<br />
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	<title>zunull &#8211; zwangsbeglückt</title>
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	<description>Ein RB-Leipzig-Protokoll</description>
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		<title>Verlieren? Nicht vorgesehen! – Eine Medienauslese</title>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Oct 2017 12:55:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Geltungsdrang]]></category>
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		<category><![CDATA[Selbstermächtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorie]]></category>
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					<description><![CDATA[Niemand verliert gern. Zumal im Fußball. Egal, ob Spieler, Funktionär oder Fan – gerade auf die vermeintlich &#8220;großen&#8221; Spiele fiebert man hin und ist natürlich enttäuscht, wenn diese nicht so laufen, wie man gehofft hatte. Das hat man schon oft erlebt, und auch das Hadern mit dem Schiri, dem Ball oder sonstigen äußeren Umständen ist &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/10/30/verlieren-nicht-vorgesehen-eine-medienauslese/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Verlieren? Nicht vorgesehen! – Eine Medienauslese</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Niemand verliert gern. Zumal im Fußball. Egal, ob Spieler, Funktionär oder Fan – gerade auf die vermeintlich &#8220;großen&#8221; Spiele fiebert man hin und ist natürlich enttäuscht, wenn diese nicht so laufen, wie man gehofft hatte. Das hat man schon oft erlebt, und auch das Hadern mit dem Schiri, dem Ball oder sonstigen äußeren Umständen ist wesentlicher Bestandteil des Redens über verlorene Spiele im Speziellen und Fußball im Allgemeinen.</p>
<h4>Mehr als schlechte Verlierer</h4>
<p>Einen Umgang mit einem verlorenen &#8220;großen&#8221; Spiel musste in den vergangenen Tagen gleich zweimal ein Fußballlager finden, das damit ganz offensichtlich überfordert ist, wenn nicht sogar Probleme hat: RB Leipzig. Eine Tatsache, die ihnen nicht unbedingt beim Aufstieg auf der Sympathieleiter geholfen haben dürfte. Ganz ähnlich wie beim forcierten Marsch durch die Ligen in den letzten Jahren bricht sich in allem, was man aus der weiß-roten Ecke mitbekommt, eine Ungeduld Bahn, die uns zuerst (zynisch, wie wir nun mal sind) belustigte, dann aber zunehmend beängstigte.</p>
<p><span id="more-1200"></span></p>
<p>Sei es versammelt unter dem Hashtag #RBLFCB, oder aber in der Lokalpresse:&nbsp;Die Aggressivität, mit der das RB-Lager nicht einsehen will, dass Pokal- und das nur wenige Tage später stattfindende Ligaspiel gegen die Bayern nun mal so gelaufen sind, wie sie gelaufen sind, ist schon speziell. Es wird laut rumgepöbelt, mit den Fuß auf dem Boden gestampft und wütend mit Fingern auf andere gezeigt. Es wirkt fast so, als sei die Idee des Verlierens, des Einsortierens hinter etablierten Hausnummern des Fußballs, im RB-Universum noch nicht angekommen. Dass das zum Marketingimage des Finanziers des ganzen Ladens passt, ist klar. Dass aber auch Fans und Medien, über den ersten Ärger hinweg, <a href="https://twitter.com/zeitonline/status/923479302364155904" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Geschichten über die Verstrickungen von Felix Zwayer in den Hoyzer-Skandal 2006 aufgekochen </a>und offen – und völlig ironiefrei – von einer Verschwörung gegen den 2009 aus der Wiege gehobenen und dann von den Verbänden nach oben protegierten Club fabulieren, ist schizophren.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Wie reagieren, wenn ein Leipzig-Fan sagt: &#8220;Man will uns nicht in der Liga haben&#8221;?<br />
Nicken.</p>
<p>— Günter Klein (@guek62) <a href="https://twitter.com/guek62/status/924355486849355776?ref_src=twsrc%5Etfw">October 28, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script><br />
Und so beschlich uns immer mehr das Gefühl, dass es bei dem aufschreihaften Gezeter eigentlich um etwas ganz Anderes geht. Das RB-Lager scheint auf eine Weise beleidigt, in der man im besten Fall Minderwertigkeitskomplexe, realiter aber wohl eine aggressive Anspruchshaltung sehen kann, über deren Hintergründe sich nur spekulieren lässt. Ist es die pervertierte Seite der gestärkten &#8220;ostdeutschen Identität&#8221; bzw. &#8220;Siegermentalität im kollektiven Selbstbewusstsein&#8221;, die im Zusammenhang mit RB Leipzig gern&nbsp;<a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/01/30/gekaufte-wissenschaft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">strapaziert wird</a>? Das nur diffus greifbare Denken, nun auch endlich mal dran zu sein, das sich kollektiv auf das zum Symbol des aufstrebenden Ostens hochgeschriebenen Clubs kapriziert? Sozialpsychologie, schon klar.&nbsp; Aber vieles, was man liest und hört, scheint genau in diese Richtung zu deuten.</p>
<h4>Verschwörungstheorien und notorische Ungeduld</h4>
<p>Nur in den wenigsten Äußerungen geht es um irgendwelche Schiedsrichterentscheidungen, die mit der eigenen Vereinsbrille vielleicht nicht ganz nüchtern betrachtet werden können.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Wofür? Notbremse?</p>
<p>— rotebrauseblogger (@rotebrauseblog) <a href="https://twitter.com/rotebrauseblog/status/924316626375372800?ref_src=twsrc%5Etfw">October 28, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Stattdessen lässt sich oft ein Grundton erkennen, in dem bereits der gesamte Ballast an Vorwürfen mitschwingt, die bei anderen dann ungefiltert zur Verschwörungstheorie ausgebaut werden.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Der nächste Schiedsrichter aus Berlin. Ich Ante es schon!</p>
<p>— Eventi RBL (@Leipziger67) <a href="https://twitter.com/Leipziger67/status/923614610653052928?ref_src=twsrc%5Etfw">October 26, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Das Orban Rot ist ja heute deshalb so bitter, weil man bei der Szene nochmal klar sieht, wie wir am Mittwoch verarscht wurden. <a href="https://twitter.com/hashtag/FCBRBL?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#FCBRBL</a></p>
<p>— Schnudelhuber (@Schnudelhuber_8) <a href="https://twitter.com/Schnudelhuber_8/status/924330326557646848?ref_src=twsrc%5Etfw">October 28, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Dem Wessi scheint der Puderzuckerarsch ja ganz schön auf Grundeis zu gehen! Das ist schon konspirativ vom <a href="https://twitter.com/DFB?ref_src=twsrc%5Etfw">@DFB</a> Frechheit! <a href="https://twitter.com/hashtag/FCBRBL?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#FCBRBL</a></p>
<p>— RonRBL<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/14.0.0/72x72/26bd.png" alt="⚽" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> (@RBLRon44) <a href="https://twitter.com/RBLRon44/status/924318112681472000?ref_src=twsrc%5Etfw">October 28, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>[Anmerkung: Wie wir aufgeklärt wurden, handelt es sich bei RonRBL um einen Satireaccount. Alles andere wäre auch wirklich nicht tragbar. 🙂 ]</p>
<p>So oder so wird nach kurzem Blick in die Timelines zu den Niederlagen gegen die Bayern deutlich, dass es um mehr geht als nur den sportlichen Wert und das Schimpfen über eine verpasste Chance. Man fühlt sich, nein, man wurde tatsächlich glatt vom System betrogen. Und man verlagert alle kreative Energie darin, diesbezüglich den Beweis zu führen. Eine unrühmliche Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch der Ursymphat RR, der offenbar die größte Ungeduld von allen an den Tag legt. Sich endlich auf Augenhöhe mit der Benchmark des deutschen Fußballs wähnend, legte er bereits während des Zustandekommens der Pokalschlappe&nbsp;eine dilettantischen Unsouveränität an den Tag, die wieder nur eingangs und mit einem ordentlichen Schuss Zynismus lustig ist. Wer ruhig auf <a href="http://www.rp-online.de/sport/fussball/rb-leipzig/kolumne-gegenpressing-ralf-rangnick-erfindet-den-privaten-videobeweis-aid-1.7172267" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das verstörende Rumturnen mit gezückten Smartphone vor den gestressten Schiedsrichtern</a> schaut, begreift, welche innere Getriebenheit und Selbstüberzeugung als Triebfedern beim neuen Gold Nugget des Ostens wirken.</p>
<h4>Die LVZ haut mit auf die Kacke</h4>
<p>Aufgefangen wurden dieses Vorgänge und Stimmungslagen wie immer vom Leipziger Garanten für unabhängige Berichterstattung, der LVZ – die fleißig mit auf die Kacke hauten.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Daaa iss das Ding! Nix als die nackte Wahrheit über RB, Gott und die Welt. Verlag Schwarzkopf&amp;Schwarzkopf<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/14.0.0/72x72/26bd.png" alt="⚽" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/14.0.0/72x72/26bd.png" alt="⚽" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />9,99 Eus <a href="https://t.co/WAnUDTlWRh">pic.twitter.com/WAnUDTlWRh</a></p>
<p>— Guido Schäfer (@schfer_g) <a href="https://twitter.com/schfer_g/status/923948751475093505?ref_src=twsrc%5Etfw">October 27, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>So prangte bereits am Tag nach der Pokalniederlage als typographisches Desaster auf der Titelseite der mittlerweile gänzlich distanzlosen LVZ &#8220;Leipzig kann trotzdem stolz sein&#8221;. Wo da noch der Bezug zum Fußball ist, möchte man fragen, und bringt die Äußerung dann aber schnell in Verbindung mit dem seit dem letzten Abend auf dem eigenen Handy tobenden Tweetstorm. Deutlich wird, dass es in den Augen der Zeitung offenbar nicht nur um das Duell zweier sportlich super aufgestellter Mannschaften und Vereine ging. Wer die ganze Stadt in Kollektivhaft nimmt und von &#8220;Stolz&#8221; schreibt, der hat nicht nur ein sportliches Ergebnis im Sinn, sondern adressiert eine nicht verwundene Kränkung, die das eigene Selbstbild betrifft. Nicht nur der Club hat verloren, sondern die ganze Stadt und Region, und wofür diese stehen, die&nbsp;<em>mentalità del est</em>. Und nun haut man sich trotzdem fleißig auf die Schulter und spinnt einfach weiter am Faden der neuen Siegermentalität und des &#8220;Jetzt holen wir uns, was uns zusteht!&#8221;.</p>
<p><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/LVZ_Titel_171026.png"><img loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-1211" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/LVZ_Titel_171026.png" alt="" width="945" height="879" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/LVZ_Titel_171026.png 945w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/LVZ_Titel_171026-300x279.png 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/LVZ_Titel_171026-768x714.png 768w" sizes="(max-width: 945px) 100vw, 945px" /></a></p>
