<br />
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	<title>Ralf Rangnick &#8211; zwangsbeglückt</title>
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	<description>Ein RB-Leipzig-Protokoll</description>
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		<title>Ralle: Schicksalsjahr eines Sportdirektorentrainers</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Jul 2015 10:58:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Bild: xtranews.de bei Flickr unter CC BY 2.0 Der Auftakt zur zweiten Saison in der zweiten Liga steht unmittelbar bevor. RB Leipzig startet morgen in Frankfurt gegen den FSV. Während das für einige Fußballfans recht früh im Sommer kommt, läuft am Cottaweg bereits seit 1. Juni alles auf Hochtouren. Schließlich geht es in eine Schicksalssaison &#8211; &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2015/07/24/ralle-schicksalsjahr-eines-sportdirektorentrainers/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Ralle: Schicksalsjahr eines Sportdirektorentrainers</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/07/640px-ralf_rangnick_2011_2.jpg"><img loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-564" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/07/640px-ralf_rangnick_2011_2.jpg" alt="640px-Ralf_Rangnick_2011_2" width="640" height="427" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/07/640px-ralf_rangnick_2011_2.jpg 640w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/07/640px-ralf_rangnick_2011_2-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><br />
Bild: <a href="http://flickr.com/photos/48861782@N05/5984302636" target="_blank">xtranews.de</a> bei <a class="extiw" title="en:Flickr" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Flickr">Flickr</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank">CC BY 2.0</a></p>
<p>Der Auftakt zur zweiten Saison in der zweiten Liga steht unmittelbar bevor. RB Leipzig startet morgen in Frankfurt gegen den FSV. Während das für einige Fußballfans recht früh im Sommer kommt, läuft am Cottaweg bereits seit 1. Juni alles auf Hochtouren. Schließlich geht es in eine Schicksalssaison &#8211; und mittendrin Sportdirektorentrainer Ralf Rangnick.</p>
<p><span id="more-562"></span></p>
<h3>Voller Angriff aufs Oberhaus&#8230;</h3>
<p>Dass man es bei RB Leipzig dieses Jahr in puncto Aufstieg wirklich wissen will, zeigt sich deutlich an den harten Zahlen. 15,6 Millionen Euro flossen in neues Personal für diesen Sommer. Rechnet man die ein Jahr im Salzkammergut gereiften de facto-Neuzugänge Bruno und Sabitzer mit ein, stehen gar satte 22,6 Millionen Euro an Ausgaben in den Büchern.</p>
<p>Um dem beliebten <a href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/09/04/standardsituationen-der-rb-affirmation-1/" target="_blank">Normalisierungsargument</a> »Die machen doch nur, was alle machen« mal ein paar Vergleichszahlen zur Seite zu stellen, hier die Transferbilanzen der vermeintlich aussichtsreichsten Mitbewerber um die Plätze eins bis drei: SC Freiburg (21,6 Mio), der SC Paderborn (2,8 Mio), der KSC (50.000) und der 1. FC Kaiserslautern (2,65 Mio) allesamt mit Transferüberschuss, einzig die Eintracht aus Braunschweig macht Stand heute 820.000 Euro Miese.</p>
<p>Allerdings wirken diese Zahlen nur im Kontext zweite Liga monströs. Plausibler ist es, den Kader-Marktwert und die Transfersummen schlicht schon als die eines kleinen Erstligisten zu lesen. Dafür steht auch der Selke-Transfer: Ein solcher Spieler kommt ja nicht wegen der Aussicht auf Zweitligafußball.</p>
<h3>&#8230;aber neue Töne nach außen</h3>
<p>Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass man im Hause RB sehr viel zurückhaltendere Töne in Sachen Aufstieg anschlägt als noch im Laufe der Vorsaison. Damals begann die Entzweiung mit dem zweimaligen Aufstiegstrainer Alex Zorniger (Rangnicks Aussagen nach), als AZ im November vergangen Jahres den Aufstieg mit dem Hinweis auf den fortwährenden Umbau des Kaders zur Zweitligareife vorerst abschrieb. Der Konflikt kulminierte dann in einer denkwürdigen Pressekonferenz nach der Winterpause, in der Zorniger sagte: »<a href="http://www.bild.de/sport/fussball/rb-leipzig/redet-sich-zorniger-um-seine-zunkunft-bei-den-bullen-39632784.bild.html">Der Ralf will aufsteigen und ich nicht.</a>«</p>
<p>Jetzt ist der Ralf selbst Trainer und spricht auf einmal wie der Alex im vergangenen Sommer: »Der Aufstieg ist für uns kein Muss und erst recht keine Pflicht«, <a href="http://www.spox.com/de/sport/fussball/zweiteliga/1507/Artikel/ralf-rangnick-interview-rb-leipzig-red-bull.html">diktierte er SPOX in den Block</a>. Natürlich lässt sich das alles als kluges Taktieren und abgewogene Öffentlichkeitsarbeit begründen. Die Medien auf Diät setzen, um sie später mit satten Resultaten glücklich zu machen.</p>
<p>Vielleicht wird Ralf Rangnick in seiner neuen Doppelfunktion aber auch das eigene Sportdirektoren-Credo vom  &#8220;schnellen, aber auch nachhaltigen Erfolg&#8221; langsam unheimlich.</p>
<h3>Schicksalsjahr für Rangnick</h3>
<p>Denn Rangnick hat einerseits Recht damit, dass der Aufstieg für RB Leipzig keine Pflicht, ist;  dem Vernehmen nach würde man ein weiteres Jahr zweite Liga finanziell überleben. Die Frage ist aber andererseits, ob für ihn persönlich nicht viel mehr auf dem Spiel steht.</p>
<p>Seine neue Doppelfunktion lässt sich wiederum rational (<a href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2015/04/07/der-rotebrauseprediger-und-das-problem-das-keins-sein-soll/" target="_blank">Lieblingsworthülse vom Brause-Prediger</a>) erklären: Es gibt vier oder fünf Trainer, die dem Anforderungsprofil der global-galaktischen Red Bull-Fußballphilosophie entsprechen. Keiner davon war so richtig frei; beziehungsweise der eine, der frei war, ließ sich gern von vielen umwerben, um sich dann für den Job bei den Publikumslieblingen zu entscheiden. Bevor es nun wieder ein Querkopf wie Zorniger macht, packt Ralle lieber selbst an. Außerdem ja nur als Übergangslösung für ein Jahr. Der Plan sieht wohl so aus, dass Rangnick mit der Mannschaft aufsteigt und sie im nächsten Sommer an einen Kollegen abgibt.</p>
<p>Wenn es nun aber schief geht in diesem Jahr? Wenn aus welchen Gründen auch immer die Ergebnisse über einen längeren Zeitraum nicht stimmen? Entlässt Sportdirektor Ralf dann Trainer Rangnick? Dass RB sich den berühmten branchenüblichen Mechanismen nur bedingt aussetzt, ist bekannt. Dass der Geduldsfaden bei der Brause-Filiale schnell unter Spannung steht aber auch.</p>
<p>Zumindest dürfte Trainer Ralf mit dem Machtanspruch von Sportdirektor Rangnick besser klarkommen als alle anderen denkbaren Lösungen. Gleichzeitig setzt das beide einem höheren Druck aus. Bislang konnte Sportdirektor Rangnick als Gesicht des Red Bull-Fußballprojektes Hans Dampf in allen Gassen spielen: Gegen DFL, DFB und feindlich gesinnte Mitbewerber wettern, eine ertragreichere TV-Vermarktung einfordern und nebenbei immer wieder den Anspruch formulieren, das Auftreten auch fußball-spezifisch zu untermauern: Aggressives Pressing mit schnellem Umschalten, performt von jungen, hungrigen Gesichtern als fußballerisches Spiegelbild des Markenkerns von Red Bull.</p>
