<br />
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	<title>Salzburg &#8211; zwangsbeglückt</title>
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	<description>Ein RB-Leipzig-Protokoll</description>
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		<title>Brüder zur Sonne, zur Brause!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jaygopp]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 May 2015 22:19:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Schon Kain und sein Geschwisteropfer Abel oder Friedrich Schiller, der Karl und Franz Moor bis zum bitteren Ende des Jüngeren aufeinander losgehen ließ, wussten: Freunde kann man sich aussuchen, seine Familie leider nicht. Diese schmerzliche Erkenntnis muss unlängst auch Salzburger Anhängern, denen der Spitzenreiter des österreichischen Rasenballsports zweifellos am Herzen zu liegen scheint, gekommen sein. &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2015/05/11/bruder-zur-sonne-zur-brause/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Brüder zur Sonne, zur Brause!</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schon Kain und sein Geschwisteropfer Abel oder Friedrich Schiller, der Karl und Franz Moor bis zum bitteren Ende des Jüngeren aufeinander losgehen ließ, wussten: Freunde kann man sich aussuchen, seine Familie leider nicht. Diese schmerzliche Erkenntnis muss unlängst auch Salzburger Anhängern, denen der Spitzenreiter des österreichischen Rasenballsports zweifellos am Herzen zu liegen scheint, gekommen sein. Wie der <a href="http://kurier.at/sport/fussball/zwietracht-in-der-red-bull-familie-salzburg-fans-beschimpfen-rb-leipzig/127.775.092#.VUE2hLBid00.twitter" target="_blank">österreichische Kurier </a>berichtete, hallten während des nationalen Pokalhalbfinales am letzten Aprildienstag urplötzlich gerade in Sportstadien gemeinhin bekannte Fäkalvokabeln durchs weite Rund.</p>
<p><span id="more-500"></span><br />
Doch weder an das Schiedsrichtergespann noch die Sympathisanten des Underdog-Kontrahenten war der Furor aus dem Salzburger Fanblock adressiert. Niemand anderes als der eigene Bruderklub aus dem Nachbarland geriet ins moralische Fadenkreuz! In Häufigkeit, Ausdauer und rotziger Kreativität nicht annähernd damit vergleichbar, wie sich beispielsweise die Gallagher-Brüder im Laufe ihres Lebens einander bedacht haben, aber nichtsdestotrotz: unüberhörbar für 1.890 handgezählte Zuschauer im Stadion als auch 130.000 Couchgesellen an den TV-Bildschirmen: „Scheiß RB Leipzig, wir singen Scheiß RB Leipzig, Scheiß RB Leipzig […]!“ Rrrrrrrruuuuuums! Zarte Aufruhr im Plebs, inmitten des Gebieterreichs!</p>
<p>Womöglich lernen wir den im beschaulichen Grödig erstmals offen zu Tage getretenen, schmierenkomödiantischen Familienzwist besser zu verstehen, indem wir versuchen, dieses Sittengemälde skizzenhaft auf das derzeitige <a href="https://www.youtube.com/watch?v=s7L2PVdrb_8" target="_blank">HBO-Massenphänomen <em>Game of Thrones </em></a>abzubilden. Grundlegend gieren hier nahezu alle Charaktäre aus einigen quer über den fiktiven Kontinent <em>Westeros</em> verteilten Adelsgeschlechtern mit lustigen Namen (bspw. Targaryen, Stark, Lennister, Graufreund &amp; Co.) nach sehr vielen, bevorzugt promiskuitiven, gern auch familieninternen Geschlechtsverkehrsakten, Unmengen an Alkohol, sonstiger Völlerei und obendrein vor allem dem sogenannten „Eisernen Thron“ in der Hauptstadt Königsmund. Und weil Besserverdiener und Königsfamilien selbst in kühnsten Fantasyträumen nichts von gemeinwohldienlicher Erbschaftssteuer halten, sorgen vor allem diffuse, intrigante Sehnsüchte nach Ehre, Macht und Größenwahn für stets blutrünstigste Kopf-Ab-Metzeleien, bloß damit die Krone nach jedem noch so vorzeitigen Ableben des Oberhaupts mal schön in Familienhand bleibt.</p>
<p>Hier sollte also was zu holen sein. Doch noch ein gutgemeinter Rat, bevor wir kurz in das vom beschaulichen Fuschl am See aus regierte Reich des Alleinherrschers Dietrich Taurinfreund des I. und Einzigen eintauchen. Geratet keinesfalls, weder in der HBO- noch in der RB-Fantasialand-Saga, in Versuchung, euch an vermeintlich identitätsstiftende Figuren oder vertrauensselige Wegbegleiter zu gewöhnen! Es passiert ganz schnell, dass diejenigen wieder von der Bühne verschwunden sind.</p>
