<br />
<b>Notice</b>:  Function _load_textdomain_just_in_time was called <strong>incorrectly</strong>. Translation loading for the <code>js_composer</code> domain was triggered too early. This is usually an indicator for some code in the plugin or theme running too early. Translations should be loaded at the <code>init</code> action or later. Please see <a href="https://developer.wordpress.org/advanced-administration/debug/debug-wordpress/">Debugging in WordPress</a> for more information. (This message was added in version 6.7.0.) in <b>/var/www/vhosts/web41.whg-server02.de/httpdocs/zwangsbeglueckt/wp-includes/functions.php</b> on line <b>6121</b><br />
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Leverkusen &#8211; zwangsbeglückt</title>
	<atom:link href="https://zwangsbeglueckt.de/tag/leverkusen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://zwangsbeglueckt.de</link>
	<description>Ein RB-Leipzig-Protokoll</description>
	<lastBuildDate>Tue, 28 Oct 2014 11:32:32 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=5.9</generator>

<image>
	<url>https://zwangsbeglueckt.de/wp-content/uploads/2015/10/cropped-wolf-32x32.png</url>
	<title>Leverkusen &#8211; zwangsbeglückt</title>
	<link>https://zwangsbeglueckt.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Standardsituationen der RB-Affirmation (3)</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2014/10/28/standardsituationen-der-rb-affirmation-3/</link>
					<comments>https://zwangsbeglueckt.de/2014/10/28/standardsituationen-der-rb-affirmation-3/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Oct 2014 11:32:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsplätze]]></category>
		<category><![CDATA[Burkhard Jung]]></category>
		<category><![CDATA[DFL]]></category>
		<category><![CDATA[Hängematte]]></category>
		<category><![CDATA[HSV]]></category>
		<category><![CDATA[Leverkusen]]></category>
		<category><![CDATA[McKinsey]]></category>
		<category><![CDATA[Osnabrück]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfsburg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://zwangsbeglueckt.wordpress.com/?p=344</guid>

					<description><![CDATA[Das dritte Standardargument, wenn es um die Zustimmung zu RB geht, bekamen wir letztlich in einer Neuauflage von Matze Sammer zu hören. Die besondere grammatikalische Struktur seines Satzes war hier schon Thema. Er verdient es aber einfach, noch einmal in Gänze zitiert zu werden: &#8220;Das schafft natürlich auch Arbeitsplätze. Dementsprechend bin ich dem immer positiv &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/10/28/standardsituationen-der-rb-affirmation-3/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Standardsituationen der RB-Affirmation (3)</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das dritte Standardargument, wenn es um die Zustimmung zu RB geht, bekamen wir letztlich in einer Neuauflage <a title="Ich stehe dem positiv gegenüber" href="http://www.bild.de/sport/fussball/rb-leipzig/sammer-findet-leipzig-gut-37991556.bild.html" target="_blank">von Matze Sammer zu hören</a>. Die besondere grammatikalische Struktur seines Satzes war hier schon Thema. Er verdient es aber einfach, noch einmal in Gänze zitiert zu werden:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das schafft natürlich auch Arbeitsplätze. Dementsprechend bin ich dem immer positiv gegenüber gestanden&#8221;.</p></blockquote>
<p>Arbeitsplätze. Na gut. Wir gehen jetzt nicht der Frage nach, ob in dieser Logik eigentlich alles spitze ist, wenn es nur diese berühmten Arbeitsplätze schafft. Sondern wir lassen uns mal auf das Argument ein und schauen, was an diesen Arbeitsplätzen denn wirklich dran ist. Immerhin: Geredet wird von ihnen eine Menge, immer wieder und schon seit Jahren.</p>