<p>Für Trainer ist die Luft bekanntlich dünner: Da muss man sich regelmäßig kleinteiligen und oft vollkommen fachfremd motivierten Fragen stellen. Da braucht man Geduld und ein dickes Fell. Da kann man nicht mit &#8220;aber die haben angefangen&#8221; kommen, da zählt schlicht das Ergebnis. Aussagen wie vergangenen Sonntag zur Saisoneröffnung kann Sportdirektor Rangnick vielleicht tätigen, Trainer Rangnick macht sich damit aber lächerlich: Gegenüber Journalisten legte RR nahe, dass ein Hauptgrund für das Verpassen des Aufstiegs die negative Stimmung gegenüber RBL in anderen Stadien gewesen sei. Da können FC Bayern, Cristiano Ronaldo, Andy Möller und Vinnie Jones nur müde abwinken und ihre Trophäensammlung polieren.</p>
<p>Bei RB Leipzig weiß man, dass es ein Schicksalsjahr für Ralf Rangnick wird: Am Tag vor der Saisoneröffnung hat man den Vertrag mit ihm bis 2019 verlängert. Es soll als Vertrauensbeweis verstanden werden.</p>
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		<title>Höher, schneller, weiter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Feb 2015 07:34:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Zorniger]]></category>
		<category><![CDATA[Entlassung]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf Rangnick]]></category>
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					<description><![CDATA[Zugegeben: Wir hatten etwas Mühe, aus dem Winterschlaf zurück zu finden. Da wir die Aufputsch-Getränke des Gebieters standhaft verweigern und Kaffee schon lange keine Wirkung mehr zeitigt, lagen wir lethargisch im Entmüdungsbecken des Lebens und sahen freudlos einer Rückrunde entgegen, die vermutlich irgendwie spannend werden könnte, aber auch nur für die, die es interessiert. Doch &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2015/02/12/hoher-schneller-weiter/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Höher, schneller, weiter</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zugegeben: Wir hatten etwas Mühe, aus dem Winterschlaf zurück zu finden. Da wir die Aufputsch-Getränke des Gebieters standhaft verweigern und Kaffee schon lange keine Wirkung mehr zeitigt, lagen wir lethargisch im Entmüdungsbecken des Lebens und sahen freudlos einer Rückrunde entgegen, die vermutlich irgendwie spannend werden könnte, aber auch nur für die, die es interessiert.</p>
<p>Doch dann kam Ralf Rangnick, und es ging Alexander Zorniger. Klar, wir sehen alles vorher, für uns war das nicht überraschend. Für manch Andere aber irgendwie schon, beteuerte der Sportdirektor doch bis zuletzt seine Treue gegenüber dem Trainer. Oder, um es deutlich weniger empathisch zu sagen: Er betonte schlichtweg die Blödsinnigkeit etwaiger Entlassungen. Um selbiges dann doch zu tun.</p>
<p><span id="more-436"></span>Okay, gegangen ist der Zorniger dann selbst, schon klar. Aber solche Feinheiten interessieren höchstens die Streber unter den Arbeitsrechtlern, denn im Sommer wäre ja wohl ohnehin Schluss gewesen, wie man Zorniger mitteilte.</p>
<p>Ein wenig fühlt man sich am Ende dieses Tages wie bei Karl Valentin: „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.&#8221; Gleichwohl, in aller Bescheidenheit, hier unsere knappen Beobachtungen zur Personalentscheidung des Jahres (also jedenfalls bis dann im Juni Thomas Tuchel präsentiert wird):</p>
<h2>1) Rangnick gegen Rangnick</h2>
<p>Wer Ralf Rangnick wirklich ist, weiß vermutlich kaum jemand. Ist sowieso eine bescheuerte Frage. Öffentlich jedenfalls existieren von ihm jedenfalls mindestens zwei Versionen: der Entwickler und der Drängler. Der Entwickler ist der Rangnick, der von Talenten redet, der Dinge entwickeln will, der <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/a-597555-2.html" target="_blank">&#8220;Blue Chips&#8221;</a> entdecken möchte und der etwas aufbauen will. Es ist der Rangnick, dem ein 25jähriger im Grunde schon zu alt ist; der Rangnick, der von unten kommen will und bei dem ein wenig auch immer der Weg schon das Ziel ist. Dieser Rangnick schaut immer auch zurück, er weiß, wo er herkommt, und was dafür notwendig war.</p>
<p>Der andere Rangnick will nach oben. Und zwar sofort, und zwar nach ganz oben. Verzögerungen sind dabei zwar unvermeidlich, aber trotzdem ärgerlich, und irgendjemand muss daran schuld sein. Dieser Rangnick kennt keine Grenzen, sondern nur temporäre Hindernisse, und diese müssen überwunden werden, und zwar schnell. Wenn dieses Hindernis so aussieht wie ein Trainer, der bis eben noch ziemlich erfolgreich arbeitete, nun aber ein paar Spiele nicht mehr gewonnen hat und zudem den Verdacht weckt, dem Entwickler-Rangnick sehr nahe zu stehen, dann greift der Drängler-Rangnick durch. Zumal er sich nicht eines Tages vom Gebieter fragen lassen will, warum das so lange mit der Ersten Liga dauert. Da wird man lieber mal pro-aktiv und schiebt damit auch vorbeugend schon mal die Schuld auf andere.</p>
<h2>2) Knallhart oder Kuscheln?</h2>
<p>Schon der <a href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2015/01/06/identifikationsfreigabe/" target="_blank">im Raum stehende Verkauf von Kapitän Frahn</a> brachte das RB-Fanlager in Wallung. Doch kaum hat man Zeit, das Popcorn wieder zur Seite stellen, da zündet der sympathische Leipziger Betriebssportverein den zweiten Kracher. Und erneut flammt ein Grundsatzstreit auf, der an jeder Ecke (unausgesprochen) eine Rolle spielt: Was für ein Verein soll dieses RB eigentlich sein? Ein richtiger, kuscheliger Verein, der nicht zufällig hier im Osten spielt und den man aufrichtig gut finden kann, oder ist er dann doch und ganz gewollt und ganz unverhohlen die Ausgeburt des professionellen Fußballs, der kühle und berechnende, zugleich aber krass erfolgreiche Hochleistungsclub, der in seiner abgefuckten Art den anderen Vereinen nur den Spiegel vorhält? Zwischen diesen beiden Polen pendelt der gemeine RB-Fan hin und her, und die Offenheit dieser Frage bricht in den Diskussionen um der Für und Wider der Zorniger-Entlassung wieder auf. Eine Klärung scheint nicht in Sicht, und aus Sicht der Vereinsverantwortlichen muss das auch nicht sein: Je nach Situation bedient man sich eines <em>role models</em>, um das zu tun, was man jeweils tun will.</p>
<h2>3) Verlautbarung statt Recherche</h2>
<p>Die Leipziger Presse- und Medienlandschaft ist im Hinblick auf RB weiterhin ein Trauerspiel, und natürlich allen voran (oder: hinterher) die LVZ. Außer purer und (<a href="https://twitter.com/zwangsbeglueckt/status/563775506227924993" target="_blank">sieges)trunkener Anbiederung</a> hat das Blatt offenbar keine Ahnung, was bei RB abgeht. Die online-Ausgabe brüstet sich zwar noch, am Mittwochmorgen als erste von der Zorniger-Demission berichtet zu haben, aber schon das ist reichlich dürftig und nur im Sekundenbereich zu messen. Noch dünner wird es, wenn man sich die folgenden Artikel ansieht. Wahllos aneinander gereihte „Kommentare“ von Personen, die den Reportern irgendwie als „RB-Anhänger“ erschienen; dazu die ordentlich abgetippten Pressemitteilungen des Vereins und die Zitate der Pressekonferenz. Mehr ist nicht.</p>
<p>Da loben wir uns schon die Konkurrenz von der BILD. Die haben zwar auch keinen wirklichen Durchblick, aber immerhin haben sie zugehört, wenn Rangnick von der bald erworbenen RB-Tradition erzählte. Und so lasen wir heute <a href="http://www.bild.de/sport/fussball/alexander-zorniger/nicht-mehr-trainer-bei-leipzig-rauswurf-39719284.bild.html" target="_blank">bei bild.de</a> die schöne Information: &#8220;Zorniger war seit 2012 Jahren Coach in Leipzig, führte das Team von der vierten in die zweite Liga&#8221;. Dies erklärt, dass Jesus schon als Kind in RB-Bettwäsche schlief, und so gesehen war die Trennung von Zorniger schon lange überfällig.</p>
