<br />
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	<title>DDR &#8211; zwangsbeglückt</title>
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	<description>Ein RB-Leipzig-Protokoll</description>
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		<title>BSG Motor Ostdeutschland</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2016 10:06:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wir denken ja immer: Schlimmer wird’s nicht. Und dann kommt, und in letzter Zeit passiert das immer häufiger, die ZEIT. Über die RB-Berichterstattung der LVZ lohnt ja kaum noch ein Wort. Aber offensichtlich ist es auch der Chefetage des Hamburger Wochenblattes egal, welches intellektuelle Niveau in der ZEIT im Osten-Redaktion unterschritten wird. Und so dürfen &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2016/11/25/bsg-motor-ostdeutschland/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">BSG Motor Ostdeutschland</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir denken ja immer: Schlimmer wird’s nicht. Und dann kommt, und in letzter Zeit passiert das immer häufiger, die ZEIT. Über die RB-Berichterstattung der LVZ lohnt ja kaum noch ein Wort. Aber offensichtlich ist es auch der Chefetage des Hamburger Wochenblattes egal, welches intellektuelle Niveau in der ZEIT im Osten-Redaktion unterschritten wird. Und so dürfen die Fanboys um Martin Machowecz eben machen, was sie wollen. <a href="http://www.zeit.de/2016/49/rb-leipzig-fussball-bundesliga-tabelle" target="_blank">In dieser Woche</a>: Elf (diese Symbolik!) mehr oder minder prominente oder wichtige Menschen in oder aus Ostdeutschland dürfen ihren Senf zur <span style="text-decoration: line-through;">Mondlandung</span> der Tabellenführung von RB abgeben.</p>
<p><span id="more-871"></span></p>
<p>Man lernt beim Lesen eine Menge über Identifikation. Und über Glauben. Denn geglaubt wird von den Befragten sehr viel, und deshalb funktioniert es auch mit der Identifikation. Beispiele gefällig?</p>
<h4>Über Glauben</h4>
<p>Charly Hübner glaubt, dass RB „allen hier Selbstbewusstsein“ gibt. Jana Hensel glaubt ihre Tagträume vom Aufstieg des Ostens in Erfüllung gehen zu sehen, und als Erklärung für ihre eigene Verzückung schiebt sie gleich nach: „natürlich brauchen wir Helden“. Felix Dachsel glaubt noch doller als zuvor an den Hipstertraum von Hypezig: „Wildheit, Anmut, Altbau und günstiges Bier“. Anne Hähnig glaubt ganz fest daran, dass RB eine „Form von Ostemanzipation“ darstellt. Cathrin Gilbert glaubt an das „Wunder“, dass RB „die Bayern mit einem viel kleineren Etat überholt“ hat. Und OBM Jung glaubt daran, dass RB „auf Nachwuchsarbeit und Teamgeist“ setzt.</p>
<figure id="attachment_886" aria-describedby="caption-attachment-886" style="width: 660px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/5671120311_0ccd92e30d_o.jpg"><img class="size-large wp-image-886" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/5671120311_0ccd92e30d_o-843x1024.jpg" alt="" width="660" height="802" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/5671120311_0ccd92e30d_o-843x1024.jpg 843w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/5671120311_0ccd92e30d_o-247x300.jpg 247w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/5671120311_0ccd92e30d_o-768x932.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/5671120311_0ccd92e30d_o.jpg 1635w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a><figcaption id="caption-attachment-886" class="wp-caption-text">Foto: Doris-S &amp; Jerry Bautisa Jr. / CC BY 2.0</figcaption></figure>