<p><span id="more-344"></span>Oberbürgermeister Jung nimmt dabei die absolute Spitzenposition ein. Voller Euphorie und <del>komplett</del> gewohnt distanzlos nannte er 2011 RB ein <a href="http://www.lvz-online.de/gestaltete-specials/knipser/rb-leipzig/rb-leipzig-trainingszentrum/r-rb-leipzig-a-68461.html" target="_blank">„unglaubliches Geschenk an die Stadt“</a> und sprach davon, dass „ein Verein in der Zweiten Bundesliga etwa 2000 Arbeitsplätze schaffen, ein Verein in der höchsten Spielklasse sogar 4000 bis 6000 Stellen“ erbringen würde. Marshall-Plan war gestern, heute ist RB.</p>
<h2>Arbeitsplätze ohne Ende?</h2>
<p>Jung hat natürlich genügend ökonomische Kompetenz, um als verlässliche Quelle für den sicheren Segen von RB zu gelten. So werden diese Zahlen bis heute immer wieder zitiert. In der RB-Jubelschrift der LVZ vom Sommer 2014 (&#8220;Der Rasenballer&#8221;) fanden sie sich zuletzt, genügten der Redaktion aber offensichtlich noch nicht ganz. Am Horizont dämmerte schon die Vollbeschäftigung, als Guido Schäfer gleich noch die Rede von 44.000 Arbeitsplätzen durch die Bundesliga nachschob. Wir sind sicher: Tendenz steigend.</p>
<p>Argument verstanden? Früher hieß es in diesen Breiten <a href="http://www.dra.de/online/hinweisdienste/spezial/2008/dra-spezial_18_chemie.pdf" target="_blank">„Chemie bringt Brot, Wohlstand und Schönheit“</a>, aber die Anderen hatten ja ihre Chance, also macht das mit Brot und Wohlstand jetzt alles RB. Wir befürchten nur: Jungs Neuauflage der Rede von den blühenden Landschaften ist eine ungute Mischung aus einigen Fakten, viel Hoffnung und noch mehr Kaffeesatzleserei.</p>
<p>Zum wirtschaftlichen Effekt von Fußballvereinen gibt es überschaubar wenige Studien. Schaut man sich diese genauer an, schrumpft die Basis verlässlichen Wissens weiter. Immer wieder gern zitiert wird eine <a href="http://www.bundesliga.de/media/native/dokument/dfl_bl_studie_mckinsey_gesamt_final.pdf" target="_blank">Untersuchung</a> von McKinsey aus dem Jahr 2010 zum deutschen Profifußball; dazu existieren ein paar kleinere Fallstudien zu Vereinen wie dem <a href="http://www.hwwi.org/fileadmin/hwwi/Publikationen/Partnerpublikationen/HSH/Fussballstudie_14_B.pdf" target="_blank">HSV</a>, <a href="https://www.ebs.edu/fileadmin/redakteur/funkt.dept.sol/ISBS/ISBS_Issue_5_Die_Stadt_und_ihr_Profifussball.pdf" target="_blank">Leverkusen</a>, <a href="https://www.ebs.edu/fileadmin/redakteur/funkt.dept.sol/ISBS/ISBS%20Focus%20Report%201%20-%20Wolfsburg%20und%20seine%20Stadt.pdf" target="_blank">Wolfsburg</a> oder <a href="http://www.vfl.de/fileadmin/vfl/Redakteur/PDF-Dokumente/Wirtschaftsfaktor_VFL_Web.pdf" target="_blank">Osnabrück</a>. Das alles soll hier nicht bis ins letzte Details ausgebreitet werden, aber ein paar Punkte wollen wir doch vorstellen. Burkhard Jung soll dieses Blog ja mit Erkenntnisgewinn lesen. Mal sehen, ob auch wir auf etliche tausend Arbeitsplätze kommen.</p>
<h2>Achtung: Zahlen!</h2>
<p>Fangen wir bei den direkt Beschäftigten an. Laut LVZ hatte RB zuletzt 85 direkt Angestellte. Das scheint realistisch. Bei Osnabrück waren es zu Zeiten der 3. Liga 50 Arbeitsplätze, beim HSV sollen es 100 sein. Bei all diesen Zahlen sind aber die Spieler schon eingerechnet, dazu kommen Trainer etc. – es ist also nicht so, dass hier großartig Leute von der Straße geholt werden.</p>
<p>Zu den direkt Beschäftigten kommen jeweils noch Personen hinzu, die in Teilzeit beschäftigt werden und zumeist an den Spieltagen für diversen Kram da sind. Dazu sind uns bei RB keine Zahlen bekannt. Bei Leverkusen waren das 2011/12 ca. 1.100 Personen, bei Osnabrück 280; irgendwo in diesem Bereich werden die Zahlen auch bei RB liegen.</p>
<p>Da fehlen noch ein paar bis zur Jung-Prognose. Könnten die nicht alle in der Bratwurst-Industrie entstanden sein? In den einschlägigen Studien sind das „indirekte Effekte“. Dazu zählen tatsächlich die Fanerlöse durch die gesamte Catering-Sparte, aber auch andere Ausgaben der Besucher an den Spieltagen. Zu denken ist außerdem an weitere Leistungen, die durch den Verein beansprucht werden (Werbung), und darüber hinaus gehende Investitionen (im Falle RBs etwa das berühmte Trainingszentrum).</p>