<p>Doch damit nicht genug. Tags drauf war dann die gesamte Titelseite gefüllt mit #RBLFCB-content. Für die Auswärtigen zum Nachvollziehen: Titelbild, Aufmacher inklusive TED-Umfrage (&#8220;Hat der Schiedsrichter RB Leipzig benachteiligt?&#8221; &#8211; Ja/Nein), Leitartikel und Kommentar. Ungelogen!</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Oh, das ist überraschend, <a href="https://twitter.com/LVZ?ref_src=twsrc%5Etfw">@LVZ</a>. <a href="https://twitter.com/hashtag/RBLFCB?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#RBLFCB</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/FCBRBL?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#FCBRBL</a> <a href="https://t.co/38ZxZR9Fre">pic.twitter.com/38ZxZR9Fre</a></p>
<p>— zwangsbeglueckt (@zwangsbeglueckt) <a href="https://twitter.com/zwangsbeglueckt/status/924015407207538690?ref_src=twsrc%5Etfw">October 27, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Den Vogel schoss dabei aber der inzwischen landesweit berüchtigte Guido Schäfer ab, der allen Ernstes im Zusammenhang von RB, die – man kann es nicht oft genug wiederholen – nur acht Jahre nach Gründung im ausverkauften Zentralstadion die Bayern am Rande der Niederlage haben, vom &#8220;benachteiligten Außenseiter&#8221; schrieb. Mehr Selbst-Beopferung geht nicht.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">&#8220;Von wegen Dosen und Plastikclub. Fleisch und Blut, Leidenschaft und Hingabe.&#8221; Launiger Leitartikel von <a href="https://twitter.com/schfer_g?ref_src=twsrc%5Etfw">@schfer_g</a> in der <a href="https://twitter.com/LVZ?ref_src=twsrc%5Etfw">@LVZ</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/rbl?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#rbl</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/RBLFCB?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#RBLFCB</a> <a href="https://t.co/txKMa7jLzS">pic.twitter.com/txKMa7jLzS</a></p>
<p>— Model Among (@Modelamong) <a href="https://twitter.com/Modelamong/status/923913181222899712?ref_src=twsrc%5Etfw">October 27, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<h4>RBL: Eine Melange aus Geltungsdrang und Selbstermächtigung</h4>
<p>Am Ende bleibt der unangenehme Eindruck, dass in und um RB Leipzig streberhafte Selbstüberzeugung und Ost-Opfermythos ein bedenkliches Hybrid hervorgebracht haben, das die Bedingungen des eigenen Bestehens ausblendet und den eigenen Erfolg als nur von dunklen Mächten und Verschwörungen aufzuhalten versteht.&nbsp; Im Zweifelsfall (bei Niederlagen) werden dann Schiedsrichterskandale aufgewärmt und Bilder einer Sportfunktinärskaste bemüht, die sich gegen RB stellen. Als würde man selbst nicht Teil dieses Establishments sein und von dessen Uminterpretationen des selbstgegebenen Regelwerks massiv profitieren.&nbsp;Um Fußball im engeren Sinne geht es dabei nicht mehr. Stattdessen sind aggressiver Geltungsdrang und Selbstermächtigung angesprochen. Fortsetzung, das steht zu befürchten, folgt.</p>
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		<title>Dosierte Dossiers (6)</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2017/04/24/dosierte-dossiers-6/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Apr 2017 12:50:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dosierte Dossiers]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[dosierte Dossiers]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Kommerzialisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Sport am Wochenende]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeden Montag Regelmäßig empfehlen wir Artikel, Berichte und Beiträge, die das Label Sportjournalismus verdienen. Also Dinge, die es mit Sicherheit nicht ins Red Bulletin schaffen. Wir präsentieren Perspektiven und Recherchen, die den Blick auf das Drumherum, das Dahinter und das große Ganze lenken &#8211; anstatt den aktuellen Spieltag als Edelfan oder Maskottchen abzufeiern. [Gruß an &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/04/24/dosierte-dossiers-6/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Dosierte Dossiers (6)</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_1158" aria-describedby="caption-attachment-1158" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/6277208708_7e6607d601_b.jpg"><img loading="lazy" class="size-full wp-image-1158" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/6277208708_7e6607d601_b.jpg" alt="" width="1024" height="649" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/6277208708_7e6607d601_b.jpg 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/6277208708_7e6607d601_b-300x190.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/6277208708_7e6607d601_b-768x487.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1158" class="wp-caption-text"><a href="https://www.flickr.com/photos/62693815@N03/6277208708/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jon S on flickr &#8220;Newspapers B&amp;W (3)&#8221;</a> // <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a></figcaption></figure>
<p><del datetime="2017-03-06T13:15:25+00:00">Jeden Montag</del> Regelmäßig empfehlen wir Artikel, Berichte und Beiträge, die das Label Sportjournalismus verdienen. Also Dinge, die es mit Sicherheit nicht ins Red Bulletin schaffen. Wir präsentieren Perspektiven und Recherchen, die den Blick auf das Drumherum, das Dahinter und das große Ganze lenken &#8211; anstatt den aktuellen Spieltag als Edelfan oder Maskottchen abzufeiern. [Gruß an die LVZ!]</p>
<p><span id="more-1157"></span></p>
<p>Diesmal bekommt ihr nur eine einzelne Lese- bzw. Hörempfehlung. Diese hat es dafür in sich! Der Deutschlandfunk hat am vergangenen Ostermontag eine ganze Ausgabe <em>Sport am Feiertag</em> freigeräumt und aus verschiedenen Blickwinkeln den Überdruss beleuchtet, den der/die eine oder andere (wir auf jeden Fall!) möglicherweise in Bezug auf die schönste Nebensache der Welt gelegentlich empfindet.</p>
<p>Thema ist zunächst die Allverfügbarkeit von Fußball im TV. Schon jetzt vergeht kein Tag, an dem nicht irgendein nichtiges Fußballspiel übertragen wird und einen mit dem Gefühl zurück lässt, dass Fußball in allen Schwierigkeitsstufen schon zehn mal durchgespielt ist. Nun steigen außerdem noch Onlineanbieter ein und drehen das Rad noch ein Stück weiter</p>
<p>Außerdem kommt <a href="http://www.deutschlandfunk.de/hfc-falke-auf-der-emotionalen-schiene-eine-alternative.1346.de.html?dram:article_id=384000">die Präsidentin des HFC Falke zu Wort und erklärt, warum sie mit den Geschäft Bundesliga nur noch wenig anfangen kann</a>. Ähnlich der Ehrenpräsident des VfL Osnabrück, <a href="http://www.deutschlandfunk.de/dritte-liga-der-fussball-befindet-sich-in-einer-scheinwelt.1346.de.html?dram:article_id=383998">Dirk Rasch, der sich von DFB und DFL in Stich gelassen füllt</a>. Beide würden nur fordern, aber nichts an die kleineren Vereine geben.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich bin fest davon überzeugt, dass in diesem Jahr in der Dritten Liga nicht ein einziger Club schwarze Zahlen schreibt&#8221; &#8211; Dirk Rasch</p></blockquote>
<p>Des Weiteren geht es um aktuelle<a href="http://www.deutschlandfunk.de/kommerzialisierung-die-politik-will-sich-mit-dem-fussball.1346.de.html?dram:article_id=384001"> Trends zur Kommerzialisierung des Fußballs und die Vorteile, die die Politik daraus zieht</a>, um <a href="http://www.deutschlandfunk.de/fortuna-koeln-fussball-fuer-nostalgiker.1346.de.html?dram:article_id=383990">Fortuna Köln</a>, bei denen das Stadionerlebnis als Gegenentwurf zum &#8220;modernen Hochglanzfußball&#8221; gelten kann und schließlich noch mal allgemeiner um das <a href="http://www.deutschlandfunk.de/fussball-blase-masslosigkeit-statt-weitsichtigkeit.1346.de.html?dram:article_id=383985">Aufblasen des internationalen Spielkalenders, um noch mehr Vermarktungseinnahmen zu erzielen</a>.</p>
<p>Die Aufstellung aller Beiträge zur Themensendung <a href="http://www.deutschlandfunk.de/sport-am-wochenende.1345.de.html?drbm:date=2017-04-17" target="_blank" rel="noopener noreferrer">findet ihr hier</a>. <a href="http://srv.deutschlandradio.de/themes/dradio/script/aod/index.html?audioMode=3&amp;audioID=538960&amp;state=">Zum kompletten durchhören hier</a>.</p>
<p>Viel Vergnügen!</p>
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		<title>Ermüdungserscheinungen</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2017/04/21/ermuedungserscheinungen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Apr 2017 11:50:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Ermüdung]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[RB Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftlicher Nutzen]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Text erschien zuerst in der Erlebnis Fußball No 70 und ist für diesen Blogpost nur leicht verändert und aktualisiert worden. Man sollte sich nichts vormachen. RB ist dort angekommen, wo sie hingehören. Gekonnt und locker beherrscht der erst 2009 aus dem Boden gestampfte „Verein“ die etablierten Regeln des Bundesligafußballs und kann sich gleichzeitig als jung, &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/04/21/ermuedungserscheinungen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Ermüdungserscheinungen</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<pre>Dieser Text erschien zuerst in der <a href="http://erlebnis-fussball.de/ausgabe/70/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erlebnis Fußball No 70</a> und ist für diesen Blogpost nur leicht verändert und aktualisiert worden.</pre>
<figure id="attachment_1152" aria-describedby="caption-attachment-1152" style="width: 1920px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/man-1245993_1920.jpg"><img loading="lazy" class="size-full wp-image-1152" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/man-1245993_1920.jpg" alt="" width="1920" height="1276" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/man-1245993_1920.jpg 1920w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/man-1245993_1920-300x199.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/man-1245993_1920-768x510.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/04/man-1245993_1920-1024x681.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1152" class="wp-caption-text">Foto: <a href="https://pixabay.com/en/man-sleeping-man-nap-napping-male-1245993/">Unsplash on Pixabay</a> // <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en">CC0 Public Domain</a></figcaption></figure>
<p>Man sollte sich nichts vormachen. RB ist dort angekommen, wo sie hingehören. Gekonnt und locker beherrscht der erst 2009 aus dem Boden gestampfte „Verein“ die etablierten Regeln des Bundesligafußballs und kann sich gleichzeitig als jung, wild und unvorbelastet darstellen. Und das wird auch erst mal so bleiben. Professionell und nüchtern aufgestellt in Bezug auf Vereinsmanagement und -vermarktung, Personalstruktur, Spieleraquise und Jugendausbildung, können sich einige andere Bundesligisten bei der österreichischen Niederlassung in Leipzig sogar noch etwas abschauen. Zudem rennen die Zuschauer dem Neuling die Bude ein. RB ist somit Realität und wird sich aus dieser wohl so schnell nicht wieder verjagen lassen. Im Gegenteil: Europa und ein neues Stadion rufen!</p>
<p><span id="more-1150"></span></p>
