<br />
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	<title>gemästet &#8211; zwangsbeglückt</title>
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		<title>Rangnicks Return und Mateschitz&#8217; Monument. Die Saisonvorschau 18/19</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Aug 2018 06:56:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[19. August 2018, DFB-Pokal Der Rasenballsport hat es in der ersten Runde des DFB-Pokals mit dem ambitionierten Regionalligisten Viktoria Köln zu tun. Franz-Josef Wernze vom sächsischen Landesamt für Denkmalpflege und sogenannter Mäzen der Kölner hatte dem Leipziger Mannschaftsbus zuvor gastfreundlich “auf dem Weg zur Viktoria Rosenblätter gestreut.” Die Domstädter gewinnen dann überraschend 1:0 durch eine &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2018/08/17/rangnicks-return-und-mateschitz-monument-die-saisonvorschau-18-19/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Rangnicks Return und Mateschitz&#8217; Monument. Die Saisonvorschau 18/19</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>19. August 2018, DFB-Pokal<br />
</b>Der Rasenballsport hat es in der ersten Runde des DFB-Pokals mit dem ambitionierten Regionalligisten Viktoria Köln zu tun. Franz-Josef Wernze vom sächsischen Landesamt für Denkmalpflege und sogenannter Mäzen der Kölner hatte dem Leipziger Mannschaftsbus zuvor gastfreundlich <a href="http://www.sportbuzzer.de/artikel/lok-hauptsponsor-wernze-leipzig-musste-dietrich-mateschitz-ein-denkmal-bauen/">“auf dem Weg zur Viktoria Rosenblätter gestreut.”</a> Die Domstädter gewinnen dann überraschend 1:0 durch eine denkbar unglückliche Szene des überraschend reaktivierten Fabio Coltori (Rangnick: “In den unteren Ligen kennt er sich einfach besser aus”).<span id="more-1262"></span></p>
<p>Kurz vor Ablauf der Nachspielzeit der Verlängerung drückt der stämmige Modellathlet die Pille im Stile eines Klassestürmers aus Nahdistanz über die Linie. “Wie damals gegen Darmstadt”, schwelgt die schweizer Klublegende nachher in seligen Erinnerungen. Heuer gelang ihm das Kunststück nur eben leider auf der falschen Seite. “Wenigstens treffsicherer als Timo Werner”, bemerkt Chefreporter Guido Schäfer unbarmherzig, “der hätte heute vom Strand aus das Meer nicht getroffen.” Nach Abpfiff korrigiert Wernze seinen jüngsten Vorschlag für das neueste Leipziger Wahrzeichen: “Ich sage immer, was ich denke. Die Stadt Leipzig sollte nicht nur Dietrich Mateschitz, sondern auch Coltori ein Denkmal setzen. Sie haben den großen Fußball jetzt auch nach Köln gebracht!” Der erboste Geißbock Hennes VIII. hinterlässt daraufhin einen ganzen Haufen frischer Ziegenmurmeln im Mittelkreis des altehrwürdigen Sportparks Höhenbergs.</p>
<p><b>26. August 2018, Bundesliga, 1. Spieltag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Rasenball verliert am ersten Spieltag in Dortmund. Lucien Favre nimmt das leichtfüßige 3:0 seines Teams gegen inspirationslose Gäste ungerührt hin. Rangnick dagegen droht erstmals mit Konsequenzen. Vor dem Spiegel, in der Herrenumkleide. Und gemeinsam mit dem französischen Dolmetscher.</span></p>
