienmenü zu haben. Noch bis Mittwoch ist die Sendung vom 26.12. zum Thema &#8220;<a href="http://www.deutschlandfunk.de/sport-am-wochenende.1345.de.html?cal:month=12&amp;cal:year=2016&amp;drbm:date=2016-12-26" target="_blank">Sport und Kommerz</a>&#8221; abrufbar.</p>
<p>Zwei Beiträge daraus dürften der geneigten Leserschaft dieses Blogs interessant erscheinen. Zum einen thematisiert Robert Kempe <a href="http://www.deutschlandfunk.de/gazprom-putins-langer-arm.1346.de.html?dram:article_id=374777" target="_blank">die Rolle von Gazprom im Weltfußball</a>. Gazprom ist beileibe kein Sponsor, sondern geopolitisches Instrument. Bis 2018 zahlt man schätzungsweise 80 bis 100 Millionen US Dollar an die FIFA und kauft sich dafür in die feine Gesellschaft des quotenträchtigsten TV-Sports ein.</p>
<p>Andrea Schültke fragt zum anderen, <a href="http://www.deutschlandfunk.de/gemeinnuetzigkeit-vs-geschaeftstuechtigkeit-keimzelle-verein.1346.de.html?dram:article_id=374667" target="_blank">wie zeitgemäß die Vorstellung vom Sport<em>verein</em> eigentlich noch ist</a>. Während Apologeten des Marketingkonzerns ja gern altklug behaupten, 50+1 und das Vereinsrecht seien auch ohne Red Bull obsolet, bedienen sich die Sportkonzerne selbst dieser Konstrukte sehr gern &#8211; um kräftig zu sparen. Ebenso wie das IOC oder die FIFA profitiert auch RB Leipzig vom Vereinsrecht und wird damit unter dem Mantel der Allgemeinnützigkeit bei Steuerzahlungen begünstigt.</p>
<h4>RB Leipzig im Zeitraffer</h4>
<p><a href="https://www.vavel.com/" target="_blank">Vavel.com</a> ist eine Online-Zeitung, die in verschiedenen Sprachen erscheint (und mit ihrem Namen deshalb auch auf den Turm von Babel anspielt). Für die englischsprachige Ausgabe hat der junge und offensichtlich sehr engagierte nordirische Autor <a href="https://twitter.com/jonathanwalsh_" target="_blank">Jonathan Walsh</a> ein <a href="https://www.vavel.com/en/international-football/germany-bundesliga/734514-the-rb-leipzig-dilemma-revolutionising-german-football-or-destroying-the-sacred-culture.html" target="_blank">ausführliches Portrait von RB Leipzig gezeichnet</a>. Der Artikel unterscheidet sich deutlich von den hinkenden &#8220;Cinderella Stories&#8221; ausländischer Medien, wie ein angeblich kleiner Aufsteiger (Etat und Marktwerte?) die Bundesliga erobert.</p>
<p>Walsh fragt stattdessen, ob das Modell Leipzig die Zukunft oder das Ende der Fußballkultur in Deutschland ist, und zeichnet dabei zunächst sehr ausführlich den Beginn des Fußballengagements von Red Bull (inklusiver der abschlägig beschiedenen Anfragen in St. Pauli und Düsseldorf) nach. Unter &#8220;The View in Germany&#8221; sammelt Walsh im letzten Drittel des Artikels Stimmen deutscher Fans und kommt damit auf Themen, die in einer durchschnittlichen Bundesliga-Berichterstattung zu RB nicht auftauchen: &#8220;Wieso Bayer, Wolfsburg und Hoffenheim etwas anderes als RB sind&#8221; und &#8220;Der Osten im Aufschwung &#8211; nicht wegen RB&#8221;.</p>
<h4>Wie der Sportsponsor Red Bull das Unmögliche provoziert</h4>
<p>Uwe Buse beleuchtet in &#8220;Spiel ohne Grenzen&#8221; im <a href="https://magazin.spiegel.de/SP/2017/1/148787026/">SPIEGEL 1/2017 [€]</a> das Verhältnis von Action- und Extremsportlern und dem österreichischen Marketingkonzern:</p>
<blockquote><p>Die meisten Athleten sind jung, viele noch nicht mal volljährig, wenn sie ins Blickfeld der Geldgeber gelangen. Verträge, die mehr bieten als Verschleißteile und Reisespesen, sind ein rares Gut. Die Position von Sponsoren ist in der Regel so stark, dass Verträge nicht verhandelt, sondern gewährt werden.</p></blockquote>
<p>Während die <a href="http://programm.ard.de/?sendung=281069804421078" target="_blank">ARD-Doku &#8220;Die dunkle Seite von Red Bull&#8221; (2013)</a> etwas reißerisch vorgab, die &#8220;Hintergründe von Todesfällen&#8221; aufzuklären, gelingt es Buse sehr viel besser, die Mechanismen des Geschäfts zu beschreiben, indem er nah an jungen Actionsportlern berichtet. Die Fakten sind traurig und bekannt: Seit 2009 starb jedes Jahr mindestens ein von Red Bull gesponsorter Extremsportler. Lebendig zu Helden erklärt, sucht man nach den Namen der Toten vergebens auf der Red Bull-Website, sie passen nicht ins inszenierte Bild. (Ausnahme ist der verunglückte Basejumper Shane McConkey, Hauptfigur eines 90-minütigen, von Red Bull produzierten Dokumentarfilms.)</p>