<p>Ermöglicht wurde und wird das bekanntermaßen durch ein hunderte Millionen schweres Investment des österreichischen Weltkonzerns, über dessen genaue Höhe gemeinhin Stillschweigen herrscht. Nüchtern betrachtet, stellt RB diesbezüglich die konsequente Weiterführung und Zuspitzung dessen dar, was besonders die Spitzenclubs der Bundesliga bei der Suche nach Finanzierung des kostspieligen Alltagsbetriebs umtreibt. Bei der Bayern München AG sind mit Adidas, Audi und Allianz gleich drei deutsche Großkonzerne Anteilseigner. Borussia Dortmund ist ebenfalls als Aktiengesellschaft aufgestellt, auch wenn die Aktionärsstruktur kleinteiliger ist. VW bei Wolfsburg, Bayer in Leverkusen und womöglich <a href="http://www.kicker.de/news/fussball/2bundesliga/startseite/676022/artikel_daimler-steigt-beim-vfb-stuttgart-ein.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">demnächst Daimler in Stuttgart</a> – überall stehen Großsponsoren und -geldgeber hinter den Vereinen und da haben wir noch nicht mal von den englischen, französischen und italienischen Topclubs gesprochen. Dort gehört die Finanzierung der Spitzenclubs durch Ölscheichs, Hedgefonds oder Konzernen aus dem fernen Osten fast schon zum guten Ton. Das große Geld ist jedenfalls längst etabliert im Profifußball.</p>
<h4>RB-Kritik verfängt nicht mehr</h4>
<p>Eine darauf bezogene Kritik finden wir (auch wenn uns das „Fußballgeschäft“ zuweilen anstinkt) zunehmend langweilig. Zumal sie auch nicht (mehr) verfängt. Kommt man heute mit Fans und Unterstützer von RB ins Gespräch, beim Grillen unter Freunden, beim Training des eigenen Amateurclubs oder an Spieltagen in der Bahnhofskneipe, wird schnell deutlich, dass diese sich nicht mehr auf „klassische“ Kritikpunkte einlassen. Im Gegenteil: Unumwunden und bereitwillig wird eingestanden, dass es sich bei RB um „Konzeptfußball“ handelt. Um einen Verein, der nur aufgrund von nicht selbst eingespieltem Geld und der konsequenten Anwendung heute im Spitzenfußball üblicher Prinzipien dorthin gelangte, wo er aktuell ist. „Tradition“ und den ganzen Klimbim brauche man dafür nicht. Dafür bekomme man „geilen Fußball“ zu sehen. Und es stimmt ja auch: Wie soll man mit kritischen Hinweisen auf die gesteigerte Kommerzialisierung und Fremdkapitalisierung noch punkten, wenn die großen Vereine anderer Städte es nicht anders machen (auch wenn sie historisch und organisatorisch anders dahin gelangt sind)? Oder anders gefragt: Was soll falsch daran sein, sich in das entfesselte Millionengeschacher, das der Spitzenfußball nun einmal ist, einfach einzukaufen und strategisch geplant mitzuspielen?</p>
<p>RB aus einer solchen kühlen bis zynischen Haltung heraus zu unterstützen, ist in Leipzig jedenfalls Mode geworden. Große Teile der meist nur am Rande fußballsozialisierten Stadtgesellschaft können und wollen an RB nicht schlimmes finden. Medien, lokale Wirtschaft und Rathaus – alle stimmen mit ein in die Hymne auf den Verein der kam, um die Stadt endlich zu erlösen aus den Jahren der Bedeutungslosigkeit. Denn das wurde auch schnell deutlich: Leipzig erhebt einen quasi-natürlichen Anspruch auf Bundesligafußball. Und da „die anderen“ ihre Chance hatten (Chemie und Lok), sei es nur noch durch den Eingriff einer dritten Partei möglich gewesen, die Stadt wieder auf die Bundesligalandkarte zu hiefen. Dort angekommen, feiert man sich nun selbst ab und weißt auf die positiven Effekte hin, die das österreichische Investment gebracht hat.</p>
<h4>RB als eierlegende Wollmilchsau</h4>
<p>Dabei werden vor allem wirtschaftliche Argumente vorgebracht. RB schaffe Arbeitsplätze, RB spühle Einnahmen für den Tourismus in die Stadt, RB sei Leuchtturm für eine ganze Region. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt dieser Aussagen, wird doch daran deutlich, womit RB eben auch in der Stadt über die Spieltage hinaus in Verbindung gebracht wird. Der Verein wird vor allem als <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2016/10/12/momentchen-mal/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cash Cow</a> verstanden, die der Stadt beim ankurbeln der eigenen Wirtschaft zur Seite stehen soll. Und alle wollen etwas abbekommen vom Kuchen. Städtische Betriebe, in Leipzig angesiedelte Autobauer, Mittelständler – alle steigen mit irgendwelchen Kleckerbeträgen ein, um nur ja auch ein wenig von der Aura abzubekommen, die RB in der Stadt versprüht. Die Stadionlogen sind an Spieltagen längst zu Orten geworden, an denen sich die städtische Wirtschaftsprominenz und die die gern dazu gehören würden, sich die Klinke in die Hand geben.</p>
<p>Dazu gesellt sich die lokal ansässige Leipziger Volkzeitung, die sich ohne wenn und aber dem „Projekt RB“ verschrieben hat. Besonders der <del>Chef der Sportredaktion</del> <a href="http://www.lvz.de/Sport/RB-Leipzig/News/LVZ-Chefreporter-Guido-Schaefer-reist-mit-Hindernissen-ins-RB-Leipzig-Trainingslager" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chefreporter</a>, der zwar hier und da mit amüsanten Zoten aus seiner eigenen Profizeit auftrumpfen kann, geht voll im RB-Kosmos auf. Genüsslich sucht er die Nähe zum Profikader, begleitet die Spieler mit in die Trainingslager und feiert sich überhaupt als denjenigen ab, der die exklusiven Inside Views vom Trainingsplatz und aus der Kabine erhaschen kann. Ein distanzierender Blick auf beispielweise die Gründungszeit der „Vereins“ und wie der Sächsische Fußballverband als Steigbügelhalter gleich beide Augen in Bezug auf die eigene Satzung zugedrückt hat, lässt sich ihm nicht nachsagen. Motto: Wer RB kritisiert, gehört zu den Vorgestrigen.</p>
<h4>Mit der Geduld am Ende: Freut euch doch mal!</h4>
<p>Überhaupt scheint die Geduld bei RB und dessen Apologeten langsam am Ende zu sein. Offenbar findet man, es wurde lange genug diskutiert und kritisiert. Spätestens seit dem Verlassen der 3. Liga finden etliche, es sei nun an der Zeit, dass die Sicht auf das reine Vergnügen nicht durch die ganzen Grübler und Nörgler verstellt wird, die immer nur wieder mit den gleichen Vorwürfen ankamen.</p>
<p>Aber auch auf Seiten des potentiell kritischen Publikums sind Ermüdungseffekte zu beobachten – ganz ähnlich wie in Bezug auf die TSG Hoffenheim. Der Ofen, an dem Gespräche zum problematischen Gebahren von RB geführt werden können, scheint jedenfalls zunehmend zu erlöschen. Alles schon mal gehört, wir können doch nichts daran ändern. Medial ist sowieso nichts zu erwarten. Sky und ARD aber auch die sogenannten „Leitmedien“ normalisieren RB weitgehend in ihrer Berichterstattung und entwickeln sogar eine hämische Freude, wenn RB mal wieder vor einem kritischen Publikum gewinnt. Die wollen jetzt auch mal langsam zur Tagesordnung übergehen, nicht immer so komplizierte Dinge denken und immer kritisch sein, das verdirbt sowieso die Laune. Im Zweifel imitiert man dann eine intellektuelle Haltung und zerrt den Tradition/Kommerz-Quatsch wieder vor, kaut ein bisschen drauf herum und spuckt ihn dann aus, um dann irgendeinen lockeren Spruch von wegen „frischer Wind“ und so zu bringen.</p>
<h4>Kritik bleibt weiterhin nötig – aber wie?</h4>
<p>RB als Tatsache einfach hinnehmen also? Wir finden, nein! Bloß weil RB nun etabliert ist und sich fußballerisch immer weiter eingroovt, ist die Grundlage dessen, was da entsteht immer noch nicht gut zu heißen! Als ob das Projekt nach fünf Jahren aufhört hätte, ein Projekt zu sein; als ob Mateschitz nur am Anfang dem Vereinsvorstand ein bisschen Geld in die Hemdtasche gestopft hätte („Nimm ruhig, Junge!“), das aber doch schon längst vergessen sei und er mittlerweile nicht mehr direkten Einfluss nehmen kann und nimmt. Als ob inzwischen die Mitgliedsbeiträge gesenkt und hunderte stimmberechtigte Mitglieder dabei seien. Als ob man ernsthaft an einer selbstbestimmten und auch mal schwierig werdenden Fankultur interessiert sei. Als ob das Ganze aufgehört hätte, in erster Linie ein Marketingzirkus zu sein.</p>
<p>Ob die vielen zu beobachtenden Proteste hilfreich dabei sind, um diese Punkte zu thematisieren? Wir sind zumindest skeptisch. Oft wirken sie auf uns kontraproduktiv, weil entweder zu simpel gedacht („Scheiß Kommerz!“) oder mit falschen Mitteln arbeitend (Bullenkopf in Dresden). Wirklich kreativ hat sich bisher noch keine Szene hervorgetan – vielleicht auch, weil aus den genannten Gründen eine Kritik immer schwieriger wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Reine Wissenschaft</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2017/01/30/gekaufte-wissenschaft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jan 2017 07:35:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[handzahm]]></category>
		<category><![CDATA[konzernintern]]></category>
		<category><![CDATA[HHL; Timo Meynhardt; LVZ]]></category>
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					<description><![CDATA[((postscriptum vorab: Wir haben uns mittlerweile – in unserer anderen Rolle als Wissenschaftsmenschen – mit den Verfassern der Studie persönlich getroffen und über die Studie konstruktiv diskutiert. Schon vorher stellte sich heraus, dass das Dokument, auf das sich dieser Blogpost bezieht, (nur) eine Pressemitteilung war. In die umfangreichere und durchaus komplexere Studie selbst, die als Masterarbeit vorliegt, &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/01/30/gekaufte-wissenschaft/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Reine Wissenschaft</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<pre>((postscriptum vorab: Wir haben uns mittlerweile – in unserer anderen Rolle als Wissenschaftsmenschen – mit den Verfassern der Studie persönlich getroffen und über die Studie konstruktiv diskutiert. Schon vorher stellte sich heraus, dass das Dokument, auf das sich dieser Blogpost bezieht, (nur) eine Pressemitteilung war. In die umfangreichere und durchaus komplexere Studie selbst, die als Masterarbeit vorliegt, hatten wir zum Zeitpunkt des Schreibens des folgenden Textes noch nicht Einsicht genommen. Für eigene Eindrücke und Urteile: Die Gesamtstudie ist bei den Verfassern auf Nachfrage einsehbar.))</pre>
<p>Als kleines bescheidenes Watchblog hat man es ja nicht immer leicht. Rund um das eigene Objekte des Aufruhrs gibt es nicht immer was, das es wert wäre, es zu berichten. Und ständig das Selbe schreiben, bereitet zwar uns immer wieder erstaunlich viel Freude, könnte aber bei der einen oder anderen geneigten Leserin zu Redundanz- und Irrelevanzunterstellungen führen. So zumindest unsere antizipativen Gedanken.</p>
<p><span id="more-1010"></span></p>
