<br />
<b>Notice</b>:  Function _load_textdomain_just_in_time was called <strong>incorrectly</strong>. Translation loading for the <code>js_composer</code> domain was triggered too early. This is usually an indicator for some code in the plugin or theme running too early. Translations should be loaded at the <code>init</code> action or later. Please see <a href="https://developer.wordpress.org/advanced-administration/debug/debug-wordpress/">Debugging in WordPress</a> for more information. (This message was added in version 6.7.0.) in <b>/var/www/vhosts/web41.whg-server02.de/httpdocs/zwangsbeglueckt/wp-includes/functions.php</b> on line <b>6121</b><br />
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Publikum &#8211; zwangsbeglückt</title>
	<atom:link href="https://zwangsbeglueckt.de/tag/publikum/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://zwangsbeglueckt.de</link>
	<description>Ein RB-Leipzig-Protokoll</description>
	<lastBuildDate>Tue, 10 Mar 2015 08:01:01 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=5.9</generator>

<image>
	<url>https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/10/cropped-wolf-32x32.png</url>
	<title>Publikum &#8211; zwangsbeglückt</title>
	<link>https://zwangsbeglueckt.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Naiv statt investigativ</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2015/03/10/naiv-statt-investigativ/</link>
					<comments>https://zwangsbeglueckt.de/2015/03/10/naiv-statt-investigativ/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[zunull]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2015 08:01:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[handzahm]]></category>
		<category><![CDATA[Illusion]]></category>
		<category><![CDATA[Normalität]]></category>
		<category><![CDATA[Publikum]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfsburg]]></category>
		<category><![CDATA[ZEIT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/?p=446</guid>

					<description><![CDATA[Wichtiger Bestandteil der RB-Kommunikationsstrategie ist es, sich selbst als möglichst „normal“ darzustellen. Normale Transfers, normale Jugendarbeit, normaler Kapitalismus  Ralf Rangnick Wahnsinn. Dahinter steht das Bedürfnis, sich schnell und aggressiv in die Riege der etablierten Player einzukaufen, ohne mit dem Verein (und damit mit der Marke) zu oft am Pranger zu stehen. Erklärtes Ziel: RB soll in nächster Zukunft &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2015/03/10/naiv-statt-investigativ/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Naiv statt investigativ</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wichtiger Bestandteil der RB-Kommunikationsstrategie ist es, sich selbst als möglichst „normal“ darzustellen. Normale Transfers, normale Jugendarbeit, normaler <del>Kapitalismus </del> R<del>alf Rangnick </del>Wahnsinn. Dahinter steht das Bedürfnis, sich schnell und aggressiv in die Riege der etablierten Player einzukaufen, ohne mit dem Verein (und damit mit der Marke) zu oft am Pranger zu stehen. Erklärtes Ziel: RB soll in nächster Zukunft in einer Reihe mit Bayern München, Borussia Dortmund und (mindestens) Real Madrid genannt werden. <span id="more-446"></span>Mit sportlichen Höchstleistungen möchte man ein Standing erreichen, das Fragen nach der Finanzierung uninteressant werden lässt und durch das das Kürzel RB auch nicht mehr als in den Vereinsnamen gebastelte Werbebotschaft, sondern als gängiges Kürzel wie „FC“ empfunden wird. Die kürzlichen Trainerwechsel und vom Zaun gebrochenen Spielertransfers sind wahrscheinlich nur die unspektakulären Begleiterscheinungen der hinter den Kulissen tatsächlich herrschenden Ungeduld. Symptomatisch hierfür: Erst seit der laufenden Saison 2014/15 in der zweiten Liga angekommen, tätigt man schon internationale Millionentransfers zur Winterpause, als wäre es das Normalste der Welt. Und kommuniziert das im Sinne des omnipotenten-machohaften Selbstverständnisses auch so: Wir mögen noch in der Krabbelgruppe der um jeden Euro kämpfenden Mittelklasseclubs sein, aber eigentlich beherrschen wir das Spiel schon wie die Großen. Der dabei mitschwingende, ständige Verweis darauf, dass man sich völlig „normal“ im Sinne eines um Vermarktung und Kapitalisierung organisierten Profifußballgeschäfts verhalte, soll von den nervigsten Nachfragen nach Vereinsstruktur und Gemeinnutz ablenken.</p>