<h2>Taurinfreunds allmachtsphantastisches Mantra: „Veni, vidi, vici!“</h2>
<p>Auch wenn manche Leipziger dem Luftschloss anheim gefallen sind: In Fuschl am See, Heimat Dietrich Taurinfreund, des I. und Einzigen, und seinen über alle Kontinente verstreuten Besitztümern fließen weder Milch noch Honig. Aber aufgeputscht von einem ungesunden Energy-Getränk jagen dort verrückte Leute über die unmöglichsten Klippen, drehen reißerische Pirouetten in physikalisch unmöglichen Halfpipes, fahren vor Pferdestärken strotzende Automobile ganz schnell im Kreis oder springen einfach aus Lust und Laune aus der Stratosphäre. Wer hier gegen das allmachtsphantastische Mantra „Veni, vidi, vici!“ verstößt, dem gnade Taurinfreund, der I. und Einzige.</p>
<p>Seit Neuestem (wir reden ja immerhin von epischen Fantasy-Zeiträumen) erschließt sich das Imperium die gegenwärtig wohl fruchtbarste PR- &amp; Marketingquelle überhaupt: den Rasenballsport, der neidischen wie eingeschnappten <a href="http://www.welt.de/sport/fussball/2-bundesliga/article139317689/Mateschitz-nennt-Kritiker-ahnungslose-Randgruppe.html" target="_blank">Randgruppen, die nichts verstehen wollen</a>, und Nicht-<a href="http://blog.jacknealy.com/wp-content/uploads/2010/06/new_york_post_world_cup.jpg" target="_blank">Nord-Amerikanern</a> einst noch als Fußball bekannt war. Und ganz dem selbst auferlegten Anspruch soll, (nein!), muss, (nein!), wird (!!!) es in ganz naher Zukunft bitteschön die Eroberung des Throns der (<em>*Achtung! Im Hintergrund setzen verheißungsvoll-pathetische Schicksalstrommeln ein*</em>) CHAAAAAMPIONS LEAGUE sein.</p>
<p>Doch genau da pieksen wir schon an den Kern allen Salzburger Fan-Unmuts, der vielleicht schon bald jeden schnöden Wettstreit um die schönste McDonalds-Filiale oder das tollste Expo-Dorf übertrifft. Nichts symbolisiert den brodelnden Konflikt dabei besser als Taurinfreunds Clanwappen, auf dem zwei kräftige, rote Zuchtbullen ihre Hörner vor gleißender Sonne in wildentschlossener Angriffspose aufeinander gerichtet haben. Der eine verhätschelte Bulle, äääh Bengel kann seine Eifersucht auf den anderen noch viel verwöhnteren Bengel kaum noch zähmen.</p>
<h2><strong>Auf dem Heimatthron holt es sich nur Hämorrhoiden</strong></h2>
<p>Egal wie Dietrich I. und Einzige von den erstgeborenen Rasenballsprösslingen direkt vor der Haustür in der Salzburg auch umschwärmt wurde. So sehr sie auch die lokalen Turniere gegen ihre Litfaßsäulenkontrahenten von „Puntigamer“ Sturm Graz, „Cashpoint“ Altach oder den „Riegler &amp; Zechmeister Pellets“ aus Wolfsberg vor sich hin dominieren und in wenigen Wochen die nunmehr sechste Landesmeisterschaft der vergangenen neun Jahre empfangen werden, was soll sich der erfolgsverwöhnte Imperator auf dem wenig beleumundeten lokalen Thron holen außer Hämorrhoiden? Selbst das erfolgsverwöhnte Volk schleppt sich nur widerwillig, oder höchstens zu europäischen Anlässen in die schnieke, aber durchschnittlich nur zu knapp einem Drittel gefüllte Arena.</p>
<p>Was sie auch anstellten, was sie auch investierten. Ob in Steine zur Verschönerung des Anwesens. Ob in verdiente Recken wie Alex Zickler, Niko Kovac, Thomas Linke oder Vratislav Lokvenc. Ob sie gar rüstigen, alten Feldherren wie Huub Stevens, Co Adriaanse oder Giovanni Trappatoni samt des fränkischen Greenkeepingapostels Matthäus den Oberfehl auftrugen. So vehement sie auch klopften: All jenen blieb das massive Burgtor zur Champions League stets verschlossen. Mit der schmachvollen Niederlage gegen den F91 Düdelingen aus einem kleinen Herzogtum viele Kilometer nordwestwärts machten sie sich einmal gar zum Gespött aller Herren Länder. Die hatten nicht mal Pferde und Rüstungen, geschweige denn Flügel. Allein ihre listige Aufmüpfigkeit genügte, um die schniefenden Bullen zu schlagen.</p>