<p>Glücklicherweise tauchen rund um Leipzigs Aushängeschild dann doch regelmäßig neue Figuren und Akteure auf, die aufgrund der Chuzpe, mit der sie RB-Affirmation betreiben, sich förmlich selbst die Einladung schreiben, um hier mal namentliche Erwähnung zu finden. Als besonderes Organ der legitimierenden Einlullung der Stadtgesellschaft in Bezug auf ihr gar nicht mehr so neues Fetischobjekt hat sich in den letzten Monaten die HHL, Leipzig selbsternannte elitäre &#8220;graduate school of management&#8221;, hervorgetan. Wie die <a href="http://www.lvz.de/Sport/RB-Leipzig/News/HHL-Studie-RB-Leipzig-treibt-Region-wirtschaftlich-voran">LVZ eilfertig verkündete</a> (<a href="http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/669638/artikel_rb-leipzig_akzeptanz-und-popularitaet-wachsen-deutlich.html#omsmtwkicker">der Kicker bspw. berichtete aber auch</a>), erhielten die Fußballveranstalter vom Cottaweg vergangene Woche mal wieder &#8220;Bestnoten von den Wirtschaftsexperten&#8221;, die in Spuckweite zum Zentralstadion residieren.</p>
<h4>Wissenschaft als Werbekanal</h4>
<p>Der Bericht überschlägt sich bereits in den ersten Zeilen. RB stelle &#8220;Kapitalismus von seiner besten Seite dar&#8221;.  Während man sich noch fragt, ob damit das Trainingszentrum im Naturschutzgebiet oder die kapitalisierte Jagd auf Jugendtalente im gesamten Bundesgebiet gemeint sind, darf Studienleiter <a href="http://www.hhl.de/de/fakultaet/wirtschaftspsychologie-und-fuehrung/">Timo Meynhardt</a> schon konkretisieren: &#8220;Der Fußball-Klub habe faktisch die Region wachgeküsst.&#8221; Das ist nichts neues, wir hatten hier schon <a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/2016/10/12/momentchen-mal/">an anderer Stelle</a> festgehalten, dass eine Tollfindstrategie ja vor allem darüber läuft, RB Leipzig auf das umsatzstarke Unternehmen zu reduzieren, das es ist, und sich an den wirtschaftlichen Folgeeffekten für den städtischen Tourismus und die Kneipen in Stadionnähe zu freuen. Klasse!</p>
<p>Neu ist, dass nun als weiterer Kanal der Klarstellung dessen, dass RB Leipzig in keinem Fall etwas Schlechtes sein könne, die Wissenschaft bemüht wird. Klar: Was die Wissenschaft rausfindet, muss natürlich stimmen und ist folglich wahr. Ende der Diskussion. RB tut uns allen gut! Dabei überrascht die Renitenz, mit der verschiedene von HHL beschäftigte Professoren als RBL-Apologeten auftreten. Wenn man einmal als Experte vor eine Mikro geschleift wird und dort unvorsichtig eigene Meinung mit der professionellen Rolle und dem wissenschaftlichen Anspruch auf Unabhängigkeit verquickt – geschenkt. Aber die Häufung, in der die HHL als Fürsprecherin von RB Leipzig in die Öffentlichkeit auftritt, ist schon auffällig. (<a href="http://www.lvz.de/Sport/RB-Leipzig/News/HHL-Experte-RB-wirbt-gratis-fuer-Leipzig">Hier etwa</a>)</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de">
<p dir="ltr" lang="de">Die Umbenennung der <a href="https://twitter.com/hashtag/HHL?src=hash">#HHL</a> in Red Bull University steht kurz bevor. Und eine ganze Region wird davon profitieren. <a href="https://twitter.com/hashtag/RBL?src=hash">#RBL</a></p>
<p>— zwangsbeglueckt (@zwangsbeglueckt) <a href="https://twitter.com/zwangsbeglueckt/status/824540168841555968">26. Januar 2017</a></p></blockquote>
<h4>Eine Studie, um die Zweifler zu überzeugen</h4>
<p>Ein Blick in die <a href="http://www.hhl.de/fileadmin/texte/publikationen/studien/LS_Business_Psychology/Meynhardt_Franz_Der_Public_Value_des_RB_Leipzig_2017.pdf">zehn mauen Seiten</a> (<a href="http://www.hhl.de/en/details/news/der-rb-leipzig-ist-ein-gesellschaftliches-ereignis-ersten-ranges/">hier die Kurz-Kurzversion</a>), in der mit einer &#8220;innovativen, non-normativen Befragungstechnik&#8221; erzielten Befunde aufgeschrieben sind, verrät, dass es mit dem &#8220;Non-normativen&#8221; nicht so weit her ist. Wer schon allein die &#8220;Kernaussage der Studie&#8221; auf ihren dahinter liegenden Aussagegehalt befragt (keine Sorge, machen wir jetzt nicht in extenso), der muss sich wundern, ob er es mit einer wissenschaftlichen Studie oder mit einer gekauften Werbeseite im Handelsblatt zu tun hat.</p>
<figure id="attachment_1016" aria-describedby="caption-attachment-1016" style="width: 660px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Kernaussage-4.png"><img loading="lazy" class="size-large wp-image-1016" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Kernaussage-4-1024x229.png" alt="" width="660" height="148" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Kernaussage-4-1024x229.png 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Kernaussage-4-300x67.png 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Kernaussage-4-768x172.png 768w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1016" class="wp-caption-text">Der Public Value des RB Leipzig, S. 2</figcaption></figure>
<p>Nicht nur, dass man sich fragen muss, welche Buzzwords der Managementlehre in diesen drei Zeilen eigentlich nicht gefallen sind. Es stellen sich die Fragen, welche Gesellschaft hier eigentlich gemeint sein soll, was &#8216;voranbringen&#8217; bedeutet und was die kulturellen, sozialen und politischen Ressourcen sein sollen, von denen hier großspurig die Rede ist. Gut, die politischen Ressourcen sind schnell ausgemacht. Da ist beispielsweise Burkhardt Jung, der ja ohnehin nicht mehr zu bremsen ist bei seinen Oden auf RB Leipzig – und nun auch einen der &#8220;Experten&#8221; darstellt, die für die &#8220;Studie&#8221; befragt wurden. Keine Pointe. Überhaupt ist die Liste derer, die über den &#8220;public value&#8221; von RB Leipzig Auskunft geben sollen, sehr &#8230; äh, speziell.</p>
<figure id="attachment_1022" aria-describedby="caption-attachment-1022" style="width: 660px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Experten.png"><img loading="lazy" class="size-large wp-image-1022" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Experten-696x1024.png" alt="" width="660" height="971" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Experten-696x1024.png 696w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Experten-204x300.png 204w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Experten-768x1130.png 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Experten.png 2000w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1022" class="wp-caption-text">Der Public Value des RB Leipzig, S. 6</figcaption></figure>
<p>Wie schnell auffällt, hat Prof. Meynhardt seine ganze wissenschaftliche Kompetenz aufgefahren und (fast) ausschließlich Sympathisanten und direkt Involvierte befragt. Eigentlich Wahnsinn. Da nützt auch das Feigenblatt Christoph Biermann (<a class="ProfileHeaderCard-screennameLink u-linkComplex js-nav" href="https://twitter.com/chbiermann">@<span class="u-linkComplex-target">chbiermann</span></a>) vom Magazin 11Freunde nichts, die nicht als die größten Freunde des Fußballinvestmentstandorts Leipzig gelten. Ansonsten durften Sponsoren, Fanvertreter, geneigte Journalisten (<a class="ProfileHeaderCard-screennameLink u-linkComplex js-nav" href="https://twitter.com/mmachowecz">@<span class="u-linkComplex-target">mmachowecz</span></a>,<a class="ProfileHeaderCard-screennameLink u-linkComplex js-nav" href="https://twitter.com/HandballKurti">@<span class="u-linkComplex-target">HandballKurti</span></a>), Vertreter der lokalen und regionalen Sportverbände, die sich, als es darum ging, als Steigbügelhalter des Projektes RB Leipzig hervorgetan haben, und – das muss als Witz gemeint sein –  Angestellte von RB Leipzig zum Wert von RB Leipzig Rede und Antwort stehen. Der letzte Clou findet sich allerdings ganz am Ende der Liste und hier wirft Prof. Meynhardt endgültig die letzten Reste seines Anspruchs über Bord: Die HHL diktiert sich ihre eigenen Ergebnisse ins Notizbuch. Wie gesagt: Eigentlich Wahnsinn.</p>
<p>Noch mal kurz zum Kapitalismus von seiner besten Seite und Nicht-Normativität. In der Studie liest sich das, wie folgt:</p>
<figure id="attachment_1021" aria-describedby="caption-attachment-1021" style="width: 660px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Capitalism.png"><img loading="lazy" class="size-large wp-image-1021" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Capitalism-1024x475.png" alt="" width="660" height="306" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Capitalism-1024x475.png 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Capitalism-300x139.png 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Capitalism-768x357.png 768w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1021" class="wp-caption-text">Der Public Value des RB Leipzig, S. 3</figcaption></figure>
<p>Endlich-sind-wir-wieder-wer-Rhetorik gepaart mit Erlösungsvorstellungen at its best, sagen wir nur. Haben wir schon oft drüber geschrieben, müssen wir nicht noch mal machen. Bemerkenswert ist jedoch, dass hier eine gesellschaftlich mit Ausgewogenheit und Distanz betraute Institution wie eine Hochschule Rhetorik politischen Entscheidungsträger reproduziert und dünn mit dem Anstrich von Wissenschaftlichkeit versieht. Das ist nicht nur wissenschaftlich höchst fragwürdig, sondern auch forschungsethisch problematisch. Wenn sich Forschungseinrichtungen vor den Karren von Publicitiy und wirtschaftlichen Erfolgsgeschichten spannen lassen, ist es mit deren Unabhängigkeit nicht mehr weit her.</p>
<p>[Dazu, dass RB Leipzig selbst Auftraggeber der &#8220;Studie&#8221; sein soll, wie es einzelne Rufer bei Twitter suggerieren, haben wir nichts Belastbares gefunden.]</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de">
<p dir="ltr" lang="de">Der <a href="https://twitter.com/kicker">@kicker</a> erwähnt mit keinem Wort, dass der Auftraggeber dieser &#8220;positiven&#8221; &#8220;Studie&#8221; zu RB Leipzig, eben jener RB Leipzig selbst war. <a href="https://t.co/WRd62LcZq1">https://t.co/WRd62LcZq1</a></p>
<p>— (((Bjoern))) (@bjoernMaHe) <a href="https://twitter.com/bjoernMaHe/status/824314393341083652">25. Januar 2017</a> ]</p></blockquote>
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		<title>Momentchen mal!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Oct 2016 11:42:51 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Burkhard Jung]]></category>
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					<description><![CDATA[Eigentlich finden wir selbst es ja langweilig, immer wieder auf Offensichtliches hinzuweisen. Doch gelegentlich kommt es zu Zuspitzungen, die selbst uns mit offenen Mündern zurücklassen. So geschehen gestern, als die Friedrich-Ebert-Stiftung zum 5. Mitteldeutschen Wirtschaftsdialog einlud. Thema:  LEIPZIG Fußballstadt Leipzig. Chancen und Herausforderungen. &#8220;Fußballstadt Leipzig&#8221; bedeutete in diesem Fall freilich RB Leipzig. Und es ging um &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2016/10/12/momentchen-mal/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Momentchen mal!</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich finden wir selbst es ja langweilig, immer wieder auf Offensichtliches hinzuweisen. Doch gelegentlich kommt es zu Zuspitzungen, die selbst uns mit offenen Mündern zurücklassen. So geschehen gestern, als die Friedrich-Ebert-Stiftung zum 5. Mitteldeutschen Wirtschaftsdialog einlud. Thema:  <a href="https://www.facebook.com/events/196756294079373/" target="_blank">LEIPZIG Fußballstadt Leipzig. Chancen und Herausforderungen</a>. &#8220;Fußballstadt Leipzig&#8221; bedeutete in diesem Fall freilich RB Leipzig. Und es ging um das wirtschaftliche Heilsversprechen, das nicht nur mit diesem &#8220;Verein&#8221; verbunden wird, sondern mit dem Aufstieg in die erste Bundesliga nun angeblich kurz vor der Einlösung steht. Nachlesen kann man das bei den üblichen Hofschreibern (<a href="http://www.lvz.de/Sport/RB-Leipzig/News/Wachstumsmotor-RB-Leipzig-Der-Fussball-allein-wird-es-nicht-richten" target="_blank">hier</a> und <a href="http://rotebrauseblogger.de/2016/10/12/burkhard-jung-goes-initiative-60plus/" target="_blank">hier</a>).<span id="more-785"></span></p>