<p>Noch Nerven? Weiter: Ein Wirtschaftspsychologe (!) von der HHL glaubt in RB einen „fast postmodernen“ Verein zu sehen, „offen für alle Klassen und Schichten, für Neureiche wie für Arme“. Eine Politikerin der LINKEN glaubt im Stadion noch nie „rassistischen Unsinn“ [sic! vgl. <a href="http://www.faszination-fankurve.de/index.php?head=Antisemitische-Rufe-aus-RB-Leipzig-Fanblock&amp;folder=sites&amp;site=news_detail&amp;news_id=9017" target="_blank">1</a>, <a href="https://www.chronikle.org/ereignis/antisemitische-%C3%A4u%C3%9Ferungen-rb-fans" target="_blank">2</a>, <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/fans-von-rb-leipzig-fallen-durch-antisemitische-rufe-auf-a-1020513.html" target="_blank">3</a>] gehört zu haben; die „Leute sind aufmerksam“. Und der Politikprofessor glaubt, es sei „nur gerecht, dass die Sachsen nicht mehr durch halb Deutschland fahren müssen“.</p>
<p>Das alles ist natürlich Wahnsinn. Nur zur Erinnerung: Um ein Haar wäre RB in <a href="https://www.welt.de/sport/fussball/2-bundesliga/article140232412/Red-Bull-wollte-den-FC-St-Pauli-kaufen.html" target="_blank">Hamburg</a>, <a href="http://www.tz.de/sport/1860-muenchen/red-bull-hatte-1860-muenchen-visier-4955282.html" target="_blank">München</a> oder Düsseldorf gelandet („Ihr steht doch auch für Coolness, Party, feiern und so“). Mehr oder minder Zufall. Mit dem Osten hat das nichts zu tun. Außer mit dem Umstand, dass man gerade hier mit einer Menge Menschen rechnen konnte, denen so ziemlich alles egal ist. Hauptsache sie bekommen endlich wieder etwas geboten, wovon sie glaubten, darauf einen Anspruch zu haben. Oder genügend Menschen wie Jana Hensel, die sich schlichtweg unterrepräsentiert fühlten, wenn sie den Namen ihrer Heimatstadt im Ausland nicht im Sportteil finden.</p>
<h4>Endlich wieder selbstbewusst sein dürfen</h4>
<p>Und offensichtlich funktioniert das auch. Dauernd ist in den elf Wortmeldungen die Rede von „dem Osten“, der jetzt durch RB repräsentiert würde, oder gleich von „uns Ossis“ (Hähnig) oder „wir, in Leipzig“ (Neuhaus-Wartenberg). Den Vogel schießt hierbei wieder Machowecz ab, der so komplett in Ost-West-Kategorien denkt, dass man meint, einen Artikel aus den frühen 1990ern erwischt zu haben. Da agiert die ganze Zeit „der Osten“, als gäbe es ihn in Person. Nah dran ist auch Charly Hübner, der &#8220;erst kürzlich&#8221; auch mal Leipzig &#8220;besucht&#8221; habe und nun klar urteilen kann: &#8220;In Zeiten wie diesen, gibt das allen hier Selbstbewusstsein.&#8221; Wie viel weniger Bezug zur Materie kann man eigentlich noch zum Ausdruck bringen?</p>
<p>Sicherlich: Mit Glauben hat man es im Fußball nicht nur bei RB zu tun. Aber das Ausmaß, in dem man hier bereit ist etwas zu sehen, wofür es überschaubar viele Anzeichen gibt, ist schon sehr beachtlich.</p>
<p>Und mal abgesehen von der Grundfrage, was eigentlich dieser Kollektivakteur „der Osten“ sein soll und wer bei RB ihn repräsentiert (Mateschitz? Rangnick? Hasenhüttl? Mintzlaff?), ist es schon wirklich beachtlich, wieviel jetzt in dieses Projekt projiziert wird und wie sehr man sich von jeder halbwegs distanzierten Beobachtung auch bei der ZEIT verabschiedet hat. Bezeichnendes Detail: Der einzige Link zu potentiell kritischen Stimmen führt zum <a href="http://www.zeit.de/sport/2016-09/rb-leipzig-bundesliga-traditionsvereine" target="_blank">Eilenberger-Artikel</a> „Wer Red Bull hasst, hasst sich selbst“, der viel über Eilenbergers Weltsicht, wenig aber über sinnvolle Argumente gegen RB beinhaltet.</p>
