<br />
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	<title>handzahm &#8211; zwangsbeglückt</title>
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	<description>Ein RB-Leipzig-Protokoll</description>
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		<title>Reine Wissenschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jan 2017 07:35:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
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		<category><![CDATA[konzernintern]]></category>
		<category><![CDATA[HHL; Timo Meynhardt; LVZ]]></category>
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					<description><![CDATA[((postscriptum vorab: Wir haben uns mittlerweile – in unserer anderen Rolle als Wissenschaftsmenschen – mit den Verfassern der Studie persönlich getroffen und über die Studie konstruktiv diskutiert. Schon vorher stellte sich heraus, dass das Dokument, auf das sich dieser Blogpost bezieht, (nur) eine Pressemitteilung war. In die umfangreichere und durchaus komplexere Studie selbst, die als Masterarbeit vorliegt, &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2017/01/30/gekaufte-wissenschaft/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Reine Wissenschaft</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<pre>((postscriptum vorab: Wir haben uns mittlerweile – in unserer anderen Rolle als Wissenschaftsmenschen – mit den Verfassern der Studie persönlich getroffen und über die Studie konstruktiv diskutiert. Schon vorher stellte sich heraus, dass das Dokument, auf das sich dieser Blogpost bezieht, (nur) eine Pressemitteilung war. In die umfangreichere und durchaus komplexere Studie selbst, die als Masterarbeit vorliegt, hatten wir zum Zeitpunkt des Schreibens des folgenden Textes noch nicht Einsicht genommen. Für eigene Eindrücke und Urteile: Die Gesamtstudie ist bei den Verfassern auf Nachfrage einsehbar.))</pre>
<p>Als kleines bescheidenes Watchblog hat man es ja nicht immer leicht. Rund um das eigene Objekte des Aufruhrs gibt es nicht immer was, das es wert wäre, es zu berichten. Und ständig das Selbe schreiben, bereitet zwar uns immer wieder erstaunlich viel Freude, könnte aber bei der einen oder anderen geneigten Leserin zu Redundanz- und Irrelevanzunterstellungen führen. So zumindest unsere antizipativen Gedanken.</p>
<p><span id="more-1010"></span></p>
<p>Glücklicherweise tauchen rund um Leipzigs Aushängeschild dann doch regelmäßig neue Figuren und Akteure auf, die aufgrund der Chuzpe, mit der sie RB-Affirmation betreiben, sich förmlich selbst die Einladung schreiben, um hier mal namentliche Erwähnung zu finden. Als besonderes Organ der legitimierenden Einlullung der Stadtgesellschaft in Bezug auf ihr gar nicht mehr so neues Fetischobjekt hat sich in den letzten Monaten die HHL, Leipzig selbsternannte elitäre &#8220;graduate school of management&#8221;, hervorgetan. Wie die <a href="http://www.lvz.de/Sport/RB-Leipzig/News/HHL-Studie-RB-Leipzig-treibt-Region-wirtschaftlich-voran">LVZ eilfertig verkündete</a> (<a href="http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/669638/artikel_rb-leipzig_akzeptanz-und-popularitaet-wachsen-deutlich.html#omsmtwkicker">der Kicker bspw. berichtete aber auch</a>), erhielten die Fußballveranstalter vom Cottaweg vergangene Woche mal wieder &#8220;Bestnoten von den Wirtschaftsexperten&#8221;, die in Spuckweite zum Zentralstadion residieren.</p>
<h4>Wissenschaft als Werbekanal</h4>
<p>Der Bericht überschlägt sich bereits in den ersten Zeilen. RB stelle &#8220;Kapitalismus von seiner besten Seite dar&#8221;.  Während man sich noch fragt, ob damit das Trainingszentrum im Naturschutzgebiet oder die kapitalisierte Jagd auf Jugendtalente im gesamten Bundesgebiet gemeint sind, darf Studienleiter <a href="http://www.hhl.de/de/fakultaet/wirtschaftspsychologie-und-fuehrung/">Timo Meynhardt</a> schon konkretisieren: &#8220;Der Fußball-Klub habe faktisch die Region wachgeküsst.&#8221; Das ist nichts neues, wir hatten hier schon <a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/2016/10/12/momentchen-mal/">an anderer Stelle</a> festgehalten, dass eine Tollfindstrategie ja vor allem darüber läuft, RB Leipzig auf das umsatzstarke Unternehmen zu reduzieren, das es ist, und sich an den wirtschaftlichen Folgeeffekten für den städtischen Tourismus und die Kneipen in Stadionnähe zu freuen. Klasse!</p>
<p>Neu ist, dass nun als weiterer Kanal der Klarstellung dessen, dass RB Leipzig in keinem Fall etwas Schlechtes sein könne, die Wissenschaft bemüht wird. Klar: Was die Wissenschaft rausfindet, muss natürlich stimmen und ist folglich wahr. Ende der Diskussion. RB tut uns allen gut! Dabei überrascht die Renitenz, mit der verschiedene von HHL beschäftigte Professoren als RBL-Apologeten auftreten. Wenn man einmal als Experte vor eine Mikro geschleift wird und dort unvorsichtig eigene Meinung mit der professionellen Rolle und dem wissenschaftlichen Anspruch auf Unabhängigkeit verquickt – geschenkt. Aber die Häufung, in der die HHL als Fürsprecherin von RB Leipzig in die Öffentlichkeit auftritt, ist schon auffällig. (<a href="http://www.lvz.de/Sport/RB-Leipzig/News/HHL-Experte-RB-wirbt-gratis-fuer-Leipzig">Hier etwa</a>)</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de">
<p dir="ltr" lang="de">Die Umbenennung der <a href="https://twitter.com/hashtag/HHL?src=hash">#HHL</a> in Red Bull University steht kurz bevor. Und eine ganze Region wird davon profitieren. <a href="https://twitter.com/hashtag/RBL?src=hash">#RBL</a></p>
<p>— zwangsbeglueckt (@zwangsbeglueckt) <a href="https://twitter.com/zwangsbeglueckt/status/824540168841555968">26. Januar 2017</a></p></blockquote>
<h4>Eine Studie, um die Zweifler zu überzeugen</h4>
<p>Ein Blick in die <a href="http://www.hhl.de/fileadmin/texte/publikationen/studien/LS_Business_Psychology/Meynhardt_Franz_Der_Public_Value_des_RB_Leipzig_2017.pdf">zehn mauen Seiten</a> (<a href="http://www.hhl.de/en/details/news/der-rb-leipzig-ist-ein-gesellschaftliches-ereignis-ersten-ranges/">hier die Kurz-Kurzversion</a>), in der mit einer &#8220;innovativen, non-normativen Befragungstechnik&#8221; erzielten Befunde aufgeschrieben sind, verrät, dass es mit dem &#8220;Non-normativen&#8221; nicht so weit her ist. Wer schon allein die &#8220;Kernaussage der Studie&#8221; auf ihren dahinter liegenden Aussagegehalt befragt (keine Sorge, machen wir jetzt nicht in extenso), der muss sich wundern, ob er es mit einer wissenschaftlichen Studie oder mit einer gekauften Werbeseite im Handelsblatt zu tun hat.</p>
<figure id="attachment_1016" aria-describedby="caption-attachment-1016" style="width: 660px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Kernaussage-4.png"><img class="size-large wp-image-1016" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Kernaussage-4-1024x229.png" alt="" width="660" height="148" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Kernaussage-4-1024x229.png 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Kernaussage-4-300x67.png 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Kernaussage-4-768x172.png 768w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1016" class="wp-caption-text">Der Public Value des RB Leipzig, S. 2</figcaption></figure>
<p>Nicht nur, dass man sich fragen muss, welche Buzzwords der Managementlehre in diesen drei Zeilen eigentlich nicht gefallen sind. Es stellen sich die Fragen, welche Gesellschaft hier eigentlich gemeint sein soll, was &#8216;voranbringen&#8217; bedeutet und was die kulturellen, sozialen und politischen Ressourcen sein sollen, von denen hier großspurig die Rede ist. Gut, die politischen Ressourcen sind schnell ausgemacht. Da ist beispielsweise Burkhardt Jung, der ja ohnehin nicht mehr zu bremsen ist bei seinen Oden auf RB Leipzig – und nun auch einen der &#8220;Experten&#8221; darstellt, die für die &#8220;Studie&#8221; befragt wurden. Keine Pointe. Überhaupt ist die Liste derer, die über den &#8220;public value&#8221; von RB Leipzig Auskunft geben sollen, sehr &#8230; äh, speziell.</p>
<figure id="attachment_1022" aria-describedby="caption-attachment-1022" style="width: 660px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Experten.png"><img loading="lazy" class="size-large wp-image-1022" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Experten-696x1024.png" alt="" width="660" height="971" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Experten-696x1024.png 696w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Experten-204x300.png 204w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Experten-768x1130.png 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Experten.png 2000w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1022" class="wp-caption-text">Der Public Value des RB Leipzig, S. 6</figcaption></figure>
<p>Wie schnell auffällt, hat Prof. Meynhardt seine ganze wissenschaftliche Kompetenz aufgefahren und (fast) ausschließlich Sympathisanten und direkt Involvierte befragt. Eigentlich Wahnsinn. Da nützt auch das Feigenblatt Christoph Biermann (<a class="ProfileHeaderCard-screennameLink u-linkComplex js-nav" href="https://twitter.com/chbiermann">@<span class="u-linkComplex-target">chbiermann</span></a>) vom Magazin 11Freunde nichts, die nicht als die größten Freunde des Fußballinvestmentstandorts Leipzig gelten. Ansonsten durften Sponsoren, Fanvertreter, geneigte Journalisten (<a class="ProfileHeaderCard-screennameLink u-linkComplex js-nav" href="https://twitter.com/mmachowecz">@<span class="u-linkComplex-target">mmachowecz</span></a>,<a class="ProfileHeaderCard-screennameLink u-linkComplex js-nav" href="https://twitter.com/HandballKurti">@<span class="u-linkComplex-target">HandballKurti</span></a>), Vertreter der lokalen und regionalen Sportverbände, die sich, als es darum ging, als Steigbügelhalter des Projektes RB Leipzig hervorgetan haben, und – das muss als Witz gemeint sein –  Angestellte von RB Leipzig zum Wert von RB Leipzig Rede und Antwort stehen. Der letzte Clou findet sich allerdings ganz am Ende der Liste und hier wirft Prof. Meynhardt endgültig die letzten Reste seines Anspruchs über Bord: Die HHL diktiert sich ihre eigenen Ergebnisse ins Notizbuch. Wie gesagt: Eigentlich Wahnsinn.</p>