<figure id="attachment_786" aria-describedby="caption-attachment-786" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/thinking-272677_1920.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-786" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/thinking-272677_1920-300x217.jpg" alt="thinking-272677_1920" width="600" height="434" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/thinking-272677_1920-300x217.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/thinking-272677_1920-768x556.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/thinking-272677_1920-1024x741.jpg 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/thinking-272677_1920.jpg 1920w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-786" class="wp-caption-text">Foto: geralt, <a href="https://pixabay.com/de/nachdenken-denkarbeit-mann-gesicht-272677/" target="_blank">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank">CC0 1.0 Universell (CC0 1.0) </a></figcaption></figure>
<p>So weit, so bekannt, dachten auch wir und kamen dann doch ins Grübeln. Moment mal, ist es wirklich so selbstverständlich, über einen lokalen Fußballverein zu sprechen, als hätte sich ein internationaler Konzern am Standort Leipzig niedergelassen? Im Zusammenhang mit RB ist das offenbar völlig legitim und auch lange nicht mehr weiter erklärungsbedürftig. Schon allein der vom Veranstalter geschaffene Rahmen, das Spektrum, innerhalb dessen hier über einen Fußballverein gesprochen wurde, verrät, dass es in Bezug auf RB offenbar noch nie wirklich um Fußball im sportlichen Sinne ging. Im Gegenteil. Mittlerweile wird das sogar mantellos und wie selbstverständlich vorausgesetzt, von RB als &#8220;Wachstumsmotor&#8221; gesprochen, und der Bundesliga-Aufstieg als Marker einer vor allem wirtschaftlichen Zeitenwende für die sich daran ergötzenden Heldenstadt abgefeiert.</p>
<p>Bürgermeister, Medienunternehmer und Handelskammerchef können sich munter mit neu erreichter internationaler Reichweite, Existenzgrundlagen und Mehrwerten die Taschen vollhauen und keiner findet das merkwürdig. Wären wir RB-Jünger, wir wären äußerst beleidigt. Entsteht doch so der Eindruck, dass es auch jeder beliebige andere Verein hätte sein können, dem die Stadt Tür und Tor geöffnet hätte. Hauptsache Bundesliga und der damit erreichte Anschluss an den &#8220;Wachstumsmotor Bundesliga&#8221; ist geschafft.</p>
<p>Wie gesagt, alles nicht neu, und anderer Stelle haben wir uns auch <a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/2014/10/28/standardsituationen-der-rb-affirmation-3/" target="_blank">schon mal damit beschäftigt</a>. Aber in dieser schnörkellosen Deutlichkeit vorgetragen, sind die monothematischen Erwartungen, die mit RB in Verbindung gebracht werden, dann doch noch mal speziell.</p>
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		<title>RB und die Bundesliga – It&#8217;s a match!</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2016 10:04:26 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[RB Leipzig]]></category>
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					<description><![CDATA[RB ist in seinem natürlichen Habitat angekommen. Merkbar hatten die Kraftprotze Probleme mit der Widerständigkeit der unteren Ligen, können nun aber das erste Mal das sein, als was sie sich dem ausgegebenen Planziel nach verstehen. Bisher wirkte RB fehl am Platz, ein überpotenter Bundesligist, der beispielsweise schon munter zweistellige Millionentransfers abwickelte, unter Unterbemittelten und Rückwärtsgewandten. &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2016/10/04/rb-und-die-bundesliga-its-a-match/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">RB und die Bundesliga – It&#8217;s a match!</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_780" aria-describedby="caption-attachment-780" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/sunset-hands-love-woman.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-780" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/sunset-hands-love-woman-300x200.jpg" width="600" height="400" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/sunset-hands-love-woman-300x200.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/sunset-hands-love-woman-768x513.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/sunset-hands-love-woman-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-780" class="wp-caption-text">Foto: Ed Gregory, <a href="http://stokpic.com/project/love-heart-made-with-hands-at-sunset/" target="_blank">stokpic</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/" target="_blank">CC0 1.0 Universal (CC0 1.0) </a></figcaption></figure>
<p>RB ist in seinem natürlichen Habitat angekommen. Merkbar hatten die Kraftprotze Probleme mit der Widerständigkeit der unteren Ligen, können nun aber das erste Mal das sein, als was sie sich dem ausgegebenen Planziel nach verstehen. Bisher wirkte RB fehl am Platz, ein überpotenter Bundesligist, der beispielsweise schon munter zweistellige Millionentransfers abwickelte, unter Unterbemittelten und Rückwärtsgewandten. Endlich passt aber das Kleid, das man sich von Anfang an übergeworfen hat.</p>
<p><span id="more-770"></span></p>
<p>Nach nur sieben Jahren Aufbauarbeit kann man auch in der großen Gruppe mitspielen und fällt dort in Sachen Budget und gigantomanischen Plänen (Stichwort: neues Stadion) auch nicht mehr so unangenehm auf. Das es so kommen musste, war genauso voraussehbar wie langweilig. Umso erstaunlicher, dass dennoch eine überwältigende Zahl Menschen ihren Durst nach Bundesligafußball im ehemaligen Zentralstadion stillt. Nummernschilder aus ganz Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind an den Spieltagen im Stadionumfeld zu sehen. Die Jahnallee ist gepflastert mit Bratwurstständen und Flachbildschirmen. Für die, die es nicht in den Brausetempel geschafft haben. Die lokale Jubelpresse schreibt ihren Liebling bereits <a href="http://www.lvz.de/Sport/RB-Leipzig/News/RB-Leipzig-liegt-mit-zwei-Punkten-pro-Spiel-auf-Champions-League-Kurs" target="_blank">in die Championsleague</a> und der <a href="https://twitter.com/schfer_g/status/782497866413641728" target="_blank">Hofberichterstatter übt sich in Distanzlosigkeit</a>. Dazu kommt noch eine Front aus städtischen Betrieben, die sich noch schnell ein neues Label als „Leipziger“ gegeben haben, um dann auf allen relevanten Ebenen der infrastrukturellen Bereitstellung <a href="http://www.lvz.de/Sport/RB-Leipzig/News/Stadtholding-steigt-als-Sponsor-bei-RB-Leipzig-ein" target="_blank">als Partner des neu ausgerufenen städtischen Zugpferdes zu agieren</a>.</p>
<h5>Kritik an RB? Der Zyniker lächelt milde</h5>
<p>Bereits nach wenigen Wochen Bundesliga wird somit klar, dass das Konzept des Konzerns aus Fuschl aufgeht. Das vereinsgewordene Werbeschild ist im werbeträchtigsten Sportfeld Deutschlands etabliert und wird von dort wohl auch nicht mehr zu verdrängen sein. Zwar branden ihm hier und da noch Protest- bis Abwehrhaltungen wie etwa der Dortmunder Ultras entgegen. Die werden aber mittlerweile auch von gestandenen Leitmedien läppisch als letzte Rückzugsgefechte abgetan und auf einen im Grunde <a href="http://www.zeit.de/sport/2016-09/rb-leipzig-bundesliga-traditionsvereine" target="_blank">bemitleidenswerten Selbsthass</a> zurückgeführt.</p>
<p>Das zurückgelehnte Ausruhen darauf, dass RB ja auch nichts anders mache als die schon etablierten Clubs – besonders die an der Tabellenspitze –, zeigt, dass RB die konsequente Weiterführung eines Zynismus ist, der über klassische Kritikansätzen nur noch dezent lachen kann. Mit der Identifikation mit einem Club über dessen zurückliegende Erfolge und besonders Misserfolge kann er nichts mehr anfangen. Ebenso wenig mit einem Stirnrunzeln über das schiere Monopoly, das mittlerweile im internationalen Fußball veranstaltet wird.</p>
<p>Und es hat ja auch was für sich. Fußball, wie er auf den Ebenen von Bundesliga und Europapokalen betrieben wird, baut auf massiven, meist von großen Konzernen oder Scheichs eingetragenen Kapitaleinsatz, gezielter Konsumierbarmachung und damit verbundener werbewirksamer Inszenierung. RB stellt diesbezüglich das neueste Role Model dar. Als Produkt samt mitgelieferter Story, die es vermitteln kann, von Anfang an den Start gebracht, fügen sich die „Roten Bullen“ glatt in das Geschäft Bundesliga ein. Wachstumsschmerzen oder Etablierungsschwierigkeiten sind nicht zu beobachten. RBs erklärtes Ziel, das nun erreicht wurde und auf das man sich vorbereitet hat, ist es, eine möglichst große Masse anzusprechen und diese an einer reibungslos vermittelbaren Erfolgsgeschichte teilhaben zu lassen. Easy Consuming und keine Brüche in der Fassade. Hurra, endlich ungestört freuen!</p>
<figure id="attachment_782" aria-describedby="caption-attachment-782" style="width: 590px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/4863427015_05f71d5219_o.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-782" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/4863427015_05f71d5219_o-300x200.jpg" width="590" height="393" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/4863427015_05f71d5219_o-300x200.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/4863427015_05f71d5219_o-768x512.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/4863427015_05f71d5219_o-1024x683.jpg 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/4863427015_05f71d5219_o.jpg 1200w" sizes="(max-width: 590px) 100vw, 590px" /></a><figcaption id="caption-attachment-782" class="wp-caption-text">Foto: Lars P., <a href="https://www.flickr.com/photos/lars_p/4863427015" target="_blank">flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank">CC BY 2.0</a></figcaption></figure>
<h5>Frei von historischer Last</h5>
<p>Wesentlich trägt dazu bei, dass RB frei ist von jeglicher historischen Last. Weder gibt es DDR-Eskapaden zu diskutieren. Noch hat man ein Fan- oder gar Hoolproblem. Von finanzieller Misswirtschaft und streitbaren Managern ganz zu schweigen. (Alle drei Punkte sind – wenn auch unschön – aus historischen Gründen eigentlich wesentlich, um von einem „Ost-Verein“ zu sprechen, als der RB gern bezeichnet wird. Aber das ist „alte“ Denkweise.) So befreit kann man sich himmelhochjauchzend allein auf das Zukünftige konzentrieren und im Jetzt abfeiern. In diesem Kontext wird auch die seltsame Abwendung von der „Tradition“ verstehbar. Im Zusammenhang mit anderen Clubs noch als besonders schützenswertes Gut gehandelt („Bundesligadino HSV“), gilt der Blick nach hinten im Zusammenhang mit der österreichischen Dependance in Leipzig als überholt und altbacken.</p>