<p>Buse portraitiert einen jungen Freeride Mountainbiker, der sich diesen Sommer als einer der wenigen öffentlich gegen die gesundheitlichen Folgen der Vermarktungslogik &#8220;höher, schneller, weiter&#8221; gestellt hat. Unter dem Hashtag <a href="https://twitter.com/search?q=%23fuckrampage" target="_blank">#fuckrampage</a> hat <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Cameron_Zink" target="_blank">Cameron Zink</a> den Sponsor nach einem Einladungsrennen mit schweren Unfällen (20 % der Starter schieden verletzt aus, einer bleibt gelähmt) schwere Vorwürfe gemacht. Interessanterweise musste Red Bull dadurch von der eigenen Kommunikationspolitik abweichen, sich explizit zur Kritik äußern und nach einem runden Tisch mit den Fahrern Zugeständnisse an die Sportler machen.</p>
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		<title>Spitzenspiel-Ticker: RBL zu Gast bei den Bayern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2016 13:57:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[live]]></category>
		<category><![CDATA[FC Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Liveticker]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenspiel]]></category>
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					<description><![CDATA[RBL steht heute so sehr im Fokus der Fußballöffentlichkeit, wie wohl noch nie seit Gründung der Franchise. Anlass ist das Spitzenspiel beim Tabellenführer FC Bayern am letzten Spieltag vor der Winterpause. Wir sind live drauf und tickern zum Spiel und seiner medialen Begleitung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>RBL steht heute so sehr im Fokus der Fußballöffentlichkeit, wie wohl noch nie seit Gründung der Franchise. Anlass ist das Spitzenspiel beim Tabellenführer FC Bayern am letzten Spieltag vor der Winterpause. Wir sind live drauf und tickern zum Spiel und seiner medialen Begleitung.</p>
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		<title>Emendörfers beißende Satire</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Dec 2016 07:33:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Emendörfer]]></category>
		<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>
		<category><![CDATA[LVZ]]></category>
		<category><![CDATA[Ostdeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Timo Werner]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir schimpfen hier ja öfter auf die LVZ. Nicht ausschließlich weil wir es gern täten, oder weil wir uns chronisch nach einer qualitativ hochwertigeren Tageszeitung für die Region &#8482; sehnten. Nein, oft genug sind das Blatt und seine Macher selbst schuld [obwohl wir viele Kerstin Decker-Witze machen, ist in unserem Fall (bislang!) nur das Maskulinum &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2016/12/15/emendoerfers-beissende-satire/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Emendörfers beißende Satire</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir schimpfen hier ja öfter auf die LVZ. Nicht ausschließlich weil wir es gern täten, oder weil wir uns chronisch nach einer qualitativ hochwertigeren Tageszeitung für die Region &#8482; sehnten. Nein, oft genug sind das Blatt und seine Macher selbst schuld [obwohl wir viele Kerstin Decker-Witze machen, ist in unserem Fall (bislang!) nur das Maskulinum zu nennen]. Heute ist aber der Tag, an dem wir uns verneigen müssen und sagen: Bravo LVZ!<br />
<span id="more-893"></span><br />
Haben wir die Leipziger Volkszeitung als das lokale Organ der Verheißungskampagne oft geschunden (<a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/2014/11/10/greisenflirt-im-disneyland/">zum Beispiel hier</a>), so hat sie uns nun in Gestalt eines &#8220;Leitartikels&#8221; eines der wohl bislang besten und schärfsten Stücken Satire auf den RBL-Kult überhaupt geliefert [LVZ Titelseite 10.12.2016, leider nicht frei online zugänglich]. Einen ganz großen, donnernden Applaus für Jan Emendörfer bitte!</p>
