<br />
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	<title>LVZ &#8211; zwangsbeglückt</title>
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	<description>Ein RB-Leipzig-Protokoll</description>
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		<title>Verlieren? Nicht vorgesehen! – Eine Medienauslese</title>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Oct 2017 12:55:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Geltungsdrang]]></category>
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		<category><![CDATA[Selbstermächtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorie]]></category>
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					<description><![CDATA[Niemand verliert gern. Zumal im Fußball. Egal, ob Spieler, Funktionär oder Fan – gerade auf die vermeintlich &#8220;großen&#8221; Spiele fiebert man hin und ist natürlich enttäuscht, wenn diese nicht so laufen, wie man gehofft hatte. Das hat man schon oft erlebt, und auch das Hadern mit dem Schiri, dem Ball oder sonstigen äußeren Umständen ist &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/10/30/verlieren-nicht-vorgesehen-eine-medienauslese/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Verlieren? Nicht vorgesehen! – Eine Medienauslese</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Niemand verliert gern. Zumal im Fußball. Egal, ob Spieler, Funktionär oder Fan – gerade auf die vermeintlich &#8220;großen&#8221; Spiele fiebert man hin und ist natürlich enttäuscht, wenn diese nicht so laufen, wie man gehofft hatte. Das hat man schon oft erlebt, und auch das Hadern mit dem Schiri, dem Ball oder sonstigen äußeren Umständen ist wesentlicher Bestandteil des Redens über verlorene Spiele im Speziellen und Fußball im Allgemeinen.</p>
<h4>Mehr als schlechte Verlierer</h4>
<p>Einen Umgang mit einem verlorenen &#8220;großen&#8221; Spiel musste in den vergangenen Tagen gleich zweimal ein Fußballlager finden, das damit ganz offensichtlich überfordert ist, wenn nicht sogar Probleme hat: RB Leipzig. Eine Tatsache, die ihnen nicht unbedingt beim Aufstieg auf der Sympathieleiter geholfen haben dürfte. Ganz ähnlich wie beim forcierten Marsch durch die Ligen in den letzten Jahren bricht sich in allem, was man aus der weiß-roten Ecke mitbekommt, eine Ungeduld Bahn, die uns zuerst (zynisch, wie wir nun mal sind) belustigte, dann aber zunehmend beängstigte.</p>
<p><span id="more-1200"></span></p>
<p>Sei es versammelt unter dem Hashtag #RBLFCB, oder aber in der Lokalpresse:&nbsp;Die Aggressivität, mit der das RB-Lager nicht einsehen will, dass Pokal- und das nur wenige Tage später stattfindende Ligaspiel gegen die Bayern nun mal so gelaufen sind, wie sie gelaufen sind, ist schon speziell. Es wird laut rumgepöbelt, mit den Fuß auf dem Boden gestampft und wütend mit Fingern auf andere gezeigt. Es wirkt fast so, als sei die Idee des Verlierens, des Einsortierens hinter etablierten Hausnummern des Fußballs, im RB-Universum noch nicht angekommen. Dass das zum Marketingimage des Finanziers des ganzen Ladens passt, ist klar. Dass aber auch Fans und Medien, über den ersten Ärger hinweg, <a href="https://twitter.com/zeitonline/status/923479302364155904" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Geschichten über die Verstrickungen von Felix Zwayer in den Hoyzer-Skandal 2006 aufgekochen </a>und offen – und völlig ironiefrei – von einer Verschwörung gegen den 2009 aus der Wiege gehobenen und dann von den Verbänden nach oben protegierten Club fabulieren, ist schizophren.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Wie reagieren, wenn ein Leipzig-Fan sagt: &#8220;Man will uns nicht in der Liga haben&#8221;?<br />
Nicken.</p>
<p>— Günter Klein (@guek62) <a href="https://twitter.com/guek62/status/924355486849355776?ref_src=twsrc%5Etfw">October 28, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script><br />
Und so beschlich uns immer mehr das Gefühl, dass es bei dem aufschreihaften Gezeter eigentlich um etwas ganz Anderes geht. Das RB-Lager scheint auf eine Weise beleidigt, in der man im besten Fall Minderwertigkeitskomplexe, realiter aber wohl eine aggressive Anspruchshaltung sehen kann, über deren Hintergründe sich nur spekulieren lässt. Ist es die pervertierte Seite der gestärkten &#8220;ostdeutschen Identität&#8221; bzw. &#8220;Siegermentalität im kollektiven Selbstbewusstsein&#8221;, die im Zusammenhang mit RB Leipzig gern&nbsp;<a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/01/30/gekaufte-wissenschaft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">strapaziert wird</a>? Das nur diffus greifbare Denken, nun auch endlich mal dran zu sein, das sich kollektiv auf das zum Symbol des aufstrebenden Ostens hochgeschriebenen Clubs kapriziert? Sozialpsychologie, schon klar.&nbsp; Aber vieles, was man liest und hört, scheint genau in diese Richtung zu deuten.</p>
<h4>Verschwörungstheorien und notorische Ungeduld</h4>
<p>Nur in den wenigsten Äußerungen geht es um irgendwelche Schiedsrichterentscheidungen, die mit der eigenen Vereinsbrille vielleicht nicht ganz nüchtern betrachtet werden können.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Wofür? Notbremse?</p>
<p>— rotebrauseblogger (@rotebrauseblog) <a href="https://twitter.com/rotebrauseblog/status/924316626375372800?ref_src=twsrc%5Etfw">October 28, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Stattdessen lässt sich oft ein Grundton erkennen, in dem bereits der gesamte Ballast an Vorwürfen mitschwingt, die bei anderen dann ungefiltert zur Verschwörungstheorie ausgebaut werden.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Der nächste Schiedsrichter aus Berlin. Ich Ante es schon!</p>
<p>— Eventi RBL (@Leipziger67) <a href="https://twitter.com/Leipziger67/status/923614610653052928?ref_src=twsrc%5Etfw">October 26, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Das Orban Rot ist ja heute deshalb so bitter, weil man bei der Szene nochmal klar sieht, wie wir am Mittwoch verarscht wurden. <a href="https://twitter.com/hashtag/FCBRBL?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#FCBRBL</a></p>
<p>— Schnudelhuber (@Schnudelhuber_8) <a href="https://twitter.com/Schnudelhuber_8/status/924330326557646848?ref_src=twsrc%5Etfw">October 28, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Dem Wessi scheint der Puderzuckerarsch ja ganz schön auf Grundeis zu gehen! Das ist schon konspirativ vom <a href="https://twitter.com/DFB?ref_src=twsrc%5Etfw">@DFB</a> Frechheit! <a href="https://twitter.com/hashtag/FCBRBL?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#FCBRBL</a></p>
<p>— RonRBL<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/13.1.0/72x72/26bd.png" alt="⚽" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> (@RBLRon44) <a href="https://twitter.com/RBLRon44/status/924318112681472000?ref_src=twsrc%5Etfw">October 28, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>[Anmerkung: Wie wir aufgeklärt wurden, handelt es sich bei RonRBL um einen Satireaccount. Alles andere wäre auch wirklich nicht tragbar. 🙂 ]</p>
<p>So oder so wird nach kurzem Blick in die Timelines zu den Niederlagen gegen die Bayern deutlich, dass es um mehr geht als nur den sportlichen Wert und das Schimpfen über eine verpasste Chance. Man fühlt sich, nein, man wurde tatsächlich glatt vom System betrogen. Und man verlagert alle kreative Energie darin, diesbezüglich den Beweis zu führen. Eine unrühmliche Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch der Ursymphat RR, der offenbar die größte Ungeduld von allen an den Tag legt. Sich endlich auf Augenhöhe mit der Benchmark des deutschen Fußballs wähnend, legte er bereits während des Zustandekommens der Pokalschlappe&nbsp;eine dilettantischen Unsouveränität an den Tag, die wieder nur eingangs und mit einem ordentlichen Schuss Zynismus lustig ist. Wer ruhig auf <a href="http://www.rp-online.de/sport/fussball/rb-leipzig/kolumne-gegenpressing-ralf-rangnick-erfindet-den-privaten-videobeweis-aid-1.7172267" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das verstörende Rumturnen mit gezückten Smartphone vor den gestressten Schiedsrichtern</a> schaut, begreift, welche innere Getriebenheit und Selbstüberzeugung als Triebfedern beim neuen Gold Nugget des Ostens wirken.</p>
<h4>Die LVZ haut mit auf die Kacke</h4>
<p>Aufgefangen wurden dieses Vorgänge und Stimmungslagen wie immer vom Leipziger Garanten für unabhängige Berichterstattung, der LVZ – die fleißig mit auf die Kacke hauten.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Daaa iss das Ding! Nix als die nackte Wahrheit über RB, Gott und die Welt. Verlag Schwarzkopf&amp;Schwarzkopf<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/13.1.0/72x72/26bd.png" alt="⚽" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/13.1.0/72x72/26bd.png" alt="⚽" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />9,99 Eus <a href="https://t.co/WAnUDTlWRh">pic.twitter.com/WAnUDTlWRh</a></p>