<p>Beim VfL Osnabrück machte das in der Saison 2011/12 circa 13 Mio € Brutto-Umsatz aus, was 4,6 Mio € Wertschöpfung entspricht. Heißt etwas sperrig: „Die erzielte regionale Wertschöpfung entspricht bei einem statistischen verfügbaren Einkommen in der Region von rund 20.000 Euro (NLS 2010) mindestens 250 Vollzeit-Arbeitsplatzäquivalenten, die in der Region geschaffen werden bzw. Personen, die durch den „VfL-Betrieb“ insgesamt ihren Lebensunterhalt in einem Jahr bestreiten können“. Okay. 250 Arbeitsplätze sind nicht nichts, aber auch nicht berauschend.</p>
<p>Nun ist Osnabrück zwar kein Erstligaverein, aber auch dort werden die Zahlen nicht exorbitant größer. Die Studie zum HSV kam auf die Zahl von 740 Arbeitsplätzen, die indirekt und direkt durch den Hamburger Verein geschaffen würden. Und dies ist keineswegs der Durchschnitt in der Bundesliga: In Bremen und Gladbach waren es mit jeweils circa 340 schon deutlich weniger „vollzeitäquivalente“ Arbeitsplätze.</p>
<h2>Die Fata Morgana von Burkhard Jung</h2>
<p>Angesichts dieser Zahlen ist das Gerede von Jung natürlich Wahnsinn. Dafür gibt es unterschiedliche, mögliche Erklärungen. Entweder hat er sich schlicht verrechnet bzw. die Statistiken falsch verstanden und denkt, die Beschäftigungseffekte entstehen jedes Jahr aufs Neue. Macht dann nach ein paar Jahren eben ein paar Tausend Stellen. Ist aber falsch.</p>
<p>Oder Jung glaubte im Liebestaumel mit dem heilsbringenden Gebieter einfach an jede Zahl, die ihm und seinem Büro so unterkommt. Zum Beispiel den Berichten der DFL. In deren jährlich erscheinendem <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/news/2013/dfl-praesentiert-bundesliga-report-2014-neunte-umsatzsteigerung-in-folge-auf-2-17-mrd--euro.php" target="_blank">Report</a> gibt es auch eine Passage, in der von Arbeitsplätzen die Rede ist. Für 2014 ist davon die Rede, dass „insgesamt (&#8230;) rund 45.000 Menschen in direkter Anstellung oder durch Beauftragung der 36 Clubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga“ arbeiteten. Da kommen sie also her, die oben von Dr. oec. Schäfer zitierten Zahlen.</p>
<p>Und Schäfer hat die DFL genau so zitiert, wie die das so will, um als regelrecht systemrelevant zu erscheinen. Nicht umsonst hatte man ja einige Jahre zuvor McKinsey mit einer Studie beauftragt. Die können rechnen, aber auch schöne Sätze schreiben. Liest man die genauer, wird einiges klarer. Von den 45.000 Personen „in direkter Anstellung oder durch Beauftragung“ entfallen 30.000 auf die Bundesliga. Teilt man dies auf die 18 Vereine auf, sind das im Schnitt 1.700 Beschäftigte pro Verein. Aber da sprechen wir natürlich keineswegs von Vollbeschäftigten! Beschäftigt heißt eben auch Aushilfskräfte oder bei Wachdiensten angestellt. Nur weil ein Wachmann am Samstag seinen Dienst im Zentralstadion schiebt, macht das noch lange nicht seinen Lebensunterhalt aus. Aber schon nach einer Stunde Karten abreißen macht die DFL einen Strich auf ihrer Zählliste und kommt so am Ende des Jahres auf 45.000 Beschäftigte im Profifußball.</p>
<p>Alles in allem sind wir also meilenweit von den Zahlen entfernt, die Jung in die Welt gesetzt hat. Wäre halb so schlimm, wenn nicht bis heute jede Unterstützung für RB (auch) damit legitimiert würde.</p>
<p>Aber vielleicht wird ja auch am Ende alles gut. Wir liegen in der rot-weißen Hängematte, genießen die ganzen indirekten und induzierten Effekte und legen einmal in der Woche vor dem Rathaus Blumen nieder. Als Dankeschön. Für das Geschenk.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://zwangsbeglueckt.de/2014/10/28/standardsituationen-der-rb-affirmation-3/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Standardsituationen der RB-Affirmation (2)</title>
		<link>https://zwangsbeglueckt.de/2014/09/16/standardsituationen-der-rb-affirmation-2/</link>