<h4>Sehnsucht nach dem Kollektiv: &#8220;In Zeiten wie diesen&#8221;</h4>
<p>Nur zur Klarstellung: Wir haben uns nicht nach einem (anderen) Ostverein gesehnt und sind jetzt nur mit RB unzufrieden. Wir finden schon die Idee eines Ost-Klubs generell zum Lachen, und dass sogar die ZEIT solchen Kollektiv-Fantasien hinterher rennt, sagt einiges über die Faszination solcher Ideen. Aber das Geilste ist wirklich, dass jetzt RB die Verwirklichung dieses Gespinstes sein soll, eine BSG DDR gewissermaßen, oder: Motor Ostzone.</p>
<figure id="attachment_885" aria-describedby="caption-attachment-885" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/Bundesarchiv_Bild_183-Z0411-051_Berlin_X._SED-Parteitag.jpg"><img loading="lazy" class="size-full wp-image-885" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/Bundesarchiv_Bild_183-Z0411-051_Berlin_X._SED-Parteitag.jpg" alt="" width="800" height="567" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/Bundesarchiv_Bild_183-Z0411-051_Berlin_X._SED-Parteitag.jpg 800w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/Bundesarchiv_Bild_183-Z0411-051_Berlin_X._SED-Parteitag-300x213.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/Bundesarchiv_Bild_183-Z0411-051_Berlin_X._SED-Parteitag-768x544.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-885" class="wp-caption-text">Foto: Bundesarchiv, Bild 183-Z0411-051 / Mittelstädt, Rainer / CC-BY-SA 3.0</figcaption></figure>
<p>Man kann am Beispiel von RB viel darüber lernen, wie sehr manchen Leuten offenbar die Identifikation mit einem Verein wichtig ist, um Fußball mit Interesse und Spaß ansehen zu können. Und dass es dann nicht nur zweitrangig, sondern komplett egal ist, ob und wieviel dieser Verein mit der Stadt tatsächlich zu tun hat.</p>
<p>Aber spätestens jetzt hat der große <a href="https://twitter.com/schfer_g/status/801734099916521472" target="_blank">Guido Schäfer</a> schon Recht mit seiner Diagnose, dass „die großen Zeitungen“ das Thema RB schon lange nicht mehr diskutieren würden. Vermutlich wollte er damit seine LVZ in eine Reihe mit der ZEIT stellen. Vermutlich aber läuft es gerade andersherum: Die ZEIT ist endgültig auf Lokalpostillen-Niveau angekommen.</p>
<p>Nur um Charly Hübner ist es ein wenig schade.</p>
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		<title>Schlussstrich statt Verantwortung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Aug 2014 13:28:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[konzernintern]]></category>
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					<description><![CDATA[Red Bull ist auf Erfolg programmiert. Wirtschaftlich sowieso bei einer Differenz von 1,80 Euro zwischen Herstellungs- und Abgabepreis der Brause. Sportlich aber ebenso, da wird nichts dem Zufall überlassen. Die neulich schon einmal angedeutete Verwandtschaft zu einem anderen, strikt auf Erfolg gedrillten Sportsystem ist nicht nur geistiger Art: Im Red Bull Sportimperium ist der oberste &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/08/26/schlussstrich-statt-verantwortung/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Schlussstrich statt Verantwortung</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Red Bull ist auf Erfolg programmiert. Wirtschaftlich sowieso bei einer Differenz von 1,80 Euro zwischen Herstellungs- und Abgabepreis der Brause. Sportlich aber ebenso, da wird nichts dem Zufall überlassen. Die <a href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/08/16/anachronismen/" target="_blank">neulich schon einmal angedeutete Verwandtschaft</a> zu einem anderen, strikt auf Erfolg gedrillten Sportsystem ist nicht nur geistiger Art: Im Red Bull Sportimperium ist der oberste Leistungsdiagnostiker ein verurteilter DDR-Dopingarzt.</p>