<p>— Guido Schäfer (@schfer_g) <a href="https://twitter.com/schfer_g/status/923948751475093505?ref_src=twsrc%5Etfw">October 27, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>So prangte bereits am Tag nach der Pokalniederlage als typographisches Desaster auf der Titelseite der mittlerweile gänzlich distanzlosen LVZ &#8220;Leipzig kann trotzdem stolz sein&#8221;. Wo da noch der Bezug zum Fußball ist, möchte man fragen, und bringt die Äußerung dann aber schnell in Verbindung mit dem seit dem letzten Abend auf dem eigenen Handy tobenden Tweetstorm. Deutlich wird, dass es in den Augen der Zeitung offenbar nicht nur um das Duell zweier sportlich super aufgestellter Mannschaften und Vereine ging. Wer die ganze Stadt in Kollektivhaft nimmt und von &#8220;Stolz&#8221; schreibt, der hat nicht nur ein sportliches Ergebnis im Sinn, sondern adressiert eine nicht verwundene Kränkung, die das eigene Selbstbild betrifft. Nicht nur der Club hat verloren, sondern die ganze Stadt und Region, und wofür diese stehen, die&nbsp;<em>mentalità del est</em>. Und nun haut man sich trotzdem fleißig auf die Schulter und spinnt einfach weiter am Faden der neuen Siegermentalität und des &#8220;Jetzt holen wir uns, was uns zusteht!&#8221;.</p>
<p><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/LVZ_Titel_171026.png"><img loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-1211" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/LVZ_Titel_171026.png" alt="" width="945" height="879" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/LVZ_Titel_171026.png 945w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/LVZ_Titel_171026-300x279.png 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/10/LVZ_Titel_171026-768x714.png 768w" sizes="(max-width: 945px) 100vw, 945px" /></a></p>
<p>Doch damit nicht genug. Tags drauf war dann die gesamte Titelseite gefüllt mit #RBLFCB-content. Für die Auswärtigen zum Nachvollziehen: Titelbild, Aufmacher inklusive TED-Umfrage (&#8220;Hat der Schiedsrichter RB Leipzig benachteiligt?&#8221; &#8211; Ja/Nein), Leitartikel und Kommentar. Ungelogen!</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">Oh, das ist überraschend, <a href="https://twitter.com/LVZ?ref_src=twsrc%5Etfw">@LVZ</a>. <a href="https://twitter.com/hashtag/RBLFCB?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#RBLFCB</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/FCBRBL?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#FCBRBL</a> <a href="https://t.co/38ZxZR9Fre">pic.twitter.com/38ZxZR9Fre</a></p>
<p>— zwangsbeglueckt (@zwangsbeglueckt) <a href="https://twitter.com/zwangsbeglueckt/status/924015407207538690?ref_src=twsrc%5Etfw">October 27, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Den Vogel schoss dabei aber der inzwischen landesweit berüchtigte Guido Schäfer ab, der allen Ernstes im Zusammenhang von RB, die – man kann es nicht oft genug wiederholen – nur acht Jahre nach Gründung im ausverkauften Zentralstadion die Bayern am Rande der Niederlage haben, vom &#8220;benachteiligten Außenseiter&#8221; schrieb. Mehr Selbst-Beopferung geht nicht.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="en">
<p dir="ltr" lang="de">&#8220;Von wegen Dosen und Plastikclub. Fleisch und Blut, Leidenschaft und Hingabe.&#8221; Launiger Leitartikel von <a href="https://twitter.com/schfer_g?ref_src=twsrc%5Etfw">@schfer_g</a> in der <a href="https://twitter.com/LVZ?ref_src=twsrc%5Etfw">@LVZ</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/rbl?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#rbl</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/RBLFCB?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#RBLFCB</a> <a href="https://t.co/txKMa7jLzS">pic.twitter.com/txKMa7jLzS</a></p>
<p>— Model Among (@Modelamong) <a href="https://twitter.com/Modelamong/status/923913181222899712?ref_src=twsrc%5Etfw">October 27, 2017</a></p></blockquote>
<p><script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<h4>RBL: Eine Melange aus Geltungsdrang und Selbstermächtigung</h4>
<p>Am Ende bleibt der unangenehme Eindruck, dass in und um RB Leipzig streberhafte Selbstüberzeugung und Ost-Opfermythos ein bedenkliches Hybrid hervorgebracht haben, das die Bedingungen des eigenen Bestehens ausblendet und den eigenen Erfolg als nur von dunklen Mächten und Verschwörungen aufzuhalten versteht.&nbsp; Im Zweifelsfall (bei Niederlagen) werden dann Schiedsrichterskandale aufgewärmt und Bilder einer Sportfunktinärskaste bemüht, die sich gegen RB stellen. Als würde man selbst nicht Teil dieses Establishments sein und von dessen Uminterpretationen des selbstgegebenen Regelwerks massiv profitieren.&nbsp;Um Fußball im engeren Sinne geht es dabei nicht mehr. Stattdessen sind aggressiver Geltungsdrang und Selbstermächtigung angesprochen. Fortsetzung, das steht zu befürchten, folgt.</p>
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			</item>
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		<title>Emendörfers beißende Satire</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Dec 2016 07:33:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Emendörfer]]></category>
		<category><![CDATA[Leitartikel]]></category>
		<category><![CDATA[LVZ]]></category>
		<category><![CDATA[Ostdeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Timo Werner]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir schimpfen hier ja öfter auf die LVZ. Nicht ausschließlich weil wir es gern täten, oder weil wir uns chronisch nach einer qualitativ hochwertigeren Tageszeitung für die Region &#8482; sehnten. Nein, oft genug sind das Blatt und seine Macher selbst schuld [obwohl wir viele Kerstin Decker-Witze machen, ist in unserem Fall (bislang!) nur das Maskulinum &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2016/12/15/emendoerfers-beissende-satire/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Emendörfers beißende Satire</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir schimpfen hier ja öfter auf die LVZ. Nicht ausschließlich weil wir es gern täten, oder weil wir uns chronisch nach einer qualitativ hochwertigeren Tageszeitung für die Region &#8482; sehnten. Nein, oft genug sind das Blatt und seine Macher selbst schuld [obwohl wir viele Kerstin Decker-Witze machen, ist in unserem Fall (bislang!) nur das Maskulinum zu nennen]. Heute ist aber der Tag, an dem wir uns verneigen müssen und sagen: Bravo LVZ!<br />
<span id="more-893"></span><br />
Haben wir die Leipziger Volkszeitung als das lokale Organ der Verheißungskampagne oft geschunden (<a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/2014/11/10/greisenflirt-im-disneyland/">zum Beispiel hier</a>), so hat sie uns nun in Gestalt eines &#8220;Leitartikels&#8221; eines der wohl bislang besten und schärfsten Stücken Satire auf den RBL-Kult überhaupt geliefert [LVZ Titelseite 10.12.2016, leider nicht frei online zugänglich]. Einen ganz großen, donnernden Applaus für Jan Emendörfer bitte!</p>
<p><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/12/lvz_emmendoerfer_werner.jpg"><img loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-894" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/12/lvz_emmendoerfer_werner.jpg" alt="" width="428" height="549" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/12/lvz_emmendoerfer_werner.jpg 428w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/12/lvz_emmendoerfer_werner-234x300.jpg 234w" sizes="(max-width: 428px) 100vw, 428px" /></a></p>
<p><em>Grafik: Örk Auge Augsburg; Copyright: LVZ</em></p>
<p>Wie es dem Autor schon gelingt, mit dem Kinderreim &#8220;Wenn er schreit, dann fällt er&#8221; im Titel das infantile Niveau der Anti-Anti-RB-Choräle (&#8220;Ey, die mögen uns gar nicht!&#8221;) aufzuspießen, einfach herrlich. Doch Emendörfer hält sich nicht mit irgendwelchen Eröffnungszügen aus dem Journalistenlehrbuch auf, er knallt direkt einen unerwarteten Volley ans Aluminium: <strong>Wenn RB spiele, gehe es um die Ehre Leipzigs</strong>. Reiner und klarer hat bislang keiner diese Gleichsetzung, die so vielen (und RB am meisten) nützt, demaskiert.</p>
<p>Im zweiten Absatz wendet sich der Autor verschmitzt an die <strong>&#8220;Meinungsmacher&#8221;</strong> und persifliert damit freilich auch seine eigene Rolle. Diese haben sich zu Unrecht auf den unbescholtenen Timo Werner eingeschossen! In dieser rhetorisch so geschickt ungeschickt überzeichneten Opferrolle steckt die zweite große satirische Absicht des Jan Emendörfer: die Persiflage der Vorwärtsverteidigung von RB-Anhängern. Nur aus dieser Position heraus lässt sich komplett verschweigen, dass eine Schwalbe eine Unsportlichkeit ist. Ein schreiendes Schweigen des Autors!</p>
<p>Zu einer <strong>Satire mit gesellschaftspolitischer, ja historischer Tragweite</strong> wird das Stück schließlich durch ein beeindruckendes Solo Emendörfers, dessen wahnwitzige geistigen Haken ihm so schnell kein anderer Schreiberling nachmachen wird:</p>