					<comments>https://zwangsbeglueckt.de/2014/09/16/standardsituationen-der-rb-affirmation-2/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[chassot]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2014 02:52:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[filetiert]]></category>
		<category><![CDATA[50plus1]]></category>
		<category><![CDATA[Ahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Bayer]]></category>
		<category><![CDATA[Blue Chips]]></category>
		<category><![CDATA[DFB]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffenheim]]></category>
		<category><![CDATA[Jena]]></category>
		<category><![CDATA[Kommerz]]></category>
		<category><![CDATA[Leverkusen]]></category>
		<category><![CDATA[Statut]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfsburg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://zwangsbeglueckt.wordpress.com/?p=284</guid>

					<description><![CDATA[Ein zentraler Punkt aller RB-Kritik ist ja die – subtil gesagt – enge Bindung von RB an die Firma des Gebieters. Verlässlich kommt an dieser Stelle das Standardargument zwei ins Spiel: „Auch bei den Anderen haben doch Firmen das Sagen!“ Mittlerweile immer wird bei diesem Punkt auf Bayer Leverkusen verwiesen: Die dürften ja sogar ihren Sponsor &#8230; <a href="https://zwangsbeglueckt.de/2014/09/16/standardsituationen-der-rb-affirmation-2/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Standardsituationen der RB-Affirmation (2)</span> weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein zentraler Punkt aller RB-Kritik ist ja die – subtil gesagt – enge Bindung von RB an die Firma des Gebieters. Verlässlich kommt an dieser Stelle das Standardargument zwei ins Spiel:</p>
<p><strong>„Auch bei den Anderen haben doch Firmen das Sagen!“</strong></p>
<p>Mittlerweile immer wird bei diesem Punkt auf Bayer Leverkusen verwiesen: Die dürften ja sogar ihren Sponsor im Vereinsnamen tragen. Damit ist dann nicht nur RB verteidigt, sondern gleich noch klargemacht, dass es eigentlich die anderen Vereine sind (an dieser Stelle gern: „die aus dem Westen“), die tatsächlich Privilegien genießen.</p>
<p><span id="more-284"></span>Die Sache mit dem Sponsor im Namen ist etwas, das auch Red Bull gern gemacht hätte. Allerdings verbieten die Statuten des DFB die direkte Nennung eines Finanziers im Vereinsnamen. So kam bei der Gründung des Leipziger Vereins irgendjemand auf die Idee mit „Rasenballsport“, das mit RB abgekürzt wird und damit die Verbindung zum eigentlichen Produkt herstellt. (Wir möchten uns den Verlauf <span style="text-decoration:line-through;">dieser Sitzung</span> dieses Meetings lieber gar nicht erst vorstellen.)</p>
<p>So verfuhr schon 1996 der Kosmetikhersteller LR-International, der den örtlichen Verein in Ahlen unterstützte und das Firmenkürzel im Vereinsnamen „Leichtathletik- und Rasensport“ <a href="http://www.faz.net/aktuell/sport/lr-ahlen-fussball-maerchen-im-muensterland-121914.html" target="_blank">unterbrachte</a> – eine im Übrigen traurig-schöne Geschichte, um das Elend von firmenabhängigen Vereinen zu illustrieren. Der Wille, das eigene Produkt auch in den Titel eines Vereins zu hieven, war also schon vor RB stärker als die damit verbundenen Peinlichkeiten mit den Vereinsnamen. Man braucht nur links und rechts in andere Sportarten und andere Ligen zu schauen, um zu erkennen, wie weniger skrupellos Sponsoren und Stakeholder beim Kampf um Geld und Aufmerksamkeit sein können. Beispiele gibt es genug, aus dem österreichischen Fußball (vgl. die Salzburger Filiale) wie aus der deutschen oder türkischen Basketball-Liga.</p>