<p>Wir sind jedenfalls ab sofort hellwach und auf die Rückrunde gespannt. Vielleicht gibt es sogar noch richtigen Abstiegskampf.</p>
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		<title>Geschichtsprofessor Rangnick, Katar und 1936</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Dec 2014 23:48:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Katar]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf Rangnick]]></category>
		<category><![CDATA[Trainingslager]]></category>
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					<description><![CDATA[Die alte Geschichte mit Rangnick, dem ZDF-Sportstudio und seinem seitherigen Ruf als „Professor“ ist ausgelutscht, langweilig und nebenbei eine Beleidigung für jeden Professor außer Bernd Lucke. Interessant war jedoch Rangnicks neuerlicher Ausflug ins Belehrende. Diesmal ging es um Historisches, wobei Rangnick es aber verstand, auch die politische und sportliche Gegenwart präzise zu sezieren. Vor allem &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/12/23/geschichtsprofessor-rangnick-katar-und-1936/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Geschichtsprofessor Rangnick, Katar und 1936</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1570974/Rangnick-erklaert-die-Viererkette#/beitrag/video/1570974/Rangnick-erklaert-die-Viererkette" target="_blank">alte Geschichte</a> mit Rangnick, dem ZDF-Sportstudio und seinem seitherigen Ruf als „Professor“ ist ausgelutscht, langweilig und nebenbei eine Beleidigung für jeden Professor außer Bernd Lucke. Interessant war jedoch Rangnicks neuerlicher Ausflug ins Belehrende. Diesmal ging es um Historisches, wobei Rangnick es aber verstand, auch die politische und sportliche Gegenwart präzise zu sezieren. Vor allem aber offenbarte er das Weltbild der RB-Führung: Am meisten interessieren wir uns für uns selbst.<span id="more-416"></span></p>
<p>Das Ganze fand vor wenigen Tagen statt; auf dem Podium der <a href="http://www.dierotenbullen.com/medien.html" target="_blank">Pressekonferenz</a> zum 1860-Spiel saßen Zorniger und Rangnick. Nach einer halben Stunde des üblichen Palavers auf einmal eine Frage, die in Fußballkreisen wohl als „kritisch“ eingestuft wird. Sie kommt vom <a href="http://rotebrauseblogger.de" target="_blank">rotebrauseblogger</a>, der jeder ernsthaften Kritik an RB natürlich unverdächtig ist, aber das wird ihm in den folgenden Minuten auch nicht helfen:</p>
<blockquote><p> „Sie fahren ja Ende Januar ins Trainingslager nach Katar. Das ist ja jetzt als Land oder als Gegend nicht ne unkritische Gegend gerade. War das ein Thema? Stichwort Menschenrechte, viele Tote auf den WM-Baustellen&#8230; War das ein Thema bei der Auswahl des Trainingslagers? Wird das ein Thema sein in der Vorbereitung des Trainingslagers? Werden Sie damit irgendwie umgehen oder ist das völlig außen vor?“</p></blockquote>
<p>Die Fragen sind natürlich so berechtigt wie naheliegend. Katar ist (sport)politisch schon lange Thema, zuletzt im Zuge der <a href="http://www.dpa-international.com/news/sports2/only-olympics-now-missing-in-qatars-sports-portfolio-a-43339869-img-1.html" target="_blank">Vergabe der Leichtathletik-WM 2019</a> nach Doha. Keineswegs nur auf den Fußball beschränkt ist der Vormarsch des Emirates bei der Veranstaltung großer Sport-Events, aber im Zuge dieser Prominenz häuften sich die <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/fussball-wm-amnesty-fordert-gesetzesreformen-von-katar-a-933853.html" target="_blank">Berichte</a> über teilweise katastrophale Zustände im Land und nicht zuletzt dort, wo Sportstätten gebaut werden. Von den Bestechungsvorwürfen bei der Vergabe der Fußball-WM 2022 ganz zu schweigen.</p>
<p>Selbst vor diesem Hintergrund aber ist die Situation bei der Pressekonferenz nicht wirklich gefährlich, baut die Frage ja schon eine Brücke zum sicheren Ufer und zu Antworten im Sinne von „Ja, wir sind da aufmerksam und kennen die Problematik“. Aber nix davon.</p>
<p>Erst antwortet Zorniger und beschränkt sich aufs Sportliche, „top-Bedingungen dort“ und „Synergie-Effekte“ – man kann schließlich gegen die Salzburger Filiale spielen. Für irgendeinen Lokalreporter ist damit die Sache schon geklärt und der Ring frei für die nächste Anbiederei, doch immerhin, die neue Wortmeldung unterbrechend weist Zorniger darauf hin, dass die Frage ja auch an Rangnick ging. Offenbar ist ihm klar, dass der Verweis auf sportliche Bedingungen nicht alles gewesen sein kann. Rangnick jedoch ist offensichtlich genervt und gelangweilt zugleich. Und wird dann deutlich:</p>
<blockquote><p> „Ja also, ich meine, die andere Frage ist mir ehrlich gesagt zu populistisch, um sie zu beantworten…“</p></blockquote>
<p>Populistisch! Er sagt tatsächlich „populistisch“! Damit kann er nur das Gegenteil von „sachlich“ meinen, und das hieße dann: In Katar ist alles spitze, aber obwohl dort alles bestens ist, kommt hier jemand an und versucht auf Kosten von RB und von Katar, Punkte zu machen, weil das gerade angesagt ist. Schon das ist beeindruckend tumb, aber Rangnick noch nicht genug. Praktisch wider eigenen Willen antwortet er doch (weiter):</p>
<blockquote><p>„…weil dann können Sie mir mal ein paar Länder aufzählen, wenn man <em>diese</em> Maßstäbe überall anlegen würde und sie angelegt hätte in den letzten vierzig, fünfzig Jahren bei diversen Olympischen Spielen, die stattgefunden haben in diversen Ländern, dann hätten nicht viele dieser Olympischen Spiele und Weltmeisterschaften stattfinden dürfen.“</p></blockquote>
<p>Das „diese“ vor den Maßstäben betont Rangnick, damit nochmal allen klar wird: Menschenrechte sind ja wohl das Lachhafteste seit Erfindung der 50plus1-Regel. Gut, das haben wir jetzt verstanden. Aber dann wird es groß: Ohne Umschweife wird aus dem RB-Trainingslager eine Weltmeisterschaft, und sogar die Olympischen Spiele sind nicht außergewöhnlich genug, um hier gleich mitverhandelt zu werden. Alles für die Botschaft: Wer nach Menschenrechten fragt, bekam schon oft keine Antwort. Und für das <a title="Standardsituationen der RB-Affirmation (1)" href="http://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/09/04/standardsituationen-der-rb-affirmation-1/" target="_blank">Standardargument Nummer Eins</a>: Wir sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Die Welt ist schlecht, und wir machen einfach mit.</p>
<p>Klar, mit Katar sind noch ganz Andere ganz dicke. Erst am Wochenende lavierte sich Rummenigge mit dem <a href="http://www.sueddeutsche.de/meinung/affaeren-um-katar-wie-der-fc-bayern-das-fifa-system-stuetzt-1.2276783" target="_blank">Verweis</a> auf die sportlichen Anlagen in Doha heraus. Aber wer meint, hier ginge es nicht (auch) um RB, der argumentiert genauso billig wie Rangnick. Der hatte sein Pulver noch nicht verschossen. Wo waren wir stehengeblieben? Achso, bei den ganzen Olympischen Spielen, die nicht stattgefunden hätten, wenn man so gutmenschig wie heute gewesen wäre. Aber nichts leuchtet so sehr ein wie ein Vergleich mit den Nazis:</p>
<blockquote><p>„Übrigens teilweise auch schon vor längeren, längeren, längeren Zeiten auch nicht in Deutschland, nur nebenbei bemerkt. Also von daher sollten wir da ein bisschen aufpassen mit solchen Dingen, wenn wir die heranziehen, dann dürften auch viele andere Mannschaften aus der ersten und zweiten Liga in ihre Trainingslager in manche Länder nicht gehen, von daher denke ich&#8230; wir haben dort top-Bedingungen&#8230;“</p></blockquote>