<blockquote><p>&#8220;Da kommen einem die Tränen, weil es ja im Kapitalismus grundsätzlich immer um Gerechtigkeit geht. Als in den 90er-Jahren beim Zusammenbruch der Ost-Industrie Hunderttausende ihren Job verloren, da wurden sie belehrt, beides könne man nicht haben: Bananen und soziale Sicherheit. Klar, es heißt „soziale Marktwirtschaft“, aber rechnen müsse es sich schon.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nicht nur, dass Emendörfer hier dem &#8220;angry white man&#8221; in seiner Ausprägung (verkappter) Pegidist einen wütenden lyrischen Ausdruck verleiht, nein, er schafft einen Vergleich, der Gezeiten überdauern wird. Die Kritik an einer Schwalbe wird nicht nur wütend zurückgewiesen, die Absender werden auch mit den Mitteln der Geschichte delegitimiert. Wer den Osten entindustrialisiert, wie dereinst die westdeutschen Besatzer im Morgenthau, der muss damit rechnen, dass die Rache kalt serviert wird. Und zwar in Form eines Tabellenführers, der sich fallen lässt. <strong>So wie der Kapitalismus den Osten einst fallen ließ</strong> – nur um ihn nun in Gestalt von RB Leipzig wieder empor zu führen.</p>
<p>Offener und dreister hat noch nie jemand die vollkommen verquere und von einigen – das satirische Genie Emendörfer ausgenommen! – ja sogar ernst gemeinte RB-Überidentifikation auf den Punkt gebracht: <strong>Geboren aus dem Gefühl, etwas zu verdienen, das einem von dunklen Mächten versagt wurde.</strong> Mit dieser Begründung setzt Emendörfer den RB-Kult in den zeitgeschichtlichen Kontext der sächsischen (Staats-) Ohnmacht und ihrer fremdenfeindlichen Auswüchse.</p>
<p>Zum Abschluss gibt uns der Autor noch einen Hinweis, wo nach den Ursachen, der Statik dieser Gesellschaftsminiatur zu suchen ist: In einer Zeit, in der man gemeinsam einstimmte und (zumindest einmal die Woche!) geschlossen nach außen stand: &#8220;Da danken wir brav und stimmen in den Fangesang ein: &#8216;Vorwärts Rasenball, Leipzig überall &#8230;&#8217;.&#8221;</p>
<p>Spätestens hier dürfte auch den infamsten Kritikern klar geworden sein, dass es sich nicht um <strong>ein im alkoholischen Nebel verfasstes Machwerk</strong> handelt, sondern um echte, große Satire. Wir weinen vor Rührung und behalten uns den Abschluss eines LVZ-Abos vor.</p>
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		<title>BSG Motor Ostdeutschland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Nov 2016 10:06:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir denken ja immer: Schlimmer wird’s nicht. Und dann kommt, und in letzter Zeit passiert das immer häufiger, die ZEIT. Über die RB-Berichterstattung der LVZ lohnt ja kaum noch ein Wort. Aber offensichtlich ist es auch der Chefetage des Hamburger Wochenblattes egal, welches intellektuelle Niveau in der ZEIT im Osten-Redaktion unterschritten wird. Und so dürfen &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2016/11/25/bsg-motor-ostdeutschland/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">BSG Motor Ostdeutschland</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir denken ja immer: Schlimmer wird’s nicht. Und dann kommt, und in letzter Zeit passiert das immer häufiger, die ZEIT. Über die RB-Berichterstattung der LVZ lohnt ja kaum noch ein Wort. Aber offensichtlich ist es auch der Chefetage des Hamburger Wochenblattes egal, welches intellektuelle Niveau in der ZEIT im Osten-Redaktion unterschritten wird. Und so dürfen die Fanboys um Martin Machowecz eben machen, was sie wollen. <a href="http://www.zeit.de/2016/49/rb-leipzig-fussball-bundesliga-tabelle" target="_blank">In dieser Woche</a>: Elf (diese Symbolik!) mehr oder minder prominente oder wichtige Menschen in oder aus Ostdeutschland dürfen ihren Senf zur <span style="text-decoration: line-through;">Mondlandung</span> der Tabellenführung von RB abgeben.</p>
<p><span id="more-871"></span></p>
<p>Man lernt beim Lesen eine Menge über Identifikation. Und über Glauben. Denn geglaubt wird von den Befragten sehr viel, und deshalb funktioniert es auch mit der Identifikation. Beispiele gefällig?</p>
<h4>Über Glauben</h4>
<p>Charly Hübner glaubt, dass RB „allen hier Selbstbewusstsein“ gibt. Jana Hensel glaubt ihre Tagträume vom Aufstieg des Ostens in Erfüllung gehen zu sehen, und als Erklärung für ihre eigene Verzückung schiebt sie gleich nach: „natürlich brauchen wir Helden“. Felix Dachsel glaubt noch doller als zuvor an den Hipstertraum von Hypezig: „Wildheit, Anmut, Altbau und günstiges Bier“. Anne Hähnig glaubt ganz fest daran, dass RB eine „Form von Ostemanzipation“ darstellt. Cathrin Gilbert glaubt an das „Wunder“, dass RB „die Bayern mit einem viel kleineren Etat überholt“ hat. Und OBM Jung glaubt daran, dass RB „auf Nachwuchsarbeit und Teamgeist“ setzt.</p>
<figure id="attachment_886" aria-describedby="caption-attachment-886" style="width: 660px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/5671120311_0ccd92e30d_o.jpg"><img loading="lazy" class="size-large wp-image-886" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/5671120311_0ccd92e30d_o-843x1024.jpg" alt="" width="660" height="802" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/5671120311_0ccd92e30d_o-843x1024.jpg 843w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/5671120311_0ccd92e30d_o-247x300.jpg 247w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/5671120311_0ccd92e30d_o-768x932.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/5671120311_0ccd92e30d_o.jpg 1635w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a><figcaption id="caption-attachment-886" class="wp-caption-text">Foto: Doris-S &amp; Jerry Bautisa Jr. / CC BY 2.0</figcaption></figure>
<p>Noch Nerven? Weiter: Ein Wirtschaftspsychologe (!) von der HHL glaubt in RB einen „fast postmodernen“ Verein zu sehen, „offen für alle Klassen und Schichten, für Neureiche wie für Arme“. Eine Politikerin der LINKEN glaubt im Stadion noch nie „rassistischen Unsinn“ [sic! vgl. <a href="http://www.faszination-fankurve.de/index.php?head=Antisemitische-Rufe-aus-RB-Leipzig-Fanblock&amp;folder=sites&amp;site=news_detail&amp;news_id=9017" target="_blank">1</a>, <a href="https://www.chronikle.org/ereignis/antisemitische-%C3%A4u%C3%9Ferungen-rb-fans" target="_blank">2</a>, <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/fans-von-rb-leipzig-fallen-durch-antisemitische-rufe-auf-a-1020513.html" target="_blank">3</a>] gehört zu haben; die „Leute sind aufmerksam“. Und der Politikprofessor glaubt, es sei „nur gerecht, dass die Sachsen nicht mehr durch halb Deutschland fahren müssen“.</p>
<p>Das alles ist natürlich Wahnsinn. Nur zur Erinnerung: Um ein Haar wäre RB in <a href="https://www.welt.de/sport/fussball/2-bundesliga/article140232412/Red-Bull-wollte-den-FC-St-Pauli-kaufen.html" target="_blank">Hamburg</a>, <a href="http://www.tz.de/sport/1860-muenchen/red-bull-hatte-1860-muenchen-visier-4955282.html" target="_blank">München</a> oder Düsseldorf gelandet („Ihr steht doch auch für Coolness, Party, feiern und so“). Mehr oder minder Zufall. Mit dem Osten hat das nichts zu tun. Außer mit dem Umstand, dass man gerade hier mit einer Menge Menschen rechnen konnte, denen so ziemlich alles egal ist. Hauptsache sie bekommen endlich wieder etwas geboten, wovon sie glaubten, darauf einen Anspruch zu haben. Oder genügend Menschen wie Jana Hensel, die sich schlichtweg unterrepräsentiert fühlten, wenn sie den Namen ihrer Heimatstadt im Ausland nicht im Sportteil finden.</p>
<h4>Endlich wieder selbstbewusst sein dürfen</h4>
<p>Und offensichtlich funktioniert das auch. Dauernd ist in den elf Wortmeldungen die Rede von „dem Osten“, der jetzt durch RB repräsentiert würde, oder gleich von „uns Ossis“ (Hähnig) oder „wir, in Leipzig“ (Neuhaus-Wartenberg). Den Vogel schießt hierbei wieder Machowecz ab, der so komplett in Ost-West-Kategorien denkt, dass man meint, einen Artikel aus den frühen 1990ern erwischt zu haben. Da agiert die ganze Zeit „der Osten“, als gäbe es ihn in Person. Nah dran ist auch Charly Hübner, der &#8220;erst kürzlich&#8221; auch mal Leipzig &#8220;besucht&#8221; habe und nun klar urteilen kann: &#8220;In Zeiten wie diesen, gibt das allen hier Selbstbewusstsein.&#8221; Wie viel weniger Bezug zur Materie kann man eigentlich noch zum Ausdruck bringen?</p>
<p>Sicherlich: Mit Glauben hat man es im Fußball nicht nur bei RB zu tun. Aber das Ausmaß, in dem man hier bereit ist etwas zu sehen, wofür es überschaubar viele Anzeichen gibt, ist schon sehr beachtlich.</p>
<p>Und mal abgesehen von der Grundfrage, was eigentlich dieser Kollektivakteur „der Osten“ sein soll und wer bei RB ihn repräsentiert (Mateschitz? Rangnick? Hasenhüttl? Mintzlaff?), ist es schon wirklich beachtlich, wieviel jetzt in dieses Projekt projiziert wird und wie sehr man sich von jeder halbwegs distanzierten Beobachtung auch bei der ZEIT verabschiedet hat. Bezeichnendes Detail: Der einzige Link zu potentiell kritischen Stimmen führt zum <a href="http://www.zeit.de/sport/2016-09/rb-leipzig-bundesliga-traditionsvereine" target="_blank">Eilenberger-Artikel</a> „Wer Red Bull hasst, hasst sich selbst“, der viel über Eilenbergers Weltsicht, wenig aber über sinnvolle Argumente gegen RB beinhaltet.</p>
<h4>Sehnsucht nach dem Kollektiv: &#8220;In Zeiten wie diesen&#8221;</h4>
<p>Nur zur Klarstellung: Wir haben uns nicht nach einem (anderen) Ostverein gesehnt und sind jetzt nur mit RB unzufrieden. Wir finden schon die Idee eines Ost-Klubs generell zum Lachen, und dass sogar die ZEIT solchen Kollektiv-Fantasien hinterher rennt, sagt einiges über die Faszination solcher Ideen. Aber das Geilste ist wirklich, dass jetzt RB die Verwirklichung dieses Gespinstes sein soll, eine BSG DDR gewissermaßen, oder: Motor Ostzone.</p>