<p>Kann es für den so siegesgewohnten Taurinfreund etwas Schlimmeres geben als Misserfolg und Missachtung? Wie gut, dass er vor Jahren schon einen garantiert schmerzfreien Expeditionstrupp hipper Imperiumstrolle, die bestimmt mal was mit Medien und Marketing studiert haben, ins Nachbarland entsandte. Diese Botschafter, <a href="http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_sport/article140240699/Red-Bull-wollte-St-Pauli-kaufen.html" target="_blank">wie &#8220;Die Welt&#8221; erfuhr</a>, glänzten auf ihrer Alles-oder-Nichts-Pirsch vor allem mit fundamental-kulturellen Vorkenntnissen. Beispielsweise wollten sie ein kieziges Totenkopfgebiet am Elbfluss den dortigen Einheimischen mit der einzig plausiblen Schmeichelei abschwatzen: „Ihr steht doch auch für Coolness, Party, feiern und so?!“ Diverser gescheiterter Eroberungsversuchen zum Trotz kam schlussendlich irgendjemand mal die geniale Idee, einfach das Niemandsland jahrzehntelanger Rasenballödnis zu annektieren – Leipzig, im furchteinflößenden Nordosten. Dort, wo sich die verzweifelt nach (<em>*Achtung! Wieder verheißungsvoll-pathetische Schicksalstrommeln, aber um einiges bombastischer intoniert*</em>) BUUUUUNDESLIGA und CHAAAAMPIONS LEAGUE dürstenden Siedler noch so richtig willfährig am Bullennasenring durch die Marketingmanege ziehen lassen. Dort, <a href="http://www.dierotenbullen.com/neuigkeiten/Saison_2014_15/Fahrtenbuch-2014-2015.html" target="_blank">wo die allerbesten Kunden sogar dazu aufgerufen sind, Treuepunkte in ihr Auswärtswanderschaftenbuch zu kleben</a>, damit die eingeheimsten Bienchen dafür am Ende in Geschenke aus dem Fanshop getauscht werden können.</p>
<h2><strong>Mühsame Eroberung der Rasenballödnis</strong></h2>
<p>In der Anfangszeit, bei den kleinen Schaukämpfen irgendwo im grünen Nirgendwo, ob Havelse oder Wilhelmshaven, herrschten jedoch derartige Anlaufschwierigkeiten, dass Taurinfreunds Personalschafott mit der Zeit schon ganz stumpf vor lauter Benutzung wurde. Dieser Sadlo, dieser Beiersdorfer, dieser Linke, dieser Gudel, dieser Oral, dieser Pacult ff. sollten Taurinfreunds Tafelrunde würdig repräsentieren, waren dann aber doch nur Pappnasen. Ja, seid’s ihr denn deppert?</p>
<p>Doch noch viel mehr Gräuel als erfolglose Untertanen bereiten dem Gebieter widerborstige Legislativenbünde mit all ihren Regularien, Lizenzbedingungen, Paragraphen und sonstige Quacksalbereien. Ja, wo kommen wir denn da hin, wollen wir am Ende etwa noch den Pöbel mitsprechen lassen? Jähzornig kann er da werden, der widerspruchsungewohnte Dietrich I. und Einzige. Höchstselbst musste er grollend drohen, rüffeln und zurechtweisen, wie das in seinem Reiche mal schön zu laufen hat. <a href="http://www.90minuten.at/index.php/magazin/reportage/59567-didi-mateschitz-droht-mit-rueckzug-aus-leipzig-das-haben-wir-nicht-notwendig" target="_blank">Ich brauch’ hier gar nichts, wenn ihr mich nicht wollt, dann stampfen wir halt alles wieder ein, ihr undankbaren DFL-Hinterwäldler</a>!</p>
<p>Je näher die Lipsianer den großen, bedeutungsschwangeren Ritterspielen kamen, stieg jedoch das Gefallen des Familienoberhaupts. Im letzten Jahr schwebte <a href="http://www.bild.de/regional/leipzig/zentralstadion-leipzig/red-bull-chef-ist-leipziger-stadion-zu-klein-35655000.bild.html" target="_blank">Dietrich I. und Einzige sogar erstmals eigens mit der jungen Gräfin Taurinfreund in den Nordosten</a>, um dem Schauspiel seiner Nesthäkchen, den Rasenballsportbullen, gegen widerborstige Kräfte vom Geschlechte der Lilien beizuwohnen.</p>
<p>Erst seitdem ein mythenumwobener Druide die Bruttoregisterhektolitertonnen magischen Zaubertranks aus dem unendlichen Brunnen in Fuschl am See anrührt, scheint dieser erst die ganze Wirkung zu entfalten. Natürlich handelt es sich dabei nicht um d<a href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/08/26/schlussstrich-statt-verantwortung/" target="_blank">en alten Kurpfuscher Pansold, der unzähligen DDR-(Kinder)-Gladiatoren mutwillig die Gesundheit ruiniert hat und trotzdem heute in Taurinfreunds großzügigen Diensten steht</a>. Nein, Vater des Aufschwungs ist kein geringerer als der Honorargelehrte Ralf von Schwaben.</p>
<h2><strong>Ein mythenumwobener Druide aus Schwaben als Hand des Gebieters</strong></h2>