<h2><strong>Ganz normale Fans</strong></h2>
<p>Ähnliche Probleme tauchen auch beim Zusammentrommeln und Organisieren der eigenen Fanschaft auf. Diese musste sich gewissermaßen aus dem Stand konstituieren und diversifizieren, was auch gut gelang. Die Spiele der Profimannschaft werden mittlerweile gut angenommen. Es gibt einen Stimmungsblock und eine volle Gegengerade – allen Retorten- und Plastevorwürfen zum Trotz. Beim Pokalspiel gegen Wolfsburg war die WM-Schüssel gar das erste Mal bei einem Spiel von RB ausverkauft. Eine Erklärung, wieso das möglich ist, bei einem Verein, den es erst seit sechs Jahren gibt und der zu Leipzig ungefähr den gleichen Bezug hat wie ein Wanderzirkus, lieferte kürzlich – unbeabsichtigt – <a title="Christian Spiller" href="http://community.zeit.de/user/christian-spiller" target="_blank">Christian Spiller</a> von ZEIT ONLINE.</p>
<p><a title="Und hier soll die Fußballkultur untergehen?" href="http://www.zeit.de/sport/2015-03/rb-leipzig-athmosphaere-fans" target="_blank">Er machte sich hoch investigativ in die Spur</a>, um das besagte Pokalheimspiel gegen den VfL Wolfsburg zu besuchen und dabei auch mal einen Blick auf die Leute zu werfen, die so zu RB strömen. Was ihn dazu trieb, genau dieses Spiel zu besuchen, ist nicht überliefert. In der jüngeren Vergangenheit hätte es durchaus brisantere Duelle gegeben, bei denen es sich gelohnt hätte, der Fans wegen dabei zu sein. St. Pauli war zu Gast. Union Berlin war zu Gast. Wahrscheinlich war es aber der Reiz eines gutplatzierten Bundesligisten, der auch noch den einen oder anderen Fußballsuperstar in seinen Reihen aufbieten konnte, der den Autor bewog, ins Stadion zu gehen und Leute zu gucken.</p>
<p>Christian Spiller fuhr also zwei Stationen vom Bahnhof mit der Straßenbahn ans Zentralstadion, beeierte sich über das Wolfgang-Stumph-mäßige des Durchschnittsossis und das Angefurze einiger Mitreisender, setzte sich brav auf seinen Platz und belauschte die unmittelbaren Sitznachbarn. Der eine kam gar nicht aus Leipzig, sondern aus Bayern, womit wahrscheinlich die überregionale Strahlkraft RBs angesprochen werden sollte. Nebenbei beobachtete er das Fangeschehen, das sich gar nicht so sehr von dem in anderen Stadien abhebe: Ossigesichter, Ossigelaber, Fürze, Bierflaschen in Arschtaschen, Schallallallala des Stimmungsblocks. Der Autor fand alles wie immer beim Fußball und ganz normal vor.</p>
<h2><strong>Die Illusion wirkt</strong></h2>
<p>Bei aller sonstigen <a title="Leipzig erteilt Becherwerfer bundesweites Stadionverbot" href="http://www.sueddeutsche.de/news/sport/fussball-leipzig-erteilt-becherwerfer-bundesweites-stadionverbot-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140403-99-07045" target="_blank">kommunikativen Abkehr vom Fanpöbel</a> dürften solche Geschichtchen der PR-Abteilung von RB gefallen. Erhält das sonst als Plasteclub verschriene Grüppchen von Verantwortlichen bei RB doch einen „adelnden“ proletenhaften Anstrich, an dem Clemens Meyer seine blanke Freude hätte.</p>
<p>Das unserer Meinung Wichtige an einer solchen Selbsterfahrung von „Normalität“ im Zusammenhang mit RB erwähnt der Autor jedoch nicht. Vor allem zeigt sich an ihr nämlich, dass im auf ein natürliches Recht auf Bundesligafußball (und freilich weit darüber hinaus, sorry) pochenden Leipzig die Illusion des Stadionerlebnisses und des Profifußballs wirkt. Oder man sich auch gern in sie hineinfallen lässt. Da muss man gar nicht ins Stadion gehen, man muss sich nur unter seinen Bekannten umhören. Neben den einzelnen Unbelehrbaren, die nichts Kritikwürdiges oder Lächerliches an RB finden können, gibt es dort auch viele, die vor allem die Eventspiele