<p>Der Pessimist sieht in all dem das satte Aufblähen eines spätkapitalistischen Fußballbetriebs, der die Mutter auf dem Kessel der Kommerzialisierung bereits zwei- bis dreimal überdreht hat. Der Optimist freut sich auf eine neue Welt des entideologisierten Fußballs, in dem es keine komische Kritik mehr an der entfesselten Macht des Kapitals sowie ein einwandfreies, rundes und störungsfreies Stadionerlebnis gibt. Eine Fußballwelt ohne Ecken und Kanten, aus der man alles, was irritieren könnte, verdrängt hat.</p>
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		<title>111 Gründe, den Kopf einzusetzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Nov 2015 11:44:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stimmen der Vernunft]]></category>
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					<description><![CDATA[Neulich wussten wir vor lauter Grummeligkeit nichts anderes mit uns anzufangen, als ein kleines Bändchen zur Hand zu nehmen, das anlässlich der 1000-Jahre-Feierlichkeiten unserer aller Heldenstadt erschienen ist, allerdings der damit verbundenen Hochjubelei eine kritische Perspektive gegenüberzustellen weiß. Denn schnell zeigte sich: der Sammelband will (berechtigterweise) Spielverderber sein – beziehungsweise wenigstens ein paar Leute dazu anregen, ihren Kopf &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2015/11/18/111-gruende-den-kopf-einzusetzen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">111 Gründe, den Kopf einzusetzen</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich wussten wir vor lauter Grummeligkeit nichts anderes mit uns anzufangen, als ein kleines <a href="http://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/leipzig-detail" target="_blank">Bändchen</a> zur Hand zu nehmen, das anlässlich der 1000-Jahre-Feierlichkeiten unserer aller Heldenstadt erschienen ist, allerdings der damit verbundenen Hochjubelei eine kritische Perspektive gegenüberzustellen weiß.</p>
<p><span id="more-692"></span></p>
<p>Denn schnell zeigte sich: der Sammelband will (berechtigterweise) Spielverderber sein – beziehungsweise wenigstens ein paar Leute dazu anregen, ihren Kopf einzusetzen angesichts all der pompösen Jubelarien (Zu empfehlen sind beispielsweise die Beiträge von Andreas Bischof über den kleinbürgerlichen Hypezig-Hype oder von Philipp Schäfer zum Alltag in einer Leipziger Asylbewerberunterkunft).</p>
<h5>Die Saat geht auf</h5>
<p>Super, dachten wir, klingt genau nach einem Buch für uns. Also nichts wie reingeblättert. Und siehe da, kaum im Beitrag von René Seyfarth (&#8220;&#8216;Mein Leipzig lob&#8217; ich mir – Leipzig diskursiv&#8221;) festgelesen, hüpften unsere Herzen höher. Seyfarth thematisiert verschiedene bekannte Leipzig-Erzählungen und weist darauf hin, wie diese zu einem zumindest hinterfragungswürdigen Stadtselbstbild der seit jeher ach so progressiven, freien, weltoffenen und toleranten Bürgergesellschaft beitragen. Unter die Lupe genommen werden zunächst populäre Bilder wie „Heldenstadt“, „Messestadt“,„Universitätsstadt“, „Musikstadt“ und „Buchstadt“. Dann folgt der Teil zur „Sportstadt“ und die für uns entscheidende Stelle des gesamten Buches. Seyfarth schreibt also, *räusper*:</p>
<blockquote>
<div class="page" title="Page 59">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>Lokale und überregionale Aufmerksamkeit generiert seit einigen Jahren vor allem der neue Fußballverein RB Leipzig, welcher als unmittelbare Ausgründung des Red Bull-Konzerns einen raschen Aufstieg in der Fußballliga bewältigte. In diesem Zusammenhang wurde insbesondere die Betonung der Fußballtradition in Stellung gegen den Marketing-Hybrid aus Sport und Brause gebracht. Einerseits wird hier, eher untypisch für dominantere Leipzig-Diskurse, Tradition in Opposition zu ökonomischer Macht, repräsentiert durch das Unternehmen Red Bull, gebracht. In diesem Sinn folgt diese Auseinandersetzung eher einem international verwendeten Narrativ, in welchem sich lokale Beharrungskräfte schwer verortbarer, internationaler Finanzmacht zu widersetzen suchen (Schütt 2014). Andererseits kam es recht schnell zu einer lokalen Aneignung des von Kritiker_innen als Retortenverein gescholtenen Clubs, was mit dem ungebremsten Ligaaufstieg nach dem Prinzip ›Der Erfolg gibt ihm recht‹ geschah. Wohlwollend zur Kenntnis genommene Begleitumstände waren einerseits die bessere Auslastung des vormals fast ganzjährig brachliegenden Zentralstadions (jetzt Red Bull Arena) wie auch die familienfreundliche Stadionatmosphäre, welche bei den beiden Traditionsvereinen Lok Leipzig und BSG Chemie aufgrund einer ausdifferenzierten Fankultur (u.a. Ultras, Hooligans) aus bürgerlicher Perspektive nicht im gleichen Maße gegeben war. Entsprechend wendete sich die lokale Berichterstattung von anfänglich abwartender Zurückhaltung zu einer Jubelstimmung, da man dank des Erfolgs Leipzig nun auch auf dem Fußballfeld zu (dem lokalen Selbstverständnis gemäß) angemessener Größe zurückgekehrt sah. Der Blog Zwangsbeglückt dokumentiert und reflektiert kritisch die damit einhergehende lokale wie auch überregionale Dynamik, welche sich aus Leipzigs neuem (zurückgewonnenen?) Fußball-Ruhm ergibt und analysiert die Argumente von Identifikation, Arbeitsstellen und Opferrollen im diskursiven Dunstkreis der Sportstadt (zwangsbeglueckt.wordpress.com), die wiederum an andere Leipzig-Narrative anschlussfähig sind, um den Kreis zu schließen. (S.59–60)</p>
</div>
</div>
</div>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-693" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/11/mr-burns-2.jpg" alt="mr burns 2" width="264" height="278" /></p>
<p>Das tut unseren kleinen narzisstischen Egos natürlich saugut – zu lesen, dass unser notorisches Rumgemecker bei Leuten, die richtige Bücher schreiben, anschlussfähig ist und darüber hinaus innerhalb einer übergreifenden Diskussion zur Selbstbeweihräucherung der eigenen Tollheit Leipzigs verfängt. Gelungener Digital-Analog-Transfer, dachten wir und high-fiveten uns erstmal ne Runde. Seitdem hängen wir satt im Lehnstuhl und schauen unserer Saat beim Wachsen zu.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Schön übersichtlich</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2015/11/06/schoen-uebersichtlich/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2015 08:18:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[In der aktuellen Ausgabe der 11Freunde interviewte Chefredakteur Philipp Köster einen seiner Lieblingsantipoden, &#8220;Ralle&#8221; Rangnick, seines Zeichens Reizfigur, Visionär, Manager und nicht zuletzt Trainer der menschlichen Millionenanlage RB Leipzig. Das nahm wiederum das DeutschlandRadio zum Anlass, um der Sache mit RB und dem &#8220;Geld im Fussball&#8221; noch einmal nachzusteigen. Der Beitrag lief am vergangenen Sonntag sowohl auf Deutschlandfunk als &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2015/11/06/schoen-uebersichtlich/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Schön übersichtlich</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der <a href="http://www.11freunde.de/heft/heft-168-112015" target="_blank">aktuellen Ausgabe der 11Freunde</a> interviewte Chefredakteur Philipp Köster einen seiner Lieblingsantipoden, &#8220;Ralle&#8221; Rangnick, seines Zeichens Reizfigur, Visionär, Manager und nicht zuletzt Trainer der menschlichen Millionenanlage RB Leipzig. Das nahm wiederum das DeutschlandRadio zum Anlass, um der Sache mit RB und dem &#8220;Geld im Fussball&#8221; noch einmal nachzusteigen. Der Beitrag lief am vergangenen Sonntag sowohl auf Deutschlandfunk als auch bei DRadio und lässt sich <a href="http://www.deutschlandradiokultur.de/geld-im-fussball-fans-wollen-keine-vereine-aus-der-retorte.966.de.html?dram:article_id=335229" target="_blank">hier</a> nachhören und -lesen.</p>
<p>Im Beitrag ist von DER Fußballkultur bis zur bekannten Regressiver-Antikapitalismus-Keule wahrscheinlich alles versammelt, was jemals als Pro und Contra in Bezug auf RB Leipzig geäußert wurde. Da wir spätestens seit unserer aufputschenden <a href="https://www.facebook.com/events/1693147834231593/" target="_blank">Brause-Sause</a> mit mindestens dem gleichen Sendungsbewusstsein wie der Gebieter ausgestattet sind, war uns das Grund genug, noch einmal zu schauen, welche Birnen hier eigentlich mit welchen Äpfeln abgewogen werden sollen.</p>
<p><span id="more-680"></span></p>
<p>(Sprechende) Protagonisten sind der erwähnte Köster (<a href="https://twitter.com/philippkoester" target="_blank">@philippkoester</a>) und Alex Feuerherd (<a href="https://twitter.com/lizaswelt" target="_blank">@lizaswelt</a>), deren Standpunkte schon zum Einstieg als &#8220;extrem unterschiedlich&#8221; eingeführt werden. Wie sich im Verlauf des Beitrags zeigt, ist damit gemeint, dass Köster als Heulsuse fungieren soll, dem der bedachte Feuerherd mal die aktuelle geldregierte Welt erklärt, wie sie nun mal sei. &#8220;Die Romantiker und die Realisten&#8221; fasst Redakteur Herkel zusammen und klar ist auch: &#8220;&#8217;11 Freunde&#8217;-Chef Köster zählt zweifellos zu den Romantikern&#8221;.</p>
<h5>Die Romantiker gegen den Rest der Welt?</h5>
<p>Diffuse Unterscheidungen und Zuweisungen – auf diesem Stammtischniveau bleibt die Diskussion dann auch die ganze Zeit. Ob das den beiden Interviewpartnern bewusst war, sei mal dahin gestellt. Jedenfalls werden die Stimmen so inszeniert und moderiert, dass es auf eine Art Kulturkampf hinausläuft, der von Seiten der Romantiker entfacht wird. Den &#8220;Traditionalisten&#8221; gelte &#8220;der RBL schlicht als künstliche Schöpfung, als Plastikklub. Vor allem als Konstrukt, mit dem dank massiver Investitionen eines branchenfremden Kapitalgebers den Traditionsmannschaften künftig das Leben noch schwerer gemacht werden könnte.&#8221;</p>
<div>Dem folgen affirmativ-resignierende Einspieler von Feuerherd, der die nüchterne Eminenz mimt: &#8220;Die Totalität der kapitalistischen Vergesellschaftung, in der wir nun mal leben, hat den Fußball längst eingeschlossen, und deswegen gibt es eben keinen Unterschied mehr im Grundsatz zwischen RB Leipzig, also einem Verein, der zur Gewinnmehrung eines Unternehmens ins Leben gerufen worden ist und einer Kapitalgesellschaft, die den Fußball als Ware verkauft.&#8221;  Ein recht simpler Blick auf die Gesellschaft und das eigene Leben. Dass man auch in einer auf Konsum geeichten Gesellschaft Wahlmöglichkeiten hat und vielleicht doch nicht alles egal ist, taucht darin als Möglichkeit überhaupt nicht auf. Man tappt so oder so in die Falle des Kapitalismus – wie kreativ!</div>
<div></div>