<p><b>20. September 2018, UEFA Europa League, 1. Spieltag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Die lediglich fünf angereisten Allesfahrer aus der nach großem Fußball lechzenden Messestadt erleben im kasachischen Almaty ein müdes 1:1. Immerhin rettet Fabio Coltorti seinen Roten Bullen kurz vor Ultimo einen wichtigen Punkt. Der von Sky engagierte Field-Chefreporter Guido Schäfer meint entschuldigend: “Anders als Leipzig finden Almaty halt nur die Wenigsten auf der europäischen Fußballlandkarte!” LVZ-Korrespondentin Anne Grimm verbessert den Geografiemuffel beflissen: “Wenn man es ganz genau nimmt, dann sind wir ja eigentlich bereits in Asien.” Schäfer hört da schon bloß mit einem halben Ohr hin, er stiert seiner TV-Kollegin Esther Sedlaczek nach. Immerhin ein Teilnehmer der Leipziger Delegation zeigt sich allerdings begeistert vom Abenteuer bis beinah an die chinesische Grenze. “Der Fernsehturm von Almaty, haben Sie den gesehen, Herr Rangnick? Über 370 Meter hoch, ein Wahnsinn, das wäre doch zumindest etwas, das halb der Größe von Dietrich Mateschitz entspricht”, japst Franz-Josef Wernze touristenselig.</span></p>
<figure id="attachment_1268" aria-describedby="caption-attachment-1268" style="width: 450px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/5837387830_9d40a96549_o.jpg"><img class="wp-image-1268" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/5837387830_9d40a96549_o-300x194.jpg" alt="" width="450" height="291" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/5837387830_9d40a96549_o-300x194.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/5837387830_9d40a96549_o-768x497.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/5837387830_9d40a96549_o.jpg 800w" sizes="(max-width: 450px) 100vw, 450px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1268" class="wp-caption-text"><a href="https://www.flickr.com/photos/loriszec/5837387830/in/photolist-9TQ92L-9TMkJR-fFwD4S-p29phG-KVrudB-hhWQ1d-KVsaTZ-hhXCs8-hhWFnm-4LvCHA-J8jHL8-oLEmxX-2TaQNV-dxy7DQ-qu7wTb-4Lrp84-cGyNp3-2TdXfs-dxyHrC-V7sgkb-2T9EvR-26pDhyv-ff8rUn-8DiGCT-2i6zHP-f8FidQ-p4SmJf-oLG5nM-v7aKCz-fFvHKo-fFvECw-fFvLbC-v6ZmsY-v781GZ-oMmHjg-oMpeJt-p2RBhG-p4BTJF-oMoxSC-p4Tksi-p4RwFm-p4BWx6-p4TeHH-p2PYSE-oMnUWv-hhXvuv-oLGfMV-p2Sc7f-oLF2pz-p29edU">Loris Silvio Zecchinato on flickr.com</a></figcaption></figure>
<p><b>3. Oktober 2018, Tag der Deutschen Einheit<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Feiertag. Zeit zum Durchatmen! Erste Pläne für das immer lauter geforderte Denkmal zu Ehren des Gebieters inmitten der Heldenstadt dringen an die Öffentlichkeit. Die zukünftige stadtarchitektonische Schwester des Völkerschlachtdenkmals soll über den Fußball hinaus als Erinnerung dafür dienen, sich von jeder Historie zu lösen und den Blick stets in die Zukunft und auf die Märkte zu richten. Errichtet auf dem dann gänzlich verschwundenen Gelände der Kleinmesse soll ein mächtiges Stahlkonstrukt aus zwei rot lackierten Bullen, die auf eine goldüberzogene Sonne zuspringen, entstehen. Für den Entwurf zeichnet sich ein anonymes Künstlerkollektiv aus Österreich verantwortlich. Stilistische Nähe zum Markenlogo eines bekannten Getränkeherstellers weist man im städtischen Entscheidungskuratorium “als diffus herbei konstruiert” beiseite, wie Sportbürgermeister Heiko Rosenthal betont. Mit der gebotenen journalistischen Distanz kommt Martin Machowecz in einem ZEIT-Kommentar zu dem Schluss: “</span><span style="font-weight: 400;">Im Osten geht wieder die Sonne auf.</span><span style="font-weight: 400;">”</span></p>
<p><b>8. Oktober 2018<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Es gibt Ärger um das Denkmalvorhaben. Burkhard Jung, designierter Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, hat RB-Geschäftsführer und Vorstandschef Oliver Mintzlaff einbestellt, um mit ihm über seine Dauerkarte (“Wieso habe ich hier eine Rechnung bekommen?”), aber vor allem über das Monument zu sprechen. Konfliktpunkt: Der Bau kollidiert mit Jungs eigenen Denkmal-Planungen am vorgesehen Ort: “Wie? Nein, nicht für Ihren Chef. Für mich selbst!”. Mintzlaff verspricht, einen Kompromiss zu suchen. Das Angebot, einen der Kunstrasenplätze auf dem Gelände der Bluechip-Fabrik nach ihm benennen zu lassen, ist dem Noch-OBM aber zu wenig. “Denken Sie mal über einen Jung-Brunnen nach, irgendwo zentral gelegen”, gibt er dem nervös gewordenen Topmanager mit auf den Heimweg.</span></p>