<p>Noch mal kurz zum Kapitalismus von seiner besten Seite und Nicht-Normativität. In der Studie liest sich das, wie folgt:</p>
<figure id="attachment_1021" aria-describedby="caption-attachment-1021" style="width: 660px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Capitalism.png"><img loading="lazy" class="size-large wp-image-1021" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Capitalism-1024x475.png" alt="" width="660" height="306" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Capitalism-1024x475.png 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Capitalism-300x139.png 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2017/01/Capitalism-768x357.png 768w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1021" class="wp-caption-text">Der Public Value des RB Leipzig, S. 3</figcaption></figure>
<p>Endlich-sind-wir-wieder-wer-Rhetorik gepaart mit Erlösungsvorstellungen at its best, sagen wir nur. Haben wir schon oft drüber geschrieben, müssen wir nicht noch mal machen. Bemerkenswert ist jedoch, dass hier eine gesellschaftlich mit Ausgewogenheit und Distanz betraute Institution wie eine Hochschule Rhetorik politischen Entscheidungsträger reproduziert und dünn mit dem Anstrich von Wissenschaftlichkeit versieht. Das ist nicht nur wissenschaftlich höchst fragwürdig, sondern auch forschungsethisch problematisch. Wenn sich Forschungseinrichtungen vor den Karren von Publicitiy und wirtschaftlichen Erfolgsgeschichten spannen lassen, ist es mit deren Unabhängigkeit nicht mehr weit her.</p>
<p>[Dazu, dass RB Leipzig selbst Auftraggeber der &#8220;Studie&#8221; sein soll, wie es einzelne Rufer bei Twitter suggerieren, haben wir nichts Belastbares gefunden.]</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de">
<p dir="ltr" lang="de">Der <a href="https://twitter.com/kicker">@kicker</a> erwähnt mit keinem Wort, dass der Auftraggeber dieser &#8220;positiven&#8221; &#8220;Studie&#8221; zu RB Leipzig, eben jener RB Leipzig selbst war. <a href="https://t.co/WRd62LcZq1">https://t.co/WRd62LcZq1</a></p>
<p>— (((Bjoern))) (@bjoernMaHe) <a href="https://twitter.com/bjoernMaHe/status/824314393341083652">25. Januar 2017</a> ]</p></blockquote>
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		<title>Transparenzparadies für den Powerjournalismus</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2016/12/23/transparenzparadies-fuer-den-powerjournalismus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jaygopp]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Dec 2016 15:52:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[handzahm]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor allem in den letzten Wochen haben wir Marcel Reif ein ums andere mal schmerzlich vermisst. Zwar vielmehr noch den kühnen „Zauberer“, der nicht nur den eher widerspruchungewohnten Kaiser-Teamchef Franz Beckenbauer geflissentlich piesackte und noch jahrelang der scharfzüngigste Fußballdeuter hierzulande war, als den späten Reif, dessen engagierte und nicht gleich auffallend gelangweilten on air-Minuten auf &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2016/12/23/transparenzparadies-fuer-den-powerjournalismus/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Transparenzparadies für den Powerjournalismus</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor allem in den letzten Wochen haben wir Marcel Reif ein ums andere mal schmerzlich vermisst. Zwar vielmehr noch den kühnen „Zauberer“, der nicht nur den eher widerspruchungewohnten <a href="https://www.youtube.com/watch?v=QmDD7poTYRs" target="_blank">Kaiser-Teamchef Franz Beckenbauer</a> geflissentlich piesackte und noch jahrelang der scharfzüngigste Fußballdeuter hierzulande war, als den späten Reif, dessen engagierte und nicht gleich auffallend gelangweilten on air-Minuten auf ein Minimum geschrumpft waren. Aber uns hätte jüngst ja schon seine offenkundig beleidigte Stimmlage gereicht, mit der er beispielsweise im vorletzten Frühjahr vermehrt der über Monate hinweg von der Sky-Regie aufgesetzten Vorgabe nachkam, das schlussendlich schnell vergängliche Ringduell zwischen Floyd Mayweather Jr. und Manny Pacquiao im eigenen Live-Spielkommentar zum vermeintlichen „Jahrhunderboxkampf“ aufzuladen.</p>
<p><span id="more-943"></span><br />
Nur hat der leider auch schon 67-jährige Reif bekanntlich vor der Saison dem Bundesliga-Pay-TV den Rücken gekehrt, sodass zuletzt niemand der gegenwärtigen Sky-„Klatschpappen“ (Zit. <a href="https://twitter.com/sparschaeler/status/811679102453383168" target="_blank">@sparschaeler</a>) auch nur ansatzweise zur Erkenntnis kommen wollte, dass die enervierenden Dauerhinweise auf die hauseigene Doku „Generation Power-Fußball – die Idee RB Leipzig“ mindestens den legitimen Straftatbestand vorsätzlicher Gehirnwäsche erfüllten. Unsere bekehrungsfreudige Beeinflussbarkeit wiederum hatten sie damit schamlos ausgenutzt. Voller Vorfreude und mit aufgeschlagenem Tafelwerk waren wir vollkommen davon überzeugt, uns stünde am Mittwochabend noch die Entschlüsselung der quantenphysikkomplexen fußballerischen Enigma von RB Leipzig sekündlich bevor.</p>
<p><strong>E = m x c zum Quadrat &#8211; Rückkehr nach Schloss Einstein</strong></p>
<p>Nun ja, dieser frommorthodoxe Glaube an die vom Cottaweg aus in die Welt der Unwissenden getragene verheißungsvolle Fußballidee wurde dann jedoch ziemlich ins Wanken gebracht. Das dramatische Intro kündigte mitreißend Bahnbrechendes an, doch angesichts des in Sachen RB leider schon allzu gewohnten heimeligen Heile-Welts-Geschwafels während der folgenden knappen halben Stunde wären <a href="https://www.youtube.com/watch?v=HSt3BGj1uqY" target="_blank">Sebastian Krumbiegel und der MDR-Kinderchor</a> das weitaus geeignetere musikalische Hintergrundrauschen gewesen.  Denn – soviel vorweg – mehr als endlich wieder einen Besuch auf Schloss Einstein bekommt man nicht zu sehen.</p>
<p>„Viel Athletik, schnelle Sprints, der jüngste Kader der Bundesliga […] Perfektion ist Trumpf!“ scharwenzelt Autor und Regisseur Jürgen Müller pflichtbewusst aus dem Off. The Wizard of Off. Aber dass E = m x c zum Quadrat die dem Geheimnis unserer Bullen einzig auf die Schliche kommende Formel ist, wissen wir Bluechips schon seit Ralf Rangnicks Amtsantritt. Die blumigste Laudatio bleibt allerdings Ralph Hasenhüttl vorbehalten. „Jedes Training ist ein Erlebnis mit den Jungs, wenn wir unsere engen Spielformen spielen; welche Lösungen sie uns dann immer wieder zeigen und man gar nicht mehr mitkommt, weil das alles so schnell geht. Das ist schon faszinierend“, schwärmt der stolze Lehrer, als würde er eine vielfach prämierte „Jugend forscht“-Gruppe anleiten.</p>
<p>Doch ohne ausreichend Schlaf und gesunde Ernährung wird sich noch der talentierteste Jungbulle am indoktrinierten „Powerfußball“ kläglich verheben, weswegen die Klubperfektionisten nichts dem Zufall überlassen und selbst das Zubettgehen volljähriger Bundesligaprofis kontrollieren. Denn „Spieler, die schlapp sind, könnten sich leichter verletzen“, zitiert Müller fachkundig aus seiner sportwissenschaftlichen Doktorarbeit. Bloß gut, dass auf diese Schlussfolgerung noch niemand anderes gekommen ist. Wobei, wer sich wie wir hypnotisiert auf diese Doku einlässt, kann sich nur genau das vorstellen.</p>
<p><strong>Sehnsucht nach der obligatorischen Konkurrentenschelte<br />
</strong></p>
<p>Folgerichtig sehnten wir also noch die obligatorische Konkurrentenschelte herbei, mit der alle Jünger auch schon bald belohnt werden sollten: „RB unterscheidet sich mit seinem Ansatz von anderen Aufsteigern. In Leipzig wurden kaum renommierte Profis verpflichtet, die die erste Liga kennen und für eine Hackordnung sorgen.“ Mit freundlichen Grüßen an den vor renommierten Profis überquellenden Kader des SC Freiburg oder frühere Aufsteiger wie Darmstadt, Ingolstadt, Paderborn, Braunschweig, Fürth, St. Pauli oder Mainz. Aber weil das alles noch nicht dämlich genug ist, um wahr zu sein: „Hier sind fast alle im gleichen Alter, es bilden sich auch privat Freundschaften.“ Vor allem unter BFF’s, wie es Davie Selke und Yussuf Poulsen sind, gönnt man sich sogar gegenseitig die Einsätze, auch wenn der eine kaum weniger Ambitionierte dafür auf der Bank versauert.</p>
<p>Doch noch ehe uns alle Tränen der Rührung über die Wangen geronnen sind, schlägt Jürgen Müller in bester „Deep Throat – Follow the Money“-Manier knallhart das Wirtschaftsressort auf: „Finanziell ist RB mit dem Gehaltsetat im Mittelfeld.“ Am Mittwoch in der Münchner Arena hatten sie dann leider gleich ganz auf ein Mittelfeld verzichtet. Ohne Salary Cap wäre das nicht passiert. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=7A5QZR_yPs8" target="_blank">„Alles ist, alles ist relativ normal. Alles ist, alles ist uns manchmal echt egal, denn Einstein hatte nur ne’ vier in Mathe.“</a> Aber genau dafür haben Sky, Jürgen Müller und sowieso wir alle sie ja auch schneller als einen blitzartigen Yussufpoulsenkonter ins Herz geschlossen, unsere stets bescheidenen Bullen.</p>