<p>Endlich verstanden? Wenn die Welt und wir selbst es immer so genau genommen hätten mit den Menschenrechten wie der populistische Frager, dann hätten wir heute keine schönen Fotos mit Hakenkreuzen und den Olympischen Ringen drauf. Oder eben nur „teilweise“. Aber noch schlimmer: Wenn das mit den Menschenrechten so weiter geht, dann müssten auch noch andere Mannschaften umbuchen! Das ist selbstredend unzumutbar. Und was den Anderen egal ist, muss uns doch nicht kümmern.</p>
<p>Ein Wahnsinn.</p>
<p>Rangnick erklärt nun lieber, was seine eigentlichen Sorgen bei der Angelegenheit waren: Dass man sich ein wenig zu sehr schon wie ein Erstligist benimmt, anstatt weiterhin schön in die Türkei zu fahren. Aber gut, diese Skrupel hat er dann irgendwie überwunden und freut sich nun auf die <a href="http://www.aspire.qa/Pages/AspireHome.aspx" target="_blank">„Aspire Academy“</a>, das Trainingszentrum in der Nähe von Doha, das eine in jeder Hinsicht <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-64197259.html" target="_blank">irre Veranstaltung</a> ist und für Katars neue <a href="http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/sportfoerderung-in-qatar-geld-spielt-keine-rolle-1257693.html" target="_blank">Sportpolitik</a> steht, bei der mit riesigem Aufwand aus dem vergleichsweise kleinen Land reihenweise Olympiasieger rausgeholt werden sollen.</p>
<p>Ein Glück, dass RB nur mit einem Männer-Team anreist, denn Frauen haben es in der Aspire-Academy nicht so leicht. Ariane Friedrich war zum Beispiel nur sehr <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/aerger-um-hochsprung-star-friedrich-in-katar-unerwuenscht-a-791666.html" target="_blank">ungern gesehen</a> und sagte dann gleich selbst ab. Das würde Rangnick natürlich nicht einfallen, zumal er nicht nur über historische Expertise, sondern auch über eigene Erfahrungen verfügt. Sage und schreibe „zehn Tage“ war der investigative Sportsmann letztes Jahr in Katar, und Überraschung, nicht nur der Sportplatz war schick, sondern</p>
<blockquote><p>„auch die humanitären Bedingungen, nennen wir sie ruhig mal so, die wir dort im normalen Leben mitbekommen haben, die waren top“.</p></blockquote>
<p>Von den „humanitären Bedingungen“ spricht Rangnick offenbar so ungern wie von „Traditionsvereinen“, wobei es die ja immerhin zu geben scheint. &#8220;Humanitäre Bedingungen&#8221; scheint in seinen Augen eher so eine ausgedachte Sache zu sein, aber falls es sie doch gibt, waren sie klasse. Zumal ja eh die ganze Welt verlogen ist, denn über Brasilien, „da schreibt komischerweise niemand nur annähernd so sehr darüber, so kritisch“.</p>
<p>Das ist zwar nicht wahr, aber für Rangnick wird es schon so stimmen. Überhaupt erinnert das alles schon sehr an Opa Beckenbauer, der selbstredend versichern konnte: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ZUPfm4zsVNQ" target="_blank">&#8220;Ich hab noch nicht einen einzigen Sklaven in Katar gesehen.&#8221; </a>Gibt es denn nicht auch bei Red Bull so eine Abteilung für Corporate Social Responsibility? In neun von zehn Fällen sind die zwar auch eher Marketing-Experten als wirklich an Verantwortung für Andere interessiert. Aber immerhin könnten sie Rangnick und uns vor solchem Gefasel schützen.</p>
<p>So naiv kann der doch nicht sein, dass er denkt, damit durchzukommen. Ah, da kommt schon eine kritische Nachfrage! Bestimmt hakt einer nach, Achtung:</p>
<blockquote><p>„Herr Rangnick, wie sehen Sie die Entwicklung der U23 von RB Leipzig?“</p></blockquote>
<p>Ende. Ohne Pointe.</p>
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		<title>Eingliedern durch Ausgliedern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2014 12:33:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[konzernintern]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgliederung]]></category>
		<category><![CDATA[Formel 1]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäft]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffenheim]]></category>
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		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
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					<description><![CDATA[Sportlich ist RB Leipzig längst im Zweitligaalltag angekommen – Mitbewerber um das oberste Tabellendrittel, Aufsteiger unter drei ausnehmend guten Neulingen in dieser Saison und Teilnehmer an Spitzenspielen. Das ist Sport, Wettbewerb erzeugt Vergleichbarkeit. Die jüngste Ausgliederung der Leipziger Profiabteilung kann als bemerkenswerter Ausdruck im Ringen nach Normalität auf einem anderen Terrain gedeutet werden, dem Profifußball als &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/12/11/eingliedern-durch-ausgliedern/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Eingliedern durch Ausgliedern</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sportlich ist RB Leipzig längst im Zweitligaalltag angekommen – Mitbewerber um das oberste Tabellendrittel, Aufsteiger unter drei ausnehmend guten Neulingen in dieser Saison und Teilnehmer an Spitzenspielen. Das ist Sport, Wettbewerb erzeugt Vergleichbarkeit.</p>
<p>Die jüngste Ausgliederung der Leipziger Profiabteilung kann als bemerkenswerter Ausdruck im Ringen nach Normalität auf einem anderen Terrain gedeutet werden, dem Profifußball als wirtschaftliche Branche. RB Leipzig müht sich redlich, die schmutzigen Kleider des Investorenspielzeugs abzulegen, um mit den anderen Kindern nach den hiesigen Regeln des Fußballgeschäfts zu spielen. RB Leipzigs Strategie basiert dabei auf den Erfahrungen des bisherigen Sportengagements von Red Bull – und denen von Ralf Rangnick.</p>
<p><span id="more-395"></span></p>
<h3>Formel 1-Gleichung geht auf</h3>
<p>Erfolgreiche Männer gefallen sich bekanntlich in der &#8220;Hoppla, hier komm ich&#8221;-Pose. Diese wählten der Gebieter und sein Imperium auch, als sie 2005 begannen, ihr erfolgreiches Sportmarketing auf eigene Teams in den sogenannten &#8220;Biersportarten&#8221; auszuweiten. In diesem Jahr übernahm man den Jaguar-Rennstall in der Formel 1 und den österreichischen Erstligisten Austria Salzburg. Den Einstieg in die zwei werbewirksamen TV-Märkte gestaltete man, wie man es von den bisherigen Engagements gewohnt war: Radikalkur in Sachen Farben und Auftreten, selbstbewusste Statements an die Mitbewerber und eine Untermauerung des eigenen Anspruchs durch die Verpflichtung arrivierter Branchengrößen (David Coulthard in der F1, die <a href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/10/08/mia-san-geschaftspartner/">Bayern-Resterampe im Fußball</a>).</p>
<p>Diese Strategie ging in der Formel 1 wenig überraschend ganz gut auf. Zum einen sind Rennställe seit jeher auf die finanzielle Gunst und Selbstdarstellungsfreude von Investoren angewiesen. Die Formel 1 zieht ihren Reiz ja geradezu aus dem Unnötigen, dem Übertriebenen, dem Jet Set, weswegen sie auch Probleme hat, Sechszylinder-Turbo-Motoren ohne infernalischen Lärm an ihre Kundschaft zu vermitteln. Red Bull stellte schon 2006 ein zweites Team, weil die Lizenz frei wurde, man das Geld hatte und es vor allem niemanden störte. Man kombinierte die eigene Jugendarbeit im Rennsport mit den eigenen Cockpits in der Königsklasse und warb im selben Jahr mit <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Adrian_Newey" target="_blank">Adrian Newey</a> den besten Formelrennwagen-Konstrukteur seiner Generation an (zehn Konstrukteurs-Titel mit drei Rennställen).</p>