besuchen und das aus einer witzelnd-distanzierten Haltung heraus tun. Sie wollen die Show. Den hochklassigen Fußball mit Playstationstars und Skymoderatorinnen am Spielfeldrand. Ihnen ist klar, dass das alles aus dem Boden gestampfte Unterhaltung ist und dass sie sich die Spielernamen nicht merken brauchen, da man sich eh nicht sicher sein kann, wo die in der nächsten Saison spielen. Ginge RB in die Binsen, würde ihnen auch nichts fehlen. Hauptsache ein Abend unter Freunden und irgendeine Mannschaft gegen irgendeine andere. Dass uns eine solche Haltung in Bezug auf Fußball erschüttert, dürfte mittlerweile bekannt sein. Zumal wenn dadurch überspielt wird, innerhalb welches Kosten-Nutzen-Kalküls die Ausgründung der Leipziger RB-Filiale stattfand.</p>
<h2><strong>RB möchte Brause verkaufen!</strong></h2>
<p>Und auch Christian Spiller geht ihr auf den Leim, wenn er davon schreibt, dass alles wie auch bei den anderen Fußballclubs ist. Das mag oberflächlich schon so sein. Nicht nur bei RB Leipzig ist Fußball ein Event. Gleichwohl bekommt die Fassade dort Brüche, wo Spiller sich unhinterfragt freut, dass man wegen der Du-sollst-keinen-Gebieter-neben-mir-haben-Denke des Gebieters weder in der Halbzeit, noch sonst mit Werbung behelligt werde – außer halt mit der vom Brausehersteller. Kurz fällt ihm das auf, als er merkt, <a title="#Cateringgate" href="https://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/07/17/cateringgate/" target="_blank">dass man am Getränkestand nicht am Konzern vorbei komme</a>. Dann wird allerdings wieder die Stadionwurst goutiert. Wie gesagt: Die Illusion wirkt.</p>
<p>Solche kurzen krisenhaften Momente des Aufmerkens, um was es den Verantwortlichen eigentlich geht – um den seriösen Aufbau einer intakten Mannschaft und die langfristige Entwicklung eines Vereins oder um das möglichst schnelle Erschließen nationaler und internationaler Medienaufmerksamkeit und damit Märkte –, gab und gibt es zwar immer wieder im Zusammenhang mit RB. So zu beobachten bei den unschönen Turbulenzen um Daniel Frahn und dem Abgang von Alexander Zorniger. Hier hörte man durchaus kritische Stimmen, die man eher aus den eigentlich als altbacken abgetanen „Traditionalistenkreisen“ kennt. Treue und sportliche Verdienste müssten einen nicht monetarisierbaren Wert haben! Wie kann man nur so kurzfristig handeln? Andererseits wurden diese Einwürfe dann meist mit der erwähnten ironischen bis zynischen Haltung dergestalt abgetan, dass man eben nichts anderes von einem internationalen Konzern zu erwarten hätte, dem es halt nur um die Limo mit Schuss geht.</p>
<p>Die Leute sind also nicht ganz so dumm, für wie man sie gern verkaufen möchte, auch nicht unter den Stadiongängern, die es zu RB Leipzig zieht.  Sie geben sich bewusst der Illusionierung durch das kaufbare Stadionerlebnis hin oder akzeptieren zynisch, dass sie Teil einer Verkaufsmaschinerie sind. Christian Spiller entschied sich für die erste Variante. Und natürlich: RB beherrscht die Klaviatur des Events – man möchte fast sagen, nichts leichter als das. Im Leipziger Zentralstadion wird zweiwöchentlich eine &#8220;normale&#8221; Fußballkulisse errichtet, die so oder ähnlich auch in allen anderen Bundesligastadien wieder zu finden ist. Und natürlich sind bei RB bis ins Detail Profis am Werk. So lange jemand die Rechnung bezahlt, findet sich für alles der passende Experte. Das Fragwürdige daran ist ja nun aber die Art und Weise des Zustandekommens dieser Fußballnormalität. Und die ist eben nicht mehr so ganz &#8220;normal&#8221; in Leipzig.</p>
<p>In die Richtung hätte auch Christian Spiller sich mal die Szenerie beschauen können. Hat er leider nicht. Aber was will man auch von einem Autor einer Zeitung erwarten, die sich aus Sport nicht viel macht. Insofern: niedrige Erwartungen, und die wurden erfüllt.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://zwangsbeglueckt.de/2015/03/10/naiv-statt-investigativ/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>8</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