<p>Und in Wahrheit bilden keine elenden Formeln, Daten, Fakten, ein „Riesenspeicher, den man füttern muss“ oder sonst was Geniales den eigentlichen Kern dieser dokumentarischen Romanze von Sky und RB, sondern drei Angehörige der Generation Powerfußball. Dieser einzigartigen, patentpflichtigen „Idee“ aus dem Hause RB, der Müller wie kein Zweiter auf der Fährte ist, dabei „den Zuschauern einmalige Einblicke in den Alltag von Profifußballern gibt und einen Blick hinter die Kulissen des etwas anderen Aufsteigers wirft“, wie die <a href="http://info.sky.de/inhalt/de/medienzentrum_news_pr_18122016.jsp" target="_blank">Pressemitteilung</a> aus Unterföhring anzupreisen wusste. Dass wir dabei von einem seichten Mix aus „Einsatz in 4 Wänden“ und „We are family – so lebt Deutschland“ berieselt werden sollten, verschwieg der Sender wohlweislich.</p>
<p><strong>Gelb ist die Farbe der Neider: einzigartige Einblicke ins Herz der RB-Profis</strong></p>
<p>„Ich fühle mich viel gelöster, viel freier vor dem Tor“, frohlockt der aus Stuttgart gekommene Neuzugang Timo Werner sogleich. Das muss an der Leipziger Luft liegen. Bloß gut, dass es RB noch nicht vor gut 25 Jahren gab, als die Schlote im Braunkohlesüdraum noch jedes weiß gewaschene Bettlaken auf der Leine pechschwarz berußten. Aber in den Wendewirren war ja noch nicht mal ansatzweise an solch exquisit aufbereitete Quartiersmöglichkeiten zu denken, aus denen Werner nunmehr im heutigen #Hypezig des postfaktischen Zeitalters 2016 auswählen konnte. Wir mussten ja erstmal alle für einen Bundesligisten auf die Straße gehen. Auf dem Weg zur Wohnungsbesichtigung („Hell ist sie, vielleicht noch ein bisschen zu klein“) lässt er die Kamera sogar auf den Beifahrersitz, um derweil am Lenkrad an seinem Image vom breitschultrigen StVO-Rambo zu feilen: „Hier muss man ziemlich aufpassen, hier gibt’s so viele Rotblitzer. Ich bin doch einer, der ziemlich oft und gerne auch über Gelb fährt.“</p>
<p>Aber Gelb ist bekanntlich die Farbe aller Neider, die wir bis auf einen in der Bundesligatabelle schon lange hinter uns gelassen haben. Für die wirklichen Herausforderungen des Lebens weiß Werner unterdessen stets die Presseabteilung des Klubs an seiner Seite, wie wir erfahren; allen voran nach seiner folgenreichen Elfmeterschwalbe gegen Schalke: „Er soll vor alle Kameras treten, um eine nachträgliche Sperre zu vermeiden“, rieten sie ihm eindringlich. Denn bei RB setzt man von Haus aus auf Transparenz, daran werden wir gleich noch erinnert. Das einzig Bemerkenswerte an dieser längst erschöpfend durchgekauten Chose ist ja, dass RB’s Kommunikationsdirektor <a href="https://kress.de/news/detail/beitrag/130810-mitglied-der-sport-bild-chefredaktion-florian-scholz-wechselt-zu-rb-leipzig.html" target="_blank">Florian Scholz</a> jahrelang selbst den Chefreporter von Springers Revolverblättchen <em>Sport Bild</em> gab, das sich seit jeher um zurückhaltenden Journalismus aus objektiv-feinsinnigem Vokabular verdient gemacht hat.</p>
<p>„Vielleicht hätte ich es energischer sagen müssen, dass Fährmann mich nicht berührt hat“, sagt Werner jedenfalls reumütig. Vielleicht hätte man aber auch Sky energischer sagen müssen, dass sie kein besserer Red Bull Mediahouse-Abklatsch sind. Die LVZ tat sich in ihrer Mittwochsausgabe jedenfalls mal wieder als der falsche Resonanzraum dafür hervor: „Bisher sind wir erst ein-, zweimal hinter die Wohnungstür von Fußball-Profis gekommen. Die Transparenz des gesamten Vereins ist nicht alltäglich. Der Klub hat nichts zu verbergen“, durfte Jürgen Müller dort allen Ernstes unwidersprochen zum Besten geben.</p>
<p><strong>„Der Klub hat nichts zu verbergen“</strong></p>
<p>Aber für nörgelnde Gedanken lässt uns Müller keine Möglichkeit. Denn „ein paar Straßen weiter“, gleich am „Stadtpark“, der älteren Einheimischen in prähistorischen RB-Zeiten noch als Clara-Zetkin-Park bekannt gewesen sein muss (aber damals trug das Zentralstadion ja auch noch seinen Geburtsnamen und Sky war noch Premiere), wohnt Davie Selke auf 160-Penthousequadratmetern in trauter 3er-WG mit Papa Teddy und Carlos &#8211; kein Schakal, nur ein Hund. Könnte also eng werden. „Im Leipziger Nachtleben sieht man Davie eher selten“, erfährt man dort. Das aber wäre wenigstens ein Aufhänger für eine RTL2-taugliche Milieustudie gewesen. Und selbst wer in seiner Freizeit irgendein Amüsement an den vier Wänden irgendwelcher Uper Class-Promis findet, sollte keinesfalls mit diesem Doku-Mehrteiler seine Zeit vergeuden, sondern lieber die <em>MTV Cribs</em> des guten alten, wirklich witzigen Mackers <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MGvgVvfoiyM" target="_blank">Shaquille O’Neal</a> nachschauen, dessen Bett allein 160 Quadratmeter umfasst.</p>
<p>Ernsthaft greifbare Ansatzpunkte einer entwicklungsfähigen Story böte einzig und allein der wohltuend ungefilterte Terrence Boyd, dem nach zwei Kreuzbandrissen schon das Karriereende drohte, der nun um Anschluss und Berücksichtigung im Kader ringt und trotzdem vielleicht schon bald mit Freundin und kleinem Baby seine Zelte abbrechen muss, wenn er von Hasenhüttl weiterhin keine Chancen auf Bundesligaminuten bekommt. Das wäre Dokumentarjournalismus gewesen. Doch statt den Scheinwerfer auf Boyds Geschichte zu richten, schwingt ihn Jürgen Müller hin und her und kreuz und quer. Heraus kommt lediglich wohlfeile Klub- &amp; Red-Bull-PR.</p>
<p>Aber wir wollen absolut nicht meckern, schon gar nicht am Wohlfühlfaktor dieses Formats. Im Nachmittagsprogramm von <a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/2016/10/31/ab-heute-neu-im-osten-geht-die-sonne-auf-tv/" target="_blank">„Im Osten geht die Sonne auf-TV“</a> würden wir uns die Finger danach wundlecken, um unserem treudoofen Publikum derart „einmalige Einblicke in den Alltag von Profifußballern“ und „hinter die Kulissen des etwas anderen Aufsteigers“ bieten zu können. Das einzig wirklich Ärgerliche an diesem 0815-Werbe-Deal zwischen Sky und RB ist die vollkommen deplatziert aufgeplusterte Inhaltsleere im „Insider“-Gewand. Aber vielleicht erkundigen sich beide Partner für die weiteren Folgen dieser mehrteiligen Reihe ja einfach noch mal beim Platzhirsch, wie ein glaubwürdiges „down to earth“ <a href="https://twitter.com/flopumuc/status/811857824565395456?lang=de" target="_blank">Rummeniggescher Prägung</a> gelingt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wir werden wirklich eins!</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2016/11/18/wir-werden-wirklich-eins/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Nov 2016 12:43:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[handzahm]]></category>
		<category><![CDATA[Dauerkarten]]></category>
		<category><![CDATA[Jung]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
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					<description><![CDATA[Der fetzige Slogan zum Aufstieg der Wiesensportler klang ja schon ein bisschen nach Einheitspartei und wie ausgedacht. Nun stellt sich aber langsam heraus: Alles wird wahr. Die Unterschiede zwischen der Stadt und dem Projekt werden immer verschwommener, die Grenzen beginnen zu fließen. Jüngstes Beispiel: Der Oberbürgermeister Burkhard Jung beantragt den Kauf von „bis zu vier“ &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2016/11/18/wir-werden-wirklich-eins/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Wir werden wirklich eins!</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der fetzige Slogan zum Aufstieg der Wiesensportler klang ja schon ein bisschen nach Einheitspartei und wie ausgedacht. Nun stellt sich aber langsam heraus: Alles wird wahr. Die Unterschiede zwischen der Stadt und dem Projekt werden immer verschwommener, die Grenzen beginnen zu fließen. Jüngstes Beispiel: Der Oberbürgermeister Burkhard Jung beantragt den Kauf von „bis zu vier“ Dauerkarten bei RB. Auf Kosten der Stadt, selbstverständlich. Doch bevor leichte Empörung auch nur aufsteigen kann, beginnt man beim Lesen des Antrages zu staunen.</p>
<p><span id="more-845"></span></p>
<p>Die Begründung ist einerseits ganz klar: Der OB will seine zahlreichen „nationalen und internationalen Gäste“ eben würdig empfangen und deshalb das Stadion als „Ort der Begegnung, des Austausches und der Repräsentation nutzen“. Das leuchtet unmittelbar ein, dafür gibt es sonst ja auch kaum Orte in der Stadt, da ist es immer schön, ein paar Tickets in der Hinterhand zu haben. Bei unangemeldetem Besuch sind die Dauerkarten für RB quasi die tiefgefrorenen Bratenreste des großen Mannes.</p>
<p><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/Beschlussvorschlag-OBM.png"><img loading="lazy" class="alignnone size-full wp-image-853" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/Beschlussvorschlag-OBM.png" alt="" width="938" height="304" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/Beschlussvorschlag-OBM.png 938w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/Beschlussvorschlag-OBM-300x97.png 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/Beschlussvorschlag-OBM-768x249.png 768w" sizes="(max-width: 938px) 100vw, 938px" /></a></p>
<p>Herrlich ist aber die Darstellung von RB, und damit steigt der Antrag gleich furios ein. Achtung, anschnallen: „RB Leipzig gehört nicht erst seit seinem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga zu einem der stark imagebildenden Faktoren. Mit seinem Spielort im Herzen der Stadt sowie seiner konsequenten und werteorientierten Verfolgung sportlicher Ziele spiegelt der Verein glaubwürdig die Identität der Sportstadt Leipzig.“</p>
<h4>Was nehmen die eigentlich im Büro des OBM?</h4>