<p>Wie aber lief eigentlich die Geschichte in Leverkusen? Der dortige Verein wurde <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bayer_04_Leverkusen" target="_blank">1904</a> als Betriebssportverein des Bayer-Werkes gegründet. Er besteht seit dieser Zeit und unterteilte sich von Beginn an in diverse Abteilungen. Seine Gründung hatte allerdings keine vordergründigen Marketing-Interessen, sondern erfolgte im Kern als Sportverein, der sich eben um das lokal wichtige Werk gründete. (Wichtiger als Marketing war bei Betriebssportvereinen die Distanz gegenüber politisch motivierten Vereinsgründungen.) Der Name von Bayer war damit von Beginn an Teil des Vereinsnamens.</p>
<p>Der aktuelle Leverkusener Fußballverein bekommt weiterhin Geld von Bayer. Es handelt sich dabei um einen festen Betrag, der allerdings mit wohl 25 Millionen Euro für gegenwärtige Profifußballverhältnisse keine astronomischen Höhen mehr erreicht und seitens des Werkes auch nicht beliebig erhöht wird – man denke nur an die langwierige Suche nach einem Trikotsponsor nach der Pleite von Teldafax. Vor allem aber wurden Lehren aus den finanziell ziemlich zügellosen Jahren unter Manager Reiner Calmund gezogen. Bayer ist damit weiterhin wichtig für den Bundesliga-Verein, allerdings nicht alleiniger Sponsor.</p>
<p>Der Name hat etwas mit Bestandsschutz zu tun. Das schon genannte <a href="http://www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/2014124_02_Satzung.pdf" target="_blank">Statut</a> des DFB sieht vor, dass „ Änderungen, Ergänzungen oder Neugebungen von Vereinsnamen und Vereinszeichen zum Zwecke der Werbung [&#8230;] unzulässig“ sind. Vereine, die von Beginn einen Firmennamen trugen, dürfen diesen behalten. Das hat nicht nur etwas mit Stetigkeit und Tradition zu tun, sondern hängt auch damit zusammen, dass bei Beispielen wie Ahlen oder Leipzig die Werbung über den Vereinsnamen viel stärker als eigentlicher Zweck des Firmen-Engagements zu bewerten ist.</p>
<p>Solche Ausnahmen sind (wie alle Ausnahmen) sicherlich diskutabel. Uns scheint es aber abenteuerlich, aus der Existenz von Bayer Leverkusen oder von Carl Zeiss Jena ein Recht für RB abzuleiten, die Firma des Gebieters im Vereinsnamen unterzubringen. RB in Analogie zu den anderen Vereinsgründungen als <a href="http://zwangsbeglueckt.wordpress.com/2014/08/20/genervt/#comments" target="_blank">Betriebssportverein</a> zu bezeichnen, ist schon kaum noch zum Lachen. Na gut, zugegeben: Wir haben gelacht. Sehr sogar. Wenn aber tatsächlich jemand aus einem richtigen Betrieb dabei sein soll, müsste der Verein in Nüziders im Vorarlberg ansässig werden. Dort wird das Zeug im Hause der &#8220;Rauch Fruchtsäfte GmbH &amp; Co OG&#8221; nämlich abgefüllt. In Fuschl am See wird nur das Geld gezählt, und u.a. in Leipzig das Fußballmarketing betrieben. Wird aber keine leichte Aufgabe in Nüziders. Die neue Betriebssportgruppe müsste mit dem örtlichen <a href="www.esc-nüziders.at" target="_blank">Eisstockschützenverein</a> Nepomuk und natürlich den Fußballern vom <a href="www.fc-nueziders.at" target="_blank">FC Nüziders</a> konkurrieren. Aber wie sagte der Gebieter kürzlich so <a href="http://www.news.at/a/formel-1-geburtstags-interview-mateschitz-beliebtheit-red-bull-salzburg-leipzig" target="_blank">forsch wie kryptisch</a>: „Uns geht es bei allem, was wir tun, um die Sinnhaftigkeit, auch wenn sie sich vielleicht erst im Nachhinein bestätigt.”</p>
<p><strong>Aber die anderen! </strong></p>
<p>Eine andere Variante des Standardargumentes verweist auf Hoffenheim oder Wolfsburg und mault: „Na gut, dann eben kein Betriebssportverein. Aber sonst: Was ist denn bei SAP und VW anders als bei uns?“</p>
<p>An dieser Stelle wird es dann tatsächlich ein wenig mühsam, weil man schnell in die unschöne Lage gerät, Vereine zu verteidigen, die so angenehm sind wie eine Lavadusche. Sagen wir es also lieber gleich: Nichts liegt uns ferner, Hoffenheim oder Wolfsburg als edelmütige Fußballvereine darzustellen, an denen sich RB mal ein Beispiel nehmen sollte. Diese Truppen nerven unglaublich. Sie sind uninteressant und lassen einen auch deshalb ratlos zurück, weil dort nahezu beliebig viel Geld in beliebig viele Sachen investiert wird, kaum Kontinuität im Kader herrscht, fußballerisch selten Innovatives rauskommt und zugleich die Vereine ihre Gier nach Erfolg nur mühsam hinter Floskeln wie „schrittweiser Aufbau“ und „in Ruhe entwickeln“ verbergen können.</p>