<figure id="attachment_885" aria-describedby="caption-attachment-885" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/Bundesarchiv_Bild_183-Z0411-051_Berlin_X._SED-Parteitag.jpg"><img loading="lazy" class="size-full wp-image-885" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/Bundesarchiv_Bild_183-Z0411-051_Berlin_X._SED-Parteitag.jpg" alt="" width="800" height="567" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/Bundesarchiv_Bild_183-Z0411-051_Berlin_X._SED-Parteitag.jpg 800w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/Bundesarchiv_Bild_183-Z0411-051_Berlin_X._SED-Parteitag-300x213.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/Bundesarchiv_Bild_183-Z0411-051_Berlin_X._SED-Parteitag-768x544.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-885" class="wp-caption-text">Foto: Bundesarchiv, Bild 183-Z0411-051 / Mittelstädt, Rainer / CC-BY-SA 3.0</figcaption></figure>
<p>Man kann am Beispiel von RB viel darüber lernen, wie sehr manchen Leuten offenbar die Identifikation mit einem Verein wichtig ist, um Fußball mit Interesse und Spaß ansehen zu können. Und dass es dann nicht nur zweitrangig, sondern komplett egal ist, ob und wieviel dieser Verein mit der Stadt tatsächlich zu tun hat.</p>
<p>Aber spätestens jetzt hat der große <a href="https://twitter.com/schfer_g/status/801734099916521472" target="_blank">Guido Schäfer</a> schon Recht mit seiner Diagnose, dass „die großen Zeitungen“ das Thema RB schon lange nicht mehr diskutieren würden. Vermutlich wollte er damit seine LVZ in eine Reihe mit der ZEIT stellen. Vermutlich aber läuft es gerade andersherum: Die ZEIT ist endgültig auf Lokalpostillen-Niveau angekommen.</p>
<p>Nur um Charly Hübner ist es ein wenig schade.</p>
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		<title>Gipfeltreffen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Oct 2016 06:58:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[handzahm]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Guido Schäfer]]></category>
		<category><![CDATA[LVZ]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht jede und jeder schafft es ja, den Sportteil der LVZ zu lesen; schon vorher warten so viele interessante und hintergründige Geschichten auf die ständig wachsende Leserschaft, dass dann die kritischen Reportagen und Hintergrundstories der sportiven Redaktion auf der Strecke bleiben. Deshalb heute unser Service: Wir haben mal die besten Stellen aus dem knallharten Gespräch &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2016/10/13/gipfeltreffen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Gipfeltreffen</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht jede und jeder schafft es ja, den Sportteil der LVZ zu lesen; schon vorher warten so viele interessante und hintergründige Geschichten auf die ständig wachsende Leserschaft, dass dann die kritischen Reportagen und Hintergrundstories der sportiven Redaktion auf der Strecke bleiben. Deshalb heute unser Service: Wir haben mal die besten Stellen aus dem knallharten Gespräch extrahiert, dass Reportergott Guido Schäfer mit dem RB-Vorstandsvorsitzenden Oliver Mintzlaff führte. Es ging gewohnt kritisch zur Sache, man will eben immer noch eine Spur genauer nachfragen als das Red Bulletin, so viel Ehrgeiz hat man im Peterssteinweg. Aber genug der Vorrede, hier unsere Top Ten:</p>
<p><span id="more-804"></span></p>
<p>10) „Wir machen unsere Entscheidung nicht abhängig davon, ob es dem Trainer, den Spielern, den Fans oder mir in der Red Bull Arena gefällt, sondern welcher Standort gut für die weitere Entwicklung des Vereins ist.“</p>
<p>9) „Wir werden zudem auch bei Financial Fair Play transparent vorgehen und keine Regeln aushebeln.“</p>
<p>8) „Es gibt kein Banner-Verbot, es müssen aber Entscheidungen im Sinne des Vereins getroffen werden. Die besagte Fläche ist eine Werbefläche – die muss sichtbar sein.“</p>
<p>7) „Red Bull ist das Beste, was der Bundesliga passieren konnte!“</p>
<figure id="attachment_810" aria-describedby="caption-attachment-810" style="width: 549px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/15417678106_6f5866691f_o.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-810" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/15417678106_6f5866691f_o-300x218.jpg" width="549" height="399" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/15417678106_6f5866691f_o-300x218.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/15417678106_6f5866691f_o-768x558.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/15417678106_6f5866691f_o.jpg 1024w" sizes="(max-width: 549px) 100vw, 549px" /></a><figcaption id="caption-attachment-810" class="wp-caption-text">Foto: Kelley ., <a href="https://www.flickr.com/photos/kg8831/15417678106/in/photolist-5i7hjs-k9wCuP-pupCyj-camTkQ-pj9FDk-nbD61t-d2Z3PS-abgHzd-6QEoPa-6QJCiA-5efG6c-p93eNm-6QJssy-6QEn5v-76gCT5" target="_blank">flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC BY-NC-ND 2.0</a></figcaption></figure>
<p>6) „Grundsätzlich gilt für RB Leipzig: Wir verbiegen uns nicht, egal vor welchen Randgruppen.“</p>
<p>5) „Wir müssen – wie jeder andere Klub – möglichst viele Einnahmen generieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“</p>
<p>4) „Wir sind ein Verein, nach Meinung vieler aus der Branche, d e r Verein zum Anfassen mit sehr vielen positiven Attributen“</p>
<p>3) „Die Debatte [um RB] wird nicht mehr oft geführt. Aber wenn, dann sicher heuchlerisch.“</p>
<p>2) <em>RB Salzburg und RB Leipzig werden von Red Bull finanziert und sind ansonsten &#8230;</em></p>
<p>&#8230; eigenständige Vereine.</p>
<p>And the Winner is&#8230; [hier Trommelwirbel einfügen]:</p>
<p>1) „Wir haben ein Budget.“</p>
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		<title>Black Beauty, der geschenkte Gaul</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2015/03/27/black-beauty-der-geschenkte-gaul/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2015 10:08:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[handzahm]]></category>
		<category><![CDATA[konzernintern]]></category>
		<category><![CDATA[Dunkeldeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Imagefilm]]></category>
		<category><![CDATA[LVZ]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtmarketing]]></category>
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					<description><![CDATA[Imagefilme für Städte sind ja ohnehin ein Genre aus der Hölle. Ein solcher Film zu Leipzig, mit RB? Zugegeben: Wir hatten unsere Vorurteile. Nach dem Ansehen blieben allerdings nur noch Fragen. Vor allem diese: Was soll das sein? Der Film steigt ein mit dem Völkerschlachtdenkmal, das Darth Vader-mäßig abgefilmt wird, damit man gleich mal weiß, &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2015/03/27/black-beauty-der-geschenkte-gaul/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Black Beauty, der geschenkte Gaul</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Imagefilme für Städte sind ja ohnehin ein Genre aus der Hölle. Ein solcher Film zu Leipzig, mit RB? Zugegeben: Wir hatten unsere Vorurteile. Nach dem Ansehen blieben allerdings nur noch Fragen. Vor allem diese: Was soll das sein?<span id="more-471"></span></p>
<p>Der <a href="http://sharevideo.redbull.com/?bctid=4122392425001&amp;dynamicStreaming=true&amp;isRTL=false&amp;link=http://www.redbull.com&amp;filter=channel:RedBull2&amp;bgcolor=#000000&amp;logoHover=Von%20RedBull.com/Red Bull&amp;closedCaptionsHover=Subtitles&amp;jumpHover=Jump backwards&amp;bcpid=1684512102001&amp;qualityHover=Change quality&amp;startTime=1426854548284&amp;socialHover=Share or embed&amp;bckey=AQ~~,AAABTw4lHzE~,sr1E9bdX6d4wCdvdlD8QKdNij3uKs2K9&amp;relatedcontent=true,true&amp;linkBaseURL=http://www.redbull.com/de/de/stories/1331712287448/einerkette-tim-thoelkes-rb-leipzig-kolumne&amp;labels=http://www.redbull.com/cs/RedBull2Misc/brightcove/de_DE_labels.xml&amp;autoStart=false&amp;isUI=true&amp;isVid=true&amp;htmlFallback=true&amp;onsiteSettings=false,false,false,true" target="_blank">Film</a> steigt ein mit dem Völkerschlachtdenkmal, das Darth Vader-mäßig abgefilmt wird, damit man gleich mal weiß, wo in Leipzig der Hammer hängt. Nachts natürlich. Denn der ganze Film spielt in der Finsternis. Über den internen Arbeitstitel bei den <a href="http://www.lvz-online.de/sport/sportbuzzer/rb_leipzig/rb-news/im-kino-des-gegners-leipzig-und-rb-starten-imagekampagne-bellot-verlaengert-bis-2018/r-rb-news-a-279804.html" target="_blank">„Medienprofis aus der Salzburger Red-Bull-Zentrale“</a> (LVZ-online) kann man nur spekulieren, aber auf „Willkommen in Dunkeldeutschland“ würden wir einiges setzen.</p>
<h2>Black is the new Red</h2>
<p>Dann folgen ein paar lässig verwackelte Bilder mit ausschnitthaften RB-Spielern, wobei im ganzen Film eigentlich nur Poulsen wirklich erkennbar wird. Verständlich, man weiß ja nie, wer nächste Woche in Ungnade fällt. Dazwischen immer wieder sturztrunkene Kameraschwenks in der Innenstadt, vom <del>mdr-Hochhaus</del> Uniriesen und solche Sachen, was man halt in einer Stunde Drehzeit machen kann. Nachts, versteht sich.</p>