<p>Anno dazumal erteilte dieser den plumpfüßigen Teutonen schon am <a href="http://www.abwehrkette.de/ralf-rangnick/" target="_blank">Flipchart eine Lehrstunde</a> zur <a href="https://www.youtube.com/watch?v=KwcXySby-3A" target="_blank">raumorientierten Viererkette</a>. Derzeit lenkt er als Hand des Gebieters die tektonische Verschiebung der taurinfreundschen Äcker. Jedoch nur noch wenige Wochen im Amte des Doppelstatthalters der Salzburg und in Leipzig, <a href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/07/31/er-ist-unser-wettbewerbshuter/" target="_blank">um ganz pfiffig den selbstverständlich hanebüchenen Vorwurf des verzerrten Wettbewerbs zu umgehen</a>. Die vor wenigen Monden noch so hochgepushte, aber im Verlauf der Gezeiten einfach nicht den taurinfreundschen Ansprüchen gerecht gewordene Salzburg wurde zur Bullenzucht umfunktioniert. Fieberhaft werkelt der Meisterdruide daran, dass die Nachschubwege in Stallorderlogik alsbald einzig gen Nordosten reichen.</p>
<p>Doch plötzlich, da es den talentierten und bislang so treuherzigen Ritter Ilsanker fortzieht in eine andere Welt, und <a href="http://www.lvz-online.de/sport/sportbuzzer/rb_leipzig/rb-news/geheim-besuch-bei-rb-leipzig-stefan-ilsanker-in-le-gesichtet/r-rb-news-a-284955.html" target="_blank">Ralf von Schwaben ihm unter allen Umständen die eigene nordöstliche Provinz schmackhaft machen will</a>, zeigen sich einige Salzbürger ganz und gar desillusioniert vom verfolgten Plan der Oberen: Als wären es nicht schon genug Schläge aufs Gemüt, nur noch als <a href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/06/25/rangierbahnhof/" target="_blank">elitärer Rangierbahnhof </a>zu dienen, müssen wir tatenlos zusehen, wie ihr uns auch noch Ilsanker abschwatzen wollt. Jeden könnt ihr haben. Nur nicht Ilsanker! „Scheiß RB Leipzig, wir singen Scheiß RB Leipzig, Scheiß RB Leipzig […]!“</p>
<p><a href="http://www.welt.de/sport/fussball/2-bundesliga/article139317689/Mateschitz-nennt-Kritiker-ahnungslose-Randgruppe.html" target="_blank">Was werden Taurinfreund und seine Vasallen über dieses Aufbegehren denken?</a> Himmelherrschaftszeiten noch einmal! Wir liefern euch hier Brot und Spiele und ihr muckt rum? Undank ist der Welten Lohn!</p>
<h2><strong>Der Abgang des treuherzigen Ilsanker desillusioniert die Salzbürger</strong></h2>
<p>Der Schall der wütenden Klatschpappen wird verhallen, zurück bleiben kaltherzig die Liebe entzogene Konsumenten aus der Salzburg. Machtlos müssen sie mitansehen, wie ihrer <a href="http://www.krone.at/Sport/Mateschitz_will_das_grosse_Geld_lieber_in_Leipzig_investieren-Nur_U21_in_Salzburg-Story-199223" target="_blank">Piefke-Konkurrenz der Standortjoker in Taurinfreunds einheitsbreiigen Entertainment-Universum zugesprochen wurde</a>. Wobei die Salzbürger eigentlich noch ganz froh darüber sein können, stellt man ihrem Los beispielsweise das <a href="http://neuwal.com/index.php/2014/10/16/red-bull-ghana-eine-akademie-auf-verlorenem-boden-martin-kainz/" target="_blank">Schicksal der unter himmelschreiendem Zynismus aufgegebenen Bruderakademie in Ghana</a> gegenüber.</p>
<p>Ja, all das ist Alltag in Taurinfreunds Gebieten, denen die Erstürmung des Rasenballsportkontinents vor rasender Verkaufs- &amp; Erfolgsmanie nicht schnell genug gehen kann. Vielleicht erinnern sich die verbliebenen Anhänger der Salzburg nunmehr ihrer <a href="https://www.youtube.com/watch?v=h4pTnvy8uNg" target="_blank">violetten Wurzeln</a>. Auf den Weg mitgeben kann man ihnen eigentlich nur jenes Credo, nach dem schon das Schlagerbarden-Brüderduo „Brunner und Brunner“ verfuhr: „Bevor wir uns hassen, trennen wir uns lieber.“ Das wäre immerhin weitaus zivilisierter als jede von <em>Game of Thrones </em>gewohnte Konfliktlösung.</p>
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		<title>Eingliedern durch Ausgliedern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2014 12:33:59 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Formel 1]]></category>
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					<description><![CDATA[Sportlich ist RB Leipzig längst im Zweitligaalltag angekommen – Mitbewerber um das oberste Tabellendrittel, Aufsteiger unter drei ausnehmend guten Neulingen in dieser Saison und Teilnehmer an Spitzenspielen. Das ist Sport, Wettbewerb erzeugt Vergleichbarkeit. Die jüngste Ausgliederung der Leipziger Profiabteilung kann als bemerkenswerter Ausdruck im Ringen nach Normalität auf einem anderen Terrain gedeutet werden, dem Profifußball als &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/12/11/eingliedern-durch-ausgliedern/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Eingliedern durch Ausgliedern</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sportlich ist RB Leipzig längst im Zweitligaalltag angekommen – Mitbewerber um das oberste Tabellendrittel, Aufsteiger unter drei ausnehmend guten Neulingen in dieser Saison und Teilnehmer an Spitzenspielen. Das ist Sport, Wettbewerb erzeugt Vergleichbarkeit.</p>