<p><b>6. November 2018, Bundesliga, 10. Spieltag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Rasenball zu Gast im Berliner Olympiastadion. Was bisher immer eine ausgelassene Sommersause zum Saisonabschluss gewesen war, geht diesmal im tristen Berliner Novemberplatzregen bei 8°C unter. Endergebnis 0:0. Erste Pfiffe gellen aus der Leipziger Kurve. Der sich selbst als “sattelfest im Sattel sitzend” bezeichnende Chefcoach Rangnick möchte, in der Mixedzone auf den gegenwärtig dürftigen 10. Tabellenplatz angesprochen, aber dennoch nichts von einem Euphorieeinbruch wissen – weder im Verein noch bei den Fans. Währenddessen stapft im Hintergrund Sportdirektor Ralf Rangnick wortlos grummelnd vorbei in Richtung Mannschaftsbus. Einziges Leipziger Erfolgserlebnis an jenem dunklen Montagabend: Oliver Mintzlaff kanalisiert seinen Frust umgehend auf der mythenumwobenen blauen Tartanbahn des Olympiastadions und bricht beim “Auslaufen” der Mannschaft sensationell Dieter Baumanns mehr als 20 Jahre alten Deutschen Rekord über 5.000 Meter. “Ups, da muss heute Morgen was in meiner Zahnpasta gewesen sein”, keckert der ewig astrale Ausnahmeläufer galgenhumorig. Rangnick kann sich trotzdem kein Lächeln mehr abringen.</span></p>
<figure id="attachment_1269" aria-describedby="caption-attachment-1269" style="width: 537px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/24399179122_52e75e6262_o.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-1269" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/24399179122_52e75e6262_o-300x156.jpg" alt="" width="537" height="279" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/24399179122_52e75e6262_o-300x156.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/24399179122_52e75e6262_o-768x399.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/24399179122_52e75e6262_o-1024x532.jpg 1024w" sizes="(max-width: 537px) 100vw, 537px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1269" class="wp-caption-text"><a href="https://www.flickr.com/photos/damiavos/24399179122/in/photolist-Db5aU7-V747RA-oThrPT-CofDLr-pGuqoZ-dW8Pww-5D8tVG-DkEcoR-79EqJa-du1tsy-4EADSz-Co9U7J-pAQPJ9-4rFhT-bEw2vT-5D49uc-pDSWfK-4N6wef-UdHt54-5D8tVS-a4Bijy-5tHaY3-Dikdam-efAJXk-cA5yg3-699vib-RoMk5U-6jMUQ7-unzQRV-vh7Gzo-v2R2yy-r7y1h3-a4ysJp-N1KMKV-H3LNhP-SBDbVQ-2Mnz7N-7EKe5U-CQfsQe-22L2ZKg-7EzCzt-8JuoLP-6K9GgX-fouGQH-nQJLpK-8HygYu-6KenpL-dPPFrY-fouHwx-RoMpiJ">damian entwistle on flickr.com</a> // CC BY-NC 2.0</figcaption></figure>
<p><b>6. Dezember 2018, Nikolaustag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Als besondere Nikolausaktion und “großes Dankschön aus der Mitte der Stadt” wird in der Leserbriefspalte der LVZ angeregt, kleine Wichtelpakete nach Fuschl am See zu schicken. Eine solche gemeinschaftliche Aktion würde wieder den Zusammenhalt in der Stadt stärken, der unter den Eindrücken der Straßendemos der letzten Jahre doch arg gelitten hätte. Am Cottaweg treffen daraufhin größere Mengen Geschenkpapier ein.</span></p>
<p><b>13. Dezember 2018, UEFA Europa League, Spieltag 6<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Girondins Bordeaux zu Gast in Leipzig. In der Lokalpresse werden wieder die Geschichten aus dem April ‘87 aufgewärmt. René Müller darf auch noch mal erzählen, wie er Lok damals ins Finale geschossen hat. Bei einem weihnachtsbäckereibeseelten Interview mit dem MDR auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt spannt er den riskanten Bogen zur Jetztzeit: “Damals wie heute gilt, dass man ohne Kräftekonzentration und die finanzielle Unterstützung von außen nicht vorankommt.”</span></p>