<div>Stattdessen wird &#8220;Traditionalist&#8221; Köster zwar zuerkannt, dass er nicht nur &#8220;aus dem Bauch&#8221; reagiere wie ein in die Enge getriebenes Tier, sondern durchaus Argumente habe. Dass diese Argumente sich nicht nur auf ein &#8220;Früher war alles besser&#8221; zusammen dampfen lassen, geht in der folgenden Darstellung dann allerdings doch wieder unter. Der Hinweise, dass RB sich an gängigen Regularien vorbei drücke und dennoch für sich selbst immer Fair-Play einfordere, verhallt einfach – stattdessen wird von Dornen in den Augen der im Hintergrund johlenden &#8220;Traditionalisten&#8221; und &#8220;Ressentiments der Fans&#8221; berichtet und so wieder ein Bild des aufgebrachten Wutbürgers entworfen. Denn nur so einer könne ja gegen RB sein.</div>
<div></div>
<div><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/11/21526233868_dd08fbcecb_o.jpg"><img loading="lazy" class="alignnone size-medium wp-image-689" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/11/21526233868_dd08fbcecb_o-300x169.jpg" alt="21526233868_dd08fbcecb_o" width="300" height="169" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/11/21526233868_dd08fbcecb_o-300x169.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/11/21526233868_dd08fbcecb_o-1024x576.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></div>
<div>Bild: Dietmar Sittek, union2, <a href="https://www.flickr.com/photos/disiprenzlberg/21526233868/" target="_blank">flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank">CC BY–SA 2.0</a></div>
<h5>Lieber kurz als kompliziert</h5>
<div>Dieser Eindruck wird auch durch &#8220;Ihr macht unseren Sport kaputt&#8221; erzeugt.  Im Beitrag als gesungene Fanäußerung auf Seiten der &#8220;Romantiker&#8221; eingespielt, ist das ein gnadenlos verkürzender Slogan. Er muss allerdings auch nicht gleich als blinde Sehnsucht nach einer längst vergangenen Zeit der &#8220;ehrlichen Malocher&#8221; und billigen Eintrittskarten verstanden werden – wenn man sich bemüht,  ein bisschen zwischen der einen Zeile zu hören. Natürlich zerstört RB Leipzig nicht die sportlichen Grundlagen oder gar <em>den</em> Fußball. Vielmehr ist zu erwarten, dass der Fußball, der (demnächst) im Zentralstadion gespielt wird, einen qualitativ hochwertigen Beitrag zur Entwicklung des Fußballsports liefert.</div>
<div>Gemeint sein könnte ja aber auch eine Kritik an der fraglosen Akzeptanz des machtgebärdenden Auftritts von RB. &#8220;Ihr unterwandert gezielt, mit strategischem Auge und unter Einsatz schier unendlicher finanzieller Mittel eine gewachsene Vereinslandschaft, deren Popularisierung und kommerzielle Reifung ihr beobachtet habt, um euch dann dafür zu entscheiden, unter dem Deckmantel des &#8216;Sports&#8217; daran mitzuverdienen&#8221;, lässt sich halt nur schlecht singen.</div>
<div></div>
<div>Die Unterscheidung zwischen Romantikern und Realos sieht solche Feinheiten natürlich nicht oder kehrt sie unter den Tisch. Mit nur zwei Meinungen ist die Welt ja auch viel einfacher. Und so schön übersichtlich.</div>
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		<title>RB Leipzig – Der feuchte Traum der Spätkapitalisten</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2015 14:52:43 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Orkus]]></category>
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					<description><![CDATA[Viel Bewegung derzeit beim nimmermüden Leipziger Wunschverein RB Leipzig. Pünktlich zum (den eigenen Ansprüchen hinterher hinkenden) Saisonabschluss wird  der Geldhahn wieder weit aufgerissen und Millionen Euros in den Orkus gejagt. Eine neue Mannschaft kommt, die alten Versager müssen gehen und werden verscherbelt. Dass man bei RB nicht zimperlich mit den eigenen Bediensteten umgeht und von kontinuierlicher Kaderbildung &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2015/06/15/rb-leipzig-der-feuchte-traum-der-spatkapitalisten/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">RB Leipzig – Der feuchte Traum der Spätkapitalisten</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viel Bewegung derzeit beim nimmermüden Leipziger Wunschverein RB Leipzig. Pünktlich zum (den eigenen Ansprüchen hinterher hinkenden) Saisonabschluss wird  der Geldhahn wieder weit aufgerissen und Millionen Euros in den Orkus gejagt. Eine neue Mannschaft kommt, <a title="Großer Umbruch bei RB" href="http://www.lvz.de/Sport/RB-Leipzig/News/RB-Leipzig-beginnt-mit-grossem-Umbruch-Trainerfrage-Mitte-Juni-geklaert" target="_blank">die alten Versager müssen gehen und werden verscherbelt</a>. Dass man bei RB nicht zimperlich mit den eigenen Bediensteten umgeht und von kontinuierlicher Kaderbildung scheinbar wenig hält, kennt man ja schon aus den Jahren zuvor. Entsprachen Saisonergebnisse nicht dem Plan (eigentlich immer), mussten immer gleich die großen Würfe, die spektakulären Verpflichtungen, die übergroßen Testspielgegner her. Klar, das viele Geld und das Corporate Image verpflichten.<span id="more-518"></span></p>
<p>Immerhin lebt man davon, das Spektakel, die Unterhaltung bieten zu <del>wollen</del> müssen. Zaghaft mit einer eingeschworenen Truppe, die es selbst nicht fassen kann, in die 1. Liga stolpern, um sich dort augsburgmäßig langsam aber sicher zu etablieren? Wie <del>langweilig</del> traditionalistisch. Das verträgt die Botschaft nicht, die man vermitteln will. Die zwei Bullen sollen das Tor zur erstklassigen Fußballbühne in einem großen Akt scheppernd aufschlagen und dabei auch gleich das etablierte Geschäft aufmischen. Die anderen sowie sich selbst ständig übertrumpfen und sich gleichzeitig als unorthodox gerieren – diesem feuchten Traum, der in Fuschl am See jede Nacht mehrmals geträumt wird, sollen die aufgaloppierenden Jungfußballer mittels ihres Spielstils jedes Wochenende aufs Neue eine möglichst gute Vorlage liefern.</p>
<figure id="attachment_538" aria-describedby="caption-attachment-538" style="width: 710px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/06/14184610136_42fcfa67ba_o.jpg"><img loading="lazy" class="  wp-image-538" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/06/14184610136_42fcfa67ba_o.jpg?w=300" alt="Zwei_Ochsen" width="710" height="431" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/06/14184610136_42fcfa67ba_o.jpg 3648w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/06/14184610136_42fcfa67ba_o-300x182.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/06/14184610136_42fcfa67ba_o-1024x621.jpg 1024w" sizes="(max-width: 710px) 100vw, 710px" /></a><figcaption id="caption-attachment-538" class="wp-caption-text">foto: R~P~M | flickr</figcaption></figure>
<h2><strong>Ständig in Bewegung</strong></h2>
<p>Aus dieser Tatsache und daraus, dass Fußball (glücklicherweise) offenbar doch nicht in Gänze planbar ist, resultiert, dass RB Leipzig sich ständig neu erfinden muss. In die Konzernkommunikation passt nun mal nur das ständige Nach-Vorn-Preschen, weshalb auch andauernd &#8220;Althergebrachtes&#8221; verworfen oder attackiert werden muss. Ohne Not wird so eine <a href="http://www.spox.com/de/sport/fussball/zweiteliga/1503/News/rb-leipzig-neue-arena-planung.html" target="_blank">Diskussion über ein neues Stadion</a> an der Autobahn (wie schön dort!) vom Zaun gebrochen, ein Trainingszentrum hochgezogen, <a href="http://www.bild.de/regional/leipzig/rb-leipzig/greift-nach-naechstem-grundstueck-40495724.bild.html" target="_blank">das noch bevor es überhaupt fertig ist, einer dringenden Erweiterung bedarf</a>, oder offen der DFL gedroht, das Investment aus dem deutschen Fußball zurück zu ziehen, falls man im Logo nicht für die eigenen Dosen werben darf. <a href="http://www.welt.de/sport/fussball/article127772305/Mateschitz-nach-Attacke-gegen-RB-Leipzig-geschockt.html" target="_blank">&#8220;Zwangsbeglücken&#8221; </a>wolle man niemanden – macht man aber trotzdem. Lokalpresse und -publikum halten in Anbetracht diese Macher-und-Potenz-Gebarens bekanntermaßen nur klatschend Maulaffen feil.</p>
<p>Aus diesem Zwang des Sich-Neu-Erfindens resultiert auch, dass man bei RB mit Fußballern umgeht wie eine Durchlauferhitzer mit Wasser. Auf Mannschaftsebene schlägt sich das Innovationsprinzip so nieder, dass mittlerweile fast halbjährlich die 1. Profimannschaft nonchalant und radikal im Handstreich generalüberholt wird. Mit selbstverständlicher Geste werden Millionenbeträge in Bewegung gesetzt, dort gehen fünf, dort kommen sechs. Was bei denen, die – vulgo – &#8220;ihre Chance hatten&#8221; (Lok &amp; Chemie), noch als unseriös und provinziell getadelt wurde, gilt im Zusammenhang mit RB als voll profimäßig und strategisch geboten – bis ein Jahr später wieder die nächsten kommen.</p>
<figure id="attachment_541" aria-describedby="caption-attachment-541" style="width: 3499px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/06/16823573109_581d81582e_o.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-541 size-full" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/06/16823573109_581d81582e_o.jpg" alt="Mesa, Arizona (2015)" width="3499" height="893" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/06/16823573109_581d81582e_o.jpg 3499w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/06/16823573109_581d81582e_o-300x77.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/06/16823573109_581d81582e_o-1024x261.jpg 1024w" sizes="(max-width: 3499px) 100vw, 3499px" /></a><figcaption id="caption-attachment-541" class="wp-caption-text">foto: Mark Abercrombie | flickr</figcaption></figure>
<p><a href="http://www.transfermarkt.de/rasenballsport-leipzig/kader/verein/23826/saison_id/2014/plus/1" target="_blank">Zur Erinnerung</a>: Erst im Winter sammelte RR in seinem Shopping Cart die Sportfreunde Damari (7 Mio) und Forsberg (3,7 Mio) ein. Darüber hinaus wurden Rodnei und Reyna kurzerhand von Salzburg nach Leipzig delegiert. Keine sechs Monate zuvor wurden Boyd (2 Mio), Kalmar (1 Mio), Klosterman (1 Mio), Rebic (600 Tsd), Compper (550 Tsd), Khedira (500 Tsd), Demme (350 Tsd), Hierländer (Salzburg), Strauß (U19) und Teigl (Salzburg) den 2013er Anschaffungen Poulsen (1,3 Mio), Kimmich (500 Tsd) und Jung (ablösefrei) und an die Seite gestellt.</p>
<p>Das der sich hier schon andeutende Steigerungstrend in den nächsten Wochen noch fortsetzen wird, zeigt sich bereits durch die ersten Neuverpflichtungen der Sommerpause an. Nachdem schon vor Toresschluss Davie Selke nach Leipzig gelotst wurde, läuft nun auch <a title="Willi Orban" href="http://www.transfermarkt.de/willi-orban/profil/spieler/93740" target="_blank">Willi Orban</a>, seines Zeichens Innenverteidiger,  U-21-Nationalspieler und bis <del>vor Kurzem</del> zum 30. Juni noch Lauterer, ab der kommenden Spielzeit im Nikki mit den Ochsen auf. Ablösesumme: schlappe zwei Millionen Euro. Da ging eigentlich mal mehr – aber die Kreditkarte des Gebieters wird wohl noch das eine oder andere Mal glühen in diesem Sommer. Denn bereits in der zweiten Woche nach Toreschluß <a href="http://www.11freunde.de/nachricht/2bundesliga-793" target="_blank">kamen Torwart Péter Gulácsi, Mittelfeldspieler Stefan Ilsanker und Stürmer Nils Quaschner dazu</a>. Wenn man dann noch Massimo Bruno und <a href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/06/25/rangierbahnhof/" target="_blank">Marcel Sabitzer</a> zählt, <a href="http://www.kicker.de/news/fussball/2bundesliga/startseite/627883/artikel_rangnick-ohne-pardon_leipzig-leihgaben-muessen-zurueck.html#omsmtwkicker" target="_blank">die sich wie Bolle darüber freuen, die umher schiebbaren Knetmännchen des RR zu sein</a>, kommt man bereits auf sieben Neue. Was auch nötig ist, bei dem Aderlass, den Ralle der Mannschaft verordnet hat – auf dass sie gesunde und endlich abliefere.</p>