<p>Die jüngste Ausgliederung der Leipziger Profiabteilung kann als bemerkenswerter Ausdruck im Ringen nach Normalität auf einem anderen Terrain gedeutet werden, dem Profifußball als wirtschaftliche Branche. RB Leipzig müht sich redlich, die schmutzigen Kleider des Investorenspielzeugs abzulegen, um mit den anderen Kindern nach den hiesigen Regeln des Fußballgeschäfts zu spielen. RB Leipzigs Strategie basiert dabei auf den Erfahrungen des bisherigen Sportengagements von Red Bull – und denen von Ralf Rangnick.</p>
<p><span id="more-395"></span></p>
<h3>Formel 1-Gleichung geht auf</h3>
<p>Erfolgreiche Männer gefallen sich bekanntlich in der &#8220;Hoppla, hier komm ich&#8221;-Pose. Diese wählten der Gebieter und sein Imperium auch, als sie 2005 begannen, ihr erfolgreiches Sportmarketing auf eigene Teams in den sogenannten &#8220;Biersportarten&#8221; auszuweiten. In diesem Jahr übernahm man den Jaguar-Rennstall in der Formel 1 und den österreichischen Erstligisten Austria Salzburg. Den Einstieg in die zwei werbewirksamen TV-Märkte gestaltete man, wie man es von den bisherigen Engagements gewohnt war: Radikalkur in Sachen Farben und Auftreten, selbstbewusste Statements an die Mitbewerber und eine Untermauerung des eigenen Anspruchs durch die Verpflichtung arrivierter Branchengrößen (David Coulthard in der F1, die <a href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/10/08/mia-san-geschaftspartner/">Bayern-Resterampe im Fußball</a>).</p>
<p>Diese Strategie ging in der Formel 1 wenig überraschend ganz gut auf. Zum einen sind Rennställe seit jeher auf die finanzielle Gunst und Selbstdarstellungsfreude von Investoren angewiesen. Die Formel 1 zieht ihren Reiz ja geradezu aus dem Unnötigen, dem Übertriebenen, dem Jet Set, weswegen sie auch Probleme hat, Sechszylinder-Turbo-Motoren ohne infernalischen Lärm an ihre Kundschaft zu vermitteln. Red Bull stellte schon 2006 ein zweites Team, weil die Lizenz frei wurde, man das Geld hatte und es vor allem niemanden störte. Man kombinierte die eigene Jugendarbeit im Rennsport mit den eigenen Cockpits in der Königsklasse und warb im selben Jahr mit <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Adrian_Newey" target="_blank">Adrian Newey</a> den besten Formelrennwagen-Konstrukteur seiner Generation an (zehn Konstrukteurs-Titel mit drei Rennställen).</p>
<figure id="attachment_400" aria-describedby="caption-attachment-400" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/vettel_monza2008_janebelindasmith_cc30.jpg"><img class="wp-image-400 size-full" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/vettel_monza2008_janebelindasmith_cc30.jpg" alt="vettel_monza2008_janebelindasmith_cc30" width="640" height="480" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/vettel_monza2008_janebelindasmith_cc30.jpg 640w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/vettel_monza2008_janebelindasmith_cc30-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-400" class="wp-caption-text">Ein gewisser Sebastian Vettel gewinnt 2008 im &#8220;kleinen&#8221; Red Bull-Team Toro Rosso in Regen von Monza sein erstes Formel 1-Rennen &#8211; und düpierte damit die &#8220;große Schwester&#8221; Red Bull Racing. Die feierten ihren ersten F1-Sieg 2009, durch ebenjenen Vettel.  Quelle: <a href="https://www.flickr.com/photos/near_fantastica/" target="_blank">Jane Belinda Smith/flick</a>r / <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank">CC-BY-2.0</a></figcaption></figure>
<p>Red Bulls Formel 1-Engagement ist bis heute ein voller Erfolg, weil der hochpreisige Spitzenmotorsport nicht viel mehr Regeln kennt außer &#8220;Verscherze es Dir nicht mit Bernie&#8221;.  Wer sein Geld hier anlegen will, soll es gern tun, und wer das mit sehr viel Geld macht, wird bald sehr viel Erfolg haben.</p>
<h3>Verkalkuliert in Salzburg</h3>