<p>Werteorientiert? Glaubwürdig? Identität? Was nehmen die eigentlich im Büro des OBM beim Schreiben solcher Texte? Schön sieht man außerdem, wie dem OB und seinen Wortakrobaten die Muffe geht beim Gedanken an ein neues Stadion in der Pampa, quasi an der Milz dieser Stadt.</p>
<p>Der Rest des Antrages macht sich dann Sorgen um mögliche Korruptionsvorwürfe, aber um Missverständnissen vorzubeugen: Nicht etwa der OB oder unsere herrliche Stadt ist hier empfänglich! Das wäre auch angesichts von großzügigen <a href="http://www.lvz.de/Sport/RB-Leipzig/News/Stadtholding-steigt-als-Sponsor-bei-RB-Leipzig-ein" target="_blank">Sponsoringverträgen</a> eine sehr bösartige Unterstellung. Nein, korrupt sind höchstens die Anderen, die man zum Spiel mitnimmt, da muss man ein wenig aufpassen, aber auch das ist kein Problem. Zudem will man ja „reguläre Dauerkarten“ und keine VIP-Tickets erwerben. Wie sich das dann mit der erhofften repräsentativen Wirkung vertragen soll, wird der OB schon wissen.</p>
<p>Vielleicht ist das Ganze ohnehin ein Kniff, um trägen Mitarbeitern in der Kfz-Meldestelle auf die Sprünge zu helfen. Denn falls mal kein Besuch bei Jung anklopft und ausgeführt werden will, „ist eine Vergabe an ehrenamtlich Engagierte oder Mitarbeiter für ihre besondere Leistung möglich“. Eine Auszeichnung für die Mitarbeiter der Woche quasi.</p>
<p>Wir freuen uns als nächsten Schritt schon auf den Erwerb von bis zu vier Dauerkarten für Mateschitz im Leipziger Stadtrat. Und irgendwann sind wir wirklich alle eins.</p>
<figure id="attachment_865" aria-describedby="caption-attachment-865" style="width: 660px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/14252835255_29fefa6f64_o.jpg"><img loading="lazy" class="size-large wp-image-865" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/14252835255_29fefa6f64_o-1024x681.jpg" alt="" width="660" height="439" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/14252835255_29fefa6f64_o-1024x681.jpg 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/14252835255_29fefa6f64_o-300x200.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/11/14252835255_29fefa6f64_o-768x511.jpg 768w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a><figcaption id="caption-attachment-865" class="wp-caption-text">Foto: OECD/ITF | CC BY-NC-ND 2.</figcaption></figure>
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		<title>Gipfeltreffen</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2016/10/13/gipfeltreffen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Oct 2016 06:58:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[handzahm]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Guido Schäfer]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht jede und jeder schafft es ja, den Sportteil der LVZ zu lesen; schon vorher warten so viele interessante und hintergründige Geschichten auf die ständig wachsende Leserschaft, dass dann die kritischen Reportagen und Hintergrundstories der sportiven Redaktion auf der Strecke bleiben. Deshalb heute unser Service: Wir haben mal die besten Stellen aus dem knallharten Gespräch &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2016/10/13/gipfeltreffen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Gipfeltreffen</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht jede und jeder schafft es ja, den Sportteil der LVZ zu lesen; schon vorher warten so viele interessante und hintergründige Geschichten auf die ständig wachsende Leserschaft, dass dann die kritischen Reportagen und Hintergrundstories der sportiven Redaktion auf der Strecke bleiben. Deshalb heute unser Service: Wir haben mal die besten Stellen aus dem knallharten Gespräch extrahiert, dass Reportergott Guido Schäfer mit dem RB-Vorstandsvorsitzenden Oliver Mintzlaff führte. Es ging gewohnt kritisch zur Sache, man will eben immer noch eine Spur genauer nachfragen als das Red Bulletin, so viel Ehrgeiz hat man im Peterssteinweg. Aber genug der Vorrede, hier unsere Top Ten:</p>
<p><span id="more-804"></span></p>
<p>10) „Wir machen unsere Entscheidung nicht abhängig davon, ob es dem Trainer, den Spielern, den Fans oder mir in der Red Bull Arena gefällt, sondern welcher Standort gut für die weitere Entwicklung des Vereins ist.“</p>
<p>9) „Wir werden zudem auch bei Financial Fair Play transparent vorgehen und keine Regeln aushebeln.“</p>
<p>8) „Es gibt kein Banner-Verbot, es müssen aber Entscheidungen im Sinne des Vereins getroffen werden. Die besagte Fläche ist eine Werbefläche – die muss sichtbar sein.“</p>
<p>7) „Red Bull ist das Beste, was der Bundesliga passieren konnte!“</p>
<figure id="attachment_810" aria-describedby="caption-attachment-810" style="width: 549px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/15417678106_6f5866691f_o.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-810" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/15417678106_6f5866691f_o-300x218.jpg" width="549" height="399" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/15417678106_6f5866691f_o-300x218.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/15417678106_6f5866691f_o-768x558.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/15417678106_6f5866691f_o.jpg 1024w" sizes="(max-width: 549px) 100vw, 549px" /></a><figcaption id="caption-attachment-810" class="wp-caption-text">Foto: Kelley ., <a href="https://www.flickr.com/photos/kg8831/15417678106/in/photolist-5i7hjs-k9wCuP-pupCyj-camTkQ-pj9FDk-nbD61t-d2Z3PS-abgHzd-6QEoPa-6QJCiA-5efG6c-p93eNm-6QJssy-6QEn5v-76gCT5" target="_blank">flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC BY-NC-ND 2.0</a></figcaption></figure>
<p>6) „Grundsätzlich gilt für RB Leipzig: Wir verbiegen uns nicht, egal vor welchen Randgruppen.“</p>
<p>5) „Wir müssen – wie jeder andere Klub – möglichst viele Einnahmen generieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“</p>
<p>4) „Wir sind ein Verein, nach Meinung vieler aus der Branche, d e r Verein zum Anfassen mit sehr vielen positiven Attributen“</p>
<p>3) „Die Debatte [um RB] wird nicht mehr oft geführt. Aber wenn, dann sicher heuchlerisch.“</p>
<p>2) <em>RB Salzburg und RB Leipzig werden von Red Bull finanziert und sind ansonsten &#8230;</em></p>
<p>&#8230; eigenständige Vereine.</p>
<p>And the Winner is&#8230; [hier Trommelwirbel einfügen]:</p>
<p>1) „Wir haben ein Budget.“</p>
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		<title>Momentchen mal!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Oct 2016 11:42:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[handzahm]]></category>
		<category><![CDATA[Burkhard Jung]]></category>
		<category><![CDATA[Kölmel]]></category>
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		<category><![CDATA[RB Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Standort]]></category>
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					<description><![CDATA[Eigentlich finden wir selbst es ja langweilig, immer wieder auf Offensichtliches hinzuweisen. Doch gelegentlich kommt es zu Zuspitzungen, die selbst uns mit offenen Mündern zurücklassen. So geschehen gestern, als die Friedrich-Ebert-Stiftung zum 5. Mitteldeutschen Wirtschaftsdialog einlud. Thema:  LEIPZIG Fußballstadt Leipzig. Chancen und Herausforderungen. &#8220;Fußballstadt Leipzig&#8221; bedeutete in diesem Fall freilich RB Leipzig. Und es ging um &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2016/10/12/momentchen-mal/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Momentchen mal!</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich finden wir selbst es ja langweilig, immer wieder auf Offensichtliches hinzuweisen. Doch gelegentlich kommt es zu Zuspitzungen, die selbst uns mit offenen Mündern zurücklassen. So geschehen gestern, als die Friedrich-Ebert-Stiftung zum 5. Mitteldeutschen Wirtschaftsdialog einlud. Thema:  <a href="https://www.facebook.com/events/196756294079373/" target="_blank">LEIPZIG Fußballstadt Leipzig. Chancen und Herausforderungen</a>. &#8220;Fußballstadt Leipzig&#8221; bedeutete in diesem Fall freilich RB Leipzig. Und es ging um das wirtschaftliche Heilsversprechen, das nicht nur mit diesem &#8220;Verein&#8221; verbunden wird, sondern mit dem Aufstieg in die erste Bundesliga nun angeblich kurz vor der Einlösung steht. Nachlesen kann man das bei den üblichen Hofschreibern (<a href="http://www.lvz.de/Sport/RB-Leipzig/News/Wachstumsmotor-RB-Leipzig-Der-Fussball-allein-wird-es-nicht-richten" target="_blank">hier</a> und <a href="http://rotebrauseblogger.de/2016/10/12/burkhard-jung-goes-initiative-60plus/" target="_blank">hier</a>).<span id="more-785"></span></p>
<figure id="attachment_786" aria-describedby="caption-attachment-786" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/thinking-272677_1920.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-786" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/thinking-272677_1920-300x217.jpg" alt="thinking-272677_1920" width="600" height="434" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/thinking-272677_1920-300x217.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/thinking-272677_1920-768x556.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/thinking-272677_1920-1024x741.jpg 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2016/10/thinking-272677_1920.jpg 1920w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-786" class="wp-caption-text">Foto: geralt, <a href="https://pixabay.com/de/nachdenken-denkarbeit-mann-gesicht-272677/" target="_blank">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank">CC0 1.0 Universell (CC0 1.0) </a></figcaption></figure>