<figure id="attachment_400" aria-describedby="caption-attachment-400" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/vettel_monza2008_janebelindasmith_cc30.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-400 size-full" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/vettel_monza2008_janebelindasmith_cc30.jpg" alt="vettel_monza2008_janebelindasmith_cc30" width="640" height="480" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/vettel_monza2008_janebelindasmith_cc30.jpg 640w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/vettel_monza2008_janebelindasmith_cc30-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-400" class="wp-caption-text">Ein gewisser Sebastian Vettel gewinnt 2008 im &#8220;kleinen&#8221; Red Bull-Team Toro Rosso in Regen von Monza sein erstes Formel 1-Rennen &#8211; und düpierte damit die &#8220;große Schwester&#8221; Red Bull Racing. Die feierten ihren ersten F1-Sieg 2009, durch ebenjenen Vettel.  Quelle: <a href="https://www.flickr.com/photos/near_fantastica/" target="_blank">Jane Belinda Smith/flick</a>r / <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank">CC-BY-2.0</a></figcaption></figure>
<p>Red Bulls Formel 1-Engagement ist bis heute ein voller Erfolg, weil der hochpreisige Spitzenmotorsport nicht viel mehr Regeln kennt außer &#8220;Verscherze es Dir nicht mit Bernie&#8221;.  Wer sein Geld hier anlegen will, soll es gern tun, und wer das mit sehr viel Geld macht, wird bald sehr viel Erfolg haben.</p>
<h3>Verkalkuliert in Salzburg</h3>
<p>Parallel zu den dominierenden Jahren in der Formel 1 lernte Red Bull schmerzhaft, dass die Erfolgsformel für Fußballsponsoring wohl etwas komplizierter ist. Vier Meistertitel und zwei Pokalsiege klingen zwar nicht nach Misserfolg, aber gemessen an den eigenen Zielen gab es zwei schmerzliche Niederlagen: Die unerwartet heftigen Reaktionen auf die Neupositionierung der Marke und das beständige Verfehlen des wichtigsten Ziels Champions League-Qualifikation.</p>
<p>Red Bull hatte sich zunächst schlicht verkalkuliert. Selbst im sehr investorenlastigen österreichischen Fußball bedeutete Red Bulls Auftreten in Salzburg eine neue Qualität. Am ersten Saisonspieltag liefen Walking Acts auf Stelzen umher, auf allen Werbebanden prangte das Logo von Red Bull, und zwei Radiomenschen kommentierten das Spiel live über die Stadionlautsprecher, bis der Schiedsrichter es unterband (!), und die Austria, die über 70 Jahre in violett gespielt hatte, lief in weiß-rot auf (bei <a href="https://www.youtube.com/watch?v=h4pTnvy8uNg" target="_blank">11Freunde-TV wurde das neulich anschaulich nacherzählt</a>).</p>
<p>In der Rechnung aus strukturellem Engagement, nahmhaften Verpflichtungen und der Eventisierung der Produktpräsentation blieb ein Faktor unberücksichtigt: die bestehenden Fans. Dass denen eine komplette Neupositionierung ohne Ankündigung oder Dialog nicht schmecken würde, hatte man schlicht vernachlässigt, da man sich ohnehin eine eigene Kundschaft aufzubauen gedachte. Den Fehler, bestehende Vereinsfarben zu ändern, sollte Red Bull jedenfalls beim nächsten Anlauf nicht wieder begehen.</p>
<p>Aber auch sportlich konnte man aus dem Fußballengagement in Salzburg jede Menge lernen. Zum Beispiel, dass große Namen wie Trapattoni oder Matthäus nicht automatisch Erfolg bringen, und dass nicht jeder Trainer Lust hat, <a href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/08/26/schlussstrich-statt-verantwortung/" target="_blank">sich vom Leistungsdiagnostiker die Arbeit diktieren zu lassen</a>. Oder dass gute Leistung Kontinuität braucht; die hatte man bis 2012 nämlich nicht. Und auch, dass im Fehlerspiel Fußball auch die beste Vorbereitung in einem im Grunde unerklärlichen Ausscheiden gegen Düdelingen münden kann.</p>
<p>Beide Fehler gründen im selben Problem: Red Bull fehlt(e) im Fußball etwas, das in der deutschen Sprache mit dem schönen Wort &#8220;Stallgeruch&#8221; bezeichnet wird. Während Red Bull schon seit 1995 Formel 1-Teams und -fahrer sponsorte und in Mateschitz&#8217; Leidenschaft für Speed und Flugzeuge einen konkreten Bezug zur Rennsportkultur hatte, fehlte der im Fußball vollkommen. Die Art, Sponsoring zu denken, mit Kunden und Mitbewerbern zu reden und das allgemeine Verhalten passten zwar in den auf Geld und erfolgreiche Individualisten zugeschnittenen Motorsport, aber nicht in den Fußball. Hier wunderte man sich gegenseitig über das Auftreten, musste Beziehungen erst mühsam aufbauen und hat bis heute massive Probleme, von Mitbewerbern und Fans als „jemand der dazugehört“ wahrgenommen zu werden.</p>
<figure id="attachment_402" aria-describedby="caption-attachment-402" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tag_der_offenen_tc3bcr_red_bull_salzburg_ccby30.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-402 size-full" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tag_der_offenen_tc3bcr_red_bull_salzburg_ccby30.jpg" alt="Tag_der_offenen_Tür_Red_Bull_Salzburg_ccby30" width="640" height="426" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tag_der_offenen_tc3bcr_red_bull_salzburg_ccby30.jpg 640w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tag_der_offenen_tc3bcr_red_bull_salzburg_ccby30-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-402" class="wp-caption-text">Was Red Bull im Sommer 2009 so alles auffuhr, um seinen neuen Fußballverein zu bewerben: Hüpfburgen, Torwände und kostenlose Brause für die Kleinen, Mittelklassewagen und Bierbänke für die Großen. Der infernalische Vielklang anlassloser Familienbeschäftigungs-lass-uns-da-doch-mal-hinschauen-Ausflüge. (Hhier zum Tag der offenen Tür im Juli 2009 sogar auf dem Rasen.) Quelle: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AEM_Stadion_Wals-Siezenheim(Tag_der_offenen_T%C3%BCr_Red_Bull_Salzburg).JPG" target="_blank">Wikimedia</a>-User Werner100359 / <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/" target="_blank">CC-BY-3.0</a></figcaption></figure>
<h3>Kurskorrektur in Leipzig</h3>
<p>Mit der Gründung in Leipzig 2009 wurde nicht nur ein größerer Markt anvisiert, sondern auch gleich das Gelernte umgesetzt. Es erfolgte eine Neugründung auf Profifußball-neutralem Terrain mit guter Infrastruktur (WM-Stadion, Autobahnkreuz &amp; Flughafen). Gut, das <span class="_5yl5">Personalkarussel drehte sich zu Beginn doch ein bisschen arg schnell. Im Rahmen der Strategieänderung, in der Leipzig die neue Nummer 1 in der Red Bull-Fußballsparte wurde, wechselte es im Präsidium und auch auf der Trainerbank in den ersten drei Jahren recht häufig. </span>Mit Ralf Rangnick kam 2012 ein Mann, der das abstellte und auch das Problem &#8220;fehlender Stallgeruch&#8221; und seine Lösung kannte.</p>
<p>Mit Ulm und Hoffenheim hatte der im testosteronlastigen Bundesligajournalismus &#8220;Professor&#8221; verschrieene Trainer jeweils Aufsehen erregende Durchmärsche in höherklassige Ligen geschafft. Die Mittel auf dem Platz waren dabei jeweils ähnlich: attraktiver, ballorientierter Offensivfußball, basierend auf einem Kader aus jungen, entwicklungsfähigen, hungrigen Spielern. Im Sommer eingestellt, installierte Rangnick mit Roger Schmidt und Alex Zorniger zwei Trainer, von denen er wusste, dass sie hohes Pressing trainieren können und die sich nach guten Leistungen in kleineren Karrierestationen auf dem nächsten Level beweisen wollten. Nach dem enttäuschenden Ausscheiden gegen Düdelingen krempelte man zudem den Salzburger Kader um und investierte in junge Spieler. Man zahlte unter anderem 3 Millionen Euro, um Kevin Kampl aus seinem gerade einmal zwei Monate alten Vierjahresvertrag mit dem VfR Aalen zu kaufen.</p>