<p>Parallel zu den dominierenden Jahren in der Formel 1 lernte Red Bull schmerzhaft, dass die Erfolgsformel für Fußballsponsoring wohl etwas komplizierter ist. Vier Meistertitel und zwei Pokalsiege klingen zwar nicht nach Misserfolg, aber gemessen an den eigenen Zielen gab es zwei schmerzliche Niederlagen: Die unerwartet heftigen Reaktionen auf die Neupositionierung der Marke und das beständige Verfehlen des wichtigsten Ziels Champions League-Qualifikation.</p>
<p>Red Bull hatte sich zunächst schlicht verkalkuliert. Selbst im sehr investorenlastigen österreichischen Fußball bedeutete Red Bulls Auftreten in Salzburg eine neue Qualität. Am ersten Saisonspieltag liefen Walking Acts auf Stelzen umher, auf allen Werbebanden prangte das Logo von Red Bull, und zwei Radiomenschen kommentierten das Spiel live über die Stadionlautsprecher, bis der Schiedsrichter es unterband (!), und die Austria, die über 70 Jahre in violett gespielt hatte, lief in weiß-rot auf (bei <a href="https://www.youtube.com/watch?v=h4pTnvy8uNg" target="_blank">11Freunde-TV wurde das neulich anschaulich nacherzählt</a>).</p>
<p>In der Rechnung aus strukturellem Engagement, nahmhaften Verpflichtungen und der Eventisierung der Produktpräsentation blieb ein Faktor unberücksichtigt: die bestehenden Fans. Dass denen eine komplette Neupositionierung ohne Ankündigung oder Dialog nicht schmecken würde, hatte man schlicht vernachlässigt, da man sich ohnehin eine eigene Kundschaft aufzubauen gedachte. Den Fehler, bestehende Vereinsfarben zu ändern, sollte Red Bull jedenfalls beim nächsten Anlauf nicht wieder begehen.</p>
<p>Aber auch sportlich konnte man aus dem Fußballengagement in Salzburg jede Menge lernen. Zum Beispiel, dass große Namen wie Trapattoni oder Matthäus nicht automatisch Erfolg bringen, und dass nicht jeder Trainer Lust hat, <a href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/08/26/schlussstrich-statt-verantwortung/" target="_blank">sich vom Leistungsdiagnostiker die Arbeit diktieren zu lassen</a>. Oder dass gute Leistung Kontinuität braucht; die hatte man bis 2012 nämlich nicht. Und auch, dass im Fehlerspiel Fußball auch die beste Vorbereitung in einem im Grunde unerklärlichen Ausscheiden gegen Düdelingen münden kann.</p>
<p>Beide Fehler gründen im selben Problem: Red Bull fehlt(e) im Fußball etwas, das in der deutschen Sprache mit dem schönen Wort &#8220;Stallgeruch&#8221; bezeichnet wird. Während Red Bull schon seit 1995 Formel 1-Teams und -fahrer sponsorte und in Mateschitz&#8217; Leidenschaft für Speed und Flugzeuge einen konkreten Bezug zur Rennsportkultur hatte, fehlte der im Fußball vollkommen. Die Art, Sponsoring zu denken, mit Kunden und Mitbewerbern zu reden und das allgemeine Verhalten passten zwar in den auf Geld und erfolgreiche Individualisten zugeschnittenen Motorsport, aber nicht in den Fußball. Hier wunderte man sich gegenseitig über das Auftreten, musste Beziehungen erst mühsam aufbauen und hat bis heute massive Probleme, von Mitbewerbern und Fans als „jemand der dazugehört“ wahrgenommen zu werden.</p>
<figure id="attachment_402" aria-describedby="caption-attachment-402" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tag_der_offenen_tc3bcr_red_bull_salzburg_ccby30.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-402 size-full" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tag_der_offenen_tc3bcr_red_bull_salzburg_ccby30.jpg" alt="Tag_der_offenen_Tür_Red_Bull_Salzburg_ccby30" width="640" height="426" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tag_der_offenen_tc3bcr_red_bull_salzburg_ccby30.jpg 640w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tag_der_offenen_tc3bcr_red_bull_salzburg_ccby30-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-402" class="wp-caption-text">Was Red Bull im Sommer 2009 so alles auffuhr, um seinen neuen Fußballverein zu bewerben: Hüpfburgen, Torwände und kostenlose Brause für die Kleinen, Mittelklassewagen und Bierbänke für die Großen. Der infernalische Vielklang anlassloser Familienbeschäftigungs-lass-uns-da-doch-mal-hinschauen-Ausflüge. (Hhier zum Tag der offenen Tür im Juli 2009 sogar auf dem Rasen.) Quelle: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AEM_Stadion_Wals-Siezenheim(Tag_der_offenen_T%C3%BCr_Red_Bull_Salzburg).JPG" target="_blank">Wikimedia</a>-User Werner100359 / <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/" target="_blank">CC-BY-3.0</a></figcaption></figure>