<p>Das schließt nicht prinzipiell aus, dass solche Zombie-Vereine wenigstens zeitweise sportlich sinnvoll arbeiten können. Hoffenheim und Wolfsburg sind ja mit ihrer Jugendarbeit ganz vorn dabei. Das muss aber nicht gleich als ehrenwerter Dienst an der Gesellschaft angesehen werden, sondern ist schlichtweg das professionelle Nutzen und Entwickeln von &#8220;Ressourcen&#8221; und &#8220;<a title="van Dannen - Humankapital" href="http://youtu.be/4mbidIB739Q?list=PL1997AB39F65F2E1B" target="_blank">Humankapital</a>&#8220;. (Wir verwenden diese Sprache, damit uns auch Ralf Rangnick versteht. Er würde natürlich hier noch seinen Lieblingsbegriff von den <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/a-597555-2.html" target="_blank">Blue Chips</a> einbauen. Das Seminar, wo er das aufgeschnappt hat, muss wirklich überzeugend gewesen sein.)</p>
<p>Fast schon witzig ist es ja außerdem, dass sich beispielsweise Hoffenheim regelrecht winzig ausnimmt gegenüber Vereinen wie Manchester City oder dem aktuellen Rauschkäufer Paris Saint-Germain. Gerade in England ist ja aufgrund anderer rechtlicher Bestimmungen als beispielsweise in Deutschland die komplette Übernahme eines Vereins durch einen Investor möglich und damit die Zustände noch viel schlimmer, was den Durchgriff der Eigentümer angeht.</p>
<p>In Deutschland gilt bekanntlich die <a href="http://www.5-freunde-im-abseits.de/2014/05/16/papiertiger-50-plus-1-regel/" target="_blank">Regel</a>, dass auch bei ausgegliederten Profiabteilungen die Stimmen- , also Anteilsmehrheit beim Verein zu bleiben hat. Ausnahmen sind hier (wieder) Leverkusen, wo die Bayer AG hundertprozentiger Eigentümer der Fußballabteilung ist, und Wolfsburg, wo sie ebenfalls zu 100% zu VW gehört. Begründet wird dies jeweils damit, dass dort „ein Wirtschaftsunternehmen seit mehr als 20 Jahren den Fußballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat“. Ursprünglich war in diesem Passus noch der Stichtag 1.1.1999 eingefügt. Auf Betreiben von Hannovers Präsident Martin Kind wurde diese Regelung aber gestrichen, sodass auch der Hörgerätehersteller wohl bald den ganzen Verein übernehmen wird. Auch in Hoffenheim ist Hopps Einfluss real viel größer als 49 Prozent, weil er die Fußballabteilung über eine Betreibergesellschaft kontrolliert, die zu 96% ihm gehört.</p>
<p>Aber, und damit kommen wir zum eigentlichen Punkt: Nur, weil es woanders auch schlimm ist, wird das Projekt RB noch lange nicht appetitlicher. Und das „ist doch überall das Gleiche“-Gerede ist schon ziemlich dürftig und klingt nach einer unschönen Mischung aus kompletter Abgebrühtheit und ‚ich will jetzt endlich, was mir zusteht!’ (vgl. Simplicissimus-Argument aus der ersten Folge).</p>
<p>Immerhin: Hoffenheim und Wolfsburg sind Vereine, die mehr als eine Fußballmannschaft zu bieten haben, und auch nach einem Rückzug von Hopp und VW werden diese Vereine irgendwie weiter bestehen. Das macht sie noch lange nicht zu Traumvereinen, unterscheidet sie aber dann doch von RB. Dort weiß ja keiner, wie lange der Gebieter Bock hat, und wenn Rangnick von <a href="http://www.welt.de/sport/article116831557/So-soll-der-Fussball-von-Red-Bull-aussehen.html" target="_blank">30 Jahren</a> redet, auf die die Planungen angelegt sind, klingt das halb wie eine Aufforderung zum ekstatischen Applaus und halb wie eine mahnende Erinnerungsmail nach Fuschl am See.</p>
<p>Irgendwie ist es am Ende aber wie bei Pest oder Cholera. Wobei uns der Eindruck nicht verlässt, dass RB wie Pest und Cholera zugleich ist.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://zwangsbeglueckt.de/2014/09/16/standardsituationen-der-rb-affirmation-2/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