<p>Rangnick hat also offenbar eine plausible Idee von Fußball und Kaderplanung und war willens, diese sofort umzusetzen. Sein Wert in Sachen Stallgeruch ist allerdings ein anderer. Vor allem mit Hoffenheim und der launigen Diva Schalke (gleich 2 Mal!) hatte Rangnick gelernt, das Repräsentieren und Umsetzen dieser Ideen an andere Faktoren als die Leistung auf dem Platz anzupassen. Die Macht symbolischer Gesten (und wen sie erzürnen) lernte er durch seine <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/ehrenrunde-mit-folgen-rangnick-fuehlte-sich-getrieben-a-390136.html" target="_blank">berühmte Stadionrunde</a>. Was er in Hoffenheim zudem lernte, ist für Red Bulls Fußballengagement sehr viel wichtiger: Wenn Du neu an die Schule kommst, stell Dich mit den Beliebten gut.</p>
<h3>Wie RB Leipzig mit den anderen Kindern spielt</h3>
<p>Hoffenheim hat ja alle Aufgeregtheiten, die seit August landauf, landab durchs Dorf getrieben werden, schon einmal heraufbeschworen. Und wie haben der Sohn einer liebenswerten Frau und sein Kindheitstraum es geschafft, trotz des hunderte Millionen Euro schweren Investments in einen flugs bis ins 19. Jahrhunderte zurückdatierten Turnverein heute ein zumindest in der Branche akzeptierter Bundesligist zu sein? Sie haben früh begonnen, den Regeln des Geschäfts zu folgen.</p>
<p>Ähnlich wie damals Hoffenheim bemüht sich heute auch RB Leipzig um Sponsoren, deren wirtschaftliche Verbindungen und Image viel wichtiger ist als der finanzielle Beitrag, den sie leisten. Bestes Beispiel dafür ist der Hoffenheim-Trikotsponsor von 2008 bis 2010, TV digital. Das Blatt kam damals aus dem Hause Springer und ist außerdem bis heute langjähriger Kooperationspartner von Sky, dem Pay-TV-Sender, der die Bundesligarechte innehält. Im Grunde gibt es keinen besseren Medienpartner als Brustsponsor, wenn man neu in der Branche ist. Über die Höhe der Summe, die im Gegenzug für zwei Spielzeiten auf der Hoffenheimer Brust floss, schwiegen sich beide Seiten aus. Die <a href="http://www.bild.de/sport/fussball/vertrag-mit-hauptsponsor-bis-2012-verlaengert-6969618.bild.html" target="_blank">BILD-Zeitung ordnetet Hoffenheim in einer Tabelle der Trikotsponosringeinnahmen</a> 2009 auf den drittletzten Platz, mit 2,5 Millionen Euro pro Saison &#8211; nicht einmal halb so viel wie vergleichbare Mitbewerber.</p>
<figure id="attachment_399" aria-describedby="caption-attachment-399" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tvdigital_hoffenheim_copyright_springerpresseservice.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-399 size-full" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tvdigital_hoffenheim_copyright_springerpresseservice.jpg" alt="tvdigital_hoffenheim_copyright_springerpresseservice" width="600" height="400" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tvdigital_hoffenheim_copyright_springerpresseservice.jpg 600w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tvdigital_hoffenheim_copyright_springerpresseservice-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-399" class="wp-caption-text">Eine Pose klassisch, wie die Scheckübergabe an gemeinnützige Projekte. Es freuen sich von links nach rechts: Ralf Rangnick, Jochen Beckmann, der Verlagsgeschäftsführer Programmzeitschriften Axel Springer, Stephan Zech, Verlagsleiter TV DIGITAL und TV GUIDE und Hoffenheims Geschäftsführer Jochen A. Rotthaus. Quelle: Springer <a href="http://www.axelspringer.de/presse/TV-DIGITAL-neuer-Haupt-und-Trikotsponsor-der-TSG-1899-Hoffenheim_102151.html" target="_blank">Presse Service / Copyright</a></figcaption></figure>
<p><a href="http://www.zeit.de/sport/2014-10/rb-leipzig-volkswagen-porsche-sponsoring" target="_blank">Oliver Fritsch von der ZEIT</a> hatte die geistige Verwandschaft des RB- Porsche/VW-Deals in diesem Zusammenhang bereits im Oktober auf den Punkt gebracht:</p>
<blockquote><p>Wie könnte sich Red Bull besser etablieren als mit einem Autosponsor, dem üblichen Modell in der Bundesliga? Wie könnte Red Bull normaler werden als mit Volkswagen?</p></blockquote>
<p>Nachholbedarf hat RB Leipzig allerdings noch in der zweiten wichtigen Wertungsklasse des Normalwerdens im Profifußball: den Verband umgarnen. Hier hat es Hopp, ein Milliardär alter Schule, erstaunlich weit gebracht. Der SAP-Gründer hat es geschafft, der Nationalmannschaft für das Abschlusstrainingslager zur EM 2012 ein Grundstück zur Verfügung zu stellen und dabei <a href="http://www.press-schlag.de/2011/10/04/der-dfb-und-dietmar-hopp/" target="_blank">&#8220;seinen Einfluss auf französische Lokalpolitiker geltend gemacht&#8221;</a>, um dem DFB das Mannschaftshotel zu einem günstigeren Preis zu verschaffen. Nette Geste im Profifußball; in der Politik verliert man für solche Gefälligkeiten sein Amt, also außerhalb Bayerns.</p>
<h3>Geburtsfehler korrigiert</h3>
<p>Die nun erfolgte Ausgliederung in eine Spielbetriebs-GmbH dient dazu, RB Leipzig in beiderlei Hinsicht normaler zu machen. Zum einen kann man erheblich leichter an andere Sponsoren herantreten und vor allem langfristige Kooperationen aufbauen, wenn man dafür auch Anteile am Projekt vergeben kann. VW dürfte dafür jetzt schon ein heißer Kandidat dafür sein, wenn die DFL den mehrfachen Minderheitsbeteiligungen VWs nicht vorher in die Quere kommt.</p>
<p>Außerdem wird mit der Ausgliederung das abenteuerliche Vereinskonstrukt, <a href="http://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/08/12/umgeschminkt-3-bronze-silber-und-gold-hab-ich-nie-gewollt/" target="_blank">über das wir uns unter anderem hier lustig gemacht haben</a>, unwirksam. Außer kleineren Mäkeleien am Logo war das Vereinskonstrukt der größte Stein des Anstoßes für DFB und DFL. Formal war die 50+1-Bestimmung nicht auf eingetragene Vereine ohne Kapitalgesellschaft anwendbar, weshalb einige Clubs von einem Unterwandern der Regel durch RB Leipzig sprachen. Mit der rückwirkenden Ausgliederung hat sich RB nun freiwillig aus dieser rechtlichen Grauzone manövriert, <a href="http://www.mdr.de/sport/fussball_bl/rb-leipzig-gmbh102.html" target="_blank">wie der MDR einen Sportrechtsanwalt analysieren lässt</a>.</p>
<p>Die Ausgliederung korrigiert den letzten Geburtsfehler des Projekts RB Leipzig und der Fußballstrategie des Red Bull Sportmarketings und macht die Franchise damit fit für die branchenüblichen Gepflogenheiten. Egal ob auf Fan-Ebene gestritten wird, ob RB eine Chance nutzt, im Profifußball etwas anders und besser zu machen; oder ob man glaubt, mit RB sei der Profifußball endgültig degeneriert. Das interessiert die Karl Hopfners, Brian Sullivans und Francisco Garcia Sanz&#8217; des Profigeschäfts wenig. Dabei ist, wer Kohle macht. Denn wie schon bei anderen Formen der Ab- und Ausgrenzung gilt: Soll sich doch der Pöbel die Köpfe einschlagen, wir machen hier in Ruhe miteinander Geschäfte.</p>
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		<title>Stimmen der Vernunft (5)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Sep 2014 16:01:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stimmen der Vernunft]]></category>
		<category><![CDATA[11Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Chelsea FC]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf Rangnick]]></category>