<p>So weit, so bekannt, dachten auch wir und kamen dann doch ins Grübeln. Moment mal, ist es wirklich so selbstverständlich, über einen lokalen Fußballverein zu sprechen, als hätte sich ein internationaler Konzern am Standort Leipzig niedergelassen? Im Zusammenhang mit RB ist das offenbar völlig legitim und auch lange nicht mehr weiter erklärungsbedürftig. Schon allein der vom Veranstalter geschaffene Rahmen, das Spektrum, innerhalb dessen hier über einen Fußballverein gesprochen wurde, verrät, dass es in Bezug auf RB offenbar noch nie wirklich um Fußball im sportlichen Sinne ging. Im Gegenteil. Mittlerweile wird das sogar mantellos und wie selbstverständlich vorausgesetzt, von RB als &#8220;Wachstumsmotor&#8221; gesprochen, und der Bundesliga-Aufstieg als Marker einer vor allem wirtschaftlichen Zeitenwende für die sich daran ergötzenden Heldenstadt abgefeiert.</p>
<p>Bürgermeister, Medienunternehmer und Handelskammerchef können sich munter mit neu erreichter internationaler Reichweite, Existenzgrundlagen und Mehrwerten die Taschen vollhauen und keiner findet das merkwürdig. Wären wir RB-Jünger, wir wären äußerst beleidigt. Entsteht doch so der Eindruck, dass es auch jeder beliebige andere Verein hätte sein können, dem die Stadt Tür und Tor geöffnet hätte. Hauptsache Bundesliga und der damit erreichte Anschluss an den &#8220;Wachstumsmotor Bundesliga&#8221; ist geschafft.</p>
<p>Wie gesagt, alles nicht neu, und anderer Stelle haben wir uns auch <a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/2014/10/28/standardsituationen-der-rb-affirmation-3/" target="_blank">schon mal damit beschäftigt</a>. Aber in dieser schnörkellosen Deutlichkeit vorgetragen, sind die monothematischen Erwartungen, die mit RB in Verbindung gebracht werden, dann doch noch mal speziell.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Die Rechnung bitte!</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2016/05/24/die-rechnung-bitte/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ansgar]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 May 2016 06:57:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
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		<category><![CDATA[Aufstieg]]></category>
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		<category><![CDATA[Gebühren]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Aufstiegsfeier von RB Leipzig hat so einige Dinge sichtbar werden lassen, die die aufmerksame Leserschaft hier längst wusste: Die Marketing-Inszenierung des eigenen Fußballprodukts schreckt vor wenig zurück und ist nicht immer geschmackssicher. Die rot beflaggte Innenstadt und die Parole &#8220;Wir sind E1ns&#8221; kann man noch als Initialen des Siegers durchgehen lassen, auch wenn es &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2016/05/24/die-rechnung-bitte/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Die Rechnung bitte!</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Aufstiegsfeier von RB Leipzig hat so einige Dinge sichtbar werden lassen, die die aufmerksame Leserschaft hier längst wusste: Die Marketing-Inszenierung des eigenen Fußballprodukts schreckt vor wenig zurück und ist nicht immer geschmackssicher. Die rot beflaggte Innenstadt und die Parole &#8220;Wir sind E1ns&#8221; kann man noch als Initialen des Siegers durchgehen lassen, auch wenn es in seiner planmäßigen Durchführung von oben doch ein wenig an früher erinnerte. Die dreistündige Aufstiegsshow vom Pfingsmontag läuft dann nicht mehr unter der Rubrik &#8220;Geschmacksfrage&#8221;. Selbst vielen RB-Anhängern gefiel die Inszenierung von <a href="http://www.l-iz.de/sport/fussball/2016/05/aufstiegsfeier-von-rb-leipzig-tv-event-mit-dose-in-der-hand-138129">&#8220;Schwiegertochter gesucht&#8221;-Momenten mit Coltortis Familie</a>, Grußworten zufälliger Sportler und vor allem der stundenlange Vorlauf für vergleichsweise wenig Kontakt zur Mannschaft nicht. Offenen Widerspruch gab es dann, als die eingeladenen Ostrock-Legenden Silly in Trikots von Ostklubs aufliefen. Neben diesem Symbolgewitter ostdeutsche Tradition vs. globaler Funsport kam die berechtigte Frage auf, wer denn nun was von dieser TV-Show bezahlt hat.</p>
<p>Denn was da live über den Äther lief, war die Verquickung öffentlich-rechtlichen Repräsentationsanspruchs und der Marketing-Kalkulation von RB. Tolle Markenpräsenz in einem positiven Umfeld für beide. Die Produktionskosten für eine dreistündige Livesendung samt Bühne und Live-Acts sowie Moderation sind auch nicht mal eben aus der Portokasse zu bezahlen. Mal ganz abgesehen von der Frage, wie weit es sich für einen öffentlich-rechtlichen Sender schickt, das Event eines privatwirtschaftlichen Unternehmens mitzugestalten und zu finanzieren. Twitter-User Stadioncheck bekam auf seine Fragenliste an den MDR mit zwei Tagen Verzögerung folgende Antwort von der MDR-Pressestelle:</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de">
<p dir="ltr" lang="de">.<a href="https://twitter.com/stadioncheck">@stadioncheck</a> Die Antworten auf Ihre Fragen zur <a href="https://twitter.com/hashtag/RBLAufstiegsfeier?src=hash">#RBLAufstiegsfeier</a>: <a href="https://twitter.com/mdrde">@mdrde</a> <a href="https://twitter.com/SportimOsten">@SportimOsten</a> <a href="https://twitter.com/marcusengert">@marcusengert</a> <a href="https://t.co/xsj21vVOtZ">pic.twitter.com/xsj21vVOtZ</a></p>
<p>— MDR Presse (@MDRpresse) <a href="https://twitter.com/MDRpresse/status/732874552431267840">18. Mai 2016</a></p></blockquote>
<p><script src="//platform.twitter.com/widgets.js" async="" charset="utf-8"></script></p>
<p>Da insbesondere der zweite Teile der Antwort (zusammengefasst etwa: &#8220;Wir hatten ja nüschd!&#8221;) sehr nach Vorwärtsverteidigung klang und die Berechtigung der Frage an sich kritisierte, dachten wir, wir fragen mal nach. Also schrieben wir an die RB-Presseabteilung und stellten dieselben Fragen. Und siehe da, die Antwort unterscheidet sich in einem interessanten Detail:</p>
<blockquote><p>Wir bitten um Verständnis, dass wir Ihnen zur genauen Vertragsgestaltung keine Auskunft geben können. RB Leipzig war der Veranstalter, während der MDR die anfallenden Produktionskosten für die TV-Übertragung sowie die Kosten für die von ihnen gebuchten Künstler getragen hat. Die Stadt Leipzig hat keinerlei Kosten zu tragen gehabt.</p></blockquote>
<p>Das klingt dann doch anders als in der MDR-Antwort: Hier wurde nicht nur &#8220;das Sendesignal&#8221; produziert, sondern eben doch die ganze Show. Statt &#8220;Akquise&#8221; von Bands (ostdeutsch auch: &#8220;besorgen&#8221;) übernahm der MDR wohl das gesamte Booking. Auf deutsch: Bis auf den Auf- und Abbau der Bühne und die Veranstalternebenkosten (Versicherung, Anmeldung, Werbung) hat der MDR den Großteil der Aufstiegsfeier von RB Leipzig bezahlt. Während der BR gerade eine Übertragung der Bayern-Double-Feier ablehnte, weil der Verein einen finanziellen Zuschuss in Form von Lizenzgebühren <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/pokalfeier-eklat-der-zuschauer-sieht-was-ihn-der-fc-bayern-sehen-laesst-1.3003753" target="_blank">verlangte</a>, sponsert der MDR also eine dreistündige Feier für den reichsten Fußballklub des Sendegebietes. Starkes Stück!<br />
&nbsp;</p>
<p>UPDATE 13:58 Uhr: Nach unserer Veröffentlichung der nicht ganz deckungsgleichen Antworten hat die MDR-Pressestelle klar gestellt, dass <a href="https://twitter.com/MDRpresse/status/735042365887524865" target="_blank">&#8220;beide Recht haben&#8221;</a>. Weil nämlich<a href="https://twitter.com/MDRpresse/status/735065080581214209" target="_blank"> gar keine Gagen gezahlt</a> worden sein. Das umschifft die Frage nach den Kosten und wer sie getragen erneut, weswegen wir unsere Anfrage an den MDR (per Mail und Tweet) präzisiert haben:</p>
<p>1)	Wie hoch sind Kosten für die vom MDR übernommenen Leistungen zur Produktion der dreistündigen Aufstiegs-Show?</p>
<p>2)	Wenn keine Gagen gezahlt worden sind, welche Kosten sind für die Anreise, Unterbringung und Verpflegung der Künstlerinnen sowie für die GEMA bzw. GVL angefallen?</p>
<p>3)	Welche Abteilung hat die Einladung und Organisation der Künstler-Auftritte übernommen? War dabei die mehrfach vorgetragene Formulierung, &#8220;ein Fanfest für alle Ostvereine&#8221; zu sein, ausschlaggebendes Kriterium für die Finanzierung aus MDR-Mitteln?</p>
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		<title>Der RoteBrausePrediger und das Problem, das keins sein soll</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2015 11:47:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[handzahm]]></category>
		<category><![CDATA[Argumente]]></category>
		<category><![CDATA[Debattenhoheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
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		<category><![CDATA[rotebrauseblogger]]></category>
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					<description><![CDATA[Der rotebrauseblogger schreibt nicht nur das Internet voll und bringt Zuschauer bei einer Dose Bier zum Wegnicken, sondern darf sich nun auch bei ZEIT ONLINE und damit in der klassischen Printpresse ausprobieren. (update: unterscheidungen von online und offline halten wir offenkundig für eine überholte, alteuropäische sitte.) Die ZEIT verfolgt damit weiter ihre kürzlich schon begonnene Linie &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2015/04/07/der-rotebrauseprediger-und-das-problem-das-keins-sein-soll/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Der RoteBrausePrediger und das Problem, das keins sein soll</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der rotebrauseblogger schreibt nicht nur das Internet voll und bringt <a href="https://youtu.be/_o-kSfdWOzU" target="_blank">Zuschauer bei einer Dose Bier zum Wegnicken</a>, sondern darf sich nun auch bei ZEIT ONLINE und damit <a title="Red Bull ist nicht das Problem" href="http://www.zeit.de/sport/2015-04/rb-leipzig-profifussball-wettbewerb" target="_blank">in der klassischen Printpresse ausprobieren</a>. <em>(update: unterscheidungen von online und offline halten wir offenkundig für eine überholte, alteuropäische sitte.)</em> Die ZEIT verfolgt damit weiter ihre kürzlich schon begonnene Linie ‚Kritische Berichte zu RB haben wir genug gelesen, wir machen jetzt ein wenig <a title="Naiv statt investigativ" href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2015/03/10/naiv-statt-investigativ/" target="_blank">Normalisierung</a>’. Mit einer veränderten Sachlage hat das nichts zu tun, sondern eher mit der journalistischen Logik, sich schnell mit sich selbst zu langweilen und immer super-originell erscheinen zu wollen. Also findet man in Hamburg RB jetzt einfach mal halb so wild.</p>