<p>Jetzt Bilder aus dem Stadion, Ekstase pur. Vorher noch eine Szene am Ticketschalter, damit keiner denkt, hier gäbe es was umsonst; die Plüsch-Kuh darf sich auch nochmal zeigen und vorfreudig in die Hufe klatschen. Derweil rasten die Leute im augenscheinlich randvollen Leipziger Hexenkessel aus, Poulsen köpft ein Tor. Nun aber schnell wieder zurück zu den Lieblingsbildern <span style="text-decoration:line-through;">von Lord Voldemort</span> des Kameramanns: Dunkelheit, Lichter der Großstadt, ganz großes Kino.</p>
<p>Am Ende die Auflösung, welche Kulisse hier präsentiert wurde: „Leipzig, Heimat der Roten Bullen“. Unverständlich, warum bei dem ganzen mordormäßigen Aufzug auf das historische Gründungsjahr 2009 verzichtet wurde, aber Understatement zeichnet ja den ganzen Beitrag aus. AHU! Im übrigen auch die ‚Musik’, die am Anfang ein bisschen auf Hans Zimmer für Arme macht, sich dann aber richtig was traut und herrlich fröhlich auf den Trompeten-Button haut und lässiges Fingerschnippen imitiert. Die Fankultur lebt!</p>
<p>Die gute Nachricht: Das Ganze dauert nur eine Minute. Die schlechte Nachricht: Das werden Menschen sehen. Und zwar sehen <em>müssen</em>. Der Spot läuft in den Kinos jener Städte, die noch zum Spiel nach Leipzig kommen. Saucleveres Ding natürlich, der Auswärtsblock wird kaum ausreichen, um die Massen zu beherbergen, die mit Tageslicht ihre Probleme haben und nun endlich wissen, wo sie dauerhaft unterkommen können.</p>
<h2>Spendierhose machts möglich</h2>
<p>Aber hat man nicht „Angst vor einem Eigentor wegen anhaltender Fanproteste“, imitiert die LVZ eine nachdenkliche Frage, so wie der onkelige Physiklehrer seiner Lieblingsschülerin am Ende der Prüfung noch eine extra leichte Aufgabe stellt. Der Leipziger Tourismus-Chef hat aber natürlich seine Hausaufgaben gemacht: „Im Kino ist ein anderes Publikum, dort hoffen wir auf sportbegeisterte Menschen und nicht auf Ultras“. <del>Würg!</del> Das leuchtet unmittelbar ein, Sport lässt sich im Kino natürlich am besten treiben. Und Bremer war mit RB schon in Lotte, ist also praktisch selbst Ultra, und ins Kino geht er ja nie.</p>
<p>Wer einen solchen Schund herstellt, den könnte nicht einmal <a href="http://www.amctv.com/shows/better-call-saul" target="_blank">Saul Goodman</a> vor richtig massiven Schadensersatzforderungen bewahren. Aber zurückzahlen müssen die Salzburger Burschis nichts: Der Film noir ist natürlich „spendiert“. Die Kosten für die Ausstrahlung in den Kinos übernimmt dagegen vermutlich die Stadt, aber solche Querfinanzierung von Brausewerbung interessiert die LVZ angesichts der prallen Spendierhosen des Onkels aus Fuschl naturgemäß nicht.</p>
<p>Nürnberg, Darmstadt, Sandhausen und Fürth dürfen sich also auf hollywoodeske Filmkunst freuen – wenn es in Sandhausen überhaupt ein Kino gibt. Wir dagegen lassen alle Hoffnung fahren und blicken ins Dunkle. Und stellen uns vor, der LVZ-Abschlusssatz „Das Projekt läuft zunächst bis Saisonende“ hätte sich nicht nur auf den Film bezogen.</p>
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		<title>Greisenflirt im Disneyland</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2014/11/10/greisenflirt-im-disneyland/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jaygopp]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2014 14:35:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[handzahm]]></category>
		<category><![CDATA[konzernintern]]></category>
		<category><![CDATA[Anzeigenkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Glaubwürdigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Guido Schäfer]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Emendörfer]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[LVZ]]></category>
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					<description><![CDATA[„Ich bin sogar Chefreporter, die wollen mich lebenslang behalten!“, durfte LVZ-Sportredakteur Guido Schäfer im Oktober verkünden, als ihn Moderatorin Esther Sedlaczek vor Anpfiff und nach dem Halbzeitpfiff des RB-Heimspiels gegen Heidenheim vor die Sky-Kamera einlud. Um jedweden Kompetenzzweifeln schon vorab den Garaus zu machen: Der phänomenale Aufstieg des fidelen RB-Maskottchens ist nur folgerichtig, hat in &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/11/10/greisenflirt-im-disneyland/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Greisenflirt im Disneyland</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Ich bin sogar Chefreporter, die wollen mich lebenslang behalten!“, durfte LVZ-Sportredakteur Guido Schäfer im Oktober verkünden, als ihn Moderatorin Esther Sedlaczek vor Anpfiff und nach dem Halbzeitpfiff des <a href="https://twitter.com/schfer_g/status/519472743302311937">RB-Heimspiels gegen Heidenheim vor die Sky-Kamera</a> einlud. Um jedweden Kompetenzzweifeln schon vorab den Garaus zu machen: Der phänomenale Aufstieg des fidelen RB-Maskottchens ist nur folgerichtig, hat in der aktuellen Spielzeit neue Höhepunkte erreicht und soll deshalb hier besonders gewürdigt werden.<br />
<span id="more-360"></span></p>
<h2>Endlich im Rampenlicht</h2>
<p>Nach einer langjährigen Zweitligakarriere in Mainz, der <a href="https://twitter.com/schfer_g/status/454904480442896385/photo/1">DFB-A-Lizenzinhaberschaft</a>, einem BWL-Abschluss, dem Volontariat bei der Mainzer Allgemeinen Zeitung und der schon über ein Jahrzehnt währenden umtriebigen Recherchen im Tag- und Nachtleben des Leipziger Fußballs (<a href="http://www.rb-fans.de/artikel/20120201-Guido-Schaefer-Interview.html">1</a>, <a href="http://www.rb-fans.de/artikel/20120202-Guido-Schaefer-Interview-Teil2.html">2</a>) mausert Schäfer sich nun zum gern gewonnenen Fernsehgast. Egal ob plauderfreudig im <a href="http://www.regio-tv-stream.de/lf/luebberts/index.php?date=20130626&amp;year=&amp;forcevod=1">„Leipzig Fernsehen“</a>, bei einer Kochsendung auf <a href="http://www.info-tv-leipzig.de/mixed/allgemeines/achims-gerichtekueche-mit-guido-schaefer/">„Info TV“</a>, als schrulliger Anchor des <a href="https://www.google.de/search?q=MDR+Sch%C3%A4ferst%C3%BCndchen&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;aq=t&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a&amp;channel=fflb&amp;gfe_rd=cr&amp;ei=9SJaVOD8AauF8Qef1IGoBg">MDR-„Schäferstündchen“</a> oder nicht zuletzt im Gewand des RB-Vertrauten auf Sky. Endlich. Denn im Rampenlicht fühlt er sich augenscheinlich am wohlsten.</p>
<p>Jedoch wie kaum anders zu erwarten, nutzte der 50-Jährige seine kurzen Minuten im Pay-TV-Rampenlicht einerseits, um das bemüht bedeutungsschwere Mantra wiederzukäuen, warum Leipzig bitteschön Bundesligafußball „verdient“ (!) habe. Weil ja der erste Deutsche Meister aus der Stadt kommt und sowieso der DFB ja auch hier gegründet wurde. Bekanntlich liegen diese Ereignisse mehr als ein Jahrhundert zurück. Allzu nachvollziehbar also, „dass es mir relativ egal ist, ob Red Bull oder Nivea Leipzig“ nun ähnliche Meisterstücke vollbringen wird. Gäääääähnende Pseudo-Indizien, die so verschlissen wie sein herbstfarbener Allzweckmantel daherkamen.</p>
<figure id="attachment_368" aria-describedby="caption-attachment-368" style="width: 842px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.flickr.com/photos/cessemi/2079977086/in/photolist-4nCyc-d9RRpV-d9RRrr-hqCEqD-7pBCMr-dw6D8s-Mb96Z-mNJMiF-4UK6PC-hgeZbL-d8e57J-hWX3qc-4aNqHU-o9pkSQ-iRrcp-oPsnB7-f8qrpk-8AMMBL-867diu-dv6sAL-4Sjiv-6E5D8L-btMAnf-5navnc-foSSS2-ao4qeS-5naxf2-sJU88-ao1n4H-4KDuyU-3DqSK-aTxfgH-dB8PW-87JnLS-6XRfNd-87F9Fx-dB8S8-7c3buz-kc2aeq-8suo6V-Wi528-ajZDTJ-JAQCF-87K2r1-6PBvyt-dvKABn-5naywp-6M1jf6-2wcoLc-e7VmGD"><img loading="lazy" class="size-large wp-image-368" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/2079977086_9cbe63be1c_o1.jpg?w=842" alt="foto: emily tan | flickr" width="842" height="631" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/2079977086_9cbe63be1c_o1.jpg 2048w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/2079977086_9cbe63be1c_o1-300x225.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/2079977086_9cbe63be1c_o1-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 842px) 100vw, 842px" /></a><figcaption id="caption-attachment-368" class="wp-caption-text">foto: emily tan | flickr</figcaption></figure>
<p>Andererseits schien es ihm überhaupt viel wichtiger, sich im eigenen Klischee zu suhlen, das der Kreuzer (<a href="http://kreuzer-leipzig.de/2013/11/27/editorial-122013/">Ausgabe 12/2013</a>) einst wohl nicht zu unrecht als Selbstinszenierung des „prolligen Luden im Lodenmantel“ identifizierte. „Wir sehen tollen Fußball und haben schöne Frauen hier“, griente er mit lustmolchigen Seitenblick zur Moderatorin. Aber selbst der bis zum Bauchnabel bestens ausgeleuchtete V-Ausschnitt seiner bronzegebräunten Brust erweichte die sichtlich irritierte Sedlaczek nicht zum ohnehin schon derb misslungenen Greisenflirt. Traurigen Auges musste Schäfer einsehen: „Alte Männer werden gesiezt.“</p>
<h2><strong>Im Zweifel Untertan</strong></h2>