<p><b>22. Dezember 2018, Bundesliga, 17. Spieltag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">RB spielt eine herrlich mediokre Hinrunde und verliert sowohl gegen Nürnberg als auch in Düsseldorf. Nach dem erkämpften Remis in Augsburg fordert Mintzlaff trotzig: “Endlich mal freuen!” Sportchef Rangnick erklärt bestimmt: “Der Trainer steht nicht zur Disposition!”</span></p>
<p><b>24. Dezember 2018<br />
</b><span style="font-weight: 400;">An Heiligabend darf Ralf Rangnick nicht wie sonst üblich beim Gebieter unter dem rot-blauen Weihnachtsbaum sitzen. Das ist der letzte Tropfen in der der schon bedenklich zerbeulten Zanke-Dose. Bockig verlässt Rangnick die Taurin-Lounge in Fuschl am See und ruft beim DFB an. Sportdirektor Oliver Bierhoff will sich zwar nicht sofort mit der Idee eines Namenssponsors für das Nationalteam oder einer einjährigen Gastspielgenehmigung in der ‘Chinese Super League’ (Rangnick: “Der kommende Markt!”) anfreunden, stellt Rangnick aber als externen Berater ein. Als RBs Interimstrainer übernimmt Mateschitz indes selbst. “Da bin auch näher am Denkmal”, argumentiert der erdverbundene Tribun.</span></p>
<figure id="attachment_1274" aria-describedby="caption-attachment-1274" style="width: 494px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/38994971712_f3a174d51a_k.jpg"><img loading="lazy" class=" wp-image-1274" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/38994971712_f3a174d51a_k-300x200.jpg" alt="" width="494" height="329" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/38994971712_f3a174d51a_k-300x200.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/38994971712_f3a174d51a_k-768x512.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/38994971712_f3a174d51a_k-1024x683.jpg 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/38994971712_f3a174d51a_k.jpg 2048w" sizes="(max-width: 494px) 100vw, 494px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1274" class="wp-caption-text"><a href="https://www.flickr.com/photos/tambako/38994971712/in/photolist-22pRqwu-D1ez1V-KSdb1v-22hPRMz-KA2dBw-JEUdvm-27HTEUK-9dA3e7-6iB7Lp-21qJPtk-26C3Nxj-CVSDmV-27MiYYV-26JGeNY-28KJ5jb-Ez1CHA-21iw9AM-26C3NVo-27HUYgX-ZWwAHT-21iw7AV-27HtoiX-HAijXn-CZvnV2-KU3QsP-YU2m13-29hfv1e-25P7j2U-MxLd9J-gAQR6Q-KU3TXe-26Y3dx3-22AFd4s-5cP9kt-XxDysE-YWaj1w-HLBvgk-exTKMu-DNPwRS-EvkmwU-8PxaFM-27UjKCg-iZ67c6-M9wiBJ-22u8aa3-Ld92WH-BTv3dG-EkNU73-HmbmRv-25SZfk4">Tambako the Jaguar on flickr.com</a> // CC BY-NC 2.0</figcaption></figure>
<p><b>18. Januar 2019, Rückrundenauftakt der Bundesliga<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Zum Start der Rückrunde präsentiert Dietrich Mateschitz eine gänzlich neue Elf auf dem Platz. “Die Hälfte des Hinrundenteams ist noch auf der Baustelle fürs Denkmal, die anderen haben wir verschenkt.” Begründung: “<a href="https://www.sueddeutsche.de/sport/rangnick-interview-sz-1.4093835">Weil wir es können. Außerdem müssen wir die Financial-Fairplay-Regeln der UEFA beachten.</a>” Die Änderung ‘einhalten’ statt ‘beachten’ krizzelte ihm RB-Kommunikationschef Florian Scholz zuvor noch heimlich auf den Stichwortzettel. Immerhin schürt der Last-Minute-Sieg über Borussia Dortmund lang vermisste Euphorie in der Heldenstadt (Torschütze war Stammkeeper Coltorti mit einem kräftigen Abschlag).</span></p>