<p>Bernd Pansold hat in Österreich den schönen Beinamen &#8220;Laktaktpapst&#8221;, weil er das konzerneigene <a href="http://www.salzburg.com/wiki/index.php/Trainingszentrum_Thalgau" target="_blank">Diagnostik- und Trainingszentrum von Red Bull im österreichischen Thalgau</a> leitet. Über das Jahr machen dort alle Red Bull-Athleten &#8211; von Lindsey Vonn bis Sebastian Vettel &#8211; Leistungstests. Pansold ist der uneingeschränkte Chef mit Weisungsbefugnissen bis in das sportliche Tagesgeschäft (s.u.).<br />
<span id="more-259"></span></p>
<p>Ob Pansold zu DDR-Zeiten einen Spitznamen hatte ist nicht bekannt. Es wäre allerdings nicht übertrieben, ihn &#8220;Dopingpapst von Berlin&#8221; zu nennen. Der promovierte Mediziner war, <a href="http://www.berliner-zeitung.de/archiv/aus-den-stasi-akten-des-sportmediziners-bernd-pansold-von--hirnhormonen--und--kriminellen-vergehen-,10810590,9420220.html" target="_blank">wie Stasi-Unterlagen belegen</a>, ab den 1970ern Jahren für den Auf- und Ausbau einer sportartenübergreifenden medizinischen Dopinginfrastruktur in Berlin zuständig. In seinen Zuständigkeitsbereich fiel die gesamte Abwicklung des Dopings (Rezepte ausstellen, Pläne erstellen, rangniedrigere Ärzte anweisen, Effekte kontrollieren), die in die militärische Organisationsstruktur des Polizeisportvereins Dynamo eingebettet war.</p>
<p>Dass der heute 72-Jährige 1998 vom Landgericht Berlin der vorsätzlichen Beihilfe zur Körperverletzung an Minderjährigen in neun Fällen für schuldig befunden wurde, war letztendlich ein symbolisches Urteil und kann nicht als Aufarbeitung seiner übergeordneten Rolle im Staatsdoping verstanden werden.</p>
<p>Pansold ist also ein hochgradig belasteter Angestellter. Weswegen die prominenten Athleten aus dem Red Bull-Sportmarketing auch häufig betonen, zwar in Thalgau gewesen zu sein, aber nicht mit Pansold zusammenzuarbeiten. Auch der Gebieter ist <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/red-bull-chef-der-steirische-zeus-1.887870-2" target="_blank">höchst erzürnt, wenn man auf Pansolds Vergangenheit anspricht</a>.</p>
<p>Gut, aber das wusste man im Konzern, als man im Jahr 2008 das Trainingszentrum in Thalgau ausbaute und ihn zuvor zu dessen Leiter berief. Und ihn mit Kompetenzen ausstattete, die ähnlich sportartenübergreifend und systematisch gestaltet sind, wie bei seiner einstigen Dopingtätigkeit.</p>
<p>Was passiert, wenn man den trainingsdiagnostischen Erkenntnissen der medizinischen Abteilung nicht Folge leistet, erfuhr Ricardo Moniz 2012. Der damalige Trainer der Salzburger Fußballfiliale trat nach <a href="http://derstandard.at/1338559410929/Abgang-Moniz-als-Salzburg-Trainer-zurueckgetreten" target="_blank">&#8220;Meinungsverschiedenheiten&#8221;</a> rund um die Leistungstests in der Saisonvorbereitung zurück. Moniz konnte in der Vorbereitung auf 2012/2013 zwar ohnehin als &#8220;lame duck&#8221; angesehen werden. Dass er aber zurücktrat, weil er aus &#8220;professionellen Gründen&#8221; nicht hinnehmen konnte, dass ihm das Training diktiert wird, zeigt den Einfluss der Leistungsdiagnostik auf die Fußballabteilung.</p>