<p>Immerhin. Auch wenn das Candle-Light-Dinner mit der TV-Kollegin nur ein feuchter Tagtraum bleiben sollte: Ihm war nicht vorzuwerfen, es nicht wenigstens probiert zu haben. Ganz anders im Tagesgeschäft. Stets geriert er sich als Vertrauter der exklusivsten Gesprächspartner und unermüdlich aufdeckender Reporter, dem Breaking News nur so aus den Fingern fließen. „Der Rangnick holt im Winter zwei, drei Raketen. Und wenn er das wieder hört, will er mich töten“, wies der Draufgänger aus. Doch weder hat es erhöhten Nachrichtenwert, dass eh schon getätigte Millionentransfers wie Massimo Bruno und Marcel Sabitzer oder ambitionierte Spieler wie Kevin Kampl früher (Winterpause) oder später (nach dem Bundesliga-Aufstieg im kommenden Sommer) von der Salzburger in die Leipziger Filiale übersiedeln. Noch landet man einen nicht für möglich gehaltenen Scoop, wenn der gemeinhin wortkarge 100 Prozent-Klubeigener Mateschitz zur Interviewaudienz bittet (LVZ, 08.05.2014). Im Gegenteil. Es ist ein übler journalistischer Frevel, sich bei dieser Gelegenheit für dessen Herumpoltern und Erpressen der DFL instrumentalisieren zu lassen, anstatt kritisch nachzuhaken oder wenigstens objektiv über Statuten, Lizenzierung oder die Aushöhlung von Paragraphen zu schreiben.</p>
<p>Zugegeben, die Verantwortlichen des Leipziger RB-Ablegers machen es den hiesigen Pressevertretern ja auch keineswegs leicht. Es dürfte entmutigend wirken, wenn oben auf der Hierarchiepyramide des e.V. weiterhin konzernabhängige Vereinsvorstände und Aufsichtsräte thronen, an deren intransparenter Omerta sich tatsächlich recherchierende Journalisten und unabhängige Vereinsmitglieder (wenn es diese denn gäbe) sowieso die Zähne ausbeißen würden.</p>
<p>Für das fußballerische Entertainment wiederum sind – freilich außerordentlich erfolgreich – Doppel-Sportdirektor Ralf Rangnick und Cheftrainer Alexander Zorniger verantwortlich. Letzterer machte vor kurzem im Zuge des Bochum-Spiels seinem Unmut über die sportliche Berichterstattung Luft. Mit überzogenen Erwartungen, viel zu kritisch und überhaupt inkompetent bis ins Mark informiere die Berichterstattergilde. (Seine etwas überangestrengte Dünnhäutigkeit sei ihm jedoch verziehen, da nicht wenige Vertreter der Zunft aus Unwissenheit, Brandstifterei oder tatsächlicher Inkompetenz ein völlig harmloses Scharmützel zwischen ihm und Peter Neururer zum dumpfen Kulturkampf aufbauschen wollten).</p>
<h2><strong>No-Go-Area für Romantiker, Statutenheinis und Ewiggestrige</strong></h2>
<p>Dennoch: Wo blieb beispielsweise der sonst so todesmutige Diplom-Betriebswirt Schäfer in jenen Momenten, als Zorniger freiwillig Pirouetten auf dem glatteisigen Finanzterrain schlug? <a href="https://www.youtube.com/watch?v=hrTQyJgj4q4">In der Pressekonferenz vor dem VfL-Spiel</a> (16.49min bis 17.04min) schwadronierte RB’s Cheftrainer, der letzte Gegner aus Nürnberg habe nicht nur einen „höheren Transferwert“, sondern „ich geh’ auch mal davon aus, einen höheren Etat. Was man ja kaum glauben mag bei uns.“ Hach, herrlich, die Kuh für eine neuerliche Milchmädchenrechnung stand bereit zur Melkung. „Da bringst du mich auf etwas, Alex“, hätte der Chefreporter einwenden können, „wie hoch ist denn eigentlich euer Etat und überhaupt […]?“ Bloß gut, dass der der PK-Saal (erneut) einem weihrauchgeschwängerten Andachtsraum glich, in welchem doch bitteschön von der guten Sache gepredigt werden soll, um den bösen Geistern – Romantiker, Traditionalisten, Statutenheinis, Ewiggestrige, Kritiker jeglicher Couleur &#8211; <a href="http://www.zeit.de/news/2014-10/06/fussball-rb-trainer-zorniger-halten-profi-fussball-den-spiegel-vor-06184603">„erst den Spiegel vorzuhalten“</a> und sie daraufhin geläutert verstummen zu lassen.</p>
<figure id="attachment_369" aria-describedby="caption-attachment-369" style="width: 842px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.flickr.com/photos/46239552@N00/5723140167/in/photolist-9HJAbt-dS7vn6"><img loading="lazy" class="wp-image-369 size-large" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/5723140167_ca7113dcf7_o.jpg?w=842" alt="foto: caratello | flickr | " width="842" height="631" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/5723140167_ca7113dcf7_o.jpg 3648w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/5723140167_ca7113dcf7_o-300x225.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/5723140167_ca7113dcf7_o-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 842px) 100vw, 842px" /></a><figcaption id="caption-attachment-369" class="wp-caption-text">foto: caratello | flickr</figcaption></figure>
<p>Die erste Kirchenbank halten allzu oft LVZ-Redakteure für sich reserviert. Von dort aus verbreiten sie ohne Sichtbeschränkung die gute Nachricht, dass die Heldenstadt Leipzig dank eines Heilsbringers alsbald die europäische Fußballbühne betreten wird. Natürlich ist es unfair, über Guido Schäfer nur zu nörgeln. Zweifellos gebührt ihm der Status des bestens vernetzten, lokalen Unikums. Er verkörpert teils eine vortreffliche Rampensauigkeit und gibt dafür stets allzu bereit den charmant-harmlosen Chauvi. Er kann über sich selbst lachen und das Publikum mit ihm über ihn.</p>
<p>Wenn sich der rasende Reporter nicht gerade offenkundig als untertäniger Mateschitz-Biograph anbiedert (Bspw. „Visionär, Macher, Weltmarktführer“, in: LVZ, 29.10.2014, S. 54.; „Reine Chefsache“, in: LVZ-„Aufsteigermagazin der Rasenballer“, Juli 2014, S. 7.), leakt er auch schon mal exklusiv den (bislang noch nicht bestätigten) Zentralstadionausbau. Oder durchforstet mit einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=80lHItL6mjs">MDR-Kameramann mühelos den Kühlschrank im Trainerkabuff</a> des Erfurter Walter Kogler, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=_UloqgBBO50">zieht blank vor dem leeren Dresdner K-Block</a>, um Dynamos Angreifer Comvalius zu imitieren und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=z2uk78gfQpA">fachsimpelt während eines FCE-Spiels mit den Pilzsammlern und Fans</a> auf den Hügeln hinter dem Auer Erzgebirgsstadion. Ungeduldig zählen wir die Tage herunter, bis RB schließlich im Oberhaus angekommen ist – einzig und allein, um Guido Schäfer dann Sonntagvormittags dabei zusehen zu dürfen, wie er am launigen Sport1-Fußballstammtisch Jörg Wontorra zuprostet.</p>
<h2><strong>Der Chefredakteur als erster Fan</strong></h2>
<p>Nicht minder vermessen ist es, der einzigen lokalen Tageszeitung vorzuwerfen, die Daumen für den hochklassigsten Fußballklub der Stadt zu drücken. Sportlicher Lokalpatriotismus und Freude über die Erfolge der Aushängeschilder lesen sich verständlicherweise landauf landab aus jedem Regionalblatt heraus. Und noch weniger soll dieser wehklagende Wunsch nach mehr Journalismus als hanebüchene Verschwörungstheorie missverstanden werden. Aber durchaus klärungsbedürftige Fragen zu stellen, scheint zu viel verlangt für „Fan(s)“ die „Lust auf spannende Spiele, tolle Tore und gute Laune“ haben. Diese Selbstbeschreibung der LVZ-Redaktion stammt von niemand anderem als Chefredakteur Jan Emendörfer (Zit. aus dem LVZ-„Aufsteigermagazin der Rasenballer“, Juli 2014, S. 3.).</p>
<p>Wer also tatsächlich hofft, dass <a href="http://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/07/30/ergebenheit-als-systembestandteil/">heikle Thematiken objektiv in der Leipziger Volkszeitung ausgefochten werden, wird dies vergeblich tun</a>. Dort interessiert sich niemand etwa für <a href="http://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/10/28/standardsituationen-der-rb-affirmation-3/">übertriebene Bundesliga-Wohlfahrtsversprechen von McKinsey</a>. Ebenso sucht keiner händeringend nach der Gemeinnützigkeit des e.V. oder recherchiert zu den Jahresbilanzen. Und am wenigsten wird dort abgeklopft, inwieweit die 50+1-Regel real Bestand hat, die Transfer- und Ausleihpraktiken den Rahmen des Möglichen gekonnt aushöhlen und welcher Drohgebärden des Gebieters und juristischer Winkelbegriffe es im Frühjahr 2015 wieder bedarf, wenn die Lizenz für das Fußballoberhaus in trockene Tücher gehüllt werden muss.</p>
<figure id="attachment_371" aria-describedby="caption-attachment-371" style="width: 842px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.flickr.com/photos/madhias/8838765494/in/photolist-5pXoU-85LvTW-nbRHz7-aFgTmo-68bCnE-c43QC9-9NmWZN-b5yDZ-mUBqtb-4aUF6X-bF6vJZ-5nHerb-8kGSF2-et3Z3w-nqLHXS-buVz74-39Xynb-3AQ2h2-68wr4n-nNB58e-8GkFyx-8mzoDv-feY8r9-b8AVGX-nsVL1c-b4SDAv-8WmJAs-o7Sygz-6DNihK-hJER4i-dBD1Z1-a8nEkd-EJLKZ-bvoZwg-7bVMzZ-6wrY3m-7bpmzm-7bZC5U-uX9L3-68pN3A-bsbtLh-hJDBJg-6XBLNr-7bkxBT-68pN37-7bnR6G-7bj41r-7bpm7h-7bnRWf-7bnRpQ"><img loading="lazy" class="wp-image-371 size-large" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/8838765494_342bb91ee3_o.jpg?w=842" alt="foto: madhias | flickr" width="842" height="561" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/8838765494_342bb91ee3_o.jpg 2697w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/8838765494_342bb91ee3_o-300x200.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/8838765494_342bb91ee3_o-1024x683.jpg 1024w" sizes="(max-width: 842px) 100vw, 842px" /></a><figcaption id="caption-attachment-371" class="wp-caption-text">foto: madhias | flickr</figcaption></figure>