<h3>Kurskorrektur in Leipzig</h3>
<p>Mit der Gründung in Leipzig 2009 wurde nicht nur ein größerer Markt anvisiert, sondern auch gleich das Gelernte umgesetzt. Es erfolgte eine Neugründung auf Profifußball-neutralem Terrain mit guter Infrastruktur (WM-Stadion, Autobahnkreuz &amp; Flughafen). Gut, das <span class="_5yl5">Personalkarussel drehte sich zu Beginn doch ein bisschen arg schnell. Im Rahmen der Strategieänderung, in der Leipzig die neue Nummer 1 in der Red Bull-Fußballsparte wurde, wechselte es im Präsidium und auch auf der Trainerbank in den ersten drei Jahren recht häufig. </span>Mit Ralf Rangnick kam 2012 ein Mann, der das abstellte und auch das Problem &#8220;fehlender Stallgeruch&#8221; und seine Lösung kannte.</p>
<p>Mit Ulm und Hoffenheim hatte der im testosteronlastigen Bundesligajournalismus &#8220;Professor&#8221; verschrieene Trainer jeweils Aufsehen erregende Durchmärsche in höherklassige Ligen geschafft. Die Mittel auf dem Platz waren dabei jeweils ähnlich: attraktiver, ballorientierter Offensivfußball, basierend auf einem Kader aus jungen, entwicklungsfähigen, hungrigen Spielern. Im Sommer eingestellt, installierte Rangnick mit Roger Schmidt und Alex Zorniger zwei Trainer, von denen er wusste, dass sie hohes Pressing trainieren können und die sich nach guten Leistungen in kleineren Karrierestationen auf dem nächsten Level beweisen wollten. Nach dem enttäuschenden Ausscheiden gegen Düdelingen krempelte man zudem den Salzburger Kader um und investierte in junge Spieler. Man zahlte unter anderem 3 Millionen Euro, um Kevin Kampl aus seinem gerade einmal zwei Monate alten Vierjahresvertrag mit dem VfR Aalen zu kaufen.</p>
<p>Rangnick hat also offenbar eine plausible Idee von Fußball und Kaderplanung und war willens, diese sofort umzusetzen. Sein Wert in Sachen Stallgeruch ist allerdings ein anderer. Vor allem mit Hoffenheim und der launigen Diva Schalke (gleich 2 Mal!) hatte Rangnick gelernt, das Repräsentieren und Umsetzen dieser Ideen an andere Faktoren als die Leistung auf dem Platz anzupassen. Die Macht symbolischer Gesten (und wen sie erzürnen) lernte er durch seine <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/ehrenrunde-mit-folgen-rangnick-fuehlte-sich-getrieben-a-390136.html" target="_blank">berühmte Stadionrunde</a>. Was er in Hoffenheim zudem lernte, ist für Red Bulls Fußballengagement sehr viel wichtiger: Wenn Du neu an die Schule kommst, stell Dich mit den Beliebten gut.</p>
<h3>Wie RB Leipzig mit den anderen Kindern spielt</h3>
<p>Hoffenheim hat ja alle Aufgeregtheiten, die seit August landauf, landab durchs Dorf getrieben werden, schon einmal heraufbeschworen. Und wie haben der Sohn einer liebenswerten Frau und sein Kindheitstraum es geschafft, trotz des hunderte Millionen Euro schweren Investments in einen flugs bis ins 19. Jahrhunderte zurückdatierten Turnverein heute ein zumindest in der Branche akzeptierter Bundesligist zu sein? Sie haben früh begonnen, den Regeln des Geschäfts zu folgen.</p>
<p>Ähnlich wie damals Hoffenheim bemüht sich heute auch RB Leipzig um Sponsoren, deren wirtschaftliche Verbindungen und Image viel wichtiger ist als der finanzielle Beitrag, den sie leisten. Bestes Beispiel dafür ist der Hoffenheim-Trikotsponsor von 2008 bis 2010, TV digital. Das Blatt kam damals aus dem Hause Springer und ist außerdem bis heute langjähriger Kooperationspartner von Sky, dem Pay-TV-Sender, der die Bundesligarechte innehält. Im Grunde gibt es keinen besseren Medienpartner als Brustsponsor, wenn man neu in der Branche ist. Über die Höhe der Summe, die im Gegenzug für zwei Spielzeiten auf der Hoffenheimer Brust floss, schwiegen sich beide Seiten aus. Die <a href="http://www.bild.de/sport/fussball/vertrag-mit-hauptsponsor-bis-2012-verlaengert-6969618.bild.html" target="_blank">BILD-Zeitung ordnetet Hoffenheim in einer Tabelle der Trikotsponosringeinnahmen</a> 2009 auf den drittletzten Platz, mit 2,5 Millionen Euro pro Saison &#8211; nicht einmal halb so viel wie vergleichbare Mitbewerber.</p>