<p><span id="more-476"></span><br />
Zum – gewohnt staatstragenden – Artikel selbst gäbe es einiges zu kalauern. Einer unserer Lieblingssätze war: „Die Frage nach den Organisationsformen im Profifußball wird bisher also durch die Realität beantwortet und nicht durch Verbände und Vereine“. Aber ehe wir anfangen, über unreale Verbände und Vereine nachzudenken und darüber, wer so alles bei dieser coolen Realität dabei ist, kommen wir lieber gleich zur Sache.</p>
<p>Wenn wir das richtig sehen, ist das Hauptargument des Textes: Alle Aufregung um RB ist „eine oberflächliche, emotionale Bekenntnisdebatte“, und sie gehe an der eigentlichen Frage vorbei, welchen (Profi)Fußball wir eigentlich wollen. Diese Frage sei nie oder nur am Rande gestellt worden.</p>
<h2><strong>Die Diskussion existiert!</strong></h2>
<p>Sorry, aber das ist schlichtweg falsch. Zum einen kann man ja die ganze Ablehnung von RB, wenn man das nur will, auch als Teil der Diskussion um den gewollten Fußball auffassen. Und zwar im Sinne von ‚Wir wollen gar keinen sonderlich speziellen Fußball, und wir haben bisher auch viel hingenommen, aber sowas wie RB wollen wir eben nicht!’. Die Argumente in der RB-Debatte mögen unterschiedlich komplex sein und Grundsatzfragen um den ‚modernen Fußball’ auch nicht immer explizit thematisieren. Beiträge zu dieser Diskussion sind es aber allemal. Man muss sie nur ernst nehmen.</p>
<p>Zum anderen stimmt die Behauptung von alleiniger Oberflächlichkeit und Emotionalität auch deshalb nicht, weil die Debatte um den präferierten Fußball ja auch explizit geführt wird,  <a title="Lizenzauflagen für RB Leipzig" href="http://www.tagesspiegel.de/sport/kommentar-lizenzauflagen-fuer-rb-leipzig-dfl-bekaempft-nur-symptome/9808344.html" target="_blank">hier</a> und <a title="Wider die " href="http://www.chemieblogger.de/2010/11/12/wider-die-tradition-in-der-debatte-ueber-modernen-fussball/#more-425" target="_blank">hier</a> und <a title="Kritik an RB Leipzig" href="http://www.11freunde.de/artikel/wie-gefaehrlich-ist-rb-leipzig" target="_blank">hier</a> etwa. Oder <a href="https://keinrichtigerballsport.wordpress.com/2014/09/28/scheiss-bullen-das-problem-ist-das-system/" target="_blank">hier</a> und <a href="http://fanzeit.de/redbulls-aktivitaet-geht-ueber-ein-normales-sponsoring-weit-hinaus/9179" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.stehplatzhelden.de/2015/02/macht-kommerzialisierung-die-bundesliga-kaputt/" target="_blank">hier</a>. Schnell wird beim Lesen dieser Beiträge klar, dass nicht einfach nur „Nein“ zu RB gesagt wird, sondern auch Argumente und offene Fragen vorgebracht werden. Alles mit Luft nach oben, aber immerhin.</p>
<p>Wir gehen mal davon aus, dass rotebrauseblogger diese und andere Debattenbeiträge auch kennt. Dafür, dass er sie aber nicht nennt bzw. für marginal hält, fallen uns zwei Gründe ein.</p>
<h2>RB Leipzig als progressiver Vorreiter?</h2>
<p>Erstens ist eine „Die Debatte läuft falsch“-Wortmeldung natürlich immer ein netter Versuch, wenn man selbst in einer doofen Position ist oder einem schlichtweg nichts anderes einfällt. Kießling versucht sich und das Projekt damit wieder mal aus der Schusslinie zu nehmen: „Red Bull ist nicht das Problem“.</p>
<p>Zweitens stellt sich RB damit mal nicht als Opfer, sondern als konstruktiver Akteur dar: Seht her, wir bringen eine Diskussion in Gang, die sowieso geführt werden müsste! So wie die Werder-Fans am besten noch dafür dankbar sein sollen, dass RB mit einem überaus gönnerhaften Selke-Deal ihrem klammen Verein das hungerleidende Sparschwein aufgefüllt hat, darf nun die Fan- und Funktionärsszene dafür applaudieren, dass Rangnick und Co. Grundsatzfragen aufwerfen. Man fragt sich, wo der Fußball ohne RB wäre.</p>
<p>Auch das folgt der bisherigen Normalisierungslinie: Wir sind hier nichts Neues, wir machen nur das, was alle anderen auch machen. (Dass man dabei immer wieder an ein paar Regeln erinnert werden musste, ist geschenkt.) Ein bisschen normaler als alle anderen will man dann eben doch sein, und Kießling tut dies, indem er mit großer Geste dem diskutierenden Pöbel die richtige Richtung weist. Nix mehr mit Emotionen, ganz nüchtern. Gleich noch die Champions League dazu nehmen, „es gibt Stimmen“ und „es gibt Juristen“ ins Feld führen, ein paar Lösungen andeuten, aber lieber gleich halb verwerfen. Und nachdem das alles aufgerufen wurde, erinnert man sich daran, dass das alles ja in der ZEIT erscheinen soll und man bei dieser Gelegenheit gleich noch einen Helmut Schmidt-mäßigen Spruch raushauen kann: „Ein Wettbewerb mit Chancengleichheit ist unter diesen Voraussetzungen sowieso nichts als Utopie“.</p>
<p>Ein solches Maximalziel ist natürlich ein Pappkamerad, den sich der Gastautor hinstellt, um ihn fachmännisch aus dem Weg zu räumen. Das lässt nebenbei die Gegenseite naiv aussehen und gibt schon mal die Richtung der eigenen Argumentation vor. Der Verdacht drängt sich auf, dass auch Kießling an der von ihm geforderten Debatte nur auf sehr spezifische Weise interessiert ist.</p>
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		<title>Black Beauty, der geschenkte Gaul</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2015 10:08:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[handzahm]]></category>
		<category><![CDATA[konzernintern]]></category>
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					<description><![CDATA[Imagefilme für Städte sind ja ohnehin ein Genre aus der Hölle. Ein solcher Film zu Leipzig, mit RB? Zugegeben: Wir hatten unsere Vorurteile. Nach dem Ansehen blieben allerdings nur noch Fragen. Vor allem diese: Was soll das sein? Der Film steigt ein mit dem Völkerschlachtdenkmal, das Darth Vader-mäßig abgefilmt wird, damit man gleich mal weiß, &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2015/03/27/black-beauty-der-geschenkte-gaul/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Black Beauty, der geschenkte Gaul</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Imagefilme für Städte sind ja ohnehin ein Genre aus der Hölle. Ein solcher Film zu Leipzig, mit RB? Zugegeben: Wir hatten unsere Vorurteile. Nach dem Ansehen blieben allerdings nur noch Fragen. Vor allem diese: Was soll das sein?<span id="more-471"></span></p>
<p>Der <a href="http://sharevideo.redbull.com/?bctid=4122392425001&amp;dynamicStreaming=true&amp;isRTL=false&amp;link=http://www.redbull.com&amp;filter=channel:RedBull2&amp;bgcolor=#000000&amp;logoHover=Von%20RedBull.com/Red Bull&amp;closedCaptionsHover=Subtitles&amp;jumpHover=Jump backwards&amp;bcpid=1684512102001&amp;qualityHover=Change quality&amp;startTime=1426854548284&amp;socialHover=Share or embed&amp;bckey=AQ~~,AAABTw4lHzE~,sr1E9bdX6d4wCdvdlD8QKdNij3uKs2K9&amp;relatedcontent=true,true&amp;linkBaseURL=http://www.redbull.com/de/de/stories/1331712287448/einerkette-tim-thoelkes-rb-leipzig-kolumne&amp;labels=http://www.redbull.com/cs/RedBull2Misc/brightcove/de_DE_labels.xml&amp;autoStart=false&amp;isUI=true&amp;isVid=true&amp;htmlFallback=true&amp;onsiteSettings=false,false,false,true" target="_blank">Film</a> steigt ein mit dem Völkerschlachtdenkmal, das Darth Vader-mäßig abgefilmt wird, damit man gleich mal weiß, wo in Leipzig der Hammer hängt. Nachts natürlich. Denn der ganze Film spielt in der Finsternis. Über den internen Arbeitstitel bei den <a href="http://www.lvz-online.de/sport/sportbuzzer/rb_leipzig/rb-news/im-kino-des-gegners-leipzig-und-rb-starten-imagekampagne-bellot-verlaengert-bis-2018/r-rb-news-a-279804.html" target="_blank">„Medienprofis aus der Salzburger Red-Bull-Zentrale“</a> (LVZ-online) kann man nur spekulieren, aber auf „Willkommen in Dunkeldeutschland“ würden wir einiges setzen.</p>
<h2>Black is the new Red</h2>
<p>Dann folgen ein paar lässig verwackelte Bilder mit ausschnitthaften RB-Spielern, wobei im ganzen Film eigentlich nur Poulsen wirklich erkennbar wird. Verständlich, man weiß ja nie, wer nächste Woche in Ungnade fällt. Dazwischen immer wieder sturztrunkene Kameraschwenks in der Innenstadt, vom <del>mdr-Hochhaus</del> Uniriesen und solche Sachen, was man halt in einer Stunde Drehzeit machen kann. Nachts, versteht sich.</p>
<p>Jetzt Bilder aus dem Stadion, Ekstase pur. Vorher noch eine Szene am Ticketschalter, damit keiner denkt, hier gäbe es was umsonst; die Plüsch-Kuh darf sich auch nochmal zeigen und vorfreudig in die Hufe klatschen. Derweil rasten die Leute im augenscheinlich randvollen Leipziger Hexenkessel aus, Poulsen köpft ein Tor. Nun aber schnell wieder zurück zu den Lieblingsbildern <span style="text-decoration:line-through;">von Lord Voldemort</span> des Kameramanns: Dunkelheit, Lichter der Großstadt, ganz großes Kino.</p>