<p><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/12/lvz_emmendoerfer_werner.jpg"><img decoding="async" loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-894" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/12/lvz_emmendoerfer_werner.jpg" alt="" width="428" height="549" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/12/lvz_emmendoerfer_werner.jpg 428w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/12/lvz_emmendoerfer_werner-234x300.jpg 234w" sizes="(max-width: 428px) 100vw, 428px" /></a></p>
<p><em>Grafik: Örk Auge Augsburg; Copyright: LVZ</em></p>
<p>Wie es dem Autor schon gelingt, mit dem Kinderreim &#8220;Wenn er schreit, dann fällt er&#8221; im Titel das infantile Niveau der Anti-Anti-RB-Choräle (&#8220;Ey, die mögen uns gar nicht!&#8221;) aufzuspießen, einfach herrlich. Doch Emendörfer hält sich nicht mit irgendwelchen Eröffnungszügen aus dem Journalistenlehrbuch auf, er knallt direkt einen unerwarteten Volley ans Aluminium: <strong>Wenn RB spiele, gehe es um die Ehre Leipzigs</strong>. Reiner und klarer hat bislang keiner diese Gleichsetzung, die so vielen (und RB am meisten) nützt, demaskiert.</p>
<p>Im zweiten Absatz wendet sich der Autor verschmitzt an die <strong>&#8220;Meinungsmacher&#8221;</strong> und persifliert damit freilich auch seine eigene Rolle. Diese haben sich zu Unrecht auf den unbescholtenen Timo Werner eingeschossen! In dieser rhetorisch so geschickt ungeschickt überzeichneten Opferrolle steckt die zweite große satirische Absicht des Jan Emendörfer: die Persiflage der Vorwärtsverteidigung von RB-Anhängern. Nur aus dieser Position heraus lässt sich komplett verschweigen, dass eine Schwalbe eine Unsportlichkeit ist. Ein schreiendes Schweigen des Autors!</p>
<p>Zu einer <strong>Satire mit gesellschaftspolitischer, ja historischer Tragweite</strong> wird das Stück schließlich durch ein beeindruckendes Solo Emendörfers, dessen wahnwitzige geistigen Haken ihm so schnell kein anderer Schreiberling nachmachen wird:</p>
<blockquote><p>&#8220;Da kommen einem die Tränen, weil es ja im Kapitalismus grundsätzlich immer um Gerechtigkeit geht. Als in den 90er-Jahren beim Zusammenbruch der Ost-Industrie Hunderttausende ihren Job verloren, da wurden sie belehrt, beides könne man nicht haben: Bananen und soziale Sicherheit. Klar, es heißt „soziale Marktwirtschaft“, aber rechnen müsse es sich schon.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nicht nur, dass Emendörfer hier dem &#8220;angry white man&#8221; in seiner Ausprägung (verkappter) Pegidist einen wütenden lyrischen Ausdruck verleiht, nein, er schafft einen Vergleich, der Gezeiten überdauern wird. Die Kritik an einer Schwalbe wird nicht nur wütend zurückgewiesen, die Absender werden auch mit den Mitteln der Geschichte delegitimiert. Wer den Osten entindustrialisiert, wie dereinst die westdeutschen Besatzer im Morgenthau, der muss damit rechnen, dass die Rache kalt serviert wird. Und zwar in Form eines Tabellenführers, der sich fallen lässt. <strong>So wie der Kapitalismus den Osten einst fallen ließ</strong> – nur um ihn nun in Gestalt von RB Leipzig wieder empor zu führen.</p>
<p>Offener und dreister hat noch nie jemand die vollkommen verquere und von einigen – das satirische Genie Emendörfer ausgenommen! – ja sogar ernst gemeinte RB-Überidentifikation auf den Punkt gebracht: <strong>Geboren aus dem Gefühl, etwas zu verdienen, das einem von dunklen Mächten versagt wurde.</strong> Mit dieser Begründung setzt Emendörfer den RB-Kult in den zeitgeschichtlichen Kontext der sächsischen (Staats-) Ohnmacht und ihrer fremdenfeindlichen Auswüchse.</p>
<p>Zum Abschluss gibt uns der Autor noch einen Hinweis, wo nach den Ursachen, der Statik dieser Gesellschaftsminiatur zu suchen ist: In einer Zeit, in der man gemeinsam einstimmte und (zumindest einmal die Woche!) geschlossen nach außen stand: &#8220;Da danken wir brav und stimmen in den Fangesang ein: &#8216;Vorwärts Rasenball, Leipzig überall &#8230;&#8217;.&#8221;</p>
<p>Spätestens hier dürfte auch den infamsten Kritikern klar geworden sein, dass es sich nicht um <strong>ein im alkoholischen Nebel verfasstes Machwerk</strong> handelt, sondern um echte, große Satire. Wir weinen vor Rührung und behalten uns den Abschluss eines LVZ-Abos vor.</p>
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