<p><b>2. März 2019, Bundesliga, 24. Spieltag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Das Spiel in Nürnberg, kurz vor Rosenmontag, geht verloren. Auch die Hinweise von Mateschitz an sich selbst, man kämpfe noch immer mit den Auswirkungen der europäischen Überregulation des Fußballmarktes, helfen nichts mehr. Der Gebieter hat von sich die Nase voll und delegiert Marco Rose aus Salzburg. (Kleiner Verein in Österreich, für den RBL so etwas wie früher die Patenbrigade war: Tauchen immer mal unvermittelt auf, machen einen auf dicken Maxen, und danach ist die Stimmung schlechter.)</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;"><br />
</span><b>13. April 2019, Bundesliga, 29. Spieltag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Ein weiterer Klassiker: Es geht zuhause gegen Wolfsburg. Im VIP-Bereich kommt es schon zu Handgreiflichkeiten zwischen den Vertretern diverser Automobilkonzerne, die sich auch untereinander nicht mehr auseinanderhalten können und über die Frage in Streit geraten, wer hier eigentlich wen sponsert. Auf dem Rasen dagegen Tristesse pur. Rose war mit der eigenen Rolle als Interimstrainer so unzufrieden, dass die Spieler schon einen Safe Space verlangten, um in Ruhe Playstation spielen zu können. (“Hat Timo bei der WM so gelernt.”). Wolfsburg gewinnt glücklich durch einen Treffer in der Nachspielzeit. Coltorti war machtlos.</span></p>
<p><b>18. Mai 2019, Bundesliga, 34. Spieltag<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Vor dem letzten Spiel bei Sensationsmeister Werder Bremen greift der Gebieter durch und holt Rangnick zurück aus der DFB-Zentrale, wo dieser gerade neue Organigramme ausdrucken ließ und das Pokalfinale in Reykjavik (“Neue Märkte!”) vorbereitete. Begründung des Gebieters für den neuerlichen Wechsel: “<a href="https://www.sueddeutsche.de/sport/rangnick-interview-sz-1.4093835">Die Spieler schreien nach Führung.</a>” Das Zitat hatte er von Rangnick, der es wiederum von Putin geklaut hatte. Aber klar, Russland ist am Ende auch bloß ein einziges Projekt, nur mit geringerer Lebenserwartung der Teilnehmer und mehr Alkohol. Da muss man durchgreifen, jeden erst fragen geht nicht. Außer den Gebieter natürlich.</span></p>
<figure id="attachment_1267" aria-describedby="caption-attachment-1267" style="width: 301px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/25882371072_b4621964f7_o.jpg"><img loading="lazy" class="wp-image-1267 " src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/25882371072_b4621964f7_o-225x300.jpg" alt="" width="301" height="401" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/25882371072_b4621964f7_o-225x300.jpg 225w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/25882371072_b4621964f7_o.jpg 675w" sizes="(max-width: 301px) 100vw, 301px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1267" class="wp-caption-text"><a href="https://www.flickr.com/photos/duncan/25882371072/in/photolist-Fr8Vc7-pKWhva-eVRDga-3oM96z-nafZJH-9ssPuX-6MRpr6-ctoTuy-p3RjGR-MSCwaf-nttLN9-osmU5Z-ZMhmQe-cvNA3A-eW6NyY-mQwJ5D-eW6Qby-4pwY1N-5wdqmv-o7ZUrS-3dSKq7-aDxDsh-UpbvJF-2nRFs-keSiSg-5ncnVY-24ew1jg-keStdR-cvNyvW-28SXu1R-jRHn3f-cTX54W-56DMRo-9CkGNU-7fw1Mo-YbuE2i-56DLVS-XcEghs-nuiaTX-FzKz3a-7i1QPt-YCFUvf-VVYdcm-bXhnbq-VVYcwy-XFGZbH-XFGYEc-Yjwi7A-8yqRi4-X5Ho4q">duncan c on flickr.com</a> // CC BY-NC 2.0</figcaption></figure>