<p>Am Ende die Auflösung, welche Kulisse hier präsentiert wurde: „Leipzig, Heimat der Roten Bullen“. Unverständlich, warum bei dem ganzen mordormäßigen Aufzug auf das historische Gründungsjahr 2009 verzichtet wurde, aber Understatement zeichnet ja den ganzen Beitrag aus. AHU! Im übrigen auch die ‚Musik’, die am Anfang ein bisschen auf Hans Zimmer für Arme macht, sich dann aber richtig was traut und herrlich fröhlich auf den Trompeten-Button haut und lässiges Fingerschnippen imitiert. Die Fankultur lebt!</p>
<p>Die gute Nachricht: Das Ganze dauert nur eine Minute. Die schlechte Nachricht: Das werden Menschen sehen. Und zwar sehen <em>müssen</em>. Der Spot läuft in den Kinos jener Städte, die noch zum Spiel nach Leipzig kommen. Saucleveres Ding natürlich, der Auswärtsblock wird kaum ausreichen, um die Massen zu beherbergen, die mit Tageslicht ihre Probleme haben und nun endlich wissen, wo sie dauerhaft unterkommen können.</p>
<h2>Spendierhose machts möglich</h2>
<p>Aber hat man nicht „Angst vor einem Eigentor wegen anhaltender Fanproteste“, imitiert die LVZ eine nachdenkliche Frage, so wie der onkelige Physiklehrer seiner Lieblingsschülerin am Ende der Prüfung noch eine extra leichte Aufgabe stellt. Der Leipziger Tourismus-Chef hat aber natürlich seine Hausaufgaben gemacht: „Im Kino ist ein anderes Publikum, dort hoffen wir auf sportbegeisterte Menschen und nicht auf Ultras“. <del>Würg!</del> Das leuchtet unmittelbar ein, Sport lässt sich im Kino natürlich am besten treiben. Und Bremer war mit RB schon in Lotte, ist also praktisch selbst Ultra, und ins Kino geht er ja nie.</p>
<p>Wer einen solchen Schund herstellt, den könnte nicht einmal <a href="http://www.amctv.com/shows/better-call-saul" target="_blank">Saul Goodman</a> vor richtig massiven Schadensersatzforderungen bewahren. Aber zurückzahlen müssen die Salzburger Burschis nichts: Der Film noir ist natürlich „spendiert“. Die Kosten für die Ausstrahlung in den Kinos übernimmt dagegen vermutlich die Stadt, aber solche Querfinanzierung von Brausewerbung interessiert die LVZ angesichts der prallen Spendierhosen des Onkels aus Fuschl naturgemäß nicht.</p>
<p>Nürnberg, Darmstadt, Sandhausen und Fürth dürfen sich also auf hollywoodeske Filmkunst freuen – wenn es in Sandhausen überhaupt ein Kino gibt. Wir dagegen lassen alle Hoffnung fahren und blicken ins Dunkle. Und stellen uns vor, der LVZ-Abschlusssatz „Das Projekt läuft zunächst bis Saisonende“ hätte sich nicht nur auf den Film bezogen.</p>
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		<title>Naiv statt investigativ</title>
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		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2015 08:01:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wichtiger Bestandteil der RB-Kommunikationsstrategie ist es, sich selbst als möglichst „normal“ darzustellen. Normale Transfers, normale Jugendarbeit, normaler Kapitalismus  Ralf Rangnick Wahnsinn. Dahinter steht das Bedürfnis, sich schnell und aggressiv in die Riege der etablierten Player einzukaufen, ohne mit dem Verein (und damit mit der Marke) zu oft am Pranger zu stehen. Erklärtes Ziel: RB soll in nächster Zukunft &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2015/03/10/naiv-statt-investigativ/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Naiv statt investigativ</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wichtiger Bestandteil der RB-Kommunikationsstrategie ist es, sich selbst als möglichst „normal“ darzustellen. Normale Transfers, normale Jugendarbeit, normaler <del>Kapitalismus </del> R<del>alf Rangnick </del>Wahnsinn. Dahinter steht das Bedürfnis, sich schnell und aggressiv in die Riege der etablierten Player einzukaufen, ohne mit dem Verein (und damit mit der Marke) zu oft am Pranger zu stehen. Erklärtes Ziel: RB soll in nächster Zukunft in einer Reihe mit Bayern München, Borussia Dortmund und (mindestens) Real Madrid genannt werden. <span id="more-446"></span>Mit sportlichen Höchstleistungen möchte man ein Standing erreichen, das Fragen nach der Finanzierung uninteressant werden lässt und durch das das Kürzel RB auch nicht mehr als in den Vereinsnamen gebastelte Werbebotschaft, sondern als gängiges Kürzel wie „FC“ empfunden wird. Die kürzlichen Trainerwechsel und vom Zaun gebrochenen Spielertransfers sind wahrscheinlich nur die unspektakulären Begleiterscheinungen der hinter den Kulissen tatsächlich herrschenden Ungeduld. Symptomatisch hierfür: Erst seit der laufenden Saison 2014/15 in der zweiten Liga angekommen, tätigt man schon internationale Millionentransfers zur Winterpause, als wäre es das Normalste der Welt. Und kommuniziert das im Sinne des omnipotenten-machohaften Selbstverständnisses auch so: Wir mögen noch in der Krabbelgruppe der um jeden Euro kämpfenden Mittelklasseclubs sein, aber eigentlich beherrschen wir das Spiel schon wie die Großen. Der dabei mitschwingende, ständige Verweis darauf, dass man sich völlig „normal“ im Sinne eines um Vermarktung und Kapitalisierung organisierten Profifußballgeschäfts verhalte, soll von den nervigsten Nachfragen nach Vereinsstruktur und Gemeinnutz ablenken.</p>
<h2><strong>Ganz normale Fans</strong></h2>
<p>Ähnliche Probleme tauchen auch beim Zusammentrommeln und Organisieren der eigenen Fanschaft auf. Diese musste sich gewissermaßen aus dem Stand konstituieren und diversifizieren, was auch gut gelang. Die Spiele der Profimannschaft werden mittlerweile gut angenommen. Es gibt einen Stimmungsblock und eine volle Gegengerade – allen Retorten- und Plastevorwürfen zum Trotz. Beim Pokalspiel gegen Wolfsburg war die WM-Schüssel gar das erste Mal bei einem Spiel von RB ausverkauft. Eine Erklärung, wieso das möglich ist, bei einem Verein, den es erst seit sechs Jahren gibt und der zu Leipzig ungefähr den gleichen Bezug hat wie ein Wanderzirkus, lieferte kürzlich – unbeabsichtigt – <a title="Christian Spiller" href="http://community.zeit.de/user/christian-spiller" target="_blank">Christian Spiller</a> von ZEIT ONLINE.</p>
<p><a title="Und hier soll die Fußballkultur untergehen?" href="http://www.zeit.de/sport/2015-03/rb-leipzig-athmosphaere-fans" target="_blank">Er machte sich hoch investigativ in die Spur</a>, um das besagte Pokalheimspiel gegen den VfL Wolfsburg zu besuchen und dabei auch mal einen Blick auf die Leute zu werfen, die so zu RB strömen. Was ihn dazu trieb, genau dieses Spiel zu besuchen, ist nicht überliefert. In der jüngeren Vergangenheit hätte es durchaus brisantere Duelle gegeben, bei denen es sich gelohnt hätte, der Fans wegen dabei zu sein. St. Pauli war zu Gast. Union Berlin war zu Gast. Wahrscheinlich war es aber der Reiz eines gutplatzierten Bundesligisten, der auch noch den einen oder anderen Fußballsuperstar in seinen Reihen aufbieten konnte, der den Autor bewog, ins Stadion zu gehen und Leute zu gucken.</p>
<p>Christian Spiller fuhr also zwei Stationen vom Bahnhof mit der Straßenbahn ans Zentralstadion, beeierte sich über das Wolfgang-Stumph-mäßige des Durchschnittsossis und das Angefurze einiger Mitreisender, setzte sich brav auf seinen Platz und belauschte die unmittelbaren Sitznachbarn. Der eine kam gar nicht aus Leipzig, sondern aus Bayern, womit wahrscheinlich die überregionale Strahlkraft RBs angesprochen werden sollte. Nebenbei beobachtete er das Fangeschehen, das sich gar nicht so sehr von dem in anderen Stadien abhebe: Ossigesichter, Ossigelaber, Fürze, Bierflaschen in Arschtaschen, Schallallallala des Stimmungsblocks. Der Autor fand alles wie immer beim Fußball und ganz normal vor.</p>
<h2><strong>Die Illusion wirkt</strong></h2>
<p>Bei aller sonstigen <a title="Leipzig erteilt Becherwerfer bundesweites Stadionverbot" href="http://www.sueddeutsche.de/news/sport/fussball-leipzig-erteilt-becherwerfer-bundesweites-stadionverbot-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140403-99-07045" target="_blank">kommunikativen Abkehr vom Fanpöbel</a> dürften solche Geschichtchen der PR-Abteilung von RB gefallen. Erhält das sonst als Plasteclub verschriene Grüppchen von Verantwortlichen bei RB doch einen „adelnden“ proletenhaften Anstrich, an dem Clemens Meyer seine blanke Freude hätte.</p>
<p>Das unserer Meinung Wichtige an einer solchen Selbsterfahrung von „Normalität“ im Zusammenhang mit RB erwähnt der Autor jedoch nicht. Vor allem zeigt sich an ihr nämlich, dass im auf ein natürliches Recht auf Bundesligafußball (und freilich weit darüber hinaus, sorry) pochenden Leipzig die Illusion des Stadionerlebnisses und des Profifußballs wirkt. Oder man sich auch gern in sie hineinfallen lässt. Da muss man gar nicht ins Stadion gehen, man muss sich nur unter seinen Bekannten umhören. Neben den einzelnen Unbelehrbaren, die nichts Kritikwürdiges oder Lächerliches an RB finden können, gibt es dort auch viele, die vor allem die Eventspiele besuchen und das aus einer witzelnd-distanzierten Haltung heraus tun. Sie wollen die Show. Den hochklassigen Fußball mit Playstationstars und Skymoderatorinnen am Spielfeldrand. Ihnen ist klar, dass das alles aus dem Boden gestampfte Unterhaltung ist und dass sie sich die Spielernamen nicht merken brauchen, da man sich eh nicht sicher sein kann, wo die in der nächsten Saison spielen. Ginge RB in die Binsen, würde ihnen auch nichts fehlen. Hauptsache ein Abend unter Freunden und irgendeine Mannschaft gegen irgendeine andere. Dass uns eine solche Haltung in Bezug auf Fußball erschüttert, dürfte mittlerweile bekannt sein. Zumal wenn dadurch überspielt wird, innerhalb welches Kosten-Nutzen-Kalküls die Ausgründung der Leipziger RB-Filiale stattfand.</p>
<h2><strong>RB möchte Brause verkaufen!</strong></h2>