		<category><![CDATA[Transferticker]]></category>
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					<description><![CDATA[Im aktuellen Transferticker der 11Freunde konnte man neulich folgenden Kurzbeitrag lesen, der eigentlich als Kommentar auf die Transfer-/Leihpolitik des glorreichen Chelsea FC gedacht war. Innerhalb weniger Zeilen wandelte sich dieser dann aber in eine an Prägnanz nur schwer zu toppende Zusammenfassung von sich auch uns aufdrängenden Fragen: Aber was will Chelsea mit diesem vermaledeiten Leih-Konzept? Wollen sie &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/09/02/stimmen-der-vernunft-5/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Stimmen der Vernunft (5)</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im <a title="Der große 11FREUNDE-Transferticker" href="http://www.11freunde.de/liveticker/der-grosse-11freunde-transferticker-1-0?page=9" target="_blank">aktuellen Transferticker der 11Freunde</a> konnte man neulich folgenden Kurzbeitrag lesen, der eigentlich als Kommentar auf die Transfer-/Leihpolitik des glorreichen <a title="Transfermarkt &quot;Chelsea FC&quot;" href="http://www.transfermarkt.de/fc-chelsea/transfers/verein/631/saison_id/2014" target="_blank">Chelsea FC</a> gedacht war. Innerhalb weniger Zeilen wandelte sich dieser dann aber in eine an Prägnanz nur schwer zu toppende Zusammenfassung von sich auch uns aufdrängenden Fragen:</p>
<blockquote><p>Aber was will Chelsea mit diesem vermaledeiten Leih-Konzept? Wollen sie alle talentierten Spieler der Welt kaufen und nur noch verleihen? An viele kleine Chelsea-Außenstellen, die sich die Talente zuschachern und ab und an eines an den Mutterkonzern in London zurückschicken? Und kann so ein Konstrukt klappen? Ist das nicht schädlich für den Fußball? Wettbewerbsverzerrung gar? Darüber müsste man mal mit Ralf Rangnick diskutieren, bei einer schönen Dose Red Bull. Mjam.</p></blockquote>
<p>Können Sie helfen, Herr Rangnick?</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Stimmen der Vernunft (4)</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2014/08/22/stimmen-der-vernunft-4/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Aug 2014 14:37:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stimmen der Vernunft]]></category>
		<category><![CDATA[Berater]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Klostermann]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Neururer]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf Rangnick]]></category>
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					<description><![CDATA[Ralf Rangnick war schon fast an der Kasse, der drehte er noch mal kurz um, warf einen hastigen Blick über den Wühltisch, zottelte &#8220;Jungtalent&#8221; (darunter macht man es ja nicht) Klostermann hervor, warf ihn noch schnell zu den anderen, drehte hastig um und beruhigte sich bei dem Blick auf den überquellenden Einkaufstrolli mit dem Gedanken, dass er ja &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/08/22/stimmen-der-vernunft-4/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Stimmen der Vernunft (4)</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ralf Rangnick war schon fast an der Kasse, der drehte er noch mal kurz um, warf einen hastigen Blick über den Wühltisch, zottelte &#8220;<a title="Lukas Klostermann" href="http://www.transfermarkt.de/lukas-klostermann/profil/spieler/215599" target="_blank">Jungtalent</a>&#8221; (darunter macht man es ja nicht) Klostermann hervor, warf ihn noch schnell zu den anderen, drehte hastig um und beruhigte sich bei dem Blick auf den überquellenden Einkaufstrolli mit dem Gedanken, dass er ja immerhin halbjährlich für (mindestens) zwei Haushalte einholen muss.</p>
<p>Peter Neururer wiederum, der neulich schon mit der prägnanten Kommentierung des Sabitzer-Transfers <a title="Stimmen der Vernunft (1)" href="http://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/07/28/stimmen-der-vernunft-1/" target="_blank">glänzte</a> <del>und sich somit als einer der Guten enttarnte</del>, musterte den letzten Beifang im Vorbeigehen auf dem Parkplatz und <a title="Jungtalent Klostermann verlässt den VfL Richtung Leipzig" href="http://www.derwesten.de/sport/fussball/vfl/jungtalent-klostermann-verlaesst-den-vfl-richtung-leipzig-id9730433.html" target="_blank">raunte</a> lakonisch:</p>
<blockquote><p>Ich wünsche ihm viel Gesundheit und einen neuen Berater.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Widde widde wie sie mir gefällt</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Aug 2014 17:19:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Großspurigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf Rangnick]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraum]]></category>
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					<description><![CDATA[Am vergangenen Wochenende  veröffentlichte die LVZ ein zum Zweitligastart abgehaltenes Geplänkel zwischen Guido Schäfer und Ralf Rangnick (2. &#38; 3. August, S. 25). Bei dieser Gelegenheit verriet der imperiale Sportdirektor Folgendes: Bei meiner ersten Pressekonferenz in Leipzig sagte ich in die Runde: Das Stadion ist geil, aber irgendwann zu klein. Der Stadionchef stand neben mir und sagte: Vergrößern geht nicht. &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/08/04/widde-widde-wie-sie-mir-gefallt/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Widde widde wie sie mir gefällt</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Wochenende  veröffentlichte die LVZ ein zum Zweitligastart abgehaltenes Geplänkel zwischen Guido Schäfer und Ralf Rangnick (2. &amp; 3. August, S. 25). Bei dieser Gelegenheit verriet der imperiale Sportdirektor Folgendes:<span id="more-46"></span></p>
<blockquote><p>Bei meiner ersten Pressekonferenz in Leipzig sagte ich in die Runde: Das Stadion ist geil, aber irgendwann zu klein. Der Stadionchef stand neben mir und sagte: Vergrößern geht nicht. Ich habe das am nächsten Tag dem Chef (Mateschitz) erzählt, der sagte: Wir springen aus 38 Kilometern auf die Erde, da kann man auch ein Stadion vergrößern. Ich bin selbst gespannt.</p></blockquote>
<p>Die hieraus sprechende Großspurigkeit, die beim Gebieter und seinen Gefolgsleuten als ein Versprechen auf höhere Sinnerfüllung zu stehen scheint, ist freilich nicht mehr überraschend. Aber wir führen hier ein Protokoll. Das duldet keine Auslassungen.</p>
<p>Außerdem ist es ja immer wieder aufs Neue faszinierend, die Welt aus der Sicht von RB zu betrachten. Überall gibt es da Dinge, die ungenügend, nicht ausgereift oder nicht auf die Spitze getrieben sind. Was? Nur 45 000 Zuschauer bei Heimspielen?! Da muss man endlich mal richtig anpacken und ummodellieren, Landschaften und Städte nach seiner Façon gestalten, Menschen einbinden und <del>nach seiner Pfeife tanzen lassen</del> auf ein Ziel hin choreographieren. &#8220;Projekte&#8221; pitchen. Die Welt so machen, wie sie einem gefällt. Noch schnell aus dem Weltraum auf die Erde springen, damit auch ja alle mit offenem Mund staunen. Und am siebten Tag sollst du ruhen.</p>
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		<title>„Er ist unser Wettbewerbshüter“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jaygopp]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Jul 2014 07:05:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[2018]]></category>
		<category><![CDATA[Europapokal]]></category>