<p><b>29. Mai 2019, UEFA Europa League Finale in Baku (Aserbaidschan)<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Vier (!) Anhänger im Leipziger Block und damit der Hattrick, was das Desinteresse der Fanszene an außergewöhnlichen Fernreisen angeht. Trotzdem: Finale in der Euro League! Leider holt der ungeliebte “Cup der Verlierer” (Franz Beckenbauer) in der Heimat kaum jemanden vom Sofa hoch. Coach Rangnick sieht sich dagegen oben auf. Das führt ihn zu jenem weitreichenden Entschluss, den er mit sich selbst noch in der Woche vor dem Endspiel abgesprochen hat: Er wird als Trainer verlängern! Der verantwortliche Sportchef befürworte das und habe bereits den eigentlich angedachten Thronfolger Julian Nagelsmann darüber in Kenntnis gesetzt. Der Gebieter tobt. Aber nicht aufgrund der unsteten Personalpolitik im Verein, sondern infolge des schleppenden Fortschritts beim Sonnendenkmal. In der LVZ lässt er lancieren, er könne sein Geld jederzeit in ein Monument in einer anderen Stadt stecken: </span><span style="font-weight: 400;">„Gestatten Sie mir ein offenes Wort: Wir wollen niemanden zwangsbeglücken, das haben wir ehrlich gesagt auch nicht nötig“, empört sich Mateschitz. </span><span style="font-weight: 400;">Auf den Hinweis, dass die halbfertige Goldkugel aus öffentlichen Mitteln bezahlt worden sei, erwidert er barsch mithilfe einer HHL-Studie: “Diese Mittel stellen Steuereinnahmen dar, die erst Rasenball durch den angeschobenen Wirtschaftsaufschwung in die Stadt gespült hat.” BWL-Absolvent Schäfer hat das eh schon immer gewusst und freut sich auf seine Cohiba in Südtirol. Dorthin wird der Chefreporter die Rasenballer wieder einmal ins anstehende Sommertrainingslager begleiten. Endergebnis des Finales übrigens: 1:0 n.V. für Apollon Limassol. Fabio Coltorti hatte in der 119. Minute den Ausgleich auf dem Fuß, aber verzog um Zentimeter links.</span></p>
<p><b>Saisonende<br />
</b><span style="font-weight: 400;">Der Saisonabschluss auf dem Marktplatz, den der MDR als “Fußballfest für das Waldstraßenviertel” bewirbt und ganztägig überträgt, gerät zu einem Fiasko. Die eigentlich gebuchte Helene Fischer (Eventmanager Oliver Mintzlaff: “Alles darunter ist nicht mehr vermittelbar”) sagt kurzfristig ab, als sie erfährt, dass es sich nicht um das DFB-Pokalfinale handelt. Auch an Publikum mangelt es nach der enttäuschenden Saison; der parallel laufende Ausverkauf bei KARSTADT zieht deutlich mehr Leute an. Der Gebieter hat außerdem das Denkmalprojekt endgültig abgesagt. Weder wollte ihm das Stadtplanungsamt einen eigenen Sachbearbeiter zusichern, noch die Thomaner zur Eröffnungsfeier in Red Bull-Flügeln auftreten.</span></p>
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<figure id="attachment_1264" aria-describedby="caption-attachment-1264" style="width: 365px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_Vienna_-_Google_Art_Project_-_edited.jpg" rel="noopener"><img loading="lazy" class="wp-image-1264" src="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_Vienna_-_Google_Art_Project_-_edited-300x220.jpg" alt="" width="365" height="268" srcset="https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_Vienna_-_Google_Art_Project_-_edited-300x220.jpg 300w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_Vienna_-_Google_Art_Project_-_edited-768x562.jpg 768w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_Vienna_-_Google_Art_Project_-_edited-1024x749.jpg 1024w, https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2018/08/Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_Vienna_-_Google_Art_Project_-_edited.jpg 1599w" sizes="(max-width: 365px) 100vw, 365px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1264" class="wp-caption-text"><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_(Vienna)_-_Google_Art_Project_-_edited.jpg">Pieter Bruegel, The Tower of Babel</a></figcaption></figure>
