<br />
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	<title>Journalismus &#8211; zwangsbeglückt</title>
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	<description>Ein RB-Leipzig-Protokoll</description>
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		<title>Erwartungshaltung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Aug 2019 13:41:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zugegeben, hin und wieder stellen wir uns selbst die Frage, warum wir Rasenballsport Leipzig kritisch begleiten. Viel öfter freilich fragen uns andere, was wir denn gegen RB hätten, &#8220;die anderen&#8221; würden ja auch viel Geld in den Profifußball stecken. Die Standardsituationen solcher Gespräche haben wir ja schon in Ruhe aufgeschrieben (1, 2, 3). Außerdem erfordert &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2019/08/18/erwartungshaltung/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Erwartungshaltung</span> weiterlesen</a>]]></description>
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<p>Zugegeben, hin und wieder stellen wir uns selbst die Frage, warum wir Rasenballsport Leipzig kritisch begleiten. Viel öfter freilich fragen uns andere, was wir denn gegen RB hätten, &#8220;die anderen&#8221; würden ja auch viel Geld in den Profifußball stecken. Die Standardsituationen solcher Gespräche haben wir ja schon in Ruhe aufgeschrieben (<a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/09/04/standardsituationen-der-rb-affirmation-1/">1</a>, <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/09/16/standardsituationen-der-rb-affirmation-2/">2</a>, <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/10/28/standardsituationen-der-rb-affirmation-3/">3</a>). Außerdem erfordert es ja tatsächlich eine gewisse Anstrengung, etwas genauer zu verfolgen, das einem eigentlich widerstrebt.</p>



<p>Und dann geschieht etwas, das in seiner Absurdität verdeutlicht, was durch das Auftreten von RB Leipzig vor Ort, in der Bundesliga und seiner Normalisierung in der Berichterstattung schon alles verrutscht ist. Und damit auch, warum es eben nötig ist, genau hinzuschauen und zu reflektieren, was da eigentlich passiert. Aber von vorn.</p>



<span id="more-1284"></span>



<h2>Sky-Reporterin berichtet im RB-Trikot</h2>



<p>Die Geschehnisse um die Sky-Reporterin Sylvia Walker im Juli sind an sich schon so irrwitzig wie die Handlungsstränge einer Reality-Seifenoper auf RTL II, weswegen sie zunächst wertfrei wiedergegeben werden sollen.</p>



<p>Für ihren Arbeitgeber Sky moderierte Walker einen Bericht über das RB-Trainingszentrum am Cottaweg und trug dabei ein Trikot mit eigens für sie angefertigter Beflockung. Davon teilte sie ein (mittlerweile gelöschtes) Bild mit ihren 55.000 Instagram-Follower_innen.</p>



<figure class="wp-block-image"><img width="600" height="1024" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram-600x1024.png" alt="" class="wp-image-1285" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram-600x1024.png 600w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram-176x300.png 176w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram.png 648w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>



<p>In den Kommentaren fragte Nutzer auefans_rheinmain, ob das mit neutraler Berichterstattung vereinbar sei. Walker antwortete darunter:</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" width="540" height="526" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram2.png" alt="" class="wp-image-1286" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram2.png 540w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram2-300x292.png 300w" sizes="(max-width: 540px) 100vw, 540px" /></figure>



<p>Doch mit ihrem Verweis auf journalistische Standards (dazu unten mehr) war es nicht getan. Sie schrieb einem weiteren Nutzer, der den Kommentar von auefans_rheinmain geliked hatte, eine persönliche Nachricht, und fragte ihn nach dessen Gründen für die Zustimmung zum Kommentar.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" width="322" height="130" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram3.png" alt="" class="wp-image-1287" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram3.png 322w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram3-300x121.png 300w" sizes="(max-width: 322px) 100vw, 322px" /></figure>



<p>Der betreffende Nutzer Cem a.k.a. bbrokeforever nahm sich die Zeit und schrieb ihr durchaus ausführlich zurück:</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" width="304" height="496" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram4.png" alt="" class="wp-image-1288" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram4.png 304w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2019/08/walker_instagram4-184x300.png 184w" sizes="(max-width: 304px) 100vw, 304px" /></figure>



<p>Woraufhin Walker dem Nutzer eine Sprachnachricht schickte, in der sie ihm antwortete:</p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Also wenn man so negativ schreibt, muss ich dir jetzt auch eine Nachricht hinterlassen, denn ich find es unglaublich. Denn zum einen, weiß ich nicht, hast Du glaube ich nie kapiert, was Fußball eigentlich bedeutet: Leidenschaft, Spaß, Spiel, Sport, Disziplin, und da geht es wirklich um was. Und du beleidigst einen Verein – und für mich ist es ein Verein &#8211; denn die haben bewiesen, dass sie mit ordentlich Geld auch was anfangen können. Sie haben einen tollen Plan, sie haben tolle Leute am Start, die das auch alles managen, zum Beispiel, wo ich auch war, in diesem Trainingstrakt. Da weißt Du, was dahinter steckt, und nicht nur einfach Dosen- und Retortenverein. Du solltest Dich eigentlich schämen, so negativ darüber zu sprechen. Und ich wünsch Dir auch noch nen schönen Abend, weil für mich hat das mit Instagram-Likes überhaupt nichts zu tun, Du gehst mir eigentlich am Arsch vorbei, weil interessieren tust Du mich nicht, wenn Du so die Leute beleidigst und gleich verurteilst. Ich wünsch Dir nen schönen Tag und ich hoffe, dass Du nicht so frustriert bist, wie es hier in dieser Nachricht rüberkommt.</p><cite>Sprachnachricht von Sylvia Walker</cite></blockquote>



<p>Öffentlich wurde der zweite Teil der Konversation, als der angeschriebene Instagram-Nutzer diese auf Twitter veröffentlichte.</p>



<h2>Verschobene Wahrnehmung</h2>



<p>An diesem Austausch, der – mit Ausnahme der abgewogenen Antwort von Cem – so auch aus der WhatsApp-Gruppe einer siebten Klasse kommen könnte, ließe sich jetzt vieles aufspießen. Festgehalten werden sollte jedenfalls der offensichtlichste Widerspruch, dass Frau Walker den &#8220;Likes&#8221; auf einem kritischen Kommentar in ihrem Instagram-Profil hinterher recherchiert, um anschließend zu behaupten, das gehe ihr am Arsch vorbei.</p>



<p>Im größeren Bild gesehen, zeigt sich daran die hier auch schon vor fünf Jahren angesprochene <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/07/30/ergebenheit-als-systembestandteil/">Verzerrung in der Sportberichterstattung</a>: Walker beruft sich auf journalistische Standards, während sie ein Unterhaltungsprodukt für den Rechteinhaber präsentiert. Ihre Instagram-Recherche stellt die journalistische Hartnäckigkeit von Sky Sport News HD bei weitem in den Schatten.</p>



<p>Darüber hinaus kann man sich natürlich fragen, aus welcher Geisteshaltung heraus das angeblich so überlegene Konstrukt RB Leipzig (Die haben einen Plan!) immer so immens – und auffallend inhaltsschwach – verteidigt werden muss. Auch in diesem Aspekt ist Walkers Sprachnachricht, gerade weil sie beiläufig hingeätzt ist, symptomatisch für die Beleidigteleberwurstigkeit der Vereinsspitzen und vieler Anhänger_innen.</p>



<p>Schließlich ist RBL sicher nicht der erste Verein, bei dem Berichterstatter in Fankleidung gehüllt werden. Aber wohl der erste, bei dem das nicht das Absurdeste an der Geschichte ist.</p>
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		<title>Ergebenheit als Systembestandteil</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jul 2014 08:17:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[handzahm]]></category>
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					<description><![CDATA[Neben der betonten Miesepetrigkeit, ungezwungenen und absolut authentischen Marketingvehikeln Fußballfans ihren Spaß am einzig echten TV-Fußball nicht zu gönnen, ist ja eines unserer Hauptmotive, einen Anlaufpunkt für kritische Beobachtungen des Geschäftsgebahrens von RB Leipzig zu bieten &#8211; Warum liefern das eigentlich nicht professionelle lokale Medien wie LVZ &#38; Co.? Weil sie nicht können. Also nicht, &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/07/30/ergebenheit-als-systembestandteil/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Ergebenheit als Systembestandteil</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Neben der betonten Miesepetrigkeit, ungezwungenen und absolut authentischen <del>Marketingvehikeln</del> Fußballfans ihren Spaß am einzig echten TV-Fußball nicht zu gönnen, ist ja eines unserer Hauptmotive, einen Anlaufpunkt für kritische Beobachtungen des Geschäftsgebahrens von RB Leipzig zu bieten &#8211; Warum liefern das eigentlich nicht professionelle lokale Medien wie LVZ &amp; Co.?</p>
<p>Weil sie nicht können. Also nicht, weil sie aufgrund mangelnder journalistischer Qualität nicht <em>könnten</em>. Vielleicht schon eher, weil sie <a title="lesenswerte KREUZER-Story &quot;Ab und zu kommt mal ein Praktikant&quot;" href="http://kreuzer-leipzig.de/2014/07/22/ab-und-zu-kommt-mal-ein-praktikant/" target="_blank">redaktionell kaputt gespart werden</a>. (Der <a title="Interview mit Philipp Köster" href="http://kreuzer-leipzig.de/2014/04/05/rb-ist-mir-sportlich-komplett-wurscht/" target="_blank">KREUZER bringt ja immer mal was</a>, hat als Stadtmagazin in Zeiten von Facebook aber weder die Kapazitäten, noch den redaktionellen Fokus, RB monatlich zu begleiten.) Sie können nicht, weil sich besonders lokale Redaktionen und freie Journalisten eine kritische Haltung gegenüber Profisportfirmen nicht leisten können.<br />
<span id="more-173"></span><br />
Wer das für ein kulturpessimistisches Pauschalurteil hält, sollte sich einfach mal mit den Kollegen und Kolleginnen aus den Redaktionen unterhalten. Wer den Arbeitsalltag von Journalisten im Sportbereich kennt, weiß, dass das nicht zu hoch gegriffen ist. Sportjournalisten sind in doppelter Hinsicht direkt abhängig vom vermeintlichen Objekt ihrer Berichterstattung.</p>
<h3>Zugangskontrolle statt vierter Macht</h3>
<p>Sowohl Fußballjournalisten als auch die Pressesprecher der Bundesligaklubs beschreiben das Verhältnis zwischen Verein und Journalist als eindeutiges Komplementärverhältnis, in dem die Journalisten vom Pressesprecher mehr abhängig sind als umgekehrt. Das ist das <a title="Interview mit Christoph G. Grimmer (Audio)" href="http://www.wwwagner.tv/?p=25451" target="_blank">Ergebnis einer kürzlich erschienen empirischen Studie von Christoph G. Grimmer</a>.</p>
<p>Der Grund dafür ist, dass Vereine keine Journalisten mehr brauchen, um die Öffentlichkeit zu erreichen. Die klubeigenen Medien- &amp; PR-Abteilungen bespielen den Web-Auftritt, die Social Media-Kanäle und das Vereins-TV schneller, intensiver und für den User kostengünstiger als das gute alte Holzmedium. Nicht zuletzt werden exklusive Neuigkeiten vermehrt auf jenen hauseigenen Plattformen verkündet. Jüngstes Beispiel: <a title="Artikel auf fcbayern.de" href="http://www.fcbayern.de/de/news/news/2014/philipp-lahm-ist-ab-sofort-fan-der-nationalmannschaft.php" target="_blank">Philipp Lahms erste Äußerungen nach der Bekanntgabe seines Rücktritts</a> aus der Nationalmannschaft.</p>
<p>Journalisten sind nicht mehr alleinige Gatekeeper zu Öffentlichkeiten, sie stehen in der Schlange im Kampf um Content. Klar, sie bieten in der Regel immer noch einen reizvollen Kontext: Gedrucktes Wort, Glaubwürdigkeit und Authentizität. Aber deswegen sind sie nicht weniger von der Autorisierungspraxis der Vereine abhängig. Und da kommt<a title="Verlagsseite zu &quot;Kooperation oder Kontrolle&quot;" href="http://www.halem-verlag.de/2014/kooperation-oder-kontrolle/" target="_blank"> die oben erwähnte Studie zu einem klaren Schluss</a>: &#8220;Negative Äußerungen führen zu Verstimmung und Ärger&#8221; und gefährden den Zugang zu Spielern und Entscheidern.</p>
<p>Man kann sich ja mal die kleine Stichprobe gönnen und in den lokalen Sportteilen schauen, unter welchen potentiell RB-kritischen Artikeln (wenn überhaupt) Autorenkürzel stehen.</p>
<h3>Die Hand, die einen füttert &#8230;</h3>
<p>Diese einseitige Abhängigkeit beschränkt sich nicht auf den Bereich der Inhalte. Sie geht bis ans Eingemachte. Viele Journalisten können oder wollen es sich im Wortsinne nicht leisten, kritisch über ihren (indirekten) Brötchengeber zu berichten. Und der Graubereich zwischen Gefälligkeiten, Vergünstigungen und wirtschaftlicher Abhängigkeit ist in einem umkämpften Feld wie dem Journalismus größer als geneigte Leser sich das vorstellen mögen.</p>
<p>Beim freien Radioreporter, der auf Honorarbasis den Audiostream von RB (<del>dümmste</del> geilste Marketingidee ever: &#8220;Bullenfunk&#8221;) kommentiert, ist die Sache nur vermeintlich klar. Der wird für eine Dienstleistung eingekauft und hat diese natürlich zur Zufriedenheit des Auftraggebers zu erfüllen. Nur ist es in der wirtschaftlichen Realität dieser Branche eben so, dass derselbe Mensch für andere Stationen auch nach journalistischen Maßgaben über RB berichten soll / muss / darf. Wie sollen &#8220;Freie&#8221; ein vermutlich auf Jahre sicheres Nebeneinkommen mit journalistischer Unabhängigkeit abwiegen?</p>
<p>Gut, vielleicht gelten die Printjournalisten ja deswegen als besonders glaubwürdig. Die haben solche Probleme offenbar nicht. Nein? Klar, manchmal werden sie zu Vereinsveranstaltungen als Moderatoren eingekauft oder dürfen bei der Saisonabschlusssause mitfeiern. Dafür müssen sie sich ihre Interviews &#8211; anders als Livereporter wie Boris Büchler &#8211; autorisieren lassen. Außer der Gebieter will der DFL etwas mitteilen, da werden die entscheidenden Passagen vermutlich sogar erst im Nachgang geschärft.</p>
<p>Spannend wird es allerdings bei der Sonderbeilage &#8220;Rasenballer&#8221;, die die LVZ gestern herausgebracht hat. 48-Seiten zum Saisonstart der Brausekicker, für Abonnenten kostenlos, am Kiosk für 2,90 €. In Zeiten sinkender Auflagen, Anzeigenerlöse und Auslastungen der Druckhäuser sind Sonderbeilagen ein wichtiges Einnahmemittel der Verlage. Das lokale Leben bietet den Anlass (Absolventenfeiern, neue Einkaufspassagen, internationales Dosenunternehmen macht Marketing), die ohnehin schon bezahlten Zeitungsredakteure schrubben Texte und kleinere bis mittlere Firmen hängen sich neben dem Hauptauftraggeber noch mit Anzeigen dran.</p>
<p>Welche Unterstützung auch immer aus Fuschl am See dieser und ebenso früherer LVZ-Beilagen zugekommen sein könnte: Ein Bundesligist nährt zuallererst immer die lokale berichtende Zunft.</p>
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