<p>Verlag und Zeitung lassen sich gekonnt willfährig instrumentalisieren und sind zudem in ein wirtschaftliches Abhängigkeitsverhältnis geraten. Nicht nur, dass der Betreiber des örtlichen Profiklubs zu einem augenscheinlich wichtigen und gern gesehenen Geschäftspartner geworden ist, monatlich das auf Lifestyle getrimmte Konzernmagazin beilegt und regelmäßige – teils ganzseitige – Anzeigen (<a href="http://www.lvz-online.de/f-Download-d-file.html?id=1931">Infos und Preise von Anzeigen in der LVZ</a>) schaltet. Der Sportteil ist rhetorisch zuweilen eingekleistert wie eine Litfasssäule. Es strotzt vor wohlwollenden Laudationen. Firmenloyale Marketingparolen haben Einzug gehalten, wenn nahezu täglich die „Roten Bullen“ in Richtung Bundesliga durch die Zeilen walzen.</p>
<h2>Der (Anzeigen)Kunde ist König</h2>
<p>All das soll nicht nur dem Leipziger Fußball, sondern auch der <a href="http://kreuzer-leipzig.de/2014/07/22/ab-und-zu-kommt-mal-ein-praktikant/">darbenden Zeitung</a> Flügel verleihen, deren Gesamtverkauf allein seit RB’s Oberliga-Debüt 2009 von 224.461 auf 193.673 Ausgaben (davon 174.771 Abos inklusive e-paper) gesunken ist (<a href="http://daten.ivw.eu/index.php?menuid=12&amp;u=&amp;p=&amp;t=Alphabetischer+Gesamtindex&amp;b=l">Zahlen online abrufbar bei der IVW</a>). Parallel zu den dahinvegetierenden LVZ-Verkäufen ging eine distanzierte, gar kritische Anteilnahme und Auseinandersetzung bei den allermeisten hiesigen Berichterstattungen irgendwo Verschütt oder bleibt – wenn überhaupt – leider rar gesät.</p>
<p>Sicherlich runzelt Chefredakteur Emendörfer gelangweilt die Stirn bei der Beanstandung fehlender unabhängiger Berichterstattung, wird im Gegenzug „klare Zeilen, positive Zeilen, Aufsteigerzeilen“ seines Blattes verteidigen und „Absteigern und schlecht gelaunten Gutmenschen“ empfehlen, sich davon fernzuhalten (LVZ-„Aufsteigermagazin der Rasenballer“, Juli 2014, S. 3.). Wer so vorbildlich den Exorzisten darbietet, hat es sich redlich verdient, bei den Heimspielen high-fivend und mit Fanschal um den Hals durch die exquisite Sky-Lounge des Stadions zu stolzieren, während seine Redaktion – angeführt von Chefreporter Guido Schäfer – am nächsten Morgen abermals vom herrlichen, bunten, toleranten, friedlichen fußballerischen Disneyland im Osten vorschwärmt. Auch den letzten Zweiflern rief Red Bull unlängst eindringlich das untrennbare Motto in Erinnerung. Ganzseitig wurde in der 120-jährigen Jubiläumsbroschüre der LVZ (29.10.2014, S. 26.) verkündet: „Die Roten Bullen […] freuen sich darauf, auch in Zukunft gemeinsam Sportgeschichte zu schreiben.“</p>
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		<title>In aller Brieffreundschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Oct 2014 09:11:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Czupalla]]></category>
		<category><![CDATA[Guido Schäfer]]></category>
		<category><![CDATA[LVZ]]></category>
		<category><![CDATA[Metaphern]]></category>
		<category><![CDATA[Niersbach]]></category>
		<category><![CDATA[VfB Leipzig]]></category>
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					<description><![CDATA[Sehr geehrter Herr Niersbach, wieder erreicht Sie ein Brief aus Leipzig, aber keine Angst: Diesmal wird es nicht so rührselig wie beim letzten Mal. Da schrieb Ihnen Michael Czupalla, CDU-Landrat von Nordsachsen, und beklagte sich bitterlich. Über all jene, die das neue Ruhmesblatt unserer Pleißemetropole, den herrlichen Sportverein Rasenballsport Leipzig, so schmählich durch den Dreck &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/10/15/in-aller-brieffreundschaft/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">In aller Brieffreundschaft</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Niersbach,</p>
<p>wieder erreicht Sie ein Brief aus Leipzig, aber keine Angst: Diesmal wird es nicht so rührselig wie beim letzten Mal. Da schrieb Ihnen <a href="http://www.zeit.de/2010/44/S-Landrat" target="_blank">Michael Czupalla</a>, CDU-Landrat von Nordsachsen, und beklagte sich bitterlich. Über all jene, die das neue Ruhmesblatt unserer Pleißemetropole, den herrlichen Sportverein Rasenballsport Leipzig, so schmählich durch den Dreck ziehen. Schlimme Sachen würden da gesungen und überhaupt, alle seien dagegen, und der DFB-Präsident Niersbach solle doch mal was tun.</p>
<p>Czupallas Plan sah zwei Punkte vor. Erstens sollte Niersbach endlich mal durchregieren und nordkoreanische Verhältnisse herstellen: „Ich möchte, dass er Stellung bezieht und der ewigen Diskussion ein Ende bereitet!” Doch keine Peitsche ohne Zuckerbrot. Dieses verfütterte Czupalla an den Gebieter: “Dietrich Mateschitz müsste jeden Tag der <a href="http://www.fanzeit.de/mateschitz-muesste-jeden-tag-der-rote-teppich-ausgerollt-werden/11971" target="_blank">rote Teppich</a> ausgerollt werden”, scharwenzelte der Landrat. Beim Gedanken an sein neues Idol redete er sich regelrecht in Wallung: “Schließlich bildet Herr Mateschitz mit RB Leipzig nicht nur junge Menschen aus, es wird auch vermittelt, was Disziplin ist, wie man sich verhält, was wichtige Werte sind.” RB als Jugendwerkhof, nur mit mehr Sport?<span id="more-338"></span></p>
<p>Doch damit nicht genug. Am Ende wusste man nicht mehr, ob von RB, Frau von der Leyen oder Jesus die Rede war, als Czupalla anregte, über „Strukturen nachzudenken und einen gewissen Schutz für Leute einzubauen, die ihr Geld in Vereine stecken. Das muss nicht der Weisheit letzter Schluss sein, aber der DFB müsste eigentlich dankbar sein, dass jemand Strukturen schafft, sich sozial engagiert, um Familien und Jugendliche kümmert.“</p>
<p><b>Keine Hoffnung ohne Händedruck</b></p>
<p>Da schon Czupalla selbst nicht von Weisheit reden wollte, ignorierten Sie, Herr Niersbach, auch seine Einladung zum Gespräch. Aber immerhin, Sie antworteten. Ihrem Schreiben können wir entnehmen, dass Sie sich Czupallas „Meinung nur anschließen“ können. Die Entwicklung von RB sei „für den Fußball in dieser Stadt (&#8230;) positiv zu bewerten“. Das kann man mit viel gutem Willen noch halbwegs reserviert nennen. Danach aber kommen Sie wieder mit der alten Leier von den Traditionsvereinen, die ihre Chance hatten und sich nun nicht beschweren dürften. Beleg für ihr Argument wird eine Episode von 2003, als sich „die Verantwortlichen von Lokomotive Leipzig und Chemie Leipzig“ nicht einmal die Hand gaben.</p>
<p>Das alles, lieber Herr Niersbach, ist leider ziemlicher Unsinn. Genauer können Sie es natürlich nicht wissen, denn nur einem gewissen Guido Schäfer sind Sie als „<a href="http://www.lvz-online.de/sport/sportbuzzer/rb_leipzig/rb-news/landrat-czupalla-bekommt-in-sachen-rb-leipzig-antwort-von-dfb-chef-niersbach/r-rb-news-a-258691.html" target="_blank">Kenner der speziellen Leipziger Fußball-Landschaft</a>” bekannt. Wären Sie das wirklich, hätten Sie Ihre Zeit sinnvoller verwendet als mit einem Antwortschreiben an Sportfreund Czupalla.</p>
<p>Damit meinen wir gar nicht unbedingt ihr Unverständnis für einen ausbleibenden Händedruck. Klar, wer schon Joseph Blatter die Hand gab, für den kann es in solchen Fällen keine Skrupel geben.</p>
<p><strong>Lokal<del>null</del>fürst Czupalla</strong></p>
<p>Nein, wir denken vor allem an Herrn Czupalla selbst. Der war von 1994 bis 1998 Präsident des VfB Leipzig und damit eines sogenannten Traditionsvereins. In einem Interview fällt Czupalla dazu nur ein: „Ich war mit sehr viel Engagement Mitte der 90er Jahre beim VfB Leipzig aktiv, da waren die Stadien noch in so einem maroden Zustand, dass die Spieler in den Westen gegangen sind.“</p>
<p>Nun, so kann man das sehen. Am maroden Stadion lag es sicherlich auch, dass der Verein nach vier Jahren Czupalla-Präsidentschaft pleite war und in die Regionalliga abstieg. Am Ende hatte der VfB fast <a href="http://www.berliner-zeitung.de/archiv/auch-der-handball-meister-ist-von-der-krise-betroffen-die-zukunft-des-vfb-leipzig-bleibt-ungewiss,10810590,9710510.html" target="_blank">neun Millionen D-Mark Schulden</a> und Czupalla wurde die Entlastung als Präsident verweigert. Sicherlich nur Pech hatte Czupalla auch mit seiner Amtszeit im Aufsichtsrat der Sächsischen Landesbank. Dort saß er von 2006 bis 2007 – justament die Zeit ihrer größten Krise, an deren Ende sie verkauft wurde. Ein echter Experte also, ein Freund des Fußballs durch und durch, ein Ihnen würdiger Brieffreund.</p>
<p>(Auf Geschichten wie <a href="http://www.focus.de/panorama/videos/der-peinlichste-versprecher-des-jahres-sehr-geehrter-herr-hitler-herr-himmler-herr-kittler_id_3878216.html" target="_blank">diese hier</a> wollen gar nicht weiter eingehen.)</p>
<p>Aber mal von Czupalla abgesehen: Die Beschwerden, von denen Sie nebulös schreiben, kommen ja gar nicht (vorrangig) von Leipziger Traditionsvereinen, sondern (auch) von Leuten wie uns. Denen RB einfach ganz grundsätzlich und aus bekannten Gründen gegen den Strich geht. Die nichts gegen untraditionelle Vereine haben, wohl aber was gegen PR-Maschinen wie Red Bull, in denen Czupalla aber nur das Ideal eines Sozialarbeiters sieht.</p>
<p><strong>Logische Folge</strong></p>
<p>Das ist ja das (eigentliche) Elend an RB: Es bringt nicht unbedingt das Beste in den Leuten hier hervor. Die einen verschreiben sich mit Haut und Haaren einem feuchten PR-Traum, als gehe es um sie selbst; die anderen baden sich in ostdeutsch genannten Befindlichkeiten und denken allen Ernstes, die Sache mit RB habe was mit Ost oder West zu tun.</p>
<p>Völlig im Rausch ist ja bekanntlich die lokale Presse, die Ihre Antwort zum erneuten Anlass nimmt, um sich <a href="http://www.lvz-online.de/sport/sportbuzzer/rb_leipzig/rb-news/landrat-czupalla-bekommt-in-sachen-rb-leipzig-antwort-von-dfb-chef-niersbach/r-rb-news-a-258691.html" target="_blank">öffentlich</a> auszuheulen („Czupalla leidet mit, wenn die Roten Bullen durchs Dorf getrieben werden. Und das werden sie.”). Abgesehen davon, dass wir den Autor deutlich abgehärteter gegenüber jeder Form von Kritik in Erinnerung haben, greift er hier auf abenteuerliche Weise in die Metaphern-Kiste: “Der DFB-Chef begrüßt das Erwachen eines schlafenden Riesen”.</p>
<p>Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr, und ist mit ein bisschen Musik und schwarzen Müllsäcken in Auswärtsstadien eigentlich ganz gut bedient. Selbst den <a href="http://rotebrauseblogger.de/presse/presse-14-10-2014/" target="_blank">innigsten Freunden</a> des neuen Leipziger Fußballs wird das zu viel: “Was für ein unseliger und überflüssiger Briefverkehr.”</p>
<p>Aber vielleicht bekommt man das Eine nicht ohne das Andere. Die distanzlose Euphorie einer „wunderbaren Region“ (Niersbach) nicht ohne Karikaturen von Lokalpolitikern, die sich ungefragt verantwortlich fühlen und jämmerliche Schreiben nach Frankfurt schicken. Und den Posten eines DFB-Präsidenten nicht ohne Händedruck mit jedermann und joviale Antwortschreiben.</p>
<p>Da sind wir schließlich wieder ganz bei Ihnen, Herr Niersbach, und sehen – leider – „keine Möglichkeit zum Einschreiten“.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen,</p>
<p>Ihre Zwangsbeglückten.</p>
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		<title>Ergebenheit als Systembestandteil</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jul 2014 08:17:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[handzahm]]></category>
		<category><![CDATA[Bullenfunk]]></category>
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					<description><![CDATA[Neben der betonten Miesepetrigkeit, ungezwungenen und absolut authentischen Marketingvehikeln Fußballfans ihren Spaß am einzig echten TV-Fußball nicht zu gönnen, ist ja eines unserer Hauptmotive, einen Anlaufpunkt für kritische Beobachtungen des Geschäftsgebahrens von RB Leipzig zu bieten &#8211; Warum liefern das eigentlich nicht professionelle lokale Medien wie LVZ &#38; Co.? Weil sie nicht können. Also nicht, &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/07/30/ergebenheit-als-systembestandteil/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Ergebenheit als Systembestandteil</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Neben der betonten Miesepetrigkeit, ungezwungenen und absolut authentischen <del>Marketingvehikeln</del> Fußballfans ihren Spaß am einzig echten TV-Fußball nicht zu gönnen, ist ja eines unserer Hauptmotive, einen Anlaufpunkt für kritische Beobachtungen des Geschäftsgebahrens von RB Leipzig zu bieten &#8211; Warum liefern das eigentlich nicht professionelle lokale Medien wie LVZ &amp; Co.?</p>
<p>Weil sie nicht können. Also nicht, weil sie aufgrund mangelnder journalistischer Qualität nicht <em>könnten</em>. Vielleicht schon eher, weil sie <a title="lesenswerte KREUZER-Story &quot;Ab und zu kommt mal ein Praktikant&quot;" href="http://kreuzer-leipzig.de/2014/07/22/ab-und-zu-kommt-mal-ein-praktikant/" target="_blank">redaktionell kaputt gespart werden</a>. (Der <a title="Interview mit Philipp Köster" href="http://kreuzer-leipzig.de/2014/04/05/rb-ist-mir-sportlich-komplett-wurscht/" target="_blank">KREUZER bringt ja immer mal was</a>, hat als Stadtmagazin in Zeiten von Facebook aber weder die Kapazitäten, noch den redaktionellen Fokus, RB monatlich zu begleiten.) Sie können nicht, weil sich besonders lokale Redaktionen und freie Journalisten eine kritische Haltung gegenüber Profisportfirmen nicht leisten können.<br />
<span id="more-173"></span><br />
Wer das für ein kulturpessimistisches Pauschalurteil hält, sollte sich einfach mal mit den Kollegen und Kolleginnen aus den Redaktionen unterhalten. Wer den Arbeitsalltag von Journalisten im Sportbereich kennt, weiß, dass das nicht zu hoch gegriffen ist. Sportjournalisten sind in doppelter Hinsicht direkt abhängig vom vermeintlichen Objekt ihrer Berichterstattung.</p>
<h3>Zugangskontrolle statt vierter Macht</h3>
<p>Sowohl Fußballjournalisten als auch die Pressesprecher der Bundesligaklubs beschreiben das Verhältnis zwischen Verein und Journalist als eindeutiges Komplementärverhältnis, in dem die Journalisten vom Pressesprecher mehr abhängig sind als umgekehrt. Das ist das <a title="Interview mit Christoph G. Grimmer (Audio)" href="http://www.wwwagner.tv/?p=25451" target="_blank">Ergebnis einer kürzlich erschienen empirischen Studie von Christoph G. Grimmer</a>.</p>
<p>Der Grund dafür ist, dass Vereine keine Journalisten mehr brauchen, um die Öffentlichkeit zu erreichen. Die klubeigenen Medien- &amp; PR-Abteilungen bespielen den Web-Auftritt, die Social Media-Kanäle und das Vereins-TV schneller, intensiver und für den User kostengünstiger als das gute alte Holzmedium. Nicht zuletzt werden exklusive Neuigkeiten vermehrt auf jenen hauseigenen Plattformen verkündet. Jüngstes Beispiel: <a title="Artikel auf fcbayern.de" href="http://www.fcbayern.de/de/news/news/2014/philipp-lahm-ist-ab-sofort-fan-der-nationalmannschaft.php" target="_blank">Philipp Lahms erste Äußerungen nach der Bekanntgabe seines Rücktritts</a> aus der Nationalmannschaft.</p>
<p>Journalisten sind nicht mehr alleinige Gatekeeper zu Öffentlichkeiten, sie stehen in der Schlange im Kampf um Content. Klar, sie bieten in der Regel immer noch einen reizvollen Kontext: Gedrucktes Wort, Glaubwürdigkeit und Authentizität. Aber deswegen sind sie nicht weniger von der Autorisierungspraxis der Vereine abhängig. Und da kommt<a title="Verlagsseite zu &quot;Kooperation oder Kontrolle&quot;" href="http://www.halem-verlag.de/2014/kooperation-oder-kontrolle/" target="_blank"> die oben erwähnte Studie zu einem klaren Schluss</a>: &#8220;Negative Äußerungen führen zu Verstimmung und Ärger&#8221; und gefährden den Zugang zu Spielern und Entscheidern.</p>
<p>Man kann sich ja mal die kleine Stichprobe gönnen und in den lokalen Sportteilen schauen, unter welchen potentiell RB-kritischen Artikeln (wenn überhaupt) Autorenkürzel stehen.</p>
<h3>Die Hand, die einen füttert &#8230;</h3>
<p>Diese einseitige Abhängigkeit beschränkt sich nicht auf den Bereich der Inhalte. Sie geht bis ans Eingemachte. Viele Journalisten können oder wollen es sich im Wortsinne nicht leisten, kritisch über ihren (indirekten) Brötchengeber zu berichten. Und der Graubereich zwischen Gefälligkeiten, Vergünstigungen und wirtschaftlicher Abhängigkeit ist in einem umkämpften Feld wie dem Journalismus größer als geneigte Leser sich das vorstellen mögen.</p>
<p>Beim freien Radioreporter, der auf Honorarbasis den Audiostream von RB (<del>dümmste</del> geilste Marketingidee ever: &#8220;Bullenfunk&#8221;) kommentiert, ist die Sache nur vermeintlich klar. Der wird für eine Dienstleistung eingekauft und hat diese natürlich zur Zufriedenheit des Auftraggebers zu erfüllen. Nur ist es in der wirtschaftlichen Realität dieser Branche eben so, dass derselbe Mensch für andere Stationen auch nach journalistischen Maßgaben über RB berichten soll / muss / darf. Wie sollen &#8220;Freie&#8221; ein vermutlich auf Jahre sicheres Nebeneinkommen mit journalistischer Unabhängigkeit abwiegen?</p>
<p>Gut, vielleicht gelten die Printjournalisten ja deswegen als besonders glaubwürdig. Die haben solche Probleme offenbar nicht. Nein? Klar, manchmal werden sie zu Vereinsveranstaltungen als Moderatoren eingekauft oder dürfen bei der Saisonabschlusssause mitfeiern. Dafür müssen sie sich ihre Interviews &#8211; anders als Livereporter wie Boris Büchler &#8211; autorisieren lassen. Außer der Gebieter will der DFL etwas mitteilen, da werden die entscheidenden Passagen vermutlich sogar erst im Nachgang geschärft.</p>
<p>Spannend wird es allerdings bei der Sonderbeilage &#8220;Rasenballer&#8221;, die die LVZ gestern herausgebracht hat. 48-Seiten zum Saisonstart der Brausekicker, für Abonnenten kostenlos, am Kiosk für 2,90 €. In Zeiten sinkender Auflagen, Anzeigenerlöse und Auslastungen der Druckhäuser sind Sonderbeilagen ein wichtiges Einnahmemittel der Verlage. Das lokale Leben bietet den Anlass (Absolventenfeiern, neue Einkaufspassagen, internationales Dosenunternehmen macht Marketing), die ohnehin schon bezahlten Zeitungsredakteure schrubben Texte und kleinere bis mittlere Firmen hängen sich neben dem Hauptauftraggeber noch mit Anzeigen dran.</p>
<p>Welche Unterstützung auch immer aus Fuschl am See dieser und ebenso früherer LVZ-Beilagen zugekommen sein könnte: Ein Bundesligist nährt zuallererst immer die lokale berichtende Zunft.</p>
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