<figure id="attachment_399" aria-describedby="caption-attachment-399" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tvdigital_hoffenheim_copyright_springerpresseservice.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-399 size-full" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tvdigital_hoffenheim_copyright_springerpresseservice.jpg" alt="tvdigital_hoffenheim_copyright_springerpresseservice" width="600" height="400" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tvdigital_hoffenheim_copyright_springerpresseservice.jpg 600w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/12/tvdigital_hoffenheim_copyright_springerpresseservice-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-399" class="wp-caption-text">Eine Pose klassisch, wie die Scheckübergabe an gemeinnützige Projekte. Es freuen sich von links nach rechts: Ralf Rangnick, Jochen Beckmann, der Verlagsgeschäftsführer Programmzeitschriften Axel Springer, Stephan Zech, Verlagsleiter TV DIGITAL und TV GUIDE und Hoffenheims Geschäftsführer Jochen A. Rotthaus. Quelle: Springer <a href="http://www.axelspringer.de/presse/TV-DIGITAL-neuer-Haupt-und-Trikotsponsor-der-TSG-1899-Hoffenheim_102151.html" target="_blank">Presse Service / Copyright</a></figcaption></figure>
<p><a href="http://www.zeit.de/sport/2014-10/rb-leipzig-volkswagen-porsche-sponsoring" target="_blank">Oliver Fritsch von der ZEIT</a> hatte die geistige Verwandschaft des RB- Porsche/VW-Deals in diesem Zusammenhang bereits im Oktober auf den Punkt gebracht:</p>
<blockquote><p>Wie könnte sich Red Bull besser etablieren als mit einem Autosponsor, dem üblichen Modell in der Bundesliga? Wie könnte Red Bull normaler werden als mit Volkswagen?</p></blockquote>
<p>Nachholbedarf hat RB Leipzig allerdings noch in der zweiten wichtigen Wertungsklasse des Normalwerdens im Profifußball: den Verband umgarnen. Hier hat es Hopp, ein Milliardär alter Schule, erstaunlich weit gebracht. Der SAP-Gründer hat es geschafft, der Nationalmannschaft für das Abschlusstrainingslager zur EM 2012 ein Grundstück zur Verfügung zu stellen und dabei <a href="http://www.press-schlag.de/2011/10/04/der-dfb-und-dietmar-hopp/" target="_blank">&#8220;seinen Einfluss auf französische Lokalpolitiker geltend gemacht&#8221;</a>, um dem DFB das Mannschaftshotel zu einem günstigeren Preis zu verschaffen. Nette Geste im Profifußball; in der Politik verliert man für solche Gefälligkeiten sein Amt, also außerhalb Bayerns.</p>
<h3>Geburtsfehler korrigiert</h3>
<p>Die nun erfolgte Ausgliederung in eine Spielbetriebs-GmbH dient dazu, RB Leipzig in beiderlei Hinsicht normaler zu machen. Zum einen kann man erheblich leichter an andere Sponsoren herantreten und vor allem langfristige Kooperationen aufbauen, wenn man dafür auch Anteile am Projekt vergeben kann. VW dürfte dafür jetzt schon ein heißer Kandidat dafür sein, wenn die DFL den mehrfachen Minderheitsbeteiligungen VWs nicht vorher in die Quere kommt.</p>
<p>Außerdem wird mit der Ausgliederung das abenteuerliche Vereinskonstrukt, <a href="http://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/08/12/umgeschminkt-3-bronze-silber-und-gold-hab-ich-nie-gewollt/" target="_blank">über das wir uns unter anderem hier lustig gemacht haben</a>, unwirksam. Außer kleineren Mäkeleien am Logo war das Vereinskonstrukt der größte Stein des Anstoßes für DFB und DFL. Formal war die 50+1-Bestimmung nicht auf eingetragene Vereine ohne Kapitalgesellschaft anwendbar, weshalb einige Clubs von einem Unterwandern der Regel durch RB Leipzig sprachen. Mit der rückwirkenden Ausgliederung hat sich RB nun freiwillig aus dieser rechtlichen Grauzone manövriert, <a href="http://www.mdr.de/sport/fussball_bl/rb-leipzig-gmbh102.html" target="_blank">wie der MDR einen Sportrechtsanwalt analysieren lässt</a>.</p>
<p>Die Ausgliederung korrigiert den letzten Geburtsfehler des Projekts RB Leipzig und der Fußballstrategie des Red Bull Sportmarketings und macht die Franchise damit fit für die branchenüblichen Gepflogenheiten. Egal ob auf Fan-Ebene gestritten wird, ob RB eine Chance nutzt, im Profifußball etwas anders und besser zu machen; oder ob man glaubt, mit RB sei der Profifußball endgültig degeneriert. Das interessiert die Karl Hopfners, Brian Sullivans und Francisco Garcia Sanz&#8217; des Profigeschäfts wenig. Dabei ist, wer Kohle macht. Denn wie schon bei anderen Formen der Ab- und Ausgrenzung gilt: Soll sich doch der Pöbel die Köpfe einschlagen, wir machen hier in Ruhe miteinander Geschäfte.</p>
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