<p><span style="font-weight: 400;">Rangnick nutzt jedoch die Gunst der Stunde. Er schickt alle Arbeiter, die älter als 24 sind, von der Baustelle, setzt Coltorti als Polier ein und steckt ihm die neuen Pläne zu. Diese sehen nun einen spiralförmigen Bau vor, der sich immer weiter himmelwärts windet. Am oberen Rand bleibt der Plan dann aber merkwürdig unfertig. “Kommt da kein Dach drauf?”, fragt der Polier vorsichtig. “Das ist symbolisch, Junge! Es geht immer weiter, alles ein Prozess, alles in Entwicklung und so. The Sky is the limit! Dachbesitz als Selbstzweck kannst Du vergessen.” Coltorti nickt still und freut sich auf die neue Saison.</span></p>
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		<title>Fanfaren für die Jungbullen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jaygopp]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jul 2014 10:36:53 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Deutsche Meisterschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Es dauerte ein wenig, ehe die zuvor regungslos auf dem Rasen verharrenden U17-„Jungbullen“ (um dem offiziellen Duktus des RB-Universums gerecht zu werden) sich noch ein letztes Mal berappelten, um auf ihrer anschließenden Ehrenrunde den allemal verdienten, wiewohl in diesen Momenten kaum tröstlichen Applaus von knapp 7.500 Zuschauern im großen Stadion am Fuße der Festwiese einzuheimsen. &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/07/03/fanfaren-fur-die-jungbullen-besuch-bei-den-entscheidungsspielen-der-u17-meisterschaft/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Fanfaren für die Jungbullen</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es dauerte ein wenig, ehe die zuvor regungslos auf dem Rasen verharrenden U17-„Jungbullen“ (um dem offiziellen Duktus des RB-Universums gerecht zu werden) sich noch ein letztes Mal berappelten, um auf ihrer anschließenden Ehrenrunde den allemal verdienten, wiewohl in diesen Momenten kaum tröstlichen Applaus von knapp 7.500 Zuschauern im großen Stadion am Fuße der Festwiese einzuheimsen.</p>
<p>Den Weg so mühsam hatte die fehlende Trophäe gemacht. Denn keine 60 Meter entfernt, auf der eilig nach Abpfiff installierten Siegerbühne, schwangen euphorisierte Dortmunder Hoffnungsträger eben jene von den Leipzigern schmerzlich vermisste silberne Meisterschale kreuz und quer durch die Luft. Dank eines zweifellosen 2:1-Erfolges hatten sich die Schwarz-Gelben zuvor den Sieg im Finale um die deutsche U17-Meisterschaft und das anschließende kleine große Brimborium verdient. Die anwesende DFB-Delegation verhüllte nicht nur die Werbebanden in neutralem Grün, sondern inszenierte ebenso ein FIFA-taugliches Zeremoniell, das gleichwohl im Westfalen-, Olympia- oder dem Stadion Maracanã nicht besser hätte zur Schau geboten werden können. Ganz egal, wo.<span id="more-58"></span></p>
<h3><strong>Verwechselbar unverwechselbare Bilder: Das deutsche B-Jugend-Finale</strong></h3>
<p>Auch an diesem lauen Freitagabend im Juni wurden von Anfang bis Ende verwechselbar unverwechselbare, rührende Bilder geboten: Einlauf unter Fanfarenmusik, Nationalhymne, kurzweiliges Spiel, routinierte Gewinnerposen hier, traurige Verlierertränen dort. Und von oben rieselte dichter, golden glitzernder Konfettiregen hinab, den mehrere Salven aus Konfettikanonen ausgestoßen hatten.</p>
<p>Ähnlich professionell wie die Veranstalter gaben die sportlichen Akteure dem Geschehen eine würdige, fußballerische Untermalung. Über die 80 Spielminuten hinweg eiferten die Talente ihren großen Bundesligavorbildern aus dem Pay-TV in allerlei Dingen nach: Sie trugen die gleichen überteuerten Töppen in gewöhnungsbedürftigen Signalfarben, vollführten Zunge schnalzende Finten, zogen wiederholt herrliche Kombinationen auf, konnten jedoch – wenn nötig – allzu clever die Sekunden dahinstreichen lassen oder wussten situativ – etwa in eigenen Druckphasen oder vor Standardsituationen – mit eindringlichen Gesten das Publikum zu animieren. Kurzum: Sie spielten wirklich flotten und ansehnlichen B-Jugendfußball mitsamt der dazugehörigen Profitheatralik dieser Tage.</p>