<h2>Auf den Thron des Statthalters setzt sich Ralf einfach selbst</h2>
<p>Denn, dass es neben den strukturellen Möglichkeiten, die eine quasi grenzenlose Geldeinlage bietet, natürlich auch handelnde Personen braucht,  die die nötige Verve an den Tag legen, ein Fußballteam halbjährlich auf eine Art und Weise in die Welt zu werfen, an der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kreationismus" target="_blank">Kreationisten</a> ihre blanke Freude hätten – auch dieser zweite Aspekt trägt zum Spezifikum RB Leipzig bei. Das Spektakel muss ja auch konzertiert werden und fällt nicht einfach vom Himmel.</p>
<figure id="attachment_543" aria-describedby="caption-attachment-543" style="width: 768px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/06/17093058866_7b31b347ca_o.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-543 size-full" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/06/17093058866_7b31b347ca_o.jpg" alt="Game of Thrones_Thron_Lego" width="768" height="1024" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/06/17093058866_7b31b347ca_o.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/06/17093058866_7b31b347ca_o-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption id="caption-attachment-543" class="wp-caption-text">foto: crises_crs | flickr</figcaption></figure>
<p>Und auch diesbezüglich gab es in den vergangen Wochen Entwicklungen, die erst kurz zuvor als Möglichkeit als vollkommen absurd zurück gewiesen wurden. Da andere die Idee offenbar nicht so prickelnd fanden, unter einem RR zu dienen, der ohnehin nur eingesetzt ist, um eine aus der Leitstelle vorgegebene Fußballidee (aggressiver Überfallfußball, die Werbebotschaft lässt grüßen) in jedem ihm übertragen Team zu implementieren, setzte sich <a href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2015/05/11/bruder-zur-sonne-zur-brause/" target="_blank">Ralf von Schwaben</a> kurzerhand selbst auf den Statthalterthron. Ist sowieso die <a href="http://www.taz.de/!5201567/" target="_blank">&#8220;in dieser Situation für uns alle &#8230; sinnvollste&#8221; sowie &#8221; für die Weiterentwicklung der Mannschaft &#8230;  beste Lösung&#8221;</a>. Diese Zeilen stammen natürlich von ihm selbst.</p>
<p>Um sich auch hier als maximal flexibel und steigerungswillig zu präsentieren, verzichtet man also bei den Österreichern darauf, einen Trainer, der eine Mannschaft aus den Tiefen der deutschen Ligalandschaft in die zweite Bundesliga führt und dort gegen eine starke Konkurrenz gleich im oberen Drittel landete, einfach mal machen zu lassen. Stattdessen greift man (selbstverständlich) gleich zur Maximallösung. Wenn man sich da mal nicht verrechnet hat. Denn sollte RR &#8220;scheitern&#8221; und in der zweiten Liga verbleiben (sehr unwahrscheinlich, zugegeben), wohin will man dann noch wachsen? Wäre es dann nicht auch zwingend diesen und seine das Gesamtprojekt retardierende Art auszutauschen? Fragen über Fragen. Sicher ist indes, dass das Spektakel und die Inszenierung der eigenen Potenz bleiben und dass Spieler, Funktionäre und Offizielle in diesem Planspiel nur insofern eine Rolle spielen werden, als dass sie schon von Beginn an als austauschbare Trittbretter hin zum nächsten zwanghaft gesuchten Höhepunkt fungieren.</p>
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		<title>Wo sind die Emotionen?</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Apr 2015 12:06:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Tauscht man sich über den „modernen Fußball“ aus, bekommt man oft dieselbe Rechtfertigungsfigur geliefert. Kritikern, denen bestimmte Auswüchse der finanzgestützten Umbauten des Fußballgeschäfts aufstoßen, wird entgegnet, man solle mal ganz nüchtern auf die jahrzehntealten Trends der Sportvermarktung sowie auf die gesamtgesellschaftlichen Umstände, in denen Fußball stattfindet, schauen und schon würde alles Sinn ergeben; wäre leichter &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2015/04/29/wo-sind-die-emotionen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Wo sind die Emotionen?</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Tauscht man sich über den „modernen Fußball“ aus, bekommt man oft dieselbe Rechtfertigungsfigur geliefert. Kritikern, denen bestimmte Auswüchse der finanzgestützten Umbauten des Fußballgeschäfts aufstoßen, wird entgegnet, man solle mal ganz nüchtern auf die jahrzehntealten Trends der Sportvermarktung sowie auf die gesamtgesellschaftlichen Umstände, in denen Fußball stattfindet, schauen und schon würde alles Sinn ergeben; wäre leichter ertragbar. Im heutigen gesteigert kapitalisierten und kapitalisierbaren Fußballgeschäft gehe es ohne das große Geld eben nicht mehr, was wiederum zu dem schon fast zwingenden Schluß gemünzt wird, dass eigentlich nichts an millionenschweren Investments und börsennotierten Unternehmen als Eignern von Clubs vorbei führe. Ja, dass man ihnen fast schon Tür und Tor öffnen müsse, um die vielen segenreichen Gaben zu empfangen.<span id="more-487"></span></p>
<p>Ähnlich wird auch immer wieder von den Apologeten von RB Leipzig argumentiert. Schaut man auf die fußballerische Entwicklung Leipzigs, müsse man nicht nur in Kauf nehmen, sondern sogar froh darüber sein, dass sich endlich einer der darbenden Stadt annimmt, ihr einen Fußballverein schenkt und auf Biegen und Brechen in die 1. Liga drückt. Mit wem man da ins Bett steigt, ist de facto egal. Die anderen hatten ja ihre Chance! Also ran ans Werk und einen Bundesligisten entworfen! Toll, wenn man so unvorbelastet da ran gehen kann.</p>
<p>Auf der Rückseite dieser Ausführungen wird dann den Zweiflern ihre emotionale Verwicklung („romantisieren“) mit dem zur Diskussion stehenden Fußball vorgeworfen und ihre Einwände als Befindlichkeiten abgetan. Prototypisch unser Rotebrauseblogger der <a title="Red Bull ist nicht das Problem" href="http://www.zeit.de/sport/2015-04/rb-leipzig-profifussball-wettbewerb" target="_blank">neulich onkelhaft riet</a>, die „oberflächliche, emotionale Bekenntnisdebatte“, was RB Leipzig betrifft, zu beenden und sich endlich den „entscheidenden Fragen“ zuzuwenden.</p>
<p>Zwei Sachen stören hieran: Die Durchrationalisierung eines Spiels und die begleitende Entwertung von Emotionalität in Bezug auf ebendieses.</p>
<p><strong>Fußball als Plangeschäft</strong></p>
<p>Wenn es auch gern als „Traditionalismus“ verkauft wird: das Planvolle am viel zitierten „Modernen Fußball“ stört! Das Projektdenken, der Marketingsprech, das Gefasel von Blue Chips und Return of Investment, die Ralf Rangnicks und die Matthias Sammers handhaben &#8216;die schönsten Nebensache der Welt&#8217; mittlerweile in der Form der blasierten Verwalter, Planer und Bürokraten, die einen schon beim Sparkassentermin mit dem Kopf schütteln lässt. <a title="Danke, Fußball!" href="http://www.11freunde.de/artikel/loblied-auf-das-unperfekte-spiel" target="_blank">Zufälligkeiten, Unvorhergesehenes, Witziges passieren zwar trotzdem noch</a> – betrachtet werden sie aber mit ernster Miene als errechenbare und zu minimierende Größe. Das Spiel bleibt freilich das gleiche – nur die ermöglichenden Begleitumstände sowie die Kommentierungen werden zusehends den rationalen Optimierern überlassen, denen die Welt am besten ganz nüchtern und stocksteif gefällt.</p>
<p>Auch hier ist RB Leipzig als Role Model zu sehen. Am sportlichen Aufstieg RBs ist nichts Überraschendes, nichts was aufhorchen lässt. Was, da marschiert ein Team durch die Ligen und scheint erst in der 1. Liga Halt zu machen? Was sonst eine besonders berichtenswerte Story aus der Welt des Fußballs wäre, ist im Angesicht der schieren ausagierten Potenz des Brausekonzerns das Erwartbarste der Welt. Es folgt einem absehbaren und nach alle Seiten abgesichertem Kalkül, das auf einer Strategiesitzung in Fuschl am See beschlossen wurde und in das die Inkaufnahme von drölfzig Millionen Euro als Anschubfinanzierung für das nötige verheizbare Personal und das in feinster kleinbürgerlicher Ordnung befindliche Fantasialand am Cottaweg einflossen.</p>
<p>Die Überraschung, der Nachrichtenwert liegt hier eher im sich abzeichnenden Nichtaufstieg. Es ist eben schlichtweg langweilig, einem Projekt dabei zuzusehen, wie sich sein überproportionaler Kapitaleinsatz sportlich auszahlt. Um so belustigender, wenn diese Rechnung aufgrund nicht bedachter Variablen nur verzögert aufgeht. Dann ärgern sich die klugen Köpfe nämlich unheimlich und treffen ‚strategische’ Personalentscheidungen, bei denen einem die Luft wegbleibt. Sehen sie sich doch um ihre ausgeklügelte Markenbotschaft gebracht, die eben auf das Versinnbildlichen der Überpotenz eines auf Speed befindlichen Ochsen setzt – die schnellsten Autos der Welt, herzschlagsteigernde Sprünge aus dem All und eben (mindestens) eine voll coole Überfliegerfußballmannschaft inbegriffen.</p>
<p><strong>Arsch hoch!</strong></p>
<p>Das alles kann man nüchtern betrachten und als zwingend und unausweichlich abnicken. Kann man, muss man aber nicht. Empörung wäre angebrachter! Die genießt allerdings nicht den besten Ruf – steht sie doch im Verdacht ein vorschnelles, &#8220;oberflächlich-emotionales&#8221; Bild zu vermitteln. Doch weshalb soll es besser und weniger oberflächlich sein, die Debatte um die gewünschte Form des Fußballs mit einem kalt-rationalen Zugriff zu führen? Schenkt man damit nicht die persönliche, emotionale Involviertheit her, ohne die Fußball in all seinen Aspekten, von der Tatsache, dass da 22 Leute einem Ball hinterher rennen, bis zu der Tatsache, dass sie dafür von großteils erwachsenen Menschen im Idealfall besungen werden, zu einer recht lächerlichen Sache gerät? Und liegt nicht viel mehr im Argen, wenn ein Fan wie der Rotebrauseblogger eine Debatte um den Fußball, wie wir ihn uns wünschen, auf „komplexe juristische und wirtschaftliche Sachverhalte“ lenken will? Rechtfertigt dieser streberhafter und konformistische Verwaltungssprech nicht einen Zugriff vorab, der  gerade Fans nur als beschönigendes Beiwerk einer Verkaufsmaschinerie einplant.</p>
<p>Planspielern a la Ralf Rangnick sollen ruhig kalkulieren, dafür sind sie ja auch gekauft worden und keiner wird sie aufhalten. Sich dagegen aufzulehnen, nein zu sagen und nicht einfach mit einzustimmen, ist, was den Fans zu Gesicht stehen sollte. Tun sie das nicht, sind sie Teil einer einseitig geführten Auseinandersetzung um den „Modernen Fußball“, die den Menschen als Gemütswesen vernachlässigt, das sich eben nicht von der schlagenderen Wirtschaftsstrategie überzeugen, sondern vom Irrationalen begeistern lässt.</p>
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