<p>Und auch Christian Spiller geht ihr auf den Leim, wenn er davon schreibt, dass alles wie auch bei den anderen Fußballclubs ist. Das mag oberflächlich schon so sein. Nicht nur bei RB Leipzig ist Fußball ein Event. Gleichwohl bekommt die Fassade dort Brüche, wo Spiller sich unhinterfragt freut, dass man wegen der Du-sollst-keinen-Gebieter-neben-mir-haben-Denke des Gebieters weder in der Halbzeit, noch sonst mit Werbung behelligt werde – außer halt mit der vom Brausehersteller. Kurz fällt ihm das auf, als er merkt, <a title="#Cateringgate" href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/07/17/cateringgate/" target="_blank">dass man am Getränkestand nicht am Konzern vorbei komme</a>. Dann wird allerdings wieder die Stadionwurst goutiert. Wie gesagt: Die Illusion wirkt.</p>
<p>Solche kurzen krisenhaften Momente des Aufmerkens, um was es den Verantwortlichen eigentlich geht – um den seriösen Aufbau einer intakten Mannschaft und die langfristige Entwicklung eines Vereins oder um das möglichst schnelle Erschließen nationaler und internationaler Medienaufmerksamkeit und damit Märkte –, gab und gibt es zwar immer wieder im Zusammenhang mit RB. So zu beobachten bei den unschönen Turbulenzen um Daniel Frahn und dem Abgang von Alexander Zorniger. Hier hörte man durchaus kritische Stimmen, die man eher aus den eigentlich als altbacken abgetanen „Traditionalistenkreisen“ kennt. Treue und sportliche Verdienste müssten einen nicht monetarisierbaren Wert haben! Wie kann man nur so kurzfristig handeln? Andererseits wurden diese Einwürfe dann meist mit der erwähnten ironischen bis zynischen Haltung dergestalt abgetan, dass man eben nichts anderes von einem internationalen Konzern zu erwarten hätte, dem es halt nur um die Limo mit Schuss geht.</p>
<p>Die Leute sind also nicht ganz so dumm, für wie man sie gern verkaufen möchte, auch nicht unter den Stadiongängern, die es zu RB Leipzig zieht.  Sie geben sich bewusst der Illusionierung durch das kaufbare Stadionerlebnis hin oder akzeptieren zynisch, dass sie Teil einer Verkaufsmaschinerie sind. Christian Spiller entschied sich für die erste Variante. Und natürlich: RB beherrscht die Klaviatur des Events – man möchte fast sagen, nichts leichter als das. Im Leipziger Zentralstadion wird zweiwöchentlich eine &#8220;normale&#8221; Fußballkulisse errichtet, die so oder ähnlich auch in allen anderen Bundesligastadien wieder zu finden ist. Und natürlich sind bei RB bis ins Detail Profis am Werk. So lange jemand die Rechnung bezahlt, findet sich für alles der passende Experte. Das Fragwürdige daran ist ja nun aber die Art und Weise des Zustandekommens dieser Fußballnormalität. Und die ist eben nicht mehr so ganz &#8220;normal&#8221; in Leipzig.</p>
<p>In die Richtung hätte auch Christian Spiller sich mal die Szenerie beschauen können. Hat er leider nicht. Aber was will man auch von einem Autor einer Zeitung erwarten, die sich aus Sport nicht viel macht. Insofern: niedrige Erwartungen, und die wurden erfüllt.</p>
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		<title>Eher Wum als Wim</title>
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		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2014 10:49:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[handzahm]]></category>
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		<category><![CDATA[Thoelke]]></category>
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					<description><![CDATA[Man muss schon anerkennend sagen: Bei RB passt alles zusammen. Allen ist alles egal, wenn es nur Kohle oder ‚Erfolg’ bringt, und noch das kleinste Licht erstrahlt gleich viel heller, sobald es mit RB in Berührung kommt. Wer sich von einem weiteren Detail dieses Gesamtkunstwerks überzeugen will, dem sei die aktuelle Ausgabe des „student!“ empfohlen. Darin &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/11/24/eher-wum-als-wim/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Eher Wum als Wim</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Man muss schon anerkennend sagen: Bei RB passt alles zusammen. Allen ist alles egal, wenn es nur Kohle oder ‚Erfolg’ bringt, und noch das kleinste Licht erstrahlt gleich viel heller, sobald es mit RB in Berührung kommt. Wer sich von einem weiteren Detail dieses Gesamtkunstwerks überzeugen will, dem sei die aktuelle Ausgabe des <a href="http://student-leipzig.de" target="_blank">„student!“</a> empfohlen. Darin wird der RB-Stadionsprecher <a href="http://www.timthoelke.de/musik/" target="_blank">Tim Thoelke</a> interviewt.</p>
<p><span id="more-386"></span>(Unseren jüngeren Lesern sei an dieser Stelle erklärt: Es gab mal in der heilen Welt der Bundesrepublik einen Showmaster namens <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wim_Thoelke" target="_blank">Wim Thoelke</a>. Den armen Kerl wollen wir hier gar nicht weiter hineinziehen, aber doch noch an seinen Hund <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wum_(Zeichentrick)" target="_blank">Wum</a> erinnern, mit dem er <a href="https://www.youtube.com/watch?v=bC_WvHt81yI" target="_blank">Dialoge</a> führte, die&#8230; nun ja, es ist alles lange her.)</p>
<p>Am schenkelkrachenden Niveau seines „Künstlernamens“ kann man sich ganz gut orientieren, wenn man Thoelkes Welt verstehen will. In der wimmelt es nur so von Shows und Projekten und Ideen, sodass der Interviewer am Ende selbst zu glauben scheint, hier jemanden von Format und Bedeutung vors Mikrofon bekommen zu haben.</p>
<h2>Sich selbst der größte Fan</h2>
<p>Thoelke nutzt diese Gelegenheit natürlich schamlos aus und ergeht sich in Elogen auf sich selbst: „Ich habe auch ein paar allgemein bekannte Sachen entwickelt“. Leipzig-Fernsehen, eine Raterunde im Studentenklub und neuerdings noch eine „Comedy Roast Show“ – es ist schlichtweg ein Skandal, dass Thoelke nicht als Retter von „Wetten dass&#8230;?“ im Gespräch war.</p>
<p>Thoelke ist das, was Rangnick wirklich meint, wenn er von seinen <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/a-597555-2.html" target="_blank">„blue chips“</a> träumt. Thoelke weiß das, aber offen würde er sich nie loben („Ich bin auch nicht ganz blöd“). Und auch von seiner Klamotte will er eigentlich nicht viel reden. Nur so viel sei angemerkt – sein Anzug ist in zwischen „Kult geworden“. Quelle dieses Urteils: Thoelke selbst.</p>
<figure id="attachment_390" aria-describedby="caption-attachment-390" style="width: 510px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/tim_thoelke.jpg"><img loading="lazy" class="size-full wp-image-390" src="http://www.zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/tim_thoelke.jpg" alt="„Tim Thoelke“ von Marcus Hohnstein - http://www.timthoelke.de/fotos/. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tim_Thoelke.jpg#mediaviewer/File:Tim_Thoelke.jpg" width="510" height="510" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/tim_thoelke.jpg 510w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/tim_thoelke-150x150.jpg 150w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2014/11/tim_thoelke-300x300.jpg 300w" sizes="(max-width: 510px) 100vw, 510px" /></a><figcaption id="caption-attachment-390" class="wp-caption-text">„Tim Thoelke“ von Marcus Hohnstein &#8211; http://www.timthoelke.de/fotos/. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 über Wikimedia Commons &#8211; https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tim_Thoelke.jpg#mediaviewer/File:Tim_Thoelke.jpg</figcaption></figure>
<p>Aber auch die sonst so krittelige „unabhängige Leipziger Hochschulzeitung“ scheint diese Sicht zu teilen. „Majestätisch schreitet die Gestalt im knallroten Anzug über den hell beleuchteten Rasen. Hinter ihr treten 22 athletische Menschen langsam aus dem weißen Rauch, der aus dem Spielertunnel ins Stadion quillt. Tosender Applaus bricht aus, als Stadionsprecher, Moderator und DJ Tim Thoelke die Fußballmannschaften zum Heimspiel in der Red-Bull-Arena begrüßt“.</p>
<p>Solch ein Schmus wäre selbst Guido Schäfer zu viel, aber Thoelke wird es vermutlich freuen. So was fällt für ihn unter Erfolg, und der bemisst sich nicht in Feinheiten oder Qualität. Schließlich würde er gern einmal Frank Farian interviewen, weil der „hat insgesamt eine Milliarde Tonträger verkauft und das ist eine Hausnummer, über die man reden kann“.</p>
<p>Solche Gedankenwelten sind das natürliche Habitat von RB. Bisschen locker, bisschen lässig, aber immer nach vorn. Auch wenn ‚vorn’ am Ende nur der Boulevard der Leipziger Kleinkunst ist, und man selbst in eher schmerzfreien Unterwelten wie der Poker-Szene nur noch schlecht gelitten ist.</p>
<h2>Punkrock oder Skater? Hauptsache Red Bull!</h2>
<p>Der eigentliche Höhepunkt des Interviews versteckt sich aber irgendwo in der Mitte. Thoelke gibt da den politisch Aufrechten, nie habe er deshalb mit RB irgendein Problem gehabt: „Ich habe viel mehr ein Problem damit, wenn irgendwelche Fans beispielsweise eine rechte Szene haben, gerade im Bezug auf das Thema Punkrock“. Der alte Rocker weiß aber auch, dass Tradition im Hause Mateschitz gern gesehen wird: „Außerdem komme ich aus der Skater-Ecke und dort ist Red Bull sowieso schon immer irgendwie mit verhaftet gewesen.“</p>
<p>Das allein ist schon toll. Aber dann wird es noch großartiger, wenn Thoelke alles wieder kunstvoll einreißt, was er eben noch an heiler Welt aufgebaut hat. Denn ebenso, wie man Thoelke fast mit einem echten Entertainer verwechselt hätte, klang das alles bei RB nach einem Fußballverein. Aber da belehrt uns Meister Wum mit schlichten Worten eines besseren:</p>
<blockquote><p>„Abgesehen davon arbeite ich weder für ein Atomkraftwerk, noch für einen Heroinhändler, sondern für eine Getränkemarke.“</p></blockquote>
<p>Na dann. Sport frei.</p>
<p>&nbsp;</p>
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