<p>Bereits am Sonntagvormittag zuvor, beim bestens gemeisterten 2:1-Finaleinzug der Jungbullen über Mainz 05, ließen sich gut 3.500 Zuschauer davon überzeugen. „Besser als unsere Nationalmannschaft“, frohlockte ein Altbulle (<em>Bullensprech für betagter, fußballbegeisterter Kiebitz</em>) augenzwinkernd. Joachim Löws Elf hatte bekanntlich am vorherigen Abend mit Ghana die Punkte geteilt. Es war augenscheinlich nicht sein erster Besuch im Stadion, wusste er doch seine Sitznachbarin fachkundig aufzuklären, die „unsere 19“ als „Hendrik Ernst in klein“ identifizierte. Ernst ist laut offizieller RB-Homepage ein „Mittelfeldbulle“, der nach einem Kreuzbandriss im Februar um Anschluss im Zweitligakader kämpft. „Nee, wissen Sie wie der läuft?“, entgegnete er ihr, „ein bissel wie der Morys“. Einem in den vergangenen Monaten ebenfalls verletzungsgeplagten Angriffsbullen aus der ersten Mannschaft.</p>
<p>Robin Boerner bekam vom vergnüglichen Plausch der Fans nichts mit. Der U17-Verteidiger mit der Nummer 19, im Juli letzten Jahres vom SV Wehen Wiesbaden nach Leipzig gewechselt, war genug mit seinen Aufgaben unten auf dem Platz beim schweißtreibenden Rasenball beschäftigt. Er spielte in der Viererkette, für die RBs Marketinggenies bislang glücklicherweise noch keine konzerngenehme Begriffsverunstaltung eingefallen ist. Boerner leistete gemeinsam mit den anderen Jungbullen gute Arbeit und durfte sich daher bei der anschließenden „UFFTA“ berechtigt von einem kleinen, wenn auch unermüdlichen Stimmungsblock aus Fahnenschwenkern, Trommlern und Schalwedlern in gewohnt produktaffinen Farben feiern lassen.</p>
<h3><strong>BVB-Chefs feiern zweifellosen Sieg und Sponsorendeal in dreistelliger Millionenhöhe</strong></h3>
<p>Eingedenk dieses Husarenritts der U17, angefangen beim Nord-Ostdeutschen Bundesligatitel bis ins Finale der Deutschen Meisterschaft, warb der Verein folgerichtig über die ihm eigenen Kanäle (u.a. halbseitig im lokalen heißen Blatt) kräftig für seine „Nachwuchshelden“ (LVZ, 26. Juni, S. 28). Die abermalige Aussicht auf vielversprechenden Jugendfußball an einem lauen Freitagabend mitsamt kostenlosem Eintritt in die ehemalige WM-Schüssel sorgte letztendlich sogar für die mehr als doppelte Zahl an Stadiongängern. Doch weder ihr Zuspruch, noch die anspornenden Kabinenworte des bislang obersten Angriffsbullen Daniel Frahn konnte die Leipziger 1:2-Niederlage gegen bemerkenswert frühreife, spielfreudige, athletische, schlichtweg bessere Dortmunder verhindern. Einzig der blitzgescheite Heber des Ex-Auers Marcel Becher zum unverhofften Anschlusstreffer (47.) sowie die schwarz-gelben Chancensünder hielten rot-weiße Hoffnungsschimmer bis Abpfiff am Leben.</p>
<p>Das Ergebnis sorgte oben auf den Ehrenplätzen, wo sich die gesamte BVB-Klubspitze um Michael Zorc, Reinhard Rauball und Hans-Joachim Watzke versammelt hatte, zusätzlich für allerbeste Stimmung. Nur Stunden vorher durfte Watzke einen voluminösen Deal in wohl dreistelliger Millionenhöhe mit dem in Essen ansässigen Chemieunternehmen evonik präsentieren, der sowohl die langfristige Verlängerung des Hauptsponsorenvertrages, als auch den Verkauf von neun Prozent der Klubanteile beinhaltete. Ein zeitgemäßer Big-Business-Kniff, um zukünftig weiterhin im garstigen, ausufernden Wettbewerb mit aufstrebenden Projekten wie RB standzuhalten, deren Macher für schlappe neun Prozent nicht einmal Häuserfassaden im österreichischen Spielberg rot-weiß anstreichen würden.</p>
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