		<category><![CDATA[Mixed Zone]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf Rangnick]]></category>
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					<description><![CDATA[Unlängst stimmte uns ein Leserbrief von Raphael von Arx aus Lausanne an die 11FREUNDE-Redaktion ziemlich nachdenklich &#8230; „[…] Die UEFA verweist auf Artikel 3 der UEFA-Wettbewerbsbedingungen zu Champions- oder Europa League. Dort heißt es: `Keine natürliche oder juristische Person darf Kontrolle über oder Einfluss auf mehr als einen an einem UEFA-Klubwettbewerb teilnehmenden Verein haben, wobei &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/07/31/er-ist-unser-wettbewerbshuter/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Er ist unser Wettbewerbshüter“</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unlängst stimmte uns ein Leserbrief von Raphael von Arx aus Lausanne an die 11FREUNDE-Redaktion ziemlich nachdenklich &#8230;</p>
<blockquote><p>„[…] Die UEFA verweist auf Artikel 3 der UEFA-Wettbewerbsbedingungen zu Champions- oder Europa League. Dort heißt es: `Keine natürliche oder juristische Person darf Kontrolle über oder Einfluss auf mehr als einen an einem UEFA-Klubwettbewerb teilnehmenden Verein haben, wobei in diesem Zusammenhang als Kontrolle oder Einfluss gilt, wenn die betreffende Person (…) in der Lage ist, auf irgendeine Art und Weise einen entscheidenden Einfluss auf die Entscheidungsfindung des Vereins auszuüben.’ […] Eine große Farce, oder? Klärt mich auf.“ <a href="http://www.11freunde.de/heft/heft-152-072014" target="_blank">(Ausschnitt aus 11FREUNDE #152/Juli 2014, S. 116)</a></p></blockquote>
<p><span id="more-106"></span><br />
Was tun, um der Sache wirklich anschaulich auf den Grund gehen zu können? Nach tagelangem Hin und Her blieb nur eine Möglichkeit. Wir mussten der Realität ins Auge blicken. Also stiegen wir prompt in unseren DeLorean DMC-12, fuhren den Flux-Kompensator hoch, reisten ins Jahr 2018 und erlebten aufrüttelnde Szenen. Ein exklusives, noch nie geleaktes Protokoll unserer phantastischen Erlebnisse in der Zukunft:</p>
<p><strong>Zurück in die Zukunft &#8211; eine phantastische Reise ins Jahr 2018</strong></p>
<p><em>Salzburg. Ein kalter Dezemberabend im Jahr 2018. Vor wenigen Minuten musste RB Leipzig eine unglückliche, aber für das bereits gesicherte Weiterkommen in der Uefa Europa League nicht mehr relevante 0:1-Niederlage einstecken. Nur kurz wird die Medienmeute in der Mixed Zone im Stadionbauch aufgeschreckt. Mit donnernden Flügelschlägen war soeben ein Hubschrauber direkt vom Mittelkreis aus in Richtung Fuschl am See abgehoben. An Board der bis über beide Ohren lächelnde Dietrich Mateschitz.</em></p>
<p><em>Jetzt drängen sich wieder alle konzentriert am Absperrband hinter Reporter Boris Büchler, der für ServusTV Livestimmen der Beteiligten einfangen will. Nur der ehemalige <a href="http://www.info-tv-leipzig.de/mixed/allgemeines/achims-gerichtekueche-mit-guido-schaefer/" target="_blank">LVZ-Chefreporter Guido Schäfer</a> darf noch vor die Kordel. Nachdem seit zwei Jahren sämtliche Mäntel der LVZ im Madsack-Stammhaus Hannover kopiert und gedruckt werden, durfte lediglich Kerstin Decker ihren Job in Leipzig behalten. Sie schreitet weiter elegant auf dem <a href="http://www.lvz-online.de/leipzig/boulevard/r-boulevard.html" target="_blank">„bouLEvard“</a> und tippt guten Gewissens den offiziellen Polizeiticker ab.</em></p>
<p><em>Glücklicherweise brauchte Schäfer nicht lange, bis er einen neuen Job als Büchlers Redaktionsassistent beim österreichischen HD-Premiumkanal fand. Plötzlich schwenkt eine Tür aus dem Leipziger Kabinentrakt auf. Vom aufreizend wichtig dreinblickenden Pressesprecher &#8211; in der Mixed Zone regelt nur er den Verkehr &#8211; wird den beiden Sportdirektor Ralf Rangnick (RB Leipzig) vor die Kamera geführt. Das Interview kann beginnen:</em></p>
<p><strong>Büchler <em>(forsch)</em>:</strong> „Ralf Rangnick, Glückwunsch zum Einzug in die nächste Runde. Was hat das Leipziger Spiel so schwerfällig und so anfällig gemacht?“</p>
<p><strong>Rangnick <em>(genervt)</em>:</strong> „Is’ mir völlig wurscht. Wir sind jetzt alle in der Zwischenrunde. Nur das zählt.“</p>
<p><em>Büchlers Assistent Guido Schäfer prustet auf, verschluckt sich lauthals und lässt eine Dose Red Bull aus der linken Hand fallen. Damit <a href="https://twitter.com/schfer_g/status/487008020925517824/photo/1" target="_blank">Schäfer seinen unbezahlbaren Nerzmantel</a> nicht sinnlos einsaut, setzt er zu einem schubartigen Ausweichreflex an, verliert dadurch jedoch das Gleichgewicht und taumelt rücklings wie anno dazumal der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=7QAijec_VME" target="_blank">argentinische Nationaltrainer Alejandro Sabella</a> drei, vier, fünf Schritte nach hinten. Ein Ordner fängt ihn im letzten Augenblick auf. Dichter Dampf eines Zigarillos, das Schäfer währenddessen fest zwischen Zeige- und Mittelfinger seiner rechten Hand gepresst hielt, weht vor das Teleobjektiv. Sowohl Rangnick als auch Büchler werfen Schäfer verständnislose Blicke zu. Dieser wird von zwei medizinischen Betreuern auf eine orange, sargähnliche Bahre gehievt und für die erste Hilfe zur 20 Meter entfernt stehenden Eistonne getragen. Nach dreißig Sekunden Unterbrechung kann das Interview fortgeführt werden.</em></p>
<p><strong>Büchler <em>(trotzdem gleich wieder voll konzentriert)</em>:</strong> „Ist Ihr Keeper Benjamin Bellot mental stark genug, diesen kapitalen Bock zu verkraften, der zum entscheidenden Gegentreffer so kurz vor Schluss geführt hat?“</p>
<p><strong>Rangnick <em>(entschlossen)</em>:</strong> „Da sehe ich überhaupt keinen Zweifel. Und sowieso machen wir ihm da nicht die geringsten Vorwürfe. Er hat absolut seinen Job gemacht. Diesen kleinen Faux-pas hat er doch jetzt schon vergessen. Wir von der sportlichen Leitung übrigens auch.“</p>
<p><strong>Büchler <em>(ungläubig)</em>:</strong> „Könnte Ihre etatmäßige Nummer eins Fabian Bredlow nicht Ansprüche anmelden, auch in der Europa League auflaufen zu wollen. Gerade jetzt, wenn als nächstes die KO-Runde folgt?“</p>
<p><strong>Rangnick <em>(eindringlicher Ton, die scharfen Augen rollend)</em>:</strong> „Wir haben immer gesagt, dass Fabian Bredlow, um den wir vor der Saison wirklich intensiv haben kämpfen müssen, damit Red Bull Salzburg ihn ziehen lässt, in der Bundesliga die Nase vorn hat. Aber Benny ist eine Identifikationsfigur, der sich seit 2009 enorm weiterentwickelt hat und Unmengen für unser Projekt geleistet hat. Die Europa League hat er sich ganz einfach verdient. Hier ist und bleibt er unser Wettbewerbshüter.“</p>
<p><strong>Büchler <em>(für’s erste zufriedengestellt)</em>:</strong> „Vielen Dank, Herr Rangnick, für ihre klaren Worte. Aaah. Sehr schön, da sehe ich ja auch schon Ralf Rangnick, Sportdirektor des etwas glücklichen Siegers Red Bull, Pardon, FC Salzburg, es ist ja schließlich Europapokal, zu uns kommen.</p>
<p><em>Sekunden später begrüßt ein leicht grimmig schauender Salzburger Sportdirektor grummelnd den Fragensteller Büchler.<br />
</em></p>
<p><strong>Büchler <em>(dennoch vorfreudig)</em>:</strong> „Herr Rangnick, wie auch Ihrem Leipziger Kollegen gebühren Ihnen herzliche Glückwünsche zum nicht mehr für möglichen gehaltenen Weiterkommen. Ihre Salzburger konnten Leipzig in die Zwischenrunde der Uefa Europa League folgen. Aber da war ja mächtig Dusel mit im Spiel, nicht wahr? […]“</p>
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