<p>Natürlich <del datetime="2014-08-27T07:37:28+00:00">fahren</del> fuhren auch die Leipziger Fußballer regelmäßig nach Thalgau. Von 2009 bis 2011 sowohl im Winter, als auch im August, jeweils im Rahmen der Saisonvorbereitung. Damals fuhr Pansold auch nach Leipzig, um die Traningslager und Messungen selbst vorzubereiten. Mittlerweile finden sich keine Berichte über eine direkte Betreuung mehr. Was nichts daran ändert, dass Pansold weiterhin oberster medizinischer Angestellter bei Red Bull und damit auch für Leistungsdiagnostik und Trainingspläne der Leipziger Filale das letzte Wort hat.(Update 27.08. nach <a href="https://twitter.com/rotebrauseblog/status/504522552266739712" target="_blank">Hinweis vom rotebrauseblogger</a>)</p>
<p>Journalisten, die Red Bull-Sportler zu Thalgau und Pansold befragen wollen, stoßen <a href="http://derstandard.at/1339638237619/Chefdiagnostiker-Red-Bull-der-Fussball-und-die-Medizin" target="_blank">&#8220;immer wieder auf eine Mauer des Schweigens&#8221;</a>. Es ist sogar von Verschwiegenheitserklärungen die Rede, die zu unterschreiben waren. Man will die Aufmerksamkeit um das Thema eben eindämmen und den Mann in Ruhe arbeiten lassen. Alles andere seien alte Geschichten.</p>
<p>Wenn der <a href="http://rotebrauseblogger.de/2012/06/13/der-abgang-des-ricardo-moniz-und-die-moglichen-auswirkungen/" target="_blank">rotebrausblogger</a> stellvertretend für diese Argumentation 2012 schreibt &#8220;Beurteile eine aktuelle Leistung aber nie unter der Schablone verbüßter Taten!&#8221;, kann man nur zwei Dinge antworten:</p>
<p>Bernd Pansold hat mit der Geldstrafe mit Sicherheit nicht für das <em>gebüßt</em>, was er unwissenden Kindern und Jugendlichen angetan hat. Erst recht ist er nicht für seine führende Rolle in beinahe zwei Jahrzehnten Staatsdoping verurteilt worden, sondern nur für neun Fälle. (Und auch zu diesen hat er sich nie geäußert. Aber gut, Buße braucht keine Entschuldigung.) Er ist weiterhin ein in leitender Funktion tätiger Arzt &#8211; obwohl er im Dienste eines totalitären Systems systematisch gegen den hippokratischen Eid verstoßen hat.</p>
<p>&#8220;Aktuelle Leistungen&#8221; Pansolds sind ja ohnehin schwer einzuschätzen (s.o.). Entscheidend ist vielmehr, dass sich in Mateschitz&#8217; Forderung, endlich &#8220;einen Schlussstrich&#8221; zu ziehen, eine kompromisslose Orientierung auf <del>Marketingerfolge</del> den sportlichen Erfolg zeigt. Wenn ein Sportverein bei seiner Arbeit bereit ist, so eine Geschichte wie die von Bernd Pansold auszublenden, um mit ihm seine ambitionierten Zukunftspläne umzusetzen, hat dies wenig mit einer generösen Haltung und Vergebung zu tun. Stattdessen zeigt dies ein mindestens ambivalentes Verhältnis zur Vergangenheit. Verantwortungsvoll ist es in keinem Fall.</p>
<p>Gemacht wird bei RB eben alles, was dem Projekt nützlich scheint und nicht offenkundig illegal ist. Diese ausschließliche Orientierung am sportlichen Erfolg ist in der Tat eine interessante Verbindung zu alten DDR-Sporteliten. Von denen befürworten ja nicht wenige die Existenz von RB Leipzig. Vielen war es eben schon immer egal, woher das Geld kam und was damit gemacht wurde. Hauptsache vorn